Embudu

 Geschrieben von Elke & Erhard

Embudu 11.10.02 bis 01.11.02

Urlaub auf den Malediven (Elke & Erhard)

Eine Trauminsel, klein aber ganz fein. Unterkunft Standardzimmer. Einfach Klasse, mehr brauchten wir nicht. Es wurde 2x am Tag gereinigt. Der Room-Boy war sehr freundlich und immer hilfsbereit. Man braucht keine Klimaanlage, davon wird man höchstens krank. Die Insel wurde von sehr viel Personal sauber gehalten. Ich hatte einen "eigenen" Gärtner. Er hat jeden Morgen gewartet, um uns zu begrüßen.

Wir hatten Vollpension. Wenn wir immer alles hätten gegessen, was so da- und immer lecker war, könnten wir uns jetzt rollen. Die Verpflegung war wirklich sehr, sehr gut! Unser Tisch-Kellner, der uns die ganzen drei Wochen bediente war sehr freundlich und zuvorkommend. Das gesamte Insel-Personal war ebenfalls immer sehr freundlich!

Nun zum Grund warum wir auf Embudu waren. TAUCHEN!!! Da ich in Ägypten sehr schlechte Erfahrungen mit der dortigen Tauchschule gemacht hatte, konnte ich mich Anfangs nicht dazu durchringen, tauchen zu gehen. Nach einigen Gesprächen mit den Tauchlehrern bin ich dann mit Matthias und Erhard zu meinem ersten Tauchgang gestartet. Es war einfach toll. Bei jedem Tauchgang wurde ich sicherer, habe aber zwischendurch noch einige Tauchgänge wegen Panik abgebrochen. Mir wurde aber immer wieder Mut gemacht, besonders von Ela. Die Unterwasserwelt ist einfach wunderbar. An einigen Stellen erholen sich auch die Korallen auch schon wieder! Was ich nicht gut fand, daß einige Schnorchler meinten auf den Korallen rumtrampeln zu müssen. Auch Fische aufschrecken finde ich nicht gut. Die Fische kommen auch nicht in unseren Garten. Diesen Schnorchlern und auch Tauchern, die sich nicht dran halten, müsste man das Vergnügen, eine schöne Unterwasserlandschaft und die tollen Fische zu sehen, verbieten. Bei einem Tauchgang habe ich auch Haie gesehen! Es war aufregend und fantastisch zugleich. Für mich ein besonderes Erlebnis. Diese Insel und die Tauchlehrer sind einfach Spitze.

Ein Ausflug nach Male war auch interessant und vor allem anstrengend. Wenn man die Lebensweise und Religion akzeptiert, dann hat man einen tollen Urlaub. Wie man in den Wald hinein ruft so schallt es heraus! Wenn man es im Urlaub so haben möchte wie zu Hause, dann sollte man sein Geld besser sparen und nicht fliegen! Nochmals schönen Dank für die drei schönen Wochen und wunderschönen Tauchgänge. Janosc, Ela, Oli, Krys, Matthias und die Bootscrew ... Ihr seid ein tolles Team ... bleibt so. An Oli, auf der Rückfahrt habe ich doch noch Delphine gesehen. Drei Wochen Spaß haben und sich richtig erholen, das ist für mich Urlaub.

Bis November 2003

Mein letzter Malediven-Urlaub lag bereits 10 Jahre zurück. Ich war sehr gespannt, auf das was sich so alles geändert haben mag.

Die Flugdauer ist auf Grund des Einsatzes Kerosin sparender Flugzeuge um fast zwei Stunden länger als früher. Als umweltbewusster Taucher ist Kerosin sparen ja richtig, aber nach 10 Stunden des Zustands wie Hühner in der Legebatterie, freute ich mich endlich, dass der Anflug auf Hulhule nahe war. Beim Landeanflug war schon zu erkennen, dass die Flughafen-Insel durch Aufschüttungen vergrößert wurde. Die Landebahn ist breiter und insbesondere verlängert worden, so dass die Landung genauso langweilig ist, wie auf jedem anderen Großflughafen dieser Welt. Nachdem sich die Kabinentür öffnete und wir raus gingen, hatte man das Gefühl, als wenn einem ein nasses Handtuch ins Gesicht geschlagen wird ... endlich wieder zu Hause ... 30°C und 85% Luftfeuchtigkeit ... herrlich. Das Flughafengebäude ist ebenfalls vergrößert worden und zusätzlich klimatisiert. Die Passkontrolle geht erheblich zügiger vonstatten. Das Gepäck ist auch ruckzuck da. Die peniblen Gepäckkontrollen gab es nicht mehr. An dieser Stelle sei ein Dank an die maledivische Regierung gesandt. Am Ausgang des Flughafengebäudes erwartete uns schon die Reiseleitung. Die Zuweisung zum Weitertransport ging ebenfalls recht zügig. Wer jetzt ein Erfrischungsgetränk braucht, muss für eine Cola 4US$ an die Bedienung der Flughafenbar zahlen. Die Reihe der Anlegestege sind alle überdacht worden, so erreicht man auch bei Regen sein Boot trocken. Der Transfer von Hulhule nach Embudu dauert mit dem "Speed"-Dhoni 50 Minuten. Na ja, auch hier macht der technische Fortschritt keinen Halt. Schade das für einen Zeitgewinn von 10 Minuten auf die althergebrachten Dhonis verzichtet wurde.

