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 Geschrieben von Harry

Der vordere Gosausee liegt in der einmaligen Gebirgslandschaft der UNESCO- Weltkulturerbe- und Naturerberegion Dachstein-Gosau, am Fuße des Dachsteins im oberösterreichischen Salzkammergut und ist vor allem für seine Sichtweiten berühmt.

Für das Tauchen im Gosausee empfiehlt sich die "Dive-Card" der ARGE-Tauchen Infos in der Redaktionsausgabe 6 oder auf der Homepage der ARGE.
Auf dieser Seite sind auch die jeweils aktuellen Tauchzonen und Tauchverbote zu finden !
Es empfiehlt sich ferner die Tiefengrenze von 30 m einzuhalten!
Rettungsnotruf Österreich: 144
EU-Notruf: 112

Anfahrt:

Aus Westösterreich und Deutschland via A10 Abfahrt Golling und den Paß Gschütt nach Gosau und weiter zum See. Aus Ostösterreich via A1 Abfahrt Regau über Bad Ischl und Hallstättersee nach Gosau und weiter zum See.

Parken:

Direkt beim See befindet sich ein großer Parkplatz- trotzdem kann es an den Wochenenden im Sommer und Herbst mit den Parkplätzen eng werden, da dieser auch Aufgangspunkt für viele Bergwanderer und Alpinisten ist. Es empfiehlt sich in diesem Falle das Gerödel rasch bei der Schranke auszuladen und einen Parkplatz fürs Auto zu suchen. Auch eine Anreise in den Morgenstunden bringt meist wenig, da der Großteil der Alpinisten ebenfalls Frühaufsteher sind…

Der See:

Der See ist eines der beliebtesten Fotomotive im Salzkammergut- bezeichnete ihn doch auch schon der Weltreisende und Naturforscher Alexander Freiherr von Humboldt tief beeindruckt und überwältigt als "das Auge Gottes".

Der ursprüngliche See ist zur Stromgewinnung etwa 20-30 m aufgestaut, hat eine Gesamtfläche von 0,52 km2 und hat in den Sommermonaten bei voller Aufstauung eine maximale Tiefe von 69 Metern (offiziell laut Digitalem Oberösterreichischen Raum-Informations-System (DORIS): 82 m) http://doris.ooe.gv.at/

Im Herbst/Winter wird der See bis auf eine Resttiefe von etwa 40 Metern abgelassen. Der See erwärmt (sic!) sich im Sommer an der Oberfläche angeblich bis 20°C. Die "ewigen" 4-5°C sind allerdings schon in geringer Tiefe erreicht. Aus diesen Gründen empfiehlt sich wenigstens ein Halbtrocki oder besser Trocki um sich dem Genuss des tauchens in diesem See hingeben zu können! Die Wasserqualität des von den Dachsteingletschern gespeisten Gosausees ist ausgezeichnet, die seltenen Trübungen sind auf feine Mineralpartikel (Gletscherschliff) zurückzuführen. Während der Ablassphase und speziell während der Aufstauphase im Frühjahr ist das sonst so klare Gewässer mit Sichtweiten von bis zu 30 Metern eingetrübt und die Sicht kann auf wenige Meter sinken ! Tauchen ist an den ausgewiesenen Tauchplätzen ganzjährig von 9 bis 16 Uhr gestattet. Während der Sommerzeit sogar bis 19 Uhr.
Achtung auf die Nullzeiten! Bergseetabelle verwenden! Der Gosausee befindet sich in einer Höhe von 960 m über NN und ist somit ein Bergsee! Tauchcomputer in den jeweilige Bergseemodus umschalten falls dieser nicht selbstständig anhand des Luftdruckes wechselt !

Tauchen im Gosausee:

Das Tauchen im Gosausee beschränkt sich auf zwei Plätze:

Dem sogenannten Klacklboden mit der Taucherwiese 150 m rechter Hand- am abfallenden Grund entlang taucht man hier am besten Richtung Süden. Zu sehen gibt es eindrucksvolle Felsgebilde und einige versunkene Bäume die ein schönes Fotomotiv abgeben.

Der Tauchplatz Bärnkogel liegt etwa 300 m linker Hand vom Gasthof. Auch hier sind interessante Felsformationen und Spuren des Kraftwerkbaus zu erkennen. Im Frühjahr lockt trotz nicht so tollen Sicht ein Spektakel der ganz anderen Art: Im nur wenige Grad kalten Wasser paaren sich Frösche und Lurche in enormen Mengen. Also Unterwasser-Gruppensex für Amphibien!

Schon beim Gedanken an das 3-5°C kalte Wasser graut mir dabei, brrr :-) Als erfolgreiches Resultat davon kann man um Pfingsten dann die Laichschüre und Laichballen mit den befruchteten Eiern überall entdecken.

Tauchverbot:

Direkt an der Staumauer/Kraftwerksmauer und dem Bootssteg herrscht inzwischen Tauchverbot. Dieser Tauchplatz wird gelegentlich als Bergwerk beschrieben, war aber nie eines- es handelt sich um die beiden Ablaufschächte des Kraftwerks sowie um die Reste von Hilfsbauten aus der Zeit der Errichtung des Kraftwerks/Staubereichs. Eistauchen ist nicht gestattet! (und wäre auch wegen des abgelassenen Sees im alpinen Winter sehr schwierig!)

Fauna und Flora:

Im nährstoffarmen Gosausee sind so wie in vielen Bergseen Fauna und Flora nur spärlich vorhanden. Neben Elritzen und einigen Schratzen (Barsche) sind im klaren Wasser gelegentlich auch Seeforellen (Schwarzreuter= Kümmerform) zu sehen.

Geheimnisvolles:

Neben der Sage über die schwarzen Reiter vom Gosausee, die in der (Gegen-)Reformationszeit die Gegend unsicher gemacht haben, hielt sich noch ein weiteres (wahres?) Gerücht: In den letzten Tagen des zweiten Weltkrieges sollen im See vier LKW der deutschen Wehrmacht versenkt worden sein. Über ihre Ladung ist ebenso wenig bekannt, wie ob diese dann irgendwann geborgen wurden…

Füllmöglichkeit:

Am Gosausee selbst gibt es keine Möglichkeit seine Flaschen zu füllen. Die nächste Füllmöglichkeit sind die Tauchbasen am Hallstätter See. Eine automatische Münzfüllanlage im Ortsteil Gosau/ Hintertal ist im Gespräch !

Apres Dive:

Absolut empfehlenswert ist es, bei schönem Wetter das grandiose Panorama des sich im See spiegelnden Dachsteingletschers (Hoher Dachstein, 2995m) und des Gosaukamms von der Terasse des Gasthofes Gosausee (geöffnet im Sommerhalbjahr) zu genießen. Kulinarische Empfehlung: Lawinen-Gamsbraten (Gemse- berlinerisch: "Jemse")

Nichttaucher:

Nichttaucher können schöne Spaziergänge zu Almen und Wanderungen aller Schwierigkeitsgrade in diesem alpinen Umgebung unternehmen. Auf geeignete Ausrüstung- besonders geeignetes Schuhwerk unbedingt achten!

Nützliche Links:

ARGE-Tauchen Österreich: http://www.arge-tauchen.at
Tourismusverband Gosau: http://www.gosau.at

Alle Angaben nach bestem Wissen, jedoch ohne jegliche Gewähr!
© Bilder und Text 2003 by Harald Mathä
© UW-Bilder 2002 by Uli Mösslang (mit freundlicher Genehmigung)


Infos

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