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Onlinemagazin - 22. Ausgabe - Tauch-Erlebnis Búzios




 Geschrieben von Holger und Hartmut

Búzios . . . , noch nie gehört!

Wenn Jacques Cousteau es geliebt, und wenn Brigit Bardot es für ihn entdeckt hatte, dann kann es wohl kaum unbedeutend sein :-). Aber warum in Deutschland völlig unbekannt? Die Antwort fanden wir nicht. Aber viele Gründe, dorthin zurückzukehren! Dass Brasilien exotisch und interessant sei, hatten wir gehört. Fernando de Noronha war auch uns ein Begriff. Aber Búzios? Ausgesprochen wie "B u s i u s", ist es Brasiliens drittbestes Tauchgebiet an einer immerhin ca. 7.500 km langen Atlantik-Küste! Und gleich die nächste Überraschung vorweg: Land, Ort, Tauchgebiet und Unterkunft, vor allem aber die Begegnung mit Brasilianern, erwiesen sich als die absolut harmonische Komposition eines sportlich geprägten Wohlfühl-Urlaubs.

Die versteckte Halbinsel Búzios mit dem gleichnamigen, romantischen Fischerdorf erreichen wir in knapp zwei Autostunden östlich des Flughafens Rio de Janeiro. Schon die ersten Kilometer volles Rio-mit-Zuckerhut-Panorama verschlagen uns die Sprache. In 70 m Höhe überqueren wir eine der schönsten Meeresbuchten der Welt, rundum Berge und Schiffe. Dann ein paar Kilometer Allgäu mit Kühen, dann Apfelsinen- und Bananen-Plantagen, dann Windmühlen, Salinen und weiße Strände . . . ..

Nun erleben wir Búzios als Leckerbissen für Taucher und andere Individualisten, die unter und über Wasser schon viel von unserem Planeten gesehen haben. Búzios ist gepflegt, idyllisch, mit vielen schönen Stränden und etwas Südsee- Flair. Perfekt für Taucher, die auch an Land mehr als Sonne und weiße Strände genießen möchten. Von vielen hochgelegenen Punkten in und um Búzios beobachtet man Schildkröten im Meer.

Und dann Rio, die schönste Stadt der Welt, als nahes Ausflugsziel - nicht schlecht!

Tauchen

Búzios verfügt über zwei Tauchbasen auf gutem, internationalen Niveau, von der Ausstattung der Basis bis zum Boot: PADI-Resort MAR AZUL, (PADI Instructor Santiago Asselborn) und CASAMAR. Beide Basen bieten reichhaltige und komplette Leih-Ausrüstung an, so dass das Mitbringen eigener Ausrüstung nicht unbedingt notwendig ist. Briefing auf Englisch ist bei Bedarf selbstverständlich. Tauchen mit NITROX und entsprechende Ausbildung werden ebenfalls angeboten.

Auch in Arraial do Cabo, ca. 45 Autominuten südlich von Búzios, waren wir mit zwei Tauchbasen, nämlich MR. DIVER und ARRAIAL SUB, sehr zufrieden. Im internationalen Vergleich sind die Preise im Tauchgebiet Búzios z.Zt. äusserst günstig. Wir haben bei eigener Ausrüstung für zwei (!) Tauchgänge inkl. Bootsfahrt ca. 25 EURO bezahlt. Bei Ausleihen der gesamten Ausrüstung kostet ein kompletter Tauch-Tag max. ca. 35 Euro.

In ca. 50 Bootsminuten östlich des kleinen Hafens von Búzios wird mit Ausblick auf einige kleine Strände und auf die wunderschöne Landschaft der Halbinsel Búzios die Taucher-Insel namens "Ilha Âncora" angefahren. Die Tauchgebiete mit sehr interessanter, felsiger Topographie liegen windgeschützt im Norden dieser Insel. Es gibt Felsformationen mit z.T. 10 m hohen Wänden, bei denen auch kleine Höhlentauchgänge möglich sind. Der Bewuchs ist relativ üppig: z. B. Weichkorallen, Haarsterne, Gorgonen, etwas Korallen etc.

Die Fauna ist artenreich: z. B. Schildkröten, Kaiserfische, Honeycom-Cowfish, Snapper, Skorpionfische, Steinfische, Barsche, große Stachel- und Adler- Rochen, Moränen, Doraden, Nacktschnecken u. v. m.

