Einleitung
Wir haben von 11.05. bis zum 25.05.2000 unseren
Urlaub auf Madeira verbracht. Es handelte sich vorwiegend um einen Tauchurlaub.
Im Folgenden möchte ich meine gesamten Eindrücke wiedergeben.
Insel
Madeira ist eine Insel im Nordatlantik. Sie liegt
ungefähr auf demselben Breitengrad wie Casablanca bzw. Marakesch,
jedoch ca. 1.000 km westlich im Atlantik. Die Insel verdankt ihren Ursprung
vulkanischen Aktivitäten. Sie besitzt eine längliche Form und
erreicht eine Ausdehnung von ca. 60 km von Ost nach West. Ihre maximale
Breite in Richtung Nord-Süd beträgt ca. 20 km. Grob lässt
sie sich in einen nördlichen und einen südlichen Landschaftsbereich
aufteilen. Beide Landschaften sind durch ein Zentralgebirge und eine Hochebene
getrennt. Der nördliche Teil ist wasserreich aufgrund von häufigen
Niederschlägen und bietet ein sehr frisches und dichtes Vegetationsbild.
Der südliche Landschaftsbereich ist sonniger und entsprechend trockener.
Jedoch ist auch der südliche Bereich im Jahresmittel deutlich kühler
und regenreicher als die Kanarischen Inseln.
Südöstlich liegen die Desertas, eine
unbewohnte Inselgruppe, die unter strengstem Naturschutz steht. Nordöstlich
liegt Porto Santo, eine Badeinsel mit einem langen Sandstrand.
Politisch gehört Madeira zu Portugal und damit zur EU.

Sao Lourenço, die Ostspitze
von Madeira
Kulturlandschaft
In den vergangenen Jahrhunderten hat Madeira wichtige
Einkünfte durch Zuckerrohr- und Weinanbau bestritten. Der Anbau erfolgte
im südlichen Inselteil, der jedoch in den Sommermonaten häufig
zu wasserarm war. Dieser Wasserknappheit begegnete man durch ein System
von offenen Wasserleitungen, Levadas genannt. Mit Hilfe dieser Bewässerungssysteme
wurde Wasser aus dem regenreichen Norden in den trockenen Süden transportiert.
Die Levadas wurden aus Steinen erbaut und mit einem schmalen Versorgungs-
bzw. Wirtschaftsweg versehen. An den Berghängen entstanden befestigte
Terassen, die die Bauern mit Wasser aus den Levadas bewirtschafteten. Ein
anderer Wirtschaftsfaktor ist die Fischerei und war früher der Walfang.
Der wachsende Tourismus ist eine wichtige neue
Einnahmequelle und prägt vor allem im Süden zunehmend das Landschaftsbild:
Straßen- und Wohnungsbau verunstalten zunehmend die Landschaft zwischen
Funchal und Machico, wie sie noch vor ca. acht Jahren vorhanden war. Wir
haben beispielsweise erlebt, dass ein wunderschöner Schilfwald in
Caniço de Baixo, der von einem Bach durchflossen wurde, platt gemacht
und für eine breite Uferpromenade zubetoniert wurde. So verwundert
es auch nicht, dass der einzige Fußweg von Caniço de Baixo
nach Caniço, der durch wunderschöne Gärten und an romantischen
Häuschen vorbeiführte, mitsamt vielen Gärten dem Straßenbau
geopfert wurde.
Zwischen Funchal und Machico (Flughafen) wird
eine Autobahn gebaut. Außerdem entstehen viele große mehrstöckige
Wohnkomplexe und Hotels. Selbstverständlich darf man den Menschen
dort nicht verübeln, wenn sie sich bequemere Verkehrsverbindungen
und mehr Wohlstand wünschen. Leider herrscht aber, nach meiner Ansicht,
bei den verantwortlichen Planern und Politikern noch kein Gespür für
schützenswerte Infrastrukturen und noch kein Geschick, vielleicht
notwendige Bauprojekte ästhetisch in die Landschaft zu integrieren.
Ich kann nur hoffen, dass diese Bausünden auf den genannten Landschaftsstreifen
beschränkt bleiben.

Häuser, wie sie typisch in der
Landschaft verstreut liegen. Solche Bilder gehören zumindest an der
Südküste bald der Vergangenheit an.
Wandern
Madeira bietet hervorragende Möglichkeiten
zum Wandern. Berühmt sind die Wanderungen entlang der Levadas. Hier
kommt der Naturliebhaber voll auf seine Kosten. Seltene Pflanzen und urwüchsige,
atemberaubende Landschaften sowie romantische Dörfer und alleinstehende
Häuschen bestimmen häufig das Bild.