Auf der Insel angekommen, ging auch das Einchecken an der Rezeption recht schnell. An dieser Stelle sei gesagt, das Inselpersonal ist bei deren Einkommen wie auch deutsches Gastronomiepersonal auf ein angemessenes Trinkgeld angewiesen. Also, nach Erreichen der Unterkunft erhält der oder die Gepäckträger 1 US$ pro Gepäckstück. Auch während des Urlaubs sollte man die Trinkgelder gleichmäßig verteilen und nicht damit bis zum letzten Urlaubstag warten. Für einen dreiwöchigen Aufenthalt sollte man schon 60 US$ an Trinkgelder einplanen. Für den Room-Boy und den Tisch-Kellner sind je 5-6 US$ pro Woche anzusetzen. Auch das Personal an der Bar und der Rezeption sollte man nicht vergessen, ebenso wie den Gärtner, der jeden morgen das Laub vorm Bungalow zusammenfegt. Hier ein Dollar, da ein Dollar und überall ein Lächeln.

Embudu verfügt über drei Zimmerkategorien. Die teuerste und wohl sinnloseste Ausgabe sind die Wasserbungalows. Klimatisiert, in Reihenbauweise liegen sie im Lagunenteil hinter der Tauchbasis. Von den Terrassen führt keine Leiter ins Wasser, weil man dort direkt auf den Korallen des Außenriffs landen würde. Der Glasboden bringt nun wirklich keinen Ersatz. Da die Glasplatte nicht im Wasser (wie beim Glasbodenboot) sondern sich darüber befindet, sieht man nur bei glatter See etwas von der Unterwasserwelt. Vorrausgesetzt sie ist nicht auch noch durch angetrocknetes Salz verschmiert. Ob sich das Insel-Management irgendeinmal zu einem Abriss durchringen wird bleibt fraglich, denn der allgemeine Trend bei neuerschlossenen bzw. renovierten Inseln geht immer mehr zum Bau dieser Stelzenbungalows hin. Man muß also im Trend bleiben. Auf der Insel befinden sich Superior- und Standard-Bungalows in Gruppenbauweise von der Größe und Aufteilung her identisch. Die Superior-Bungalows sind klimatisiert, dem zu Folge mit Scheiben in den Fenstern und einer festen Türe. Zusätzlich verfügen sie über Warmwasser in der Dusche. Wer die Malediven pur erleben will, sollte die Standardvariante buchen. Die Fenster und Türe sind mit Lamellen verbrettert, so dass der Wind durchblasen kann. Ein Deckenventilator sorgt für vollkommen ausreichende Luftumwälzung. Das Bett lässt sich zusätzlich mit einem Moskitonetz umspannen. Die Dusche verfügt über kaltes leicht salzhaltiges Wasser und aus dem Warmwasseranschluss kommt kaltes Süßwasser. Da die Wassertemperatur hier der Raum bzw. Umgebungstemperatur entspricht, kann nicht die Rede von Kaltwasser wie in Deutschland sein.

Die Insel ist vom Bewuchs her nicht als typisch maledivisch zu bezeichnen, obwohl alles was dort wächst auch auf anderen Inseln zu finden ist. Aber der Bewuchs reicht bis an den Strand, so dass eine Inselumrundung trockenen Fußes unmöglich ist. Breite weiße Strände rund um die Insel sucht man vergebens. Das hat einen gewichtigen Vorteil, man ist nicht permanent der prallen Sonne ausgesetzt. Für reine Sonnenanbeter findet sich aber immer ein sonnendurchflutetes Plätzchen. An einigen Stellen befinden sich auch breitere Strandabschnitte.

