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 Geschrieben von Jessica

King Snefro - Eine Safari auf dem Roten Meer sonder gleichen

Mein erster Ägyptenurlaub überhaupt stand an. Bisher war ich "nur" zwei mal auf den Malediven gewesen und war doch sehr gespannt, was das deutsche Taucher-Eldorado "Rotes Meer" zu bieten hatte. So packte ich meine Siebensachen und stieg am 29.04.2002 in den Flieger nach Sharm El Sheik. Dort angekommen wurden meine schlimmsten Erwartungen, was die Visumzuteilung anging, noch übertroffen. Der Diveguide Hany, der mich am Flughafen in Empfang genommen hatte, zog jedoch alle Register (schließlich kennt er sich da aus *g*) und so schafften wir es tatsächlich binnen einer Stunde in den Besitz der wohl teuersten Briefmarken der Welt zu kommen und auch noch ein Gepäck zu holen, dass gerade erst vom Band rollte.

Da stand ich nun am Rande der heißen Ägyptischen Wüste und wollte nur noch eins: Entweder zügig ins Wasser - oder eine Aircondition. Das Glück war mir hold, ich kam ziemlich bald in den Genuß von beidem.

Im Bus lernte ich dann Petra, die Marketingmanagerin der King Snefro Gruppe, sowie zwei meiner Mitreisenden für die kommende Woche, kennen, die kurz vor mir gelandet waren. Ich war von diesem persönlichem Empfang positiv überrascht. So hat sich noch nie jemand um mich gekümmert, wo auch immer auf dieser Erde ich gerade gelandet war.. Nach eine kurzen Fahrt gelangten wir zum Hafen von Sharm, wo "mein" Boot, die King Snefro VI, bereit lag.

Nachdem unserer Gepäck an Bord gebracht wurde, flüchteten wir zunächst einmal n den klimatisierten Salon, um bei einem Begrüßungsdrink und einem kleinen Snack ein wenig zu entspannen und die Formalitäten zu erledigen (Erklärung zum Schutz des Naturschutzgebiet Ras Mohammed etc. zu unterschreiben). Dann haben wir drei unsere Kabinen bezogen, unser Tauchgerödel in die dafür vorgesehen Boxen umgepackt und uns dann auf das Sonnendeck zurückgezogen, um uns untereinander bekannt zu machen und die Crew kennenzulernen. Petra und Hany düsten in der Zwischenzeit wieder zum Flughafen, um die restlichen sechs unserer Gruppe in Empfang zu nehmen. Petra nimmt im übrigen fast immer die Reisenden persönlich in Empfang! Nach etwa 1,5 Sd. kamen sie und nachdem auch diese Gruppe ihre Kabinen bezogen hatte, ging Petra schweren Herzens von Bord und wir liefen aus in eine 20 min entfernte Bucht am Ras Umm Sid. Dort lernte ich dann auch erst einmal die restlichen Jungs kennen (ich war das einzige Mädel unter acht Jungen plus Crew *g* - das brachte ich mich allerdings in den Genuß, eine Doppelkabine für mich alleine zu haben). Ich stellte fest, dass die Gruppenzusammensetzung ideal abgestimmt war. Alle deutschsprachig und im gleichen Altersbereich. Wie man mir sage, versuche man das immer so zu regeln, was mir äußerst positiv aufgefallen ist. Ich startete dann einen Rundgang auf dem Schiff. Alle Kabinen sind im Vergleich zu anderen Safaribooten recht groß, besonders die Betten sind normalbreit!