Bild einer typischen Levada. Der Versorgungs-
bzw. Wanderweg rechts ist deutlich zu erkennen. Solche Wanderungen verlangen
ein gewisses Maß an Schwindelfreiheit. |
Tauchen im Unterwassernationalpark
Dankenswerterweise wurde ein Bereich an der Südküste
zum Unterwassernationalpark erklärt. Hier darf weder mit Netzen gefischt
noch geangelt werden. Der Park erstreckt sich von Funchal (Inselhauptstadt)
bis zum Ort Caniço. Die Schutzmaßnahmen zahlen sich mittlerweile
in einer interessanten und artenreichen Fauna aus. Im Vergleich zum Ionischen
Meer brummt das Leben nur so, und Großfischbegenungen oder Begegnungen
mit großen Fischschwärmen sind absolut keine Seltenheit. Die
Unterwasserflora hingegen scheint, verglichen mit der Ostsee oder anderen
Tauchgebieten im Nordatlantik, eher karg.
Der Atlantik um Madeira ist ein Tauchgebiet, das
manchmal besondere Anforderungen an die Fähigkeiten der Taucher stellt.
Mitte Mai, als wir tauchten, hatte das Wasser eine Temperatur von 19 Grad
Celsius. An einigen wenigen Tagen war der Wellengang und damit die Brandung
so stark, dass nur mit einiger Geschicklichkeit ins und aus dem Wasser
zu kommen war. Bei einigen Tauchgängen hatten wir Strömungen
in unterschiedlicher Richtung und Stärke. Die Sichtweiten schwanken
zum Teil sehr stark, aufgrund von Schlammeinträgen von Bächen,
Levadas und Baustellen. Wenn man Pech hat (wir haben das zum Glück
nicht erlebt), können Sichtweiten von einem Meter, und wenn man Glück
hat (dies haben wir auch nicht erlebt), können Sichtweiten von ca.
50 Metern vorhanden sein. Wir hatten meistens geschätzte Sichtweiten
von 15 bis 25 Metern.
Einzige Tauchbasis im Unterwassernationalpark
Leistungen
Im Ort Caniço de Baixo (Unteres Caniço)
liegt die Tauchbasis Manta Diving Center, von der aus wir unsere Tauchgänge
durchgeführt haben. Diese Tauchbasis bietet folgende Leistungen an:
1. Tauchgänge am Hausriff und nähere
Umgebung ohne Bootsanfahrt.
2. Tauchgänge vom Boot aus zu Tauchplätzen
der näheren Umgebung.
3. Geführte Tauchgänge am Hausriff ohne
Aufpreis.
4. Nachttauchgänge.
5. Ausbildung nach Barakuda-Richtlinien bis Gold
und Sonderbrevets.
6. Ausbildung nach PADI bis zum Divemaster.
Mit Neuankömmlingen wird ein Checktauchgang
durchgeführt. Dieser ist nicht besonders anspruchsvoll und beinhaltet
lediglich die Übungen teilgeflutete Maske ausblasen sowie Wechsel-
bzw. Oktopusatmung.
Zeitplan
Es werden an jedem Tag außer Sonntag zwei
Tauchgänge angeboten. Um zehn Uhr findet der erste und um 14 Uhr der
zweite Tauchgang statt. Dies sind meistens Tauchgänge am Hausriff
und bei guter Wetterlage auch Bootstauchgänge. Nach Absprache kann
auch zu anderen Zeiten getaucht werden.
Montags um 21 Uhr wird ein Nachttauchgang angeboten.
Basencrew
Die Basencrew besteht derzeit aus drei Leuten.
1. Gabi Anhalt, PADI Instruktorin und Basenbetreiberin
2. Stefan Maier, Barakuda Tauchlehrer und Basenbetreiber
3. Thomas Holbein, PADI Instruktor
Informationsquelle
Aktuelle Informationen findet man auf der Homepage
des Manta Diving Center.
Lage und Infrastruktur
Die Tauchbasis liegt am Fuße eines Steilhanges.
Oben befindet sich ein Hotelkomplex und unten die Badebucht (Lido) mit
Tauchbasis. Die Lido lässt sich bequem mit einem Fahrstuhl erreichen.
Die Tauchbasis macht einen sauberen und aufgeräumten Eindruck. Sie
besteht aus zwei Gebäuden. Im unteren Gebäude (nachts abgeschlossen)
wird das Equipment der Gäste untergebracht. Das obere Gebäude
besteht aus vier Räumen: einem Umkleideraum, einem Schulungsraum,
einem Raum für das Leihequipment und einem Kompressorraum. Der Kompressorraum
ist normalerweise für die Gäste tabu. Das obere Gebäude
befindet sich auf einer Betonplattform, auf der sich die Taucher im Freien
anrödeln. Auf dieser Plattform befinden sich zusätzlich Möglichkeiten,
das Equipment zum Trocknen aufzuhängen. Auf der unteren Plattform
befinden sich Süßwasserduschen, Toiletten und eine Spülwanne.
Zusammengefasst ist die Basisinfrastruktur für
die Tauchgäste optimal.
Das Bild links zeigt die gesamte Anlage. Unten links die Tauchbasis, unten
rechts ein kleiner Übungspool und im "Turm" der Fahrstuhl.
Von unten kann man sich ein gutes Bild der Einstiegsstellen machen. Bei
Ebbe beträgt die Sprunghöhe am Haupteinstieg 3-3,5 Meter, an
der Treppe rechts neben dem Pool maximal einen meter. Die Aufnahme wurde
bei günstigen Wind- und Wetterverhältnissen gemacht. Unten links
ist die immer vorhandene Grunddünung zu erkennen.
