Búzios . . . , noch nie gehört!
Wenn Jacques Cousteau es geliebt, und wenn Brigit Bardot es für
ihn entdeckt hatte, dann kann es wohl kaum unbedeutend sein :-). Aber warum in Deutschland
völlig unbekannt? Die Antwort fanden wir nicht. Aber viele Gründe,
dorthin zurückzukehren! Dass Brasilien exotisch und interessant sei,
hatten wir gehört. Fernando de Noronha war auch uns ein Begriff. Aber
Búzios? Ausgesprochen wie "B u s i u s", ist es Brasiliens
drittbestes Tauchgebiet an einer immerhin ca. 7.500 km langen Atlantik-Küste!
Und gleich die nächste Überraschung vorweg: Land, Ort, Tauchgebiet
und Unterkunft, vor allem aber die Begegnung mit Brasilianern, erwiesen
sich als die absolut harmonische Komposition eines sportlich geprägten
Wohlfühl-Urlaubs.

Die versteckte Halbinsel Búzios mit dem gleichnamigen, romantischen
Fischerdorf erreichen wir in knapp zwei Autostunden östlich des Flughafens
Rio de Janeiro. Schon die ersten Kilometer volles Rio-mit-Zuckerhut-Panorama
verschlagen uns die Sprache. In 70 m Höhe überqueren wir eine
der schönsten Meeresbuchten der Welt, rundum Berge und Schiffe. Dann
ein paar Kilometer Allgäu mit Kühen, dann Apfelsinen- und Bananen-Plantagen,
dann Windmühlen, Salinen und weiße Strände . . . ..
Nun erleben wir Búzios als Leckerbissen für Taucher und
andere Individualisten, die unter und über Wasser schon viel von unserem
Planeten gesehen haben. Búzios ist gepflegt, idyllisch, mit vielen
schönen Stränden und etwas Südsee- Flair. Perfekt für
Taucher, die auch an Land mehr als Sonne und weiße Strände genießen
möchten. Von vielen hochgelegenen Punkten in und um Búzios
beobachtet man Schildkröten im Meer.
Und dann Rio, die schönste Stadt der Welt, als nahes Ausflugsziel
- nicht schlecht!
Tauchen

Búzios verfügt über zwei Tauchbasen auf gutem, internationalen
Niveau, von der Ausstattung der Basis bis zum Boot: PADI-Resort MAR AZUL,
(PADI Instructor Santiago Asselborn) und CASAMAR. Beide Basen bieten reichhaltige
und komplette Leih-Ausrüstung an, so dass das Mitbringen eigener Ausrüstung
nicht unbedingt notwendig ist. Briefing auf Englisch ist bei Bedarf selbstverständlich.
Tauchen mit NITROX und entsprechende Ausbildung werden ebenfalls angeboten.
Auch in Arraial do Cabo, ca. 45 Autominuten südlich von Búzios,
waren wir mit zwei Tauchbasen, nämlich MR. DIVER und ARRAIAL SUB,
sehr zufrieden. Im internationalen Vergleich sind die Preise im Tauchgebiet
Búzios z.Zt. äusserst günstig. Wir haben bei eigener Ausrüstung
für zwei (!) Tauchgänge inkl. Bootsfahrt ca. 25 EURO bezahlt.
Bei Ausleihen der gesamten Ausrüstung kostet ein kompletter Tauch-Tag
max. ca. 35 Euro.
In ca. 50 Bootsminuten östlich des kleinen Hafens von Búzios
wird mit Ausblick auf einige kleine Strände und auf die wunderschöne
Landschaft der Halbinsel Búzios die Taucher-Insel namens "Ilha
Âncora" angefahren. Die Tauchgebiete mit sehr interessanter,
felsiger Topographie liegen windgeschützt im Norden dieser Insel.
Es gibt Felsformationen mit z.T. 10 m hohen Wänden, bei denen auch
kleine Höhlentauchgänge möglich sind. Der Bewuchs ist relativ
üppig: z. B. Weichkorallen, Haarsterne, Gorgonen, etwas Korallen etc.
Die Fauna ist artenreich: z. B. Schildkröten, Kaiserfische, Honeycom-Cowfish,
Snapper, Skorpionfische, Steinfische, Barsche, große Stachel- und Adler-
Rochen, Moränen, Doraden, Nacktschnecken u. v. m.