Der Allinclusiv-Zuschlag beträgt pro Tag und Person 25 Euro. Er lässt sich auch auf der Insel für 22 US$ nachbuchen. Eine Cola oder Limo kostet 1,5 US$, eine große Flasche Wasser 2 US$, ein 0,3L-Glas Heinecken-Bier vom Fass 3 US$ und die Cocktailpreise liegen bei 5-6 US$. Jetzt kann sich jeder selber ausrechnen wieviel Cola, Limo, Wasser und Bier er jeden Tag trinken muß damit sich der Allinclusiv-Zuschlag rechnet. Nur mit 4-5 Cocktails am Tag wäre es möglich. Aber hier hat das Insel-Management eine Einschränkung gemacht. Bei Cocktails ist immer nur der jeweilige Tagescocktail All-Inc., alle anderen müssen separat bezahlt werden. Ob der jeweilige Tagescocktail den eigenen Geschmack trifft ist ziemlich zweifelhaft. Die wirklich leckeren Cocktails haben wir in drei Wochen nicht einen einzigen Tag als Tagescocktail erlebt.

Zu den Mahlzeiten ist zu sagen ... einfach Spitze ... Wenn man bedenkt, dass außer Kokosnuss und Fisch alles importiert werden muß. Alle Mahlzeiten wurden in Büffetform dargereicht. Frühstück ca. 7:00 - 9:30 Wurst, Käse, Pfannekuchen, Eier, Omeletts, warme Würstchen, Toast, Brötchen, sogar Graubrot, Marmelade, Cornflakes und vieles mehr. Zum Frühstück gibt es Saft, Milch und wahlweise Kaffee oder Tee. Mittagessen ca. 12.30 - 14:30 Es gab jeden Tag wechselnde Auswahl Reis, Pasta, Kartoffeln, verschiedene Gemüse, Geflügel-, Fleisch- und Fischgerichte. Als Nachtisch gibt es Gebäck (Kuchen), Obst oder Puddingvarianten. Zweimal pro Woche gab es sogar Eis. Nachdem Essen wahlweise Kaffee oder Tee. Abendessen ca. 19:00 - 21:00 Die Auswahl war genauso reichhaltig wie zu Mittag. Das Abendessen wurde als Themenabend (Caribbean-Night, Western-Night, Italian-Night, Barbecue-Night,...) dargereicht. Wobei sich die Gerichte an das jeweilige Thema orientierten und von den Köchen direkt am Büffet zubereitet wurden. Diese Themen wiederholten sich wöchentlich, was wir als positiv empfunden haben. Man freut sich schon auf nächste Woche um bei diesem kulinarischen Erlebnis dabei zu sein. Insbesondere sei auf den Barbecue-Abend hingewiesen, wo unter freiem Himmel an zwei großen Grills diverse Fleischsorten und Fisch zubereitet werden. Selbstverständlich gab es auch nach dem Abendessen wahlweise Kaffee oder Tee.

Ein bis zweimal die Woche finden Abendprogramme in der Bar statt. Einmal pro Woche war Diskoabend. An solchen Abenden ist meistens die All-In-Variante günstiger, aber den Allinclusiv-Zuschlag zahlt man für jeden Tag!!! Als Vergleich, unsere Getränkerechnung belief sich für die drei Wochen auf 340 US$. Der Reiseveranstalter hätte vorab 1050 Euro verlangt. Vor Ort nachbuchbar wären 924 US$ fällig gewesen.

Die gesparten Getränkekosten lassen sich besser beim Tauchen investieren. Für jeden Maledivenreisenden sollte es eigentlich Pflicht sein, den Kopf wenigstes einmal unter Wasser zustecken. Sei es beim Schnorcheln. Hierfür ist Embudu mit seinem rund herum verlaufenden Hausriff hervorragend geeignet oder zum Tauchen. Das Hausriff ist auch für viele abwechslungsreiche Tauchgänge bestens geeignet. Die Korallenbleiche hat zwar fürchterlich zugeschlagen, besonders die Hartkorallen hat es schwer getroffen aber die Weichkorallen beginnen sich sichtbar zu erholen. Die fünf gekennzeichneten Ein-/Ausgänge am Hausriff sollten nicht nur von den Tauchern sondern auch grundsätzlich von den Schnorchlern und Schwimmern benutzt werden. Wir appellieren eindringlich an die Vernunft aller, nicht auf den Korallen rumzutrampeln, sie sind Lebewesen wie wir alle und dadurch würde das Wachstum von Jahren vernichtet. Dieser Appell richtet sich natürlich auch an die Besucher anderer Inseln. Gerade jetzt, nach der Korallenbleiche, bedürfen sie einen besonderen Schutz, um sich zu regenerieren.

Alle die sich einen Eindruck über die Korallenbleiche und das wieder einsetzende Wachstum machen möchten, sei empfohlen, Embudu einmal zu umschnorcheln. Es ist in gemütlichem Tempo in etwa 2,5 Stunden möglich.

