Stechlinsee -soweit das Auge reicht!
Nach einigen gelesenen Berichten, sowohl negativer, als auch positiver
Natur, entschlossen sich mein Buddy und ich uns einmal ein eigenes Bild
der Gegebenheiten vor Ort zu machen. Kurzfristig meldeten wir uns an der
Basis an und bekamen leider die Auskunft, dass unser geplantes Wochenende
schon ausgebucht sei. Wir hätten jedoch die Möglichkeit auf dem
Gelände der Basis unser Zelt aufzuschlagen. Schnell waren die notwendigen
Gerätschaften organisiert, ins Auto geschmissen und ab ging die Post.
Der Stechlinsee liegt ca. 80 km östlich von Berlin und so erreichten
wir nach knapp 6 Std. Fahrt (durch das Navigationssystem hervorragend geführt)
den Ortseingang von Neuglobsow. Hier meldete sich dann unser Navi-System
mit den Worten "Sie verlassen den von der Karte erfassten Bereich "
und sorgte für den ersten Überraschungseffekt. Leider stand hier
noch kein Schild das uns den Weg zur Basis zeigte. Die Idee per Handy nach
dem Weg zu fragen wurde mangels Empfang schnell wieder verworfen. Also
einen Einheimischen gefragt und siehe da, einmal falsch abgebogen. Nach
weiteren 10 min Fahrt bogen wir dann auf den Waldweg zur Basis ab. Dieser
sollte von tiefergelegten Autos oder Sportwagen besser gemieden werden. Allen
anderen sei empfohlen sehr langsam zu fahren. Da waren wir also an der
Basis. Wir parkten den Wagen und schauten uns erst mal um. Die Basis liegt
wunderschön im Wald direkt am See. Bei der Basis hat man optisch das
Gefühl sich noch im postkommunistischen Zeitalter zu befinden. Alte
DDR-Bauweise mit Platten-Fertigbauten. Alles in allem jedoch, was die sanitären
Anlagen betrifft, sauber gehalten. Es stehen einfache Zimmer zur Verfügung,
eine Dusche, Umkleideräume, ein Aufenthaltsraum, ein Schulungsraum.
Ein leistungsstarker Bauer-Kompressor liefert Atemluft. Für den Liter
Luft müssen 0,35 Euro bezahlt werden. Verschiedene Tauchausrüstungen
und Flaschen stehen zum Ausleihen zur Verfügung. Direkt neben der
Basis kann gezeltet werden. Ein Grill ist ebenfalls vorhanden.


Nach einer kleinen Erkundungstour wurden wir auch direkt von Herrn Hehr
freundlich in Empfang genommen und in den Tauchbetrieb eingewiesen. Hier
zeigte sich auch zum ersten mal das Damokles-Schwert, das über allen
Tauchern der Region hängt. Es ist erst mal grundsätzlich verboten
nach Belieben in den Seen Brandenburgs zu tauchen. Für den Stechlinsee
hat das Ministerium für Naturschutz und Raumordnung den Tauchbetrieb
an enge Richtlinien geknüpft. Damit der See auch in Zukunft Tauchern
zur Verfügung steht, sollte man sich unbedingt daran halten.
Der Tauchbetrieb ist im Stechlinsee erst wieder seit dem 02.05.98 erlaubt.
Vor dieser Zeit herrschte ein 6-jähriges Tauchverbot. Reglementiert
worden sind die Tauchzeiten, die Anzahl der Tauchgänge und das Tauchgebiet.
Die Basis befindet sich in der Badebucht von Neuglobsow. Das Tauchen ist
aufgrund der strengen Reglementierungen nur nach vorheriger Anmeldung und
ausschliesslich im gekennzeichneten Gebiet gestattet.