Bei der Bootsfahrt trifft man häufig auf große Delphinschulen und auf Wale. Besonders fasziniert waren wir, als plötzlich ein halbes Dutzend Orcas unser Boot begleitete. Die Wassertemperaturen liegen zwischen 18 und 25 Grad Celsius. Im brasilianischen Herbst/Winter (April -September) leicht höher als im Sommer (Dezember-März). Sichtweiten: bis 25 m, nur selten unter 10 m. Nach Arraial do Cabo fahren wir über eine malerische Brücke des historischen Nachbarorts Cabo Frio, vorbei an großflächig angelegten Salinen, einem traumhaften, einsamen und kilometerlangen Sandstrand mit einer super Brandung, sowie mitten durch eine haushohe, weiße Wanderdüne

Die Bootsanfahrt von ca. 20 min. entspricht etwa der in Buzios. Obwohl wir Gegenteiliges gehört hatten, gewannen wir von der Ilha Âncora vor Búzios den besseren Eindruck. Ein Highlight in Arraial do Cabo sind jedoch Seepferdchen. Allgemeiner Eindruck zum Tauchgebiet Buzios/Arraial do Cabo Abgesehen von Korallenriffen und großen Schwämmen kommt dieses Tauchgebiet der Karibik schon nahe. Bemerkenswert und sehr wohltuend: 1. Da El Niño seinen Ursprung nicht an diesen Küsten hat, blieb die Unterwasser-Vegetation von den verheerenden Folgen verschont. 2. Im Vergleich zu den Malediven mit ca. 50.000 Tauchern im Jahr (Treffen unter Wasser eher möglich als über Wasser) ist Búzios nahezu ursprünglich geblieben. 3. Die brasilianische Regierung betreibt seit Jahren eine emotionalisierte und daher sehr erfolgreiche Aufklärung in Kindergärten (!) und Grundschulen, wodurch ein spürbar neues Umweltbewusstsein entstand. Inzwischen scheinen Schildkröten in Brasilien so heilig zu sein wie Kühe in Indien.

Über den Ort Búzios

Über zwanzig z.T. herrliche und romantische Strände rund um die hügelige Halbinsel, ein originelles Fischer-"Dorf" ohne eine einzige Hotelburg. Internationale Gastronomie, kein einziges Haus höher als zwei Etagen, keine Ampel, nur eine Hauptstrasse. Die ca. zehntausend Einwohner verteilen sich fast unsichtbar auf 70 qkm, was den "Dorf"-Charakter erhält. Brasiliens bester Golfplatz! Reichhaltige, subtropische Vegetation. Fisch und Meeresfrüchte unbegrenzt. Keine Strassen-Kriminalität. "Seit Brigit", der man sogar ein Denkmal setzte, wurde Búzios zu Brasiliens Top- Badeort. Die beautiful people aus den Metropolen kommen an Wochenenden, um sich zwei Tage an den traumhaften Stränden und eine Nacht auf der originellen Flaniermeile "Rua das Pedras" zu treffen. Dort ist Nightlife ohne Nepp. Búzios sei das "Saint Tropez der goldenen 50er" erklärten uns französische Freunde.

Klima:

ganzjährig mit Brise. 220 Sonnentage pro Jahr. Im Sommer (Dezember bis März) tagsüber selten über 33 Grad C, nachts selten unter 22 Grad C. Im Winter (Juni bis August) bis zu 30, bzw. nachts 15 bis 18 Grad C. Im August/September häufig die von Windsurf-Profis heißbegehrten, starken Ostwinde. Wenn "El Niño" keine Streiche spielt, findet die Regenzeit im Oktober statt. Sie fällt aber auch schon mal aus.

Kleidung:

fast das ganze Jahr über leger und leicht, am besten in Shorts und Sandalen. Auch in den besseren Lokalen fühlt man sich abends in Jeans und Sporthemd angemessen gekleidet.

Die ärztliche Versorgung ist gut.

Schutzimpfungen sind nicht erforderlich. Ab Einbruch der Dunkelheit häufig Stechmücken. Außer Sonnenschutzcreme sollte also auch Autan im Gepäck sein. Aber man bekommt Beides auch in Búzios an jeder Ecke. Nachts erwehrt man sich der Viecher auch wirkungsvoll durch Ventilator oder Moskitonetz, die zu jedem Zimmer-Standard gehören.

Sprache:

das brasilianische Portugiesisch hört sich in den ersten Tagen wie französisch ausgesprochenes Spanisch an. Ein paar Spanisch-Kenntnisse wären auch deswegen hilfreich, weil erstaunlich wenige "Buzianos" Englisch sprechen. Aber sie sind umwerfend höflich und geduldig. Wir führten herrliche Dialoge, jeder in seiner Muttersprache. Die traditionell wichtigsten, ausländischen Búzios-Besucher sind Argentinier und Chilenen. Darauf sind Restaurants und Läden sprachlich eingestellt. Wir trafen nur wenige Deutsche und Amerikaner.

