Oceanic Delta 3/ DX4

 Geschrieben von Ralf

© 2003, Ralf Dänzer, alle Angaben ohne Gewähr

Im Winter herrscht meist taucherische Ruhezeit und das Equipment wartet im Keller auf seinen nächsten Einsatz im Frühjahr oder Sommer. Doch ganz aktuell zur Boot und dem damit oft grassierenden "Einkaufsvirus", haben wir uns wieder einem Ausrüstungsbericht zum wohl wichtigsten Teil der Taucherausrüstung gewidmet - dem Atemregler. Hierzu haben wir einen schon seit längerem am Markt befindlichen Regler ausführlich getestet. Es handelt sich um den Oceanic Omega DELTA 3 (2.Stufe) in Verbindung mit der DX4 (1. Stufe). Kann ein etabliertes Produkt auch mit den neuesten Vertretern mithalten?

Die Specs

Bei der zweiten Stufe Oceanic DELTA 3 handelt es sich um eine Stufe im klassischen "Oceanic-Design" mit schwarzem Deckel aus weichem Kunststoff, hinter dem sich die Luftdusche verbirgt. Gehalten wir diese Kappe von einem silbernen Metallring. Im Vergleich zu anderen Oceanic Reglern, wie beispielsweise dem Zeta, ist die DELTA 3 größer ausgefallen, steht diesen aber aus Designgesichtspunkten in nichts nach. Des weiteren bietet die zweite Stufe die Möglichkeit zur individuellen Einstellung des Einatemwiederstands.


Abbildung 1: Die zweite Stufe Oceanic DELTA 3

Die Stufe DX4 ist eine membrangesteuerte erste Stufe. Sie bietet mit vier Niederdruck und zwei Hochdruckabgängen alle notwendigen Anschlüsse um alle "Anhängsel" sicher mit ihr zu verbinden. Ihre Größe entspricht dem aktuellen Standard und fällt weder negativ noch positiv auf. Zu erwähnen ist die Kunststoffkappe, welche die DX4 vor verkratzen und - laut Hersteller - auch gegen Vereisen schützen soll.

Der Schutz gegen Kratzer ist verständlich, allerdings sollte dieser bei einem Gebrauchsgegenstand wie einem Atemregler nicht unbedingt überbewertet werden. Schließlich will man ja tauchen und nicht einen Designpreis gewinnen. Das Argument bezüglich der Vereisung muss differenziert betrachtet werden. Einige Hersteller verzichten mit Absicht auf eine derartige Plastikkappe, um den Wärmeaustausch zwischen Wasser und erster Stufe nicht durch Kunststoff zu verlangsamen und daher die Vereisung zu fördern.

Grundsätzlich gilt, dass eine erste Stufe möglichst schnell die umgebende Wärme des Wassers, auch wenn es nur 4 Grad Celsius hat, aufnehmen können muss, um die entstehende Entspannungskälte im Inneren der ersten Stufe ausgleichen zu können. Da Kunststoff normalerweise aber eine schlechtere Wärmeleitfähigkeit besitzt als Metall, sollte diese Fähigkeit mit einem Kunststoffüberzug nicht so optimal funktionieren. Im praktischen Taucheralltag konnten wir diesbezüglich keine Einschränkung feststellen. Die erste Stufe DX4 kann sowohl mit DIN, wie auch mit INT-Anschluß geordert werden. Zusätzlich besteht auch die Möglichkeit, den Regler in einer speziellen Nitrox Ausführung zu bestellen.


Abbildung 2: Erste Stufe Oceanic DX4


Abbildung 3: Saubere Schlauchführung an der DX4

Zusammen mit der ersten Stufe DX4 und dem DELTA 3 stand uns für die Tests auch der Oktopus Swivel zur Verfügung. Aufgrund seiner kompakten und flachen Bauweise ist er speziell für den Einsatz als Oktopus konzipiert.