Wir schlugen dann erst einmal unser Zelt auf und richteten uns ein.
Dann wurde flugs das Gerödel fertig gemacht und nach kurzer Anmeldung
gings dann ab in den See. Zum Einstig sind es von der Basis aus nur ein
paar Schritte. Geschätzt vielleicht 50m. Der Stechlinsee ist ein Frischwasser-
und Naturschutzgebiet. Er ist sehr nährstoffarm, dadurch ist er von
der sommerlichen Algenblüte nicht so stark betroffen. So sind die
Sichtweiten das ganze Jahr über hervorragend. Leider hatten wir einen
Tag erwischt, an dem dies nicht ganz der Fall war. Dennoch waren es ca.
7m Horizontalsicht.
Gleich nach dem Einstieg gibt es weitflächige Laichkrautfelder.
Wenn man über diese hinwegschwimmt hat man das Gefühl im Tiefflug
über die Alpen zu jagen. Anfühlen tut sich dieses Gewächs
wie Stroh und man hat das starke Bedürfnis sich hinzulegen und zu
schlafen! Um tiefer als 2 ½ m zu kommen muss man schon einige Zeit
paddeln. Der See fällt sehr leicht ab, dadurch ist die Durchschnittstiefe
eines Tauchganges auch nur zwischen 4-6 Metern. Ab 8 Meter Tiefe enden die
Laichkrautfelder und es folgt ein eher langweiliger Sandboden.Begleitet
wurde unser Tauchgang von einigen Barsch- und Weissfischschwärmen
sowie ein paar kleinen Hechten und einigen Krebsen.

Nach dem Tauchen plagte uns dann ganz gewaltig der Hunger. Also fuhren
wir in das kleine Feriendorf und probierten ein Restaurant aus. Das Essen
schmeckte wirklich sehr gut und das zu einem Preis den man sich hierzulande
nur wünschen kann. Am zweiten Tag wurden noch 2 Tauchgänge unternommen.
Hierbei wurden wieder die üblichen Fischschwärme, Krebse, Hechte
und auf dem Rückweg auch einige Schleien gesehen. Leider war die Sichtweite
noch etwas zurückgegangen, so dass wir den Tauchgang bald beendeten,
zumal sich der See Unterwasser recht eintönig zeigt und nach drei
Tauchgängen nichts neues mehr zu bieten hatte.


Bei unserer Rückkehr lernten Wir dann auch den selbsternannten
Herrscher der Basis, Herrn X kennen. Dieser schaffte es während
unserer 2 Tage mehrmals mit seiner zuvorkommenden Art sich bei uns und
anderen Basisgästen unbeliebt zu machen.
Fazit: Für einen Wochenendtrip bei dem es auf Erholung in der Natur
und nicht ausschliesslich aufs Tauchen ankommt ist Die Basis ein lohnenswertes
Ziel. Wer nur zum Tauchen dorthin fährt wird nach kurzer Zeit, mangels
Abwechslung schnell das Interesse verlieren. Ein großes Lob möchten
wir Herrn Hehr aussprechen, der stets freundlich und bemüht sich um
seine Gäste kümmerte. Die Stellung von Herrn X sollte von der Basenleitung
einmal überdacht werden, denn ein solch forscher Umgangston muss nicht sein
und gibt kein gutes Bild der Basis wieder.
Kontakt: Bitte beim Objektleiter Herrn Hehr anmelden per Telefon bzw.
Fax 033082-70453 .
Ein leistungsstarker Bauer-Kompressor liefert 440 Ltr./Min. Atemluft.
Für den Liter Luft müssen 0,35 Euro bezahlt werden. Verschiedene
Tauchausrüstungen und Flaschen stehen zum Ausleihen zur Verfügung.
Aus dem Internet können jederzeit aktuelle Hinweise entnommen werden
www.tauchen-stechlinsee.de
Unterwasserbilder und Plan des Tauchgebietes mit freundlicher Genehmigung
der Tauchbasis Stechlin, restliche Fotos mit freundlicher Genehmigung von
Rolf-Eugen Lattner |