Safari auf der Independence

 Geschrieben von Christian

Von Christian Wiesner und Jessica Brühl

Safari auf der Independence

Wenn einer ein Reise tut, folgt er meist dem Lockruf der Ferne. In unserem Fall waren dies die verlockend klingenden Reiseberichte über eine Safari auf der M/Y Independence, im Besitz von Markus Ebert und Frank Jahrsdoerfer, Inhaber der Action Sport Tauchbasis in Sharm el Sheikh. Wir, dass sind in diesem Fall Jessica und meine Wenigkeit. Da unsereins eh urlaubsreif war wurde schnell der Chef bestochen um diese Woche noch frei zu bekommen. Nachdem diese Hürde gemeistert war flogen die Klamotten in den Koffer und ab gings am 26.08.02 in den sonnigen Teil dieser Erde.

Am Flughafen in Sharm wurden wir schon erwartet und erst einmal zur Basis im Hotel Cleopatra gebracht. Hier hieß es einchecken und Boxen packen. Einige der anderen Mitreisenden lernten wir hier auch direkt kennen.

Es zeigte sich schon hier, dass die Gruppe eine super Zusammensetzung hatte, was sich im späteren Reiseverlauf auch bestätigte. Und das obwohl der Altersunterschied zwischen "noch-nicht-in-der-Pubertaet" bis zu "ich-bin-schon-in-Rente" reichte. Danach ging es endlich zum Hafen.

Und da lag Sie auch schon, die Independence, unser Safariboot.

Die MY "INDEPENDENCE" wurde Ende des Jahres 2000 fertiggestellt.

Bei einer Länge von 24 Metern und einer Breite von 7 Metern finden 10 Tauchbegeisterte auf jeden Fall ein ruhiges Plätzchen. Die "INDEPENDENCE" verfügt über einen 480 PS starken Mercedes Motor und über riesige Tanks in denen 6 Tonnen Wasser und 6 Tonnen Diesel Platz finden.

Um alle elektrischen Geräte zu unterhalten, arbeitet ein 40 KW Generator fast rund um die Uhr und wird zur Sicherheit von einem kleine 15 KW Generator unterstützt. Die vier Kabinen sind mit jeweils zwei separaten Betten und einer Suite mit einem Doppelbett ausgestattet. An jede klimatisierte Kabine ist ein Badezimmer mit Dusche und WC angeschlossen.

Sonnenhungrige machen es sich auf dem Sonnendeck gemütlich. Im klimatisierten Salon kann man bei einem Videofilm entspannen, heitere Gesprächsrunden führen, oder zu den Mahlzeiten das absolut traumhafte Essen der Crew geniessen. Es ist Doch immer wieder erstaunlich was alles aus so einer kleinen Bootsküche gezaubert werden kann. Selbst vor einer richtigen Torte machte die Crew nicht halt und das auch noch um Mitternacht :). Die Diät nach einer Reise auf der Independence ist schon vorprogrammiert. Unvergessen bleibt in diesem Zusammenhang der einzigartige (unfreiwillige) Hechtsprung mit anschliessendem Bauchplatscher auf dem Oberdeck in die Richtung Torte. Diese stand glücklicherweise noch weit entfernt und konnte somit keinen Schaden nehmen.

Der Ein- und Ausstieg bei den Tauchgängen erfolgt von der 10 m² großen Plattform die in Verbindung mit dem Nassbereich genügend Platz für ein stressfreies umziehen und einsteigen ohne Gedränge bietet.. Alternativ wird auch vom 6,5m langen Zodiak getaucht, dass einen dann mit seinem 150 PS starken Außenbordmotor zur Riffwand bringt. Leider fehlt dem Skipper manchmal das noetige feingefuehl, wenn es darum geht, mit dem Zodiak grosse Wellen bei full speed zu meistern. Wenn das Boot mit voller Wucht in ein Wellental knallt, verliert so manch einer (fast) den Halt, der voll angeroedelt auf dem Luftkissen sitzt. Ein etwas weniger Tempo waere sicher manchmal angebracht. Ebenso das Warten darauf, dass alle im Zodiak bereit sind, Flossen anhaben und Halt gefunden haben.

Ebenfalls eignet sich das Zodiak auch für Wassersportmöglichkeiten wie zum Beispiel Wasserskifahren, Wakeboarden oder Monstertuben. Was unbedingt ausprobiert werden sollte!