Das ganze Schiff, inkl. der Kabinen, ist auf Wunsch klimatisiert. Wir hegten diesen Wunsch allerdings nicht, da auf See immer zumindest ein laues Lüftchen ist. Der Salon ist geräumig und mit TV, Video und einer Musikanlage ausgestattet, die sich auch auf das Sonnendeck übertragen läßt. Auch im Eßbereich war reichlich Platz und wir konnten unserer Mahlzeiten zu neunt am großen Tisch einnehmen und plaudern. Das Boot ist für max. 12 Gäste ausgelegt, legt aber schon ab 8 Gästen ab. Insgesamt besteht die King Snefro Flotte aus vier verschiedenen Booten, zu besichtigen auf der Homepage. Je nach Gruppengröße und Ausstattung findet man immer das passende Boot. Bereits ab 6 Personen läuft die King Snefro IV aus. Gruppenbuchungen und Einzelbuchungen sind möglich. Heißes Wasser für Tee oder Kaffee stand immer bereit, ebenso ein Kühlschrank mit allen Softdrinks (vorwiegend Wasser), die auf der ganzen Tour inklusive sind! Für mich ein sehr wichtiger Punkt, denn ich habe es immer wieder erlebt, dass Personen in tropisch-warmen Regionen nicht genug getrunken haben, um Geld zu sparen... In Kombination mit Tauchen ein ziemliches Risiko. Die Badezimmer mit WC und Dusche sind zweckmäßig eingerichtet, sehr geräumig und vor allem sauber!!!

Wie überhaupt das ganze Boot von einer beispielhaften Reinheit war. Ich habe nicht einen Untermieter, sprich Tiere, zu Gesicht bekommen! Zwei Kabinen verfügen über ein eigenes Bad, die anderen vier Kabinen teilen sich zwei Bäder. Einziger Minuspunkt: wenn der Generator nicht lief und das Schiff somit vom Akku versorgt wurde, war Teils nicht genug Wasserdruck auf der Pumpe, wenn nach dem Tauchgang alle gleichzeitig duschen wollten. Ich hab dann eben vorerst verzichtet und später geduscht, wenn die Herren fertig waren ;-)





Das Sonnendeck ist bis auf den hinteren Teil komplett überdacht. Das garantiert einen sicheren Schattenplatz, und wer unbedingt in der prallen Sonne liegen möchte, begibt sich in den hinteren Teil oder über die Reling auf ein ca. 50 cm breiten Vorsprung, auf dem man auch hervorragend liegen (nicht bei Fahrt!) oder einfach die Beine baumeln lassen konnte.

Danach fand das Bootsbriefing statt: Wo ist der Sauerstoff, wie funktioniert das mit dem Zodiac, wann wird getaucht, wann gegessen und natürlich auch ein Hinweis, auf die in Sharm relativ neu eingerichtete Basis von Search and Rescue, die im Falle eines Falles samt Arzt sehr schnell an Ort und Stelle sein konnten. So bräuchten sie bis zur Thistlegorm nur etwa 50 Minuten!

Und zum guten Abschluß stand unserer erster Tauchgang an. Du wir hörten zum allerersten mal Hany's Lieblingswort, dass zum Teil auch der Weckruf für so manchen Morgenmuffel war: Briiiiiiiiiiiiiiiiiiefiiiiiiiiiing! Dieses Wort begleitete uns den ganzen Tag über und führte schließlich dazu, dass wir uns manchmal gegenseitig oder auch Hany foppten, indem wir einfach, mitten am Tag plötzlich "Briiiiiefing" riefen. Gegen Ende der Woche wußten wir dann gar nicht mehr, ob das jetzt ernst ist, oder ob sich da wieder einen Spaß erlaubt ;-)

