Anm.: Irgendwie ist der Artikel liegengeblieben - und pünktlich
vor dem nächsten Treffen geht er online. Der nächste Bericht
des Treffens in Österreich wird nicht so lange auf sich warten lassen
- versprochen :-)
Das bereits sechste Taucher.net Treffen stand an. Diesmal sollte es
vom 19.-21.April 2002 an der Sauertalsperre in Luxemburg stattfinden. Inklusive
Tagesgästen waren diesmal mehr als 20 Taucher und Nichttaucher erschienen
und verbrachten ein nettes Wochenende bei unseren westlichen Nachbarn.
Es gab wieder viele altbekannte und auch etliche neue Gesichter.

Wir hatten das Hotel Peiffer http://www.peiffer.lu , nur 200m vom See entfernt
für uns alleine. Die Zimmer sind sehr einfach gehalten, jedoch sauber.
Leider war das warme Wasser, nachdem die ersten beiden Personen geduscht
hatten aufgebraucht, so dass der Rest sich mit Katzenwäsche oder lauwarmen
Wasser begnügen mußte. Alles in allem ist das Hotel ein Ort, wo
man durchaus für ein WE bleiben kann, für längere Aufenthalte
eignet es sich mE nur, wenn man keinen größeren Wert auf Komfort
legt. Auch hatte die Wirtin uns manchmal gezeigt was es heisst, Haare auf
den Zähnen zu haben - aber wir kamen damit zurecht :-)

Die Luxemburger priesen uns Sichtweiten, "wie selten" an.
Die ersten Taucher kamen dann mit mehr oder minder langem Gesicht aus dem
Wasser. Die Sicht lag bei 3-4m, für einen See in westdeutschen Breiten
durchaus normal, für den Süddeutschen im allgemeinen ist das
ziemlich mies. Da könnt ihr mal sehen, wie gut ihr es habt!
Der See an sich ist relativ unspektakulär. Eine Talsperre mit wechselndem
Wasserstand und somit so gut wie keinem Bewuchs. Der Grund besteht aus
einem Gemisch vom Schlamm und großen Steinbrocken. Die Talsperre
war randvoll und hatte somit eine Maximaltiefe von 30m. Jacques hatte uns
eine CD mit Bilder der komplett entleerten Talsperre gebracht und zeigt
uns die Sehenswürdigkeiten im See. An verschiedenen Stellen findet man
noch Überreste von alten Brücken und Gebäuden, die wir zum
Teil auch problemlos antauchen uns ansehen konnten. Wenn man wußte,
wo, konnte man sogar Fische sehen. Im allgemeinen hielt sich die Begeisterung
über den Tauchplatz jedoch in Grenzen. Es ist eben kein typischer See.

Am Samstag fand ein Nitrox-Kurs nach Barakuda-Richtlinien statt, den
auch alle fünf Taucher erfolgreich absolvierten. Nochmal ein herzliches
Danke an Armin und Klaus! Da das Hotel auch Nitrox füllt und auch
Nitroxflaschen verleiht, konnten alle Nitroxbrevetierten, ob alt oder neu,
ihr Wissen auch in die Tat umsetzen. Normale Pressluft ist übrigens
im Übernachtungspreis vom Hotel inklusive.
Das Wetter war uns hold. Morgens lag noch dichter Nebel über der
Ortschaft, der jedoch zügig von der Sonne aufgelöst wurde. Dementsprechend
wimmelte es am Sonntag nur so von Tauchern am Seeufer. Aus ganz Luxemburg
waren sie gekommen und sogar aus Deutschland. Teils sogar Tauchschulen,
um ihren Unterricht abzuhalten.

Den ersten Tauchgang hatten wir bereits hinter uns, das Gerödel
lag bereit für den zweiten Tauchgang, als plötzlich ein Ruf über
den See hallte. Wir konnten es nicht verstehen, es war offensichtlich französisch
und wir waren ein Stück entfernt. An einer Boje hing ein Taucher mit
den Beinen nach oben und ein zweiter schrie offensichtlich um Hilfe und
schlug mit seinen Armen aufs Wasser. Wir griffen also unseren Notfallkoffer
und machten uns auf den Weg zum Ufer. Die Taucher dort scherten sich offenbar
keinen Deut um den schreienden Taucher im Wasser. Obwohl einige gerade
soweit waren, ihren TG zu beginnen, rührte sich niemand in Richtung
des Verunfallten. Schließlich herrschte ich einen der beiden an,
die gerade in Wasser wollte, ob sie nicht helfen wollten, da rief uns eine
Frau in lässigem Tonfall zu: "Non, non, exercise!" Eine
Übung! Außer uns waren noch andere Gruppen aufgescheucht worden, die ebenfalls aus der Ferne hinzueilten,
die ebenfalls nicht über diese Übung informiert waren... Grummelnd,
jedoch froh, dass nichts passiert war, zogen wir wieder ab und sahen bei
der nun folgenden Rettung zu, bei der zwei Taucher vom Ufer aus starteten
und die beiden aus dem Wasser zogen. Wäre es ein ernstfall gewesen, so wären die beiden nicht gerade früh bei den verunfallten eingetroffet.

Alles in allem ein WE, dass aus tauchtechnischer Sicht nicht der Höhepunkt
war, jedoch haben wir viele alte Bekannte getroffen und neue Freundschaften
gegründet. Wie immer war es ein riesen Spaß und ich freue mich
schon auf das siebte TNT im Oktober in Österreich!

|