Ein Kompressor sorgt dafür, dass die 12 Liter Aluminium-Tanks (DIN und INT) immer auf 200 bar gefüllt sind. Es sind ausreichend Tanks an Bord, somit ist die Durchführung von mehreren Tauchgängen am Tag gewährleistet. Es werden am Tag drei Mahlzeiten nach internationalem Standart zubereitet. Und für die hungrigen werden zwischendurch Snacks und Kaffee serviert. Wir waren in der Woche täglich bis zu vier mal im Wasser und hatten schon den nächsten. vollen Tank wieder parat stehen. Die Crew ist sehr hilfsbereit und hilft beim an- und abroedeln. Ein grosses Kompliment! Kann zwar sein, dass der ein oder andere mal ne Dosis eiskaltes Wasser in den Anzug geschuettet bekommt oder ins Wasser geschubst wird... Aber Rache ist ja bekanntlich suess.... :)

Das Boot verfügt über GPS, Radar und Echolot. Somit wird jeder Tauchplatz zielsicher vom Kapitän angesteuert. In naher Zukunft soll es auf der Independence auch die Möglichkeit geben mit Nitrox zu tauchen.

Wir wurden direkt herzlich von der Crew und Markus in Empfang genommen. Auf der Independence schmissen wir erst mal unsere Schuhe in den kleinen Schuhschrank, verstauten unsere Sachen in der Kabine und machten es uns auf dem Oberdeck gemütlich. Jetz konnte der Urlaub richtig losgehen. Unseren Eingewöhnungstauchgang machten wir in der Sharm el Maya Bucht, wo wir auch in der Nacht ankerten. Je nach Erfahrungsstand wurde auf einen Checkdive verzichet - Danke Markus! Nach einem traumhaften Sonnenuntergang war noch geselliges Beisammensein angesagt. Markus wusste hier, wie auch an den folgenden Abenden, mit diversen Taucher-Anekdoten für so einige Lacher zu sorgen und plauderte aus seinem Nähkästchen. Nicht zu vergessen natuerlich auch all die anderen Stories und Raetsel der folgenden Woche. Besonders erwaehnt seien hier Bernd und Horst - mit seinem Eisbaerraetsel, das die Gruppe die ganze Woche beschaeftigt hat.

An den folgenden Tagen haben wir absolut traumhafte Tauchgänge unternommen. Der Zusammenhalt in der Gruppe war sehr harmonisch. Es gab glücklicherweise keine Aufschneider oder Aussenseiter. Unser Route führte uns zuerst hoch Richtung Tiran Wo wir einige Tauchgänge an den schönsten Riffen dort machten. Allem voran das Thomas-Riff mit seinem legendärem Canyon. Von Tiran ging die Reise über mehrere Zwischenstopps hinunter zur Thistlegorm um von dort aus wieder den Rückweg nach Sharm el Sheikh anzutreten. Unterwasser wusste Markus ebenso als Guide zu begeistern wie als Reiseleiter auf dem Boot. Im Gegensatz zu den meisten deutschen Guides kennt er sich wirklich aus. Nicht nur unter Wasser. Auch bei der Auswahl der Ankerplaetze traf er immer sehr gute Entscheidungen, ruhig und dort, wo nicht alle ankern. Ausserdem wurde das Boot stets mit drei Leinen befestigt, so dass es auch in den beiden stuermischen Naechten sehr ruhig lag. Einige kleine Sehenswürdigkeiten UW wären uns sonst sicher verborgen geblieben.

Geankert wurde jede Nacht in einer anderen Bucht und ein Sonnenuntergang war schöner als der andere. Abends war dann, wenn es die Verhältnisse erlaubten Wakeboarden oder Monstertube angesagt.

So verflog die Zeit auch rasend schnell und ohne es zu bemerken war die Woche auch schon rum. Die Crew hat sich wirklich allerlei einfallen lassen, um uns zu unterhalten. Auch der kleine wer-faengt-den-Fisch-zuerst-Wettkampf zwischen Markus und dem Skipper waren echt sehenswert. Leider ist nie einer von beiden ins Wasser gefallen :)

Fazit:

Eine Safari auf der Independence ist ein echtes Erlebnis. Absolut stressfreies tauchen ohne Hektik. Die Route kann in großen Teilen von den Gästen selbst bestimmt werden. Das Essen und die Crew sind absolut genial. Was will das Taucherherz mehr!?!

Kontakt: http://www.action-sport-ssh.de

Bilder mit freundlicher Genehmigung der Familie Redmer und (soweit nicht anders gekennzeichnet) Markus Ebert. Vielen Dank!


Infos

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