Unterbringung:

Zusätzlich zu herrlichen Wochenend-Villen an den Stränden gibt es an den Berghängen und im Ortszentrum zahlreiche, z.T. sehr idyllische Hotels und Pousadas (Mini-Hotels) aller Preisklassen. In ruhiger, windgeschützter Lage in Manguinhos, der längsten Bucht im Norden der Halbinsel, liegt "unsere" Villa direkt am Meer, die wir durch Empfehlung von Freunden gefunden hatten: www.brasilien-geheimtipp.de

Es ist das einem dort lebenden Deutschen gehörende Anwesen "Três Marias" mit drei komfortablen Zimmern. Das Haus ist großzügig, ohne hotelmäßigen "Standard-Luxus", und hat eine wohltuende Atmosphäre. Freundliches Personal verwöhnte uns zwei Wochen lang. Und brasilianische Geschichte, Kultur, Politik, Wirtschaft . . . und erst recht Mentalität und Sprache brachte uns der Gastgeber ganz nebenbei schnell näher.

Der 8 km lange Strand von Manguinhos ist für Fischfang, Segel- Weltmeisterschaften und atemberaubende Sonnenuntergänge bekannt. Als Brasiliens Windsurfer- Eldorado ist er regelrecht berühmt. Im Umkreis von 500 Metern erreicht man Restaurants, Supermarkt, Apotheke, Frisör usw., sowie über den Strand auch eine traditionsreiche Fischerkolonie. Dort kann man in einem lockeren Ambiente die Fischer bei ihren "Sunset-Caipirinhas" begleiten. Drei Fußminuten sind es zur Bushaltestelle. In weniger als zehn Minuten fährt man fast rund um die Uhr für ca. 0,50 Euro ins Ortszentrum, sowie in 40 Minuten nach Cabo Frio. Und mit sehr bequemen Bussen der Gesellschaft "1001" sieben Mal am Tag in knapp drei Stunden für ca. 6 Euro mitten ins Stadtzentrum von Rio! Wofür wir keine Zeit fanden! Um Rio nicht zu "verpassen", mussten wir kurzentschlossen noch zwei Tage anhängen.

Kosten:

Für den Linienflug, nonstop ab Frankfurt in ca. elf Stunden nach Rio (Varig) oder São Paulo (Lufthansa), zahlt man ca. 680 Euro, in der Hochsaison (Juli/Aug und Dez. - Feb.) ca. 900 Euro. Der Transfer von Rio nach Búzios kostet in einem bequemen PKW (max. 3 Personen) etwa 80 Euro pro Fahrt. Für etwa 20 Euro pro Tag mietet man sich den für Búzios typischen "Buggy", mit dem man auch alle Buchten und Strände auf angenehme Art erkunden kann. Ein internationaler Führerschein ist nicht erforderlich. Gepflegte Doppel- oder Dreibettzimmer findet man z.B. auch bei "Três Marias" ab ca. 75 Euro pro Tag und pro Zimmer, inkl. Frühstück. Als Taucher aus der Heimat bekamen wir einen Sonderpreis, und der deutsche Inhaber organisierte unsere Flüge, Transfers, Tauchgänge und den Rio-Aufenthalt mit allem drum und dran sogar gleich mit. Das Preisniveau in Top-Restaurants und Bars entspricht etwa dem deutscher Grosstädte. Dagegen sind einfache Lokale ebenso wie die meisten Waren und Dienstleistungen des täglichen Bedarfs z.T. erheblich preiswerter als in Deutschland.

Euro können überall getauscht werden. Das gängigste Zahlungsmittel ist die Kreditkarte (VISA und MASTERCARD).

Ab Köln hat uns diese Reise mit zwei Wochen Búzios + zwei Tage Rio, alles inklusive mit ca. zwanzig Tauchgängen, keine 2.000 Euro pro Nase gekostet.

Fazit:

Hoher Wohlfühl-Faktor. Auch abgesehen vom Tauchen bietet das kleine Paradies Búzios gepflegte und abwechslungsreiche Erholung. Ort und Unterkunft sehr empfehlenswert auch für Singles -natürlich auch für Kinder- und für Taucher in Begleitung von Nichttauchern. In mancher Hinsicht eine Wohltat im Vergleich zu den weltberühmten Tauchgebieten anderswo, denn in Búzios trifft man weder Touristen- noch Taucher-Massen, sondern sympathische Einheimische . . . wenn man möchte. Und man wird mögen!

Taucher-Tipp: Lernen im Urlaub - entspannend und ein Vergnügen!

Inzwischen waren Holger Petroschka und Hartmut Schruff aus Köln mehrmals in Búzios, und wurden schon richtig heimisch dort. Sie prüften alles auf Herz und Nieren, und Hartmut machte zu dem Zweck bei MAR AZUL gleich seinen PADI Assistant Instructor. Nun wird er Tauchreisen für deutsche Interessenten organisieren. Vor Ort können neben gemeinsamen Tauchgängen dann auch die meisten Tauchausbildungen in Zusammenarbeit mit den lokalen Tauchbasen angeboten werden: vom Open Water Diver (für noch Nicht-Taucher) über Specialities bis zum Assistant Instructor. Auch Unterwasser-Fotografie wird von Hartmut und den Tauchbasen angeboten. Kameras können vor Ort ausgeliehen werden. Für weitere Auskünfte bitte Email an: H.Schruff@t-online.de

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