Einführung
Als Pressluftjünger geht der erste Blick, nachdem man seine Tauchflasche
nach dem Füllen aus dem Tauchladen zurückbekommt, meist zum Finimeter.
Wieviel Druck ist drin? Für Anhänger angereicherter Gasgemische
oder Tek-Taucher geht der Blick meist zuerst auf die Anzeige Ihrer Sauerstoffmessgeräte,
um zu sehen ob die bestellte, oder gemischte Füllung, auch den erwarteten
Anteil an Sauerstoff aufweist. Doch im Gegensatz zum Presslufttaucher,
der am volumenmäßigen Inhalt interessiert ist, geht es für
den Nitrox-Jünger darum, ob es auch der richtige Inhalt ist. Denn
im Vergleich zu Pressluft bieten sauerstoffangereicherte Gasgemische Vorteile
in Bezug auf Nullzeit und Reduzierung des Risikos der Dekompressionskrankheit,
bergen aber den Nachteil, dass ein Atmen des Gemisches in der falschen
Tiefe aufgrund des zu hohen Sauerstoffpartialdrucks zu tödlichen Folgen
führen kann. Ab einem Sauerstoffpartialdruck von 1,6 bar nimmt nämlich
das Risiko Krampfanfälle zu erleiden deutlich zu. Diese Krampfanfälle
enden unter Wasser nicht selten tödlich, weil der Taucher nicht mehr in der Lage ist, seine Lungenautomaten im Mund zu behalten.

Bild 1: Der OxySpy - das Designerstück unter den Sauerstoffmessgeräten
Um dies zu verhindern müssen Nitrox-Gemische bei Abholung von der
Füllstation vom Benutzer (Taucher) überprüft und die Überprüfung
in ein Protokoll des Tauchshops eingetragen werden. Auch vor dem eigentlichen
Tauchgang ist das Gemisch nochmals zu prüfen, um sicherzustellen,
dass nicht doch bei der ersten Messung im Laden ein Fehler aufgetreten
ist. Erst nach diesen Prüfungen geht es ab in die Fluten.
Für all diese Messungen setzen Taucher auf Sauerstoffmessgeräte.
Eines dieser Geräte haben wir im Rahmen eines Tests näher unter
die Lupe genommen, das OxySpy der Firma Dynatron AG.
Erster Blick
Vergleicht man das OxySpy mit vielen anderen Sauerstoffmessgeräten
so fällt einem sofort auf, dass es zur Messung keiner weiteren Adapter
für die verschiedenen Flaschenanschlüsse (DIN, ¾ Zoll)
benötigt und es sich eigentlich nur um ein einziges Gerät handelt.
Aus Designgesichtspunkten verdient es auf jeden Fall gegenüber seinen
Konkurrenten den ersten Platz. Wie aber ist nun die Bedienung und die Qualität?