Unser erster Tauchgang sollte am "Temple" stattfinden, einem strömungsfreien Tauchplatz in einer geschützten Bucht mit viel Sandgrund. Kurze Buddyteambildung - die meisten kannten sich eh untereinander oder waren paarweise angereist und schon ging's los. Ich, als alleinreisende, bekam Hany als Buddy, was mich sehr beglückte - wer den Guide als Buddy hat, sieht meistens auch die kleineren Dinge und so war es dann auch... Wir rödelten uns also an - getaucht wird mit 12l Aluflaschen -, hüpften ins ersehnte Naß und testeten unsere Bleimenge, während Hany auf der Plattform stehenblieb und nach Bedarf mehr Blei ins Wasser reichte. Als alle versorgt waren, hüpfte er auch ins Wasser und wir begannen unseren "Checkdive". Zunächst knieten wir uns in 6m Tiefe auf den Sandgrund und er überzeugte sich bei jedem einzelnd, ob alles in Ordnung sei, insbesondere in Sachen Druckausgleich, und dann tauchten wir los. Obwohl der Tempel ein sehr häufig betauchter Ort ist, stellte ich sofort die gravierenden Unterschiede zu den Malediven fest: die Korallen waren noch intakt! Es gab weniger und kleinere Korallenfische, da das Rote Meer "nur" 24 Grad hatte, aber bei weitem interessanteres zu gucken. Außerdem sah ich viele Fische, besonders Barscharten, die mir von den Malediven her gänzlich unbekannt waren. Mein erster Tauchgang im Roten Meer war somit ein voller Erfolg. Die King Snefro VI besitzt keine Flossenleiter, sondern eine ganz normale. Diese sind meines Erachtens zum aussteigen viel besser geeignet und - was mich bei Flossenleitern immer am meisten stört- man hat paarige Sprossen. Bei Flossenleitern will ich grundsätzlich immer zuerst im dem falschen Fuß ausstiegen und trete genauso regelmäßig ins leere. Ein weiterer Pluspunkt ist, dass es zwei Leitern gibt, was das schnelle Aussteigen einer Gruppe, besonders bei Wellengang, natürlich deutlich beschleunigt.

Vor dem Abendessen besprachen wir dann unsere gewünschte Route. Diese wird nach den individuellen Wünschen der Gäste festgelegt. Und wenn sie eine Woche lang die Thistlegorm betauchten wollte... auch das würde eingerichtet. Hany schlug vor, bereits am übernächsten Tag dies wohl berühmteste Wrack des Roten Meeres anzusteuern, wir lehnten dies jedoch vorerst ab, da wir einen Taucher mit nur 40 TG an Bord hatten, der noch nie ein Wrack betaucht hatte und er sollte erst mal ein Leichteres zur Übung bekommen. Also legten wir eine grobe Route fest, die uns erst Richtung Norden führen sollte, Richtung Ras Mohammed und Thistlegorm und anschließend zurück zu den Tauchplätzen der Strasse von Tiran.

Die erste Nacht schlief ich an Deck. Es war Vollmond und absolut Windstill in der Bucht. Es war einfach herrlich und inzwischen weiß ich auch, dass man sich einen Schlafsack einpacken sollte, wenn man dergleichen plant, denn in der folgenden Nacht war es recht windig, so dass ich ab der dritten Nacht dann doch lieber in meinem Bett schlief, da die Decke allein an Deck dann doch nicht ausreichte.

Der Tagesablauf an Bord ist relativ gleichbleibend. Zwischen 7 und 8 Uhr morgens aufstehen, sich einen Tee oder Kaffee bereiten und ein Stück des bereitgestellten Sandkuchens greifen und warten, bis alle ihren Kojen entstiegen sind J Dann das berühmte "Briiiiiiiiiiiiiiefiiiiiiiiing" und ab ins Wasser. Anschließend Frühstück und dann den Vormittag "zur freien Verfügung", was nichts anderes hieß, als sich an Deck zu legen und zu sonnen, zu lesen, zu quatschen oder aber etwas Schlaf nachzuholen, bis gegen 11:30 der neuerliche Briefing-Ruf erschallte. Nach dem Mittagessen wieder die "Freßnarkose" ausschlafen etc., gegen 17 Uhr der nächste Tauchgang (bei Nacht-Tauchgängen entsprechend später) und um 20:30 Abendessen mit anschließender Shisha-Session und Gesprächrunden. Den meisten Spaß hatten wir, als Sascha unbedingt ein ägyptisches Lied lernen wollte und die Crew ihm drei Tage lang das "Happy Birthday" auf arabisch beibrachten. Wir haben uns dann revangiert und diverse Spiele in der Gruppe gemacht, zum Beispiel "Stille Post", wobei wir abwechselnd arabische und deutsche Wörter (insbesondere die des schwäbischen Dialekts) verwendeten, was zu gegenseitigen Heiterkeitsausbrüchen führte. Die Crew nahm aktiv an unserem Aufenthalt teil, was man an solchen Abenden deutlich merkte. Nie hatte man den Eindruck, man sei "nur" der zahlende Gast. Es war eindeutig, dass alle beteiligten großen Spaß hatten.