Die Praxis

Im praktischen Test fiel beim DELTA 3 der doch relativ lange Schlauch zwischen erster und zweiter Stufe auf. Dies hatte zur Folge, dass der Regler stets einen Druck auf den Mund ausübt und man das Gefühl hat, der Regler würde einem nach links aus dem Mund geschoben. Abhilfe würde hier ein ca. 5 cm kürzerer MD-Schlauch und ein ergonomisches Mundstück mit besserer Bisscharakteristik schaffen. Im Rahmen des Praxistests fiel auch auf, dass der Regler im Vergleich zu anderen Automaten gefühlsmäßig etwas schwerer zu atmen war. Im normalen Tauchalltag dürfte dies aber keine Auswirkungen haben. Entsprechende Tests auf Prüfbanken, welche von anderen Beurteilern durchgeführt wurden, haben hier "normale" Werte für Ein- und Ausatemarbeit ergeben. Hinzugefügt werden soll an dieser Stelle, dass der Regler vor Beginn der Tests direkt durch den Hersteller einer Revision unterzogen wurde.

Positiv zu erwähnen ist die sehr gute Schlauchführung an der DX4-Stufe, was eine saubere Anordnung aller Schläuche ermöglicht. Auch die große Fläche, mit der die Luftdusche bedient werden kann, fiel angenehm auf. So dürften Anfänger, die meist den Regler mit der Luftdusche von Wasser befreien, keine Probleme haben, den dementsprechenden Knopf zu drücken. Aus praktischer Sicht ist auch die fest mit der ersten Stufe verbundene Schutzkappe, für das Anschlussgewinde der ersten Stufe, positiv zu bewerten. So kann dieses Teil nicht verloren gehen und der Schutz für das Gewinde ist somit sichergestellt.

Ansonsten versah der Oceanic DELTA 3 seine Aufgabe in allen Tiefenbereichen des Sporttauchens ohne Probleme.


Abbildung 4: Oktopus Swivel

Zusätzlich zur Kombination Oceanic DELTA 3/ DX4 wurde der Oktopus Swivel getestet. Beim Swivel handelt es sich um eine besonders flache zweite Stufe, speziell für den Einsatz als Oktopus geeignet. Durch sein Drehgelenk zwischen Schlauch und zweiter Stufe kann er sehr komfortabel verwendet werden und bietet somit in Notsituationen keine Einschränkung in Bezug auf die Schwimmlage des Buddies. Der Blasenabweiser fiel bei dieser Konstruktion natürlich kleiner aus, und so ist die Beeinträchtigung beim Tauchen, würde man den Oktopus als normalen Regler verwenden, größer als bei einem normalen Regler. Bezüglich der Atemcharakteristik lies sich der Regler angenehm atmen und auch unter simulierten Stresssituationen mit hohem Luftverbrauch lieferte er zuverlässig die notwendige Gasmenge.


Abbildung 5: Klein und flach - der Swivel

Ein Punkt, den wir aber für verbesserungswürdig halten, ist, dass der Regler stets einen leichten Wasseranteil in der Einatemphase mit sich brachte. An der Einstellung des Reglers kann es aufgrund der vor dem Test direkt beim Hersteller durchgeführten Revision eigentlich nicht liegen. Wir vermuten hier eher die kleine und kompakte Bauweise als Ursache.

Fazit

Das Gespann aus erster Stufe DX4 sowie zweiter Stufe DELTA 3 und dem Oktopus Swivel bietet eine grundsolide Kombination, die sowohl in südlichen Gefilden als auch im Kaltwasser eine gute Basis für Spaß beim Tauchen bietet. Im Bereich Komfort könnte Oceanic beim DELTA 3 noch etwas am Mundstück und der Schlauchlänge arbeiten. Ansonsten aber ist die getestete Kombination immer noch up-to-date und sicherlich bei der Auswahl eines Reglergespanns einen Blick wert.

Positiv:
- gute Schlauchführung an der ersten Stufe DX4 - DX4 kaltwassertauglich
- weiche und flexible Schläuche erlauben flexible Schlauchführung
- zweite Stufe DELTA 3 bietet ausreichende Luftlieferleistung

Negativ:
- zweite Stufe DELTA 3 neigt dazu, sich nach links aus dem Mund "herauszudrücken"
- ergonomisches Mundstück am DELTA 3 fehlt
- Oktopus Swivel zieht beim Einatmen leicht Wasser

Weitergehende Infos: www.oceanic.de Website des Herstellers www.oceanic.de/oceanic/r-dx4.html erste Stufe DX4 www.oceanic.de/oceanic/r-delta.html zweite Stufe Delta 3


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