The Finesse of Scuba Diving

 Geschrieben von Jan

Der Einstieg ins Technische Tauchen mit GUE - Ein Erfahrungsbericht

The Beginning

Da waren wir nun auf dem Weg nach Kroatien, um unseren ersten technischen Tauchkurs auf der Insel Pag in Kroatien zu absolvieren: Den Tech 1 der Global Underwater Explorers (GUE). Organisiert hatte das ganze Kresimir Speletic, Mitbegründer der noch jungen "Croatian Technical Diving Association". Er hatte es geschafft, vier Instruktoren der GUE einzufliegen, darunter den Mitbegründer Andrew Georgitsis. Andrew ist federführend bei der Entwicklung des GUE-Trainings. Er gilt als einer der besten Instruktoren und Taucher weltweit und hatte uns "real hardcore training" versprochen. Wir waren also gespannt, was uns nun erwarten würde.

 

Nach einer nicht enden wollenden Reise durch halb Europa erreichten wir voller Tatendrang die Fähre zur Insel Pag. Die Sonne schien bei angenehmen 25°C und bereits im Fährhafen strahlte uns kristallklares Adriawasser an.

Bei der Überfahrt lernten wir bereits die ersten anderen Kursteilnehmer kennen und erreichten kurze Zeit später den Ort des Geschehens, das verschlafene Dorf Varsan auf der nördlichen Hälfte von Pag.

Instructors


Andrew (Mitte)


Mario und Richard


James

Nach der Ankunft der Instruktoren Andrew Geogitsis (USA), Richard Lundgren (Schweden), James Endicott (USA) und Mario Arena (Italien, Trainee) waren wir vollständig und konnten loslegen. Zuerst wurde der Ausbildungsplan für die nächsten Tage von Andrew vorgestellt, wir begannen mit dem

Equipment

Fast alle Kursteilnehmer hatten vor Kursbeginn viel Zeit und Geld in die Optimierung ihrer Ausrüstung investiert. Doppelpakete, Stages, Tanklampen und Trockenanzüge bestimmten die Szene.

Nach einer kurzen Einführung in "Rule No. 6" und "KISS" (Keep It Simple, Stupid!) begannen wir mit der Justierung des Harness. Hier wurde das Webbing gleich meterweise entfernt.


Da geht noch was!


Hier müssen die D-Ringe hin.

Nach der Justage fühlte sich zwar alles etwas eng an, aber das sollte sich im weiteren Verlauf der Kurses auszahlen. Richtig justiert bilden Taucher und Gerät eine Einheit. Dies wirkt sich sehr positiv auf die Wasserlage und damit auf den Wasserwiderstand aus.

Nach beendigter Ausrüstungskorrektur folgten dann die ersten

Skill Dives

Skill Dives waren die Tauchgänge, in denen die taucherischen Fertigkeiten geübt und getestet wurden. Das Hauptaugenmerk lag dabei auf einer perfekten Tarierung, einer guten Wasserlage, der Flossentechnik und vor allem der Kommunikation im Team. Gleichzeitig wurden Fertigkeiten wie das Erkennen und Beheben von Fehlfunktionen von Lungenautomaten oder defekten O-Ringen am Tauchgerät, Verlust der Maske, OOA-Taucher und der Umgang mit Reel und Leine sowie das Setzen des Dekompressionsmarkers trainiert.

Es galt, Tarierung und Wasserlage in allen Situationen aufrecht zu erhalten und sich lediglich mit Hilfe der Flossen fortzubewegen, die Benutzung der Hände um etwa die Wasserlage auszugleichen oder sich rückwärts zu bewegen war komplett verpönt.

Zusätzlich gab es immer wieder Trockenübungen, zum Beispiel vor den Line-Drills unter Wasser.

Es wurde hart trainiert, Ziel dieser Tauchgänge war es, in Standard-Situationen, etwa dem Vereisen eines Lungenautomaten, automatisch das Richtige tun zu können. Alle unsere Tauchgänge wurden auf Video aufgenommen. Diese Videos wurden dann abends gemeinsam analysiert, was hervorragend dazu beitrug, die eigenen Fehler zu erkennen und diese abzustellen. Dieses Vorgehen unterstützte den Lerneffekt und ermöglichte es uns die geforderten Fähigkeiten von Tauchgang zu Tauchgang zu verbessern.

Lectures

Zwischen den Tauchgängen gab es einen sehr umfassenden theoretischen Unterricht. Themen waren Gasauswahl und -logistik, Dekompressionstheorie, Erstellen von Tabellen, Physiologie im Bezug aufs Tauchen, die Verwendung von Sauerstoff und Helium. Ebenso wurde das Mischen von Gasen und die Kennzeichnung von Tauchgeräten/Stages behandelt.