Den ersten Tauchgang am nächsten Tag machten wir am "Ras Umm Sid", einem der schönsten Tauchplätze dieser Region. Wieder erstaunte mich das überaus blühende Korallenleben. Besonders einige sehr große und vor allem intakte Gorgonien sind mir dort aufgefallen.

Zu diesem Tauchgang stiegen wir ins Zodiac, dass uns zehn problemlos aufnehmen konnte und fuhren bis zum Leuchtturm, der direkt an diesem Tauchplatz steht. Zum Ende des Tauchgangs bewies der Bootsführer, wie die ganze Woche über, sein Geschick: er wußte genau wo wir auftauchen würden, obwohl er nicht die ganze Zeit unsere Luftblasen verfolgt hatte. Dann Gerät und Blei im Wasser ablegen, ins Zodiac reichen und sich selbst hineinhieven... Wer es nicht alleine schaffte, den wurde geholfen. Die anderen beiden Tauchgänge an diesem Tag fanden im Ras Mohammed Nationalpark statt, einem geschützten Korallengebiet, wo ankern, fischen und Korallenvandalismus in jeglicher Form untersagt ist - und das sieht man auch. Die ägyptische Regierung verlangt dafür 5 US-$ pro Person extra, aber es lohnt sich! Ras Mohammed ist unbedingt sehenswert. Sehr viel Fisch, auch Großfisch, wie Zackenbarsche und Napoleons.

Am Abend legten wir das Boot noch einmal um, um am Morgen recht früh am Wrack der Dunraven abzutauchen. Das Wrack, an sich recht unspektakulär, liegt Kieloben, ist jedoch wunderschön bewachsen und sehr leicht zu penetrieren, da überall große Löcher drin sind. Unser Anfänger kam gut damit klar, ebenso ich, die sonst Probleme mit Overhead-Situationen hat. Aber bei diesen Sichtweiten (die ganze Woche über um die 75m) stellte dies auch für mich kein Problem dar.

Der zweite Tauchgang dieses Tages war zudem mein 300.! Wir fuhren einen recht flachen und ruhigen Tauchplatz an einem Korallenblock an, der schon vom Aussehen sehr, sehr ruhig wirkte. Trotzdem sprang Hany zu einem "Strömungscheck" ins Wasser, was mir gleich verdächtig vorkam. Zudem blieb er ziemlich lange weg, und zudem an der gleichen Stelle, recht nahe am Boot - Ich konnte seine Luftblasen deutlich sehen... Ich ahnte schon, was er da unten fabrizierte, stellte mich aber natürlich ahnungslos.. Und tatsächlich - kurz nach dem abtauchen kamen wir an einem beschrifteten Stoffstück vorbei, welches auf dem Sandgrund drapiert worden war auf dem stand: "Jeessi 300 TG!". Es war einfach nur niedlich. Dann bekam ich unter Wasser zahlreiche Hände geschüttelt und auch ein paar Umarmungen. Das Plakat habe ich am Ende des TG selbstverständlich eingesammelt und mit nach Hause genommen, wo es einen Ehrenplatz bekommen hat.

An diesem Abend sind wir direkt recht weit in den Norden gefahren und haben in der Nähe der Thistlegorm geankert. Das war ein sehr weiser Entschluß, denn als wir am nächsten Tag um kurz nach Acht die Position des Wracks anliefen, lagen außer uns nur drei Schiffe dort. Als wir nach dem TG aus dem Wasser kamen bereits Zehn und am Nachmittag waren es 25!

