Vinkenveenser See - Der Januar

 Geschrieben von Andreas

Ein Jahr im Leben des Vinkenveenser Sees - Der Januar

Wir wollen versuchen, in monatlichen Abständen die jahreszeitlichen Änderungen an einem historischen Holzwrack in einem beliebigen See in Großstadtnähe zu verfolgen. Hier ist der erste Bericht: Der Vinkenveenser See ist ein in ziemlich flacher Gegend gelegener See und ziemlich weit im Norden. Durch das Fehlen von nahen Gebirgen ist er den klimatischen Einflüssen direkt ausgesetzt. Wind, Sonnenlicht, Temperaturschwankungen, Niederschlag können hier sehr direkt ihre Wirkung entfalten. Aber durch die nahe Küste ist das Klima etwas gemäßigter als im Landesinneren.

Aber wie wirken sich die jahreszeitlichen Wechsel Unterwasser aus? Die Temperatur ist jetzt im Januar inzwischen stark gesunken. Wir messen auf unseren Unterwasserausflügen in Abhängigkeit von der Tiefe 2 bis 4 Grad Celsius. Die Umwälzung des Wasserkörpers fand schon vor Monaten statt. Inzwischen haben sich die Temperaturgradienten im See stabilisiert. Das Wasser mit der größten Dichte ist mit seinen 4 Grad Celsius nach unten gesunken. Das viel kältere, aber leichtere 2 Grad Celsius kalte Wasser, "schwimmt" oben und kann deswegen auch gefrieren. Dadurch friert ein See nur von oben zu und ermöglicht so den Lebewesen am Grunde des Sees das Überleben.

Die meisten Fische haben sich inzwischen in die Winterruhe begeben. Dabei minimieren sie alle körperlichen Aktivitäten, stellen die Nahrungsaufnahme ein und fahren ihren Stoffwechsel auf ein gerade zum Überleben notwendiges Maß herunter.

Alles klar für den Tauchgang? Nach einem gegenseitigen Buddy-Check geht es hinein ins kalte Nass.

So ein eingefrorener Holzrahmen kann leicht als Einstieg für einen Eistauchgang genutzt werden, wenn das Eis dick genug ist...

Gruppenweise ruhen Fische in Bodenmulden auf dem Seegrund. Fische in Winterruhe sollten nicht durch Taucher gestört werden. Ein Aufscheuchen der Fische bewirkt ein "hochfahren" ihres Stoffwechsels und dadurch einen höheren Energieverbrauch. Unter unglücklichen Umständen kann dies zum Tode der Fische führen.

Diese Barsche haben sogar während der Winterruhe ihre stacheligen Rückenflossen aufgestellt. Auch wenn die Augen geöffnet sind, so sind sie doch in Winterruhe. Fische können nämlich ihre Augen nicht schließen.

Oft ruhen hier auf den Resten des Motors Fische. Wir hatten heute kein Fotoglück.

Durch die Fotosession aufgeschreckt, entflieht dieser Hecht in die Dunkelheit der Nacht. Eigentlich sollten wir ja mit gutem Beispiel vorangehen...

Wir haben bis jetzt nur die kleinen Fische gesehen. Wo sind denn die Großen abgeblieben? Werden wir sie aufspüren können? Die Fortsetzung folgt im Februar.


Infos

Tauchplatzkarten in Hülle und Fülle - aus der ganzen Welt gibt es auf unserer Kartenseite. Hier sind viele in- und ausländische Tauchplätze verzeichnet, und mit unseren Karten kann man sich prima auf den Tauchgang vorbereiten.


27.05.2012 04:49 Taucher Online : 46
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