Danach konnten wir unsere frisch erworbenen Kenntnisse praktisch umsetzen, bei den

Szenario Dives

Bei diesen Tauchgängen bekam jedes Tauchteam eine Aufgabe, etwa das Legen von Leine in eine bestimmte Richtung. Die Instruktoren sorgten dann gekonnt für Unterhaltung in Form von mehr oder weniger unangenehmen Überraschungen: Während sich beispielsweise der eine Buddy in die Leine verwickelte und der andere die Maske verlor, verabschiedete sich beim dritten (simuliert) der O-Ring am Ventil des Hauptautomaten. Dies alles führte natürlich zu einem sofortigen Abbruch des Tauchganges, aber immer unter Einhaltung der vereinbarten Austauchzeiten, der korrekten Aufstiegsgeschwindigkeit und festgelegter Stoptiefen.

Auf seltsame, und bis heute nicht geklärte Weise gingen während dieser TG neben allen nicht ordnungsgemäß befestigten Ausrüstungsgegenständen sogar Stages verloren! Wir hatten während des Tauchens alle Hände voll zu tun, diese Situationen unter Wasser zu lösen, bzw. einen korrekten Aufstieg durchzuführen. Hier ging es wirklich ans Eingemachte, doch gerade unter diesen Bedingungen festigten sich die korrekten Handgriffe, die Partner Kommunikation und allgemein die Aufmerksamkeit während der Tauchgänge.


Jetzt geht's los, das Boot ist voll.

Glaubten einige vorher noch, sie könnten Tauchen, so änderte sich diese Meinung in dem Maße wie der Streßlevel stieg. Allerdings zeigte auch die Lernkurve steil nach oben!

Eskalierende Probleme führten bei den ersten Tauchgängen noch zu Fehlreaktionen bis hin zu unüberwindbaren Problemen - dies zugegebenermaßen mit hohem Frustrationspotential für die Teilnehmer. Gedanken wie "Kann ich eigentlich tauchen ?" waren zu diesem Zeitpunkt keine Ausnahme. Doch diese Problemketten, die anfänglich nur durch die unauffällig agierenden, aber im "Ernstfall" sofort eingreifenden Instruktoren gelöst werden konnten, wurden schließlich bei den Abschlusstauchgängen von den Schülern selbsttätig gemeistert. Welchen Lerneffekt diese Vorgehensweise hatte, kann sich jedermann sicher vorstellen.

Experience Dive

Zum Abschluß der Kurses gab es dann den Experience Dive. Dieser Tauchgang gab den Kursteilnehmern die Möglichkeit, vor dem Hintergrund des frisch erworbenen Wissens und vor allem der neu erworbenen Fertigkeiten zuletzt ein entspanntes Taucherlebnis zu genießen.


Eine Bootsladung Ausrüstung


Ready to go!

Nach all den Vorbereitungen war dies endlich der langersehnte "Game Day"!

Finale

Bei dem von Kresimir organisierten Abschlußessen konnten wir das erfolgreiche Ende des Kurses feiern. Nach einer harten Woche mit langen und anstrengenden Tagen hatten wir uns das redlich verdient!


Abendimpressionen auf Pag


Hmm, lecker!

Zu unser aller Freude blieb das einzige Leidtragende an diesem Abend ein kroatisches Lamm.

Fazit

Die Meßlatte bei diesem Kurs war extrem hoch gelegt. Hier ging es nicht darum, eine weitere Plastikkarte mit einem bunten Logo mit nach Hause zu nehmen. Vielmehr wurde den Kursteilnehmen praktisch aufgezeigt wo sie noch an sich arbeiten müssen, um in Zukunft Tauchgänge im "Extended Range" Bereich mit der größtmöglichen Sicherheit durchführen zu können. Auch das "Bestanden" nach dem Kurs ist kein Automatismus, der durch Zahlung der Gebühren gesichert ist, sondern muß hart erarbeitet werden. Diejenigen, die es diesmal nicht geschafft haben, waren sich aber einig, dass nach einer individuellen Übungsphase auf jeden Fall ein nächster Anlauf gestartet wird.

Unsere Instruktoren waren wirklich hervorragend und haben es verstanden, uns ihr Wissen auf anschauliche Art und Weise zu vermitteln. Konstruktive Kritik, Verbesserungsvorschläge und die perfekte Vorbildfunktion Unterwasser motivierten uns Teilnehmer auch in Momenten des Selbstzweifels und halfen anfänglich unmöglich erscheinende Situationen zu meistern. Selbstverständlich wurde dabei sehr viel Wert auf jedes Detail gelegt, wichtig war, es zu 100 % richtig zu machen, getreu dem DIR Prinzip: Do it right, or don't do it at all!

Die Ausbildung war ausgezeichnet und kann allen ambitionierten Tauchern nur wärmstens empfohlen werden.

Weitere Informationen zu den GUE-Kursen, den Teilnahmevoraussetzungen und den Kursinhalten finden sich unter www.gue.com, www.fifthd.com

Besonderer Dank gebührt an dieser Stelle Kresimir und seinen Eltern, die uns sehr herzlich auf Pag begrüßten und uns den Aufenthalt äußerst angenehm gemacht haben.


Infos

Wie wird der Tauchgang am nächsten Wochenende? Aktuelle Sichtweiten aus hiesigen Gewässern und der ganzen Welt gibts in unseren Sichtweiten-Seiten! Natürlich kannst Du auch Deine Erfahrungen nach einem Tauchgang einpflegen und somit anderen Tauchern helfen!


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