Hany befestigte eine Leine direkt am Bug des Wracks, so dass sich der Abstieg als sehr leicht gestaltete. Beim ersten Tauchgang haben wir das Wrack von außen umrundet. Wir hatten Glück, da noch sehr wenig Taucher im Wasser waren, konnten wir einen riesigen Schwarm mit Barrakudas beobachten, die am Bug ihre Kreise zogen, sowie einen Schwarm großer Schnapper in ihrer unmittelbaren Nähe. Das Wrack liegt auf ebenem Kiel zwischen 13 und 30m und man kann noch viel Munition sehen, alles Aufbauten sind weitgehend erhalten, sowie die Eisenbahnwaggons an Deck. Die Lok liegt außerhalb des Wracks, ein paar Meter Tiefer. Wir hatten Glück bei unserer Umrundung, die Strömung war sehr lau, auch der Aufstieg am Seil gestaltete sich problemlos. Der Mittagstauchgang war dann schon nicht mehr so leicht. Die Strömung hatte deutlich aufgefrischt und beim austauchen hingen wir allesamt wie Fähnchen an der Leine. Da dieser TG aber der geplante Penetrations-TG war, war dies kein Problem. Hier tauchten wir mal nicht als Gruppe, wir splitteten uns in einzelne Buddy-Teams (Hany hatte sich des Anfängers angenommen), da Hordentauchen in einem Wrack weder lustig noch sinnvoll ist und die meisten an Bord diese Wrack zudem schon etliche Male betaucht hatten und kannten. So bekam auch ich endlich die legendäre Fracht des Transporters der britischen Marine zu sehen. Mehr zu diesem Wrack findet ihr HIER.

Auf besonderen Wunsch der Gruppe sollte noch ein dritter TG an diesem Wrack stattfinden, den aber nicht mehr alle mitmachten, ich auch nicht. Nicht, weil ich keine Lust hatte, sondern, weil mich ein kleiner Unfall ereilte: Nach dem 2. TG wollte ich die drei Stufen auf die Plattform steigen, um mir an der Dusche die Ohren auszuspülen, glitt jedoch auf dem feuchten Holz aus. Es gelang mir nicht, mich abzufangen, ich zerrte mir statt dessen heftig die Schulter, rutsche wie in einem "versteckte-Kamera-Spot" die drei Stufen runter, schlug mit dem Hinterkopf auf die Plattform und ging *platsch* über Bord. Das mag lustig ausgesehen haben. Zum Glück war außer einer leichten Gehirnerschütterung nichts passiert. Vorsicht bei diesen Stufen ist also angebracht, wenn man mit nassen Füssen auf die Plattform steigen möchte!

Nach dem dritten TG legte das Boot ab und wir ließen die Taucherhorden hinter uns, um wieder an einem einsamen Riff für die Nacht zu ankern. Wer wollte, konnte hier einen Nacht-TG machen. Die meisten taten dies auch, kamen aber relativ enttäuscht zurück. Ein flaches Gebiet, mit Korallenbewuchs auf dem Boden, also im Vergleich zu den restlichen Tauchplätzen nichts spektakuläres, auch wenn der ein oder andere Oktopuss gesehen wurde.

So kam es auch, dass sich, als am nächsten morgen der Skipper das Boot auf die andere Seite dieses Riffs manövrierte und es offensichtlich wurde, dass hier unser Morgen-TG stattfinden sollte, allgemeine "Begeisterung" breitmachte. Doch hier zeigte sich mal wieder, dass der Gast an Bord der König ist. Nach einer kurzen Beratung wurde der Anker wieder eingeholt und wir machten uns auf zurück in Richtung Ras Mohammed, wo dann erst am späten Vormittag unserer erster TG stattfand, dafür aber zur Zufriedenheit aller! Da wir so spät begonnen hatten, bot sich auch an diesem Tage ein Nacht-TG als drittes an. So ankerten wir wieder beim "Temple" und guckten uns diesen bei Nacht an, wo wir Zeuge einiger ziemlich anhänglicher Rotfeuerfische wurden, die sich offenbar auf Nachttaucher spezialisiert hatten, denn sie jagten in Schein unserer Lampen. Ich kam mir fast wie ein Mörder vor, wenn ich ihnen wieder einen potentiellen Beutefisch beleuchtete.

