OxySpy - Drum prüfe wer mit Nitrox taucht

 Geschrieben von Ralf

Einführung

Als Pressluftjünger geht der erste Blick, nachdem man seine Tauchflasche nach dem Füllen aus dem Tauchladen zurückbekommt, meist zum Finimeter. Wieviel Druck ist drin? Für Anhänger angereicherter Gasgemische oder Tek-Taucher geht der Blick meist zuerst auf die Anzeige Ihrer Sauerstoffmessgeräte, um zu sehen ob die bestellte, oder gemischte Füllung, auch den erwarteten Anteil an Sauerstoff aufweist. Doch im Gegensatz zum Presslufttaucher, der am volumenmäßigen Inhalt interessiert ist, geht es für den Nitrox-Jünger darum, ob es auch der richtige Inhalt ist. Denn im Vergleich zu Pressluft bieten sauerstoffangereicherte Gasgemische Vorteile in Bezug auf Nullzeit und Reduzierung des Risikos der Dekompressionskrankheit, bergen aber den Nachteil, dass ein Atmen des Gemisches in der falschen Tiefe aufgrund des zu hohen Sauerstoffpartialdrucks zu tödlichen Folgen führen kann. Ab einem Sauerstoffpartialdruck von 1,6 bar nimmt nämlich das Risiko Krampfanfälle zu erleiden deutlich zu. Diese Krampfanfälle enden unter Wasser nicht selten tödlich, weil der Taucher nicht mehr in der Lage ist, seine Lungenautomaten im Mund zu behalten.


Bild 1: Der OxySpy - das Designerstück unter den Sauerstoffmessgeräten

Um dies zu verhindern müssen Nitrox-Gemische bei Abholung von der Füllstation vom Benutzer (Taucher) überprüft und die Überprüfung in ein Protokoll des Tauchshops eingetragen werden. Auch vor dem eigentlichen Tauchgang ist das Gemisch nochmals zu prüfen, um sicherzustellen, dass nicht doch bei der ersten Messung im Laden ein Fehler aufgetreten ist. Erst nach diesen Prüfungen geht es ab in die Fluten.

Für all diese Messungen setzen Taucher auf Sauerstoffmessgeräte. Eines dieser Geräte haben wir im Rahmen eines Tests näher unter die Lupe genommen, das OxySpy der Firma Dynatron AG.

Erster Blick

Vergleicht man das OxySpy mit vielen anderen Sauerstoffmessgeräten so fällt einem sofort auf, dass es zur Messung keiner weiteren Adapter für die verschiedenen Flaschenanschlüsse (DIN, ¾ Zoll) benötigt und es sich eigentlich nur um ein einziges Gerät handelt. Aus Designgesichtspunkten verdient es auf jeden Fall gegenüber seinen Konkurrenten den ersten Platz. Wie aber ist nun die Bedienung und die Qualität?


Abbildung 2: Luxuriös die Verpackung, einfache Bedienung, vorbildlich die Bedienungsanleitung - was will man mehr.

Grundsätzlich besteht das OxySpy aus der Entnahmeeinheit am unteren Ende des "Knochens". Diese entspricht einer Röhre an deren Ende gummiartige "Trichter" den Anschluss an jede Flasche ermöglichen. Darüber folgt ein Griff in dem sich der Sauerstoffsensor, die Stromversorgung und die Elektronik befindet. Am oberen Ende findet sich ein übersichtliches Display, sowie ein einziger Knopf für alle Bedienfunktionen. Das Display zeigt den Sauerstoffgehalt in % mit einer Dezimalstelle an. Die Verarbeitung ist sehr gut. Besonders hervorzuheben ist die Verpackung des Geräts. Da Sauerstoffmessgeräte nicht unbedingt positiv auf Schmutz, Staub und Schlag- oder Falleinwirkung reagieren, und preislich auch nicht zu den billigsten Cent-Artikeln zu rechnen sind, sollten sie gut geschützt werden können. Mit der Tasche in der das OxySpy geliefert wird, ist dies mehr als sichergestellt. Eigentlich könnte man schon von Luxusausführung sprechen. Neben dem OxySpy befindet sich ein Schraubenzieher, der Sauerstoffsensor sowie die Batterie im Lieferumfang. Vor dem aller ersten Einsatz muss das OxySpy zwar vom Benutzer selbst fertig zusammengebaut werden, was aber aufgrund der sehr guten Bedienungsanleitung eigentlich kein Problem sein sollte. Und wie gesagt, das Werkzeug ist auch schon dabei. Ist das gute Stück fertig zusammengeschraubt kann es ans Messen gehen.