Und für alle die gerne mal länger das schwerelose Treiben unter Wasser erleben möchten, ist die ansässige Tauchbasis "Diverland" sehr zu empfehlen. Die Tauchlehrer/in Janosc, Ela, Oli, Krys und Matthias kümmern sich individuell um jeden Einzelnen. Vom Anfänger bis zum altgedienten Profi findet hier jeder immer einen Ansprechpartner. Zuerst sei als Info für erfahrene Taucher gesagt, dass das Tauchen praktisch rund um die Uhr am Hausriff möglich ist. Des weiteren werden zwei Tauchausfahrten pro Tag angeboten. Bei ausreichender Nachfrage wird auch eine Early-Morning- oder Nachttauchausfahrt gemacht. Der legendäre Embudu-Express ist ein Muß für jedes Logbuch. Super an den Bootstauchgängen ist, man muss sich lediglich 30 Minuten vor Abfahrt an der Tauchbasis einfinden. Dadurch ist man noch freier in seiner Tauchgangsplanung, man muss sich also nicht schon am Vortag entscheiden. Die anstehenden Ziele der Tauchausfahrten werden am Vorabend auf Tafeln an der Tauchbasis und im Rezeptionsbereich bekannt gegeben. Für Tauchen und Lehrgänge mit Nitrox und Dräger Rebreathern ist die Basis ebenfalls bestens gerüstet.

Jetzt zu den Anfängern und die, die noch nicht so genau wissen, ob sie das Tauchen versuchen sollen. Bei "Diverland" wird nach dem weltweiten PADI-Standard ausgebildet. Die Ausbildung wird in kleinen Gruppen durchgeführt und auf jeden Teilnehmer wird individuell eingegangen. Die verwendeten Tauchausrüstungen sind Markenartikel und perfekt bis hin zum Tauchcomputer. Während unseres Aufenthaltes wurden die technisch intakten SeaQuest-Jackets, die lediglich ihre Gewebe-Farbintensität durch Salzwasser und UV-Einstrahlung eingebüßt hatten, durch neue Aqualung-Jackets ersetzt. Die Flora der Unterwasserwelt hat wie oben schon erwähnt durch die Korallenbleiche gelitten, aber die Fauna (also die Fischwelt) hat keinen sichtbaren Schaden genommen. Man hat sozusagen die Chance alles zu sehen. Aber keine Angst vor menschenfressenden Ungeheuern. Bei der überwältigenden Fischmenge leben Haie wie im Schlaraffenland, somit stehen unverdauliche Neoprenfische nicht auf ihrem Speiseplan. Ein Sichtkontakt hat schon einen gewissen Reiz. Ansonsten verfährt man mit der Einstellung "tust du mir nichts, tue ich dir auch nichts" eigentlich am Besten, d.h. die Unterwasserwelt sollte in Ruhe gelassen werden. Es wird nichts angefasst, gejagt oder gefüttert, sondern nur beobachtet. Dabei sind es nicht immer nur die "Großen", gerade die "Kleinen" in ihrer fantastischen Vielfalt machen jeden Tauchgang zu einem neuen Erlebnis. Ihr solltet euch mal von Ela den Langnasen-Büschelbarsch zeigen lassen oder vielleicht seht ihr bei einem Bootstauchgang einen Anglerfisch. Die Natur hat eine Vielfalt der Täuschung und Tarnung hervorgebracht. Die Tauchbasis verfügt über eine recht gut ausgestattete Bibliothek zur Fisch- und Korallenbestimmung. Bei eurem ersten Bootstauchgang braucht ihr euch ebenfalls keine Sorgen zu machen. Die Bootscrew ist nicht nur im Steuern eines Bootes und Auffinden der wunderschönen Tauchplätze geschult, sondern sie ist auch behilflich beim Zusammenbau und Check der Ausrüstung. Vor dem Tauchgang erfolgt ein ausführliches Briefing in deutsch, englisch und französisch durch die begleitenden Tauchlehrer. Zuerst verlassen die Unguided-Taucher das Boot, dann habt ihr alle Zeit der Welt mit eurer Gruppe den Einstieg ins Wasser zumachen und euch dem schwerelosen Treiben hinzugeben. Nach dem Tauchgang wird von der Crew eine Tasse leckeren Tee gereicht. Sonnenhungrige kommen beim Tauchen auch nicht zu kurz, das Tauch-Dhoni verfügt über ein schönes Sonnendeck.

Nun habe ich aber genug verraten. Fliegt einfach hin, ich habe es schon vor 10 Jahren nicht bereut, auf dieser Insel gewesen zu sein.

Bis November 2003

Erhard

Alle Bilder sowie ein kleines Video (MPEG, 13MB) in diesem Bericht wurden uns von Angelika Kahnert und Fred Mikolayczyk zur Verfügung gestellt. Danke!


Infos

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