Abbildung 2: Luxuriös die Verpackung, einfache Bedienung, vorbildlich
die Bedienungsanleitung - was will man mehr.
Grundsätzlich besteht das OxySpy aus der Entnahmeeinheit am unteren
Ende des "Knochens". Diese entspricht einer Röhre an deren
Ende gummiartige "Trichter" den Anschluss an jede Flasche ermöglichen.
Darüber folgt ein Griff in dem sich der Sauerstoffsensor, die Stromversorgung
und die Elektronik befindet. Am oberen Ende findet sich ein übersichtliches
Display, sowie ein einziger Knopf für alle Bedienfunktionen. Das Display
zeigt den Sauerstoffgehalt in % mit einer Dezimalstelle an. Die Verarbeitung
ist sehr gut. Besonders hervorzuheben ist die Verpackung des Geräts.
Da Sauerstoffmessgeräte nicht unbedingt positiv auf Schmutz, Staub
und Schlag- oder Falleinwirkung reagieren, und preislich auch nicht zu
den billigsten Cent-Artikeln zu rechnen sind, sollten sie gut geschützt
werden können. Mit der Tasche in der das OxySpy geliefert wird, ist
dies mehr als sichergestellt. Eigentlich könnte man schon von Luxusausführung
sprechen. Neben dem OxySpy befindet sich ein Schraubenzieher, der Sauerstoffsensor
sowie die Batterie im Lieferumfang. Vor dem aller ersten Einsatz muss das
OxySpy zwar vom Benutzer selbst fertig zusammengebaut werden, was aber
aufgrund der sehr guten Bedienungsanleitung eigentlich kein Problem sein
sollte. Und wie gesagt, das Werkzeug ist auch schon dabei. Ist das gute
Stück fertig zusammengeschraubt kann es ans Messen gehen.
Hierzu muss das Gerät aber zuerst kalibriert werden. Die Kalibrierung
kann mit normaler Luft oder Reinsauerstoff erfolgen. Zur Kalibrierung reicht
es den Bedienknopf solange zu drücken bis in der Anzeige "cal"
erscheint. Daraufhin bewegt man das Gerät ca. 30 Sekunden leicht hin
und her um eine "Spülung" des Messrohres mit Luft sicherzustellen.
Ist der Kalibrierungsvorgang abgeschlossen wird der aktuelle Wert der Luft
(20,9% O2) angezeigt und es kann mit dem eigentlich Messvorgang begonnen
werden.

Abbildung 3: Nach der Kalibrierung
Hierzu wird ein Ende des unteren Messrohres gegen das Flaschenventil
gedrückt. Durch seine Gummierung und den konischen Verlauf, dichtet
diese Verbindung sehr gut ab. Darauf hin wird mit der anderen Hand das
Flaschenventil leicht geöffnet. Nun strömt das Gasgemisch durch
das Messrohr und der Sauerstoffmesser beginnt zu arbeiten.

Abbildung 4: Der Anschlussstutzen - "ventilneutral"

Abbildung 5: Der Messvorgang
Dies sieht man an der steigenden Anzeige des O2-Gehalts. Verändert
sich die Anzeige nicht mehr, kann der gemessene Wert durch einmaliges Drücken
des Bedienknopfes "fixiert" werden. Dies beugt dem Aspekt vor,
dass man gerade nach der Messung sicher ist was der gemessene Wert war.
Bei anderen Messgeräten hört man ab und zu kurz nach der Messung,
"waren das jetzt 32,5 oder 31,5%"? Dies erleichtert die Fixierfunktion
deutlich. Ist die Messung abgeschlossen wird das Flaschenventil geschlossen.
Das wars!

Abbildung 6: Nach dem Messvorgang
Der OxySpy muss nicht extra ausgeschaltet werden, sondern tut dies selbständig
nach 30 Sekunden ohne Benutzung. Die Batterie dankt es.
Fazit
Der OxySpy ist ein Sauerstoffmessgerät wie es sein sollte. Einfach
zu bedienen, Fehler können nahezu nicht gemacht werden, die Bedienungsanleitung
ist vorbildlich und durch den Preis von 320 Euro auch noch aus dem Gesichtspunkt
Preis-/ Leistung zu empfehlen. Einziger Nachteil ist, dass das Meßröhrchen
wie bei anderen Produkten keine Flussbegrenzung des ausströmenden
Gases bietet. Dreht man also zu heftig auf, geht auch mehr Gas verloren.
Hier wäre der einzige Punkt an dem der Hersteller noch nachbessern
könnte.
Weitere Informationen:
Der Preis für einen neuen Ersatz-O2-Sensor beträgt 74,60 Euro.
Die Ersatzbatterie liegt bei 5,80 Euro. Weitere Informationen finden sich
auf der Website des deutschen Importeurs www.aqualung.de.
Weitere Informationen zum Thema Nitrox und Ausbildung dazu finden sich
unter
http://www.taucher.net/redaktion/4/show.html?topic=1
http://www.taucher.net/redaktion/8/show.html?topic=7
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