Hierzu muss das Gerät aber zuerst kalibriert werden. Die Kalibrierung kann mit normaler Luft oder Reinsauerstoff erfolgen. Zur Kalibrierung reicht es den Bedienknopf solange zu drücken bis in der Anzeige "cal" erscheint. Daraufhin bewegt man das Gerät ca. 30 Sekunden leicht hin und her um eine "Spülung" des Messrohres mit Luft sicherzustellen. Ist der Kalibrierungsvorgang abgeschlossen wird der aktuelle Wert der Luft (20,9% O2) angezeigt und es kann mit dem eigentlich Messvorgang begonnen werden.


Abbildung 3: Nach der Kalibrierung

Hierzu wird ein Ende des unteren Messrohres gegen das Flaschenventil gedrückt. Durch seine Gummierung und den konischen Verlauf, dichtet diese Verbindung sehr gut ab. Darauf hin wird mit der anderen Hand das Flaschenventil leicht geöffnet. Nun strömt das Gasgemisch durch das Messrohr und der Sauerstoffmesser beginnt zu arbeiten.


Abbildung 4: Der Anschlussstutzen - "ventilneutral"


Abbildung 5: Der Messvorgang

Dies sieht man an der steigenden Anzeige des O2-Gehalts. Verändert sich die Anzeige nicht mehr, kann der gemessene Wert durch einmaliges Drücken des Bedienknopfes "fixiert" werden. Dies beugt dem Aspekt vor, dass man gerade nach der Messung sicher ist was der gemessene Wert war. Bei anderen Messgeräten hört man ab und zu kurz nach der Messung, "waren das jetzt 32,5 oder 31,5%"? Dies erleichtert die Fixierfunktion deutlich. Ist die Messung abgeschlossen wird das Flaschenventil geschlossen. Das wars!


Abbildung 6: Nach dem Messvorgang

Der OxySpy muss nicht extra ausgeschaltet werden, sondern tut dies selbständig nach 30 Sekunden ohne Benutzung. Die Batterie dankt es.

Fazit

Der OxySpy ist ein Sauerstoffmessgerät wie es sein sollte. Einfach zu bedienen, Fehler können nahezu nicht gemacht werden, die Bedienungsanleitung ist vorbildlich und durch den Preis von 320 Euro auch noch aus dem Gesichtspunkt Preis-/ Leistung zu empfehlen. Einziger Nachteil ist, dass das Meßröhrchen wie bei anderen Produkten keine Flussbegrenzung des ausströmenden Gases bietet. Dreht man also zu heftig auf, geht auch mehr Gas verloren. Hier wäre der einzige Punkt an dem der Hersteller noch nachbessern könnte.

Weitere Informationen:

Der Preis für einen neuen Ersatz-O2-Sensor beträgt 74,60 Euro. Die Ersatzbatterie liegt bei 5,80 Euro. Weitere Informationen finden sich auf der Website des deutschen Importeurs www.aqualung.de.

Weitere Informationen zum Thema Nitrox und Ausbildung dazu finden sich unter
http://www.taucher.net/redaktion/4/show.html?topic=1
http://www.taucher.net/redaktion/8/show.html?topic=7


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