Bei der Bootsfahrt trifft man häufig auf große Delphinschulen
und auf Wale. Besonders fasziniert waren wir, als plötzlich ein halbes
Dutzend Orcas unser Boot begleitete. Die Wassertemperaturen liegen zwischen
18 und 25 Grad Celsius. Im brasilianischen Herbst/Winter (April -September)
leicht höher als im Sommer (Dezember-März). Sichtweiten: bis
25 m, nur selten unter 10 m. Nach Arraial do Cabo fahren wir über
eine malerische Brücke des historischen Nachbarorts Cabo Frio, vorbei
an großflächig angelegten Salinen, einem traumhaften, einsamen und
kilometerlangen Sandstrand mit einer super Brandung, sowie mitten durch
eine haushohe, weiße Wanderdüne

Die Bootsanfahrt von ca. 20 min. entspricht etwa der in Buzios. Obwohl
wir Gegenteiliges gehört hatten, gewannen wir von der Ilha Âncora
vor Búzios den besseren Eindruck. Ein Highlight in Arraial do Cabo
sind jedoch Seepferdchen. Allgemeiner Eindruck zum Tauchgebiet Buzios/Arraial
do Cabo Abgesehen von Korallenriffen und großen Schwämmen kommt dieses
Tauchgebiet der Karibik schon nahe. Bemerkenswert und sehr wohltuend: 1.
Da El Niño seinen Ursprung nicht an diesen Küsten hat, blieb
die Unterwasser-Vegetation von den verheerenden Folgen verschont. 2. Im
Vergleich zu den Malediven mit ca. 50.000 Tauchern im Jahr (Treffen unter
Wasser eher möglich als über Wasser) ist Búzios nahezu
ursprünglich geblieben. 3. Die brasilianische Regierung betreibt seit
Jahren eine emotionalisierte und daher sehr erfolgreiche Aufklärung
in Kindergärten (!) und Grundschulen, wodurch ein spürbar neues
Umweltbewusstsein entstand. Inzwischen scheinen Schildkröten in Brasilien
so heilig zu sein wie Kühe in Indien.
Über den Ort Búzios

Über zwanzig z.T. herrliche und romantische Strände rund um
die hügelige Halbinsel, ein originelles Fischer-"Dorf" ohne
eine einzige Hotelburg. Internationale Gastronomie, kein einziges Haus
höher als zwei Etagen, keine Ampel, nur eine Hauptstrasse. Die ca.
zehntausend Einwohner verteilen sich fast unsichtbar auf 70 qkm, was den
"Dorf"-Charakter erhält. Brasiliens bester Golfplatz! Reichhaltige,
subtropische Vegetation. Fisch und Meeresfrüchte unbegrenzt. Keine
Strassen-Kriminalität. "Seit Brigit", der man sogar ein
Denkmal setzte, wurde Búzios zu Brasiliens Top- Badeort. Die beautiful
people aus den Metropolen kommen an Wochenenden, um sich zwei Tage an den
traumhaften Stränden und eine Nacht auf der originellen Flaniermeile
"Rua das Pedras" zu treffen. Dort ist Nightlife ohne Nepp. Búzios
sei das "Saint Tropez der goldenen 50er" erklärten uns
französische Freunde.
Klima:

ganzjährig mit Brise. 220 Sonnentage pro Jahr. Im Sommer (Dezember
bis März) tagsüber selten über 33 Grad C, nachts selten
unter 22 Grad C. Im Winter (Juni bis August) bis zu 30, bzw. nachts 15
bis 18 Grad C. Im August/September häufig die von Windsurf-Profis
heißbegehrten, starken Ostwinde. Wenn "El Niño" keine
Streiche spielt, findet die Regenzeit im Oktober statt. Sie fällt
aber auch schon mal aus.
Kleidung:
fast das ganze Jahr über leger und leicht, am besten in Shorts
und Sandalen. Auch in den besseren Lokalen fühlt man sich abends in
Jeans und Sporthemd angemessen gekleidet.
Die ärztliche Versorgung ist gut.
Schutzimpfungen sind nicht erforderlich. Ab Einbruch der Dunkelheit
häufig Stechmücken. Außer Sonnenschutzcreme sollte also auch
Autan im Gepäck sein. Aber man bekommt Beides auch in Búzios
an jeder Ecke. Nachts erwehrt man sich der Viecher auch wirkungsvoll durch
Ventilator oder Moskitonetz, die zu jedem Zimmer-Standard gehören.
Sprache:
das brasilianische Portugiesisch hört sich in den ersten Tagen
wie französisch ausgesprochenes Spanisch an. Ein paar Spanisch-Kenntnisse
wären auch deswegen hilfreich, weil erstaunlich wenige "Buzianos"
Englisch sprechen. Aber sie sind umwerfend höflich und geduldig. Wir
führten herrliche Dialoge, jeder in seiner Muttersprache. Die traditionell
wichtigsten, ausländischen Búzios-Besucher sind Argentinier
und Chilenen. Darauf sind Restaurants und Läden sprachlich eingestellt.
Wir trafen nur wenige Deutsche und Amerikaner.
Unterbringung:
Zusätzlich zu herrlichen Wochenend-Villen an den Stränden gibt es an den
Berghängen und im Ortszentrum zahlreiche, z.T. sehr idyllische Hotels
und Pousadas (Mini-Hotels) aller Preisklassen. In ruhiger, windgeschützter
Lage in Manguinhos, der längsten Bucht im Norden der Halbinsel, liegt
"unsere" Villa direkt am Meer, die wir durch Empfehlung von Freunden
gefunden hatten: www.brasilien-geheimtipp.de

Es ist das einem dort lebenden Deutschen gehörende Anwesen "Três
Marias" mit drei komfortablen Zimmern. Das Haus ist großzügig,
ohne hotelmäßigen "Standard-Luxus", und hat eine wohltuende
Atmosphäre. Freundliches Personal verwöhnte uns zwei Wochen lang.
Und brasilianische Geschichte, Kultur, Politik, Wirtschaft . . . und erst
recht Mentalität und Sprache brachte uns der Gastgeber ganz nebenbei
schnell näher.

