Am 17. November 2002 eröffnete der Tauchclub OTC MANTA St. Gallen eine
Ausstellung der besonderen Art. Beim Tauchplatz Hauptbahnhof Rorschach/Bodensee
führt ab diesem Tag eine Leine zu einer Bildausstellung in Form eines
Märchenpfades. Fotografien verschiedener Unterwasserfotografen wurden
zu digitalen Impressionen verarbeitet, mit Zeichnungen versehen und in
Geschichten eingebunden. Daraus ist eine Ausstellung entstanden, welche
die Taucher während der Winterszeit, voraussichtlich bis März 2003 erfreuen
soll.

Selbstverständlich hat man nicht nur an die Taucher gedacht. Für die
Spaziergänger bietet eine Überwasserausstellung identischer Bilder, in
Höhe der Einstiegsstelle für Taucher, eine willkommene Abwechslung.
Anhand dieser Bilder will der OTC MANTA den Tauchern einen Tauchplatz
attraktiver gestalten und den Betrachtern einen etwas anderen Blick in
die Unterwasserwelt ermöglichen.
Der Tauchclub Manta, mit seinem Präsidenten Orlando Grand umfasst etwa
70 aktive Mitglieder. In Rorschach befindet sich das Clubhaus, in dem auch
die "Vernissage" stattfand. Dieser Märlipfad war bereits von
Elisabeth Bürstl, der Organisatorin, Zeichnerin und Geschichtenschreiberin
am Thuner See im Berner Oberland errichtet worden. Da die Genehmigung jedoch
ablief, mussten die laminierten Digitalbilder entfernt werden. Zum Wegwerfen
viel zu schade, hat man nach einer Alternative gesucht und sich um eine
Genehmigung für den Bodensee bemüht.
Binnen zweier Tage haben nun Elisabeth Bürstl und ihr Team in unzähligen
Tauchgängen die Tafeln auf einem 300m langen Pfad angebracht und die dort
bereits vorhandenen Seile, die zu verschiedenen Bootwracks führen, teilweise
erneuert.





Entstanden sind in Rorschach sechs illustrierte Geschichten. Zu dem
speziell für die Region entwickelte Märchen "Edi, der kleine Bodenseefisch"
inspirierte Elisabeth Buerstl die Fotografie von Mary Hergovits. Edi wünscht
sich in der Geschichte ein prachtvolleres, farbenfroheres Schuppenkleid,
um an der Street- aehm... Fishparade teilnehmen zu können. Der Märlipfad
ist ein vergnügliches und in wunderschönen Farben gehaltenes Werk für
Jung und Alt. Mich persönlich hat nur etwas gestört, dass die wirklich
sehr schönen UW-Aufnahmen durch Zeichnungen verändert wurden, und das
teils sehr grob. Schade um die schönen Bilder. Eine zusätzliche Ausstellung
der "Originale" wäre sicher zu erwägen gewesen.
Zum Spaziergang unter Wasser benötigt man zwei Tauchgänge, wenn man
alle Geschichten in Ruhe lesen möchte. Der 300 Meter lange Pfad liegt
mit 14 bis 18 Metern auf einer mittleren Tauchtiefe. Ob der Pfad auch noch
bis über den März hinaus erhalten bleibt, vielleicht sogar für immer, hängt
noch in der Schwebe. Die Märchen, auf einer CD zum Hören und Lesen festgehalten, ist
für 25 Franken beim Club zu erwerben. Kontakt via Elisabeth Bürstl.


Beschreibung des Tauchplatzes Rorschach Hauptbahnhof
Der Seestrasse im Ort Richung Bahnhof folgen. Direkt gegenüber befindet
sich ein gebührenpflichtiger Parkplatz, der im Sommer sehr schnell voll
ist. Frühes Anreisen ist angezeigt. Der Einstieg ist, wenn man vom Parkplatz
aus Richtung See blickt, etwas zur Linken, neben einem Gebüsch. Dort befindet
sich eine grobe Steintreppe. Das Setzen der Alphaflagge ist unbedingt Pflicht.
Eine Pflichtverletzung wird mit mindestens 200 Franken (150 Euro) geahndet!
Direkt am Einstieg befindet sich ein Rohr, mittels dessen dem See auf etwa
30m Wasser entnommen wird. Es führt Richtung Seemitte. Man kann bis ganz
unten zum Ansaugstutzen tauchen oder aber der auf ca. 14m nach links abgehenden
gespannten Führungsleine folgen, die einen an zwei verschiedenen kleineren
Wracks und an interessanten Baumstämmen vorbeiführt, an denen man manchmal
Barsche beobachten kann. Der komplette Rundkurs ist in 30-50 min zu schaffen,
je nach Tempo. Der Grund ist hier sehr sandig, daher leidet die Sicht sehr
stark, zumal dieser Tauchplatz anfängergeeignet ist und hier Beginnerkurse
abgehalten werden.... Die Sicht schwankt ausserdem jahreszeitlich und wetterbedingt
zwischen glasklar und Nullsicht. Da der Bodensee mit Rheinwasser gespeist
wird, ist nach längerem Schlechtwetter mit ebenso schlechter Sicht zu rechnen.





Rechts neben der Einstiegstelle liegt ein kleiner Hafen. Beim freien
Aufstieg also unbedingt auf Bootsverkehr über sich achten!
Für die Bereitstellung der Unterwasserbilder danken wir Frau Elisabeth
Bürstl
Alle Überwasserbilder © Jessica Brühl |