Ein Jahr im Leben des Vinkenveenser Sees - Der Januar
Wir wollen versuchen, in monatlichen Abständen die jahreszeitlichen
Änderungen an einem historischen Holzwrack in einem beliebigen See
in Großstadtnähe zu verfolgen. Hier ist der erste Bericht: Der
Vinkenveenser See ist ein in ziemlich flacher Gegend gelegener See und
ziemlich weit im Norden. Durch das Fehlen von nahen Gebirgen ist er den
klimatischen Einflüssen direkt ausgesetzt. Wind, Sonnenlicht, Temperaturschwankungen,
Niederschlag können hier sehr direkt ihre Wirkung entfalten. Aber
durch die nahe Küste ist das Klima etwas gemäßigter als
im Landesinneren.
Aber wie wirken sich die jahreszeitlichen Wechsel Unterwasser aus? Die
Temperatur ist jetzt im Januar inzwischen stark gesunken. Wir messen auf
unseren Unterwasserausflügen in Abhängigkeit von der Tiefe 2
bis 4 Grad Celsius. Die Umwälzung des Wasserkörpers fand schon
vor Monaten statt. Inzwischen haben sich die Temperaturgradienten im See
stabilisiert. Das Wasser mit der größten Dichte ist mit seinen
4 Grad Celsius nach unten gesunken. Das viel kältere, aber leichtere
2 Grad Celsius kalte Wasser, "schwimmt" oben und kann deswegen
auch gefrieren. Dadurch friert ein See nur von oben zu und ermöglicht
so den Lebewesen am Grunde des Sees das Überleben.
Die meisten Fische haben sich inzwischen in die Winterruhe begeben.
Dabei minimieren sie alle körperlichen Aktivitäten, stellen die
Nahrungsaufnahme ein und fahren ihren Stoffwechsel auf ein gerade zum Überleben
notwendiges Maß herunter.

Alles klar für den Tauchgang? Nach einem gegenseitigen Buddy-Check
geht es hinein ins kalte Nass.

So ein eingefrorener Holzrahmen kann leicht als Einstieg für einen
Eistauchgang genutzt werden, wenn das Eis dick genug ist...

Gruppenweise ruhen Fische in Bodenmulden auf dem Seegrund. Fische in
Winterruhe sollten nicht durch Taucher gestört werden. Ein Aufscheuchen
der Fische bewirkt ein "hochfahren" ihres Stoffwechsels und dadurch einen höheren Energieverbrauch. Unter unglücklichen Umständen
kann dies zum Tode der Fische führen.
Diese Barsche haben sogar während der Winterruhe ihre stacheligen
Rückenflossen aufgestellt. Auch wenn die Augen geöffnet sind,
so sind sie doch in Winterruhe. Fische können nämlich ihre Augen
nicht schließen.

Oft ruhen hier auf den Resten des Motors Fische. Wir hatten heute kein
Fotoglück.

Durch die Fotosession aufgeschreckt, entflieht dieser Hecht in die Dunkelheit
der Nacht. Eigentlich sollten wir ja mit gutem Beispiel vorangehen...
Wir haben bis jetzt nur die kleinen Fische gesehen. Wo sind denn die
Großen abgeblieben? Werden wir sie aufspüren können? Die
Fortsetzung folgt im Februar.
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