Der 8 km lange Strand von Manguinhos ist für Fischfang, Segel-
Weltmeisterschaften und atemberaubende Sonnenuntergänge bekannt. Als
Brasiliens Windsurfer- Eldorado ist er regelrecht berühmt. Im Umkreis
von 500 Metern erreicht man Restaurants, Supermarkt, Apotheke, Frisör
usw., sowie über den Strand auch eine traditionsreiche Fischerkolonie.
Dort kann man in einem lockeren Ambiente die Fischer bei ihren "Sunset-Caipirinhas"
begleiten. Drei Fußminuten sind es zur Bushaltestelle. In weniger als
zehn Minuten fährt man fast rund um die Uhr für ca. 0,50 Euro
ins Ortszentrum, sowie in 40 Minuten nach Cabo Frio. Und mit sehr bequemen
Bussen der Gesellschaft "1001" sieben Mal am Tag in knapp drei
Stunden für ca. 6 Euro mitten ins Stadtzentrum von Rio! Wofür
wir keine Zeit fanden! Um Rio nicht zu "verpassen", mussten wir
kurzentschlossen noch zwei Tage anhängen.
Kosten:

Für den Linienflug, nonstop ab Frankfurt in ca. elf Stunden nach
Rio (Varig) oder São Paulo (Lufthansa), zahlt man ca. 680 Euro,
in der Hochsaison (Juli/Aug und Dez. - Feb.) ca. 900 Euro. Der Transfer
von Rio nach Búzios kostet in einem bequemen PKW (max. 3 Personen)
etwa 80 Euro pro Fahrt. Für etwa 20 Euro pro Tag mietet man sich den
für Búzios typischen "Buggy", mit dem man auch alle
Buchten und Strände auf angenehme Art erkunden kann. Ein internationaler
Führerschein ist nicht erforderlich. Gepflegte Doppel- oder Dreibettzimmer
findet man z.B. auch bei "Três Marias" ab ca. 75 Euro pro
Tag und pro Zimmer, inkl. Frühstück. Als Taucher aus der Heimat
bekamen wir einen Sonderpreis, und der deutsche Inhaber organisierte unsere
Flüge, Transfers, Tauchgänge und den Rio-Aufenthalt mit allem
drum und dran sogar gleich mit. Das Preisniveau in Top-Restaurants und
Bars entspricht etwa dem deutscher Grosstädte. Dagegen sind einfache
Lokale ebenso wie die meisten Waren und Dienstleistungen des täglichen
Bedarfs z.T. erheblich preiswerter als in Deutschland.
Euro können überall getauscht werden. Das gängigste Zahlungsmittel
ist die Kreditkarte (VISA und MASTERCARD).
Ab Köln hat uns diese Reise mit zwei Wochen Búzios + zwei
Tage Rio, alles inklusive mit ca. zwanzig Tauchgängen, keine 2.000
Euro pro Nase gekostet.
Fazit:
Hoher Wohlfühl-Faktor. Auch abgesehen vom Tauchen bietet das kleine
Paradies Búzios gepflegte und abwechslungsreiche Erholung. Ort und
Unterkunft sehr empfehlenswert auch für Singles -natürlich auch
für Kinder- und für Taucher in Begleitung von Nichttauchern.
In mancher Hinsicht eine Wohltat im Vergleich zu den weltberühmten
Tauchgebieten anderswo, denn in Búzios trifft man weder Touristen-
noch Taucher-Massen, sondern sympathische Einheimische . . . wenn man möchte.
Und man wird mögen!
Taucher-Tipp: Lernen im Urlaub - entspannend und ein Vergnügen!

Inzwischen waren Holger Petroschka und Hartmut Schruff aus Köln
mehrmals in Búzios, und wurden schon richtig heimisch dort. Sie
prüften alles auf Herz und Nieren, und Hartmut machte zu dem Zweck
bei MAR AZUL gleich seinen PADI Assistant Instructor. Nun wird er Tauchreisen
für deutsche Interessenten organisieren. Vor Ort können neben
gemeinsamen Tauchgängen dann auch die meisten Tauchausbildungen in
Zusammenarbeit mit den lokalen Tauchbasen angeboten werden: vom Open Water
Diver (für noch Nicht-Taucher) über Specialities bis zum Assistant
Instructor. Auch Unterwasser-Fotografie wird von Hartmut und den Tauchbasen
angeboten. Kameras können vor Ort ausgeliehen werden. Für weitere
Auskünfte bitte Email an: H.Schruff@t-online.de
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