An diesem Abend kamen wir in den Genuß, die vorzüglichen Kenntnisse unseres Kapitäns Tarek kennenzulernen. Er steuerte nämlich nach Ende des Nacht-TGs in absoluter Dunkelheit die Strasse von Tiran an, wo wir am Morgen tauchen wollten. Dabei erfuhren wir interessante Dinge aus seinem Leben, so dass er diese Art von Navigation (anhand von Sternen und der Küste - denn Bojen markieren erst wieder Riffe direkt vor Tiran) schon als Kind von seinem Vater gelernt hatte. Es war für uns absolut beeindruckend, wie er unbeirrt durch die schwarze Nacht auf dem schwarzen Wasser direkt auf Tiran zuhielt.

Dir Tauchplätze vor Tiran waren für mich das Highlight der gesamten Tour. Zwar pfiff da stellenweise eine ganz ordentliche Strömung, aber um so schöner war der Bewuchs der Korallen und das tierische Leben. Hier haben wir auch zwei Haie gesehen, woraufhin wir Hany als unseren Haigott titulierten. Auch eine Schildkröte konnten wir hier beim Frühstück bewundern. Hier wurde meine Vorahnung, was das tauchen mit dem Guide als Buddy anging, auch bestätigt. Er fand nämlich zielsicher etliche Drachenköpfe und Steinfische, die ich sonst totsicher übersehen hätte. Man könnte meinen, er habe sich mit den Fischen hier verabredet, damit wir was zu gucken haben ;-)

Leider waren die Tauchplätze gegen Mittag recht voll, nachdem die Tagesboote angekommen waren. Aber auch hier zeigte sich wieder die Erfahrung unseres Guides, der die am meisten frequentierten Tauchplätze morgens als erstes betauchte und dann die restlichen Tauchgänge dort plante, wo keiner tauchte - meist in die andere Richtung oder hinter einer anderen Kurve des Riffs. Und Hany hatte recht. Wir waren überall allein auf weiter Flur, obwohl über uns fünf Boote ankerten. Einen großen Beitrag dazu leistete natürlich auch das Zodiac, mit dem wir in der Lage waren, uns einfach ein paar Meter weiter von den Taucherhorden ins Wasser werfen zu lassen. An dieser Stelle meinen Dank an Hany für seine exzellenten Tauchgangsführungen und -planungen. Wirklich 1a!

Nach zwei wunderschönen Tagen vor Tiran mußten wir leider wieder die Richtung Sharm einschlagen, weil sich das Ende unserer Reise näherte. Dort hatten wir noch einmal riesiges Glück. Wir hatten nämlich Delphine direkt vor dem Boot, die uns eine Zeit lang begleiteten und hervorragende Fotoobjekte darstellten.

Da die meisten an diesem Tage fliegen würden, war es nur drei Personen, so auch mir vergönnt, am letzten Tag noch zwei Tauchgänge zu machen. Gegen 16 Uhr liefen wir wieder den Hafen von Sharm an, wo ich mich unverzüglich auf in Richtung Turbofähre machte, die mich nach Hurghada bringen sollte.

Auch hier stellte sich wieder klar heraus, das der Gast Koenig ist. So brachte mich Petra höchstpersönlich zur Fähre, besorgte mein Ticket und versprach sogar, mich eine Woche später wieder abzuholen, wenn ich zurückkäme, um mit mir gemütlich zu Frühstücken und mich anschließend zum Flughafen zu bringen. Leider kam es nicht mehr dazu, denn meine Fähre zurück nach Sharm fiel aus und ich hatte meine Liebe Not, rechtzeitig einen anderen Weg zum Sinai zu finden, um meinen Flieger nicht zu verpassen. Petra war diesbezüglich eine große Hilfe. Zwar konnte sie von ihrem Standort aus nichts tun, logo. Aber wenn alle Stricke gerissen wären und ich meinen Flieger verpaßt hätte (was auch fast eingetreten wäre, hätte ein Flugkapitän von EgyptAir nicht in allerletzter Sekunde eingewilligt mich auf einem Flug von Hurghada nach Sharm auf einem Notsitz mitfliegen zu lassen), dann hätte ich zumindest auf dem Sinai jemanden gehabt, der sich meiner angenommen und dafür gesorgt hätte, dass ich irgendwie vorerst untergekommen und dann doch noch nach Hause gekommen wäre. Noch mal meinen Allerherzlichsten Dank an Petra und ihre Organisation! Es hat meinen sowieso schon stressigen Tag nur halb so schlimm gestaltet, weil ich wußte, notfalls ist da jemand, an den Du Dich wenden kannst! Ich habe noch nirgends erlebt, dass man sich in dieser Form um mich gekümmert hat! Meine Absolute Hochachtung!

Zusammenfassend kann ich sagen: Ich habe noch nie so schöne Riffe gesehen. Zwar nicht so viel Großfisch, wie auf den Malediven, klar, dafür aber viel mehr zu gucken, Korallen intakt, weitgehend Drop-Off-Riffe mit meist nur mittelmäßiger Drift. Besonders im direkten Vergleich mit den Riffen vor Safaga, wo ich mich eine Woche später aufhielt, absolute Sahne, da diese zum Teil schon abgetaucht und meist auch Innenriffe sind. Eine hervorragend organisierte Tour mit Tauchgängen erster Sahne mit einer hochmotivierten Crew, die sich auch abends zu uns setzte, uns an ihrem Leben teilnehmen ließ, mit uns Shisha rauchte, sich auch von uns mal ins Wasser werfen ließ J . Ein wunderbarer Koch, der uns drei 1a-Mahlzeiten am Tag servierte, so dass so mancher mit ein paar Pfund mehr auf den Hüften nach Hause gekommen sein dürfte. Außerdem so zubereitet, dass keiner Angst haben mußte, des Pharaos Rache zu erliegen, das Durchfallmittel konnte getrost zuhause liegenbleiben, wo ich es vergessen hatte.

Ich bin zu dem Schluß gekommen, dass bei meinem nächsten Ägyptenurlaub bestimmt wieder eine Safari auf dem Programm steht. Man hat einfach den Vorteil, viel früher an den Tauchplätzen zu sein, noch bevor die Tagesboote eintrudeln, muß nicht unter der Hitze an Land leiden, ist viel unkonventioneller - die ganze Woche über hatte ich nicht einmal Schuhe an und man muß sich keine Gedanken machen, ob man *so* zum Abendessen gehen kann, alles geht sehr locker uns leger zu. Andererseits muß man sagen, dass eine Safari nichts für Leute ist, die leicht Seekrank werden, da der Wind die Wellen gelegentlich schon mal hoch werden läßt. Da der Generator, wenn er nicht benötigt wird, nicht rund um die Uhr läuft, steht nicht immer Strom zum Laden von Lampenakkus zur Verfügung. Ein Speedlader wäre von Vorteil gewesen. Strom für Licht steht aber rund um die Uhr durch Akkus zur Verfügung. Da jedes Boot aber über zwei Generatoren verfügt, ist bei Bedarf eine 24-stündige Versorgung gewährleistet, besonders zu Hochzeiten im Juli/August.

Zu buchen gibt es die King Snefro Boote (es gibt insgesamt vier) über z.B. Oft Reisen, Thiesen Divers, Sam Reisen, Emperor Travel, Spinout, Subex, Diving Sport Travel, Impuls Reisen, Amin Travel usw... Und natürlich auch direkte Buchung möglich. Die Stärke der Flotte liegt im Service, der Motivation der Crew und der 16 Jahre Erfahrung. Daher befindet sich der Kunde in sicheren Händen und kann seinen Urlaub unbeschwert genießen. Gesamter Service aus einer Hand !

Homepage: http://www.kingsnefro.com Kontakt zur Petra: boats@kingsnefro.com

Weitere Bericht über die King Snefro-Flotte sind zu finden unter:

http://www.taucher.net/....


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