Ausrüstungen
Für eine mir nicht bekannte Anzahl von Tauchern
sind komplette Leihausrüstungen vorhanden. Dazu gehören z.B.
Sharewood Atemregler und Mares Jackets. Vorwiegend sind 12-, aber auch
10-l-Flaschen vorhanden. Für besondere Fälle, wozu leider auch
ich zähle, existiert noch eine einzelne 15-l-Flasche. Obwohl die Ausrüstungen
einen guten Eindruck machen, sind während unserer Anwesenheit folgende
Probleme aufgetreten: In zwei Fällen waren die Ventilschrauben der
Flaschen nicht völlig dicht, einmal klemmte ein Finimeter, und bei
einem weiteren Taucher versagte der Inflator eines Jackets. Ob sich diese
Probleme noch im normalen statistischen Rahmen bewegen, vermag ich nicht
zu beurteilen.
Tauchgänge von Land aus
Die Lido bildet den Ausgangspunkt für eine
Reihe von schönen und interessanten Tauchgängen. Es lassen sich
folgende Tauchplätze aufzählen:

Die Karte zeigt einen Teil der Tauchplätze,
die von der Lido aus ohne Boot direkt erreicht werden können. Der
Haupteinstieg befindet sich oben ganz rechts, der Einstieg für die
Arena links vom Lavafinger.
Lavafinger
Der Lavafinger ist ein Riff, das sich von der
Hausbucht, wo er noch aus dem Wasser ragt, bis in eine Tiefe von ca. 32
Metern erstreckt, und zwar in südöstlicher Richtung. In ihm befinden
sich mehrere Furchen (»Sandstraßen«), in denen man entlangtauchen
kann. Diese bieten auch Schutz bei zu heftiger Strömung. Auf der Ostseite
des Lavafingers befindet sich eine kleine Höhle. Östlich vom
Lavafinger liegt Geröllboden, der in größerer Tiefe in
Sandboden übergeht. Auf der Westseite befindet sich überwiegend
Sandboden. Die tiefliegende Spitze ist ebenfalls von Sand umgeben. Beim
Tauchen am Lavafinger konnten wir folgende Tiere sehen:
Am Tage:
| Gelber Zackenbarsch, auch
Atlantischer Insel-Zackenbarsch genannt |
 |
| Braune Zackenbarsche |
 |
| Spitzkopf-Zackenbarsche |
|
| Rauchflossenmakrelen |
|
| Röhrenaale – Tausende!
(beeindruckend) |
 |
| Braune Muränen unterschiedlicher
Größe |
 |
| Gelbstriemen |
|
| Brassen: diverse Arten,
z. B. Ringelbrassen |
 |
| Atlantische Mönchsfische
(allgegenwärtig) |
|
| Pfauenlippfische |
|
| Meerpfauen |
 |
| Goldmaid |
|
| Papageienfische |
 |
| Neon-Riffbarsche |
|
| Drachenköpfe |
|
| Kugelfische: zwei Arten |
|
| Sepien |
 |
| Seeigel: diverse Arten |
|
| Feuerwürmer |
 |
Nachts:
| Meerbarbenkönige |
|
| Seegurken |
|
| Krake: rot mit langen
Armen, ziemlich groß |
 |
| Babykrake (echt niedlich) |
|
| Garnelen: diverse Arten |
 |
| Gespensterkrabben |
 |
| Einsiedlerkrebse |
|
| Tritonshorn |
|
| Nacktschnecken: diverse
Arten, z. B. Pfirsich-Nacktschnecke |
|
Drückerfelsen
Südwestlich vom Ende des Lavafingers befindet
sich in einer Entfernung von ca. 40 Metern der Drückerfelsen. Er liegt
in einer Tiefe von etwa 34 Metern. Mit einer Höhe von ca. zwei Metern
ist er relativ flach, aber lang estreckt. An diesem Felsen lebt eine Drückerfischkolonie.
Wir fanden dort eine Gruppe von ca. zwölf großen Drückern.
Auf dem Sandgrund befand sich ein marmorierter Zitterrochen.
Arena
Westlich vom Fingerriff liegt ein weiterer phantastischer
Tauchplatz. Er ist mit einer Boje markiert und daher einfach anzupeilen.
Die Entfernung vom Einstieg beträgt schätzungswiese 100-150 Meter.
Die Arena stellt eine hufeisenförmige Einbuchtung dar, die nach Süden
offen ist. Vor der Einbuchtung liegt ein großer Felsen (genannt Pico).
Am hinteren Ende befindet sich ein Felsdurchbruch (kleiner Tunnel), der
nach Westen durchtaucht werden kann. Der tiefste Punkt der Arena liegt
bei 24 Metern. Vor der Arena, aber auch mitten drin, quirlte eine Fischsuppe
(Schwärme) bestehend aus folgenden Arten:
| Zackenbarschschule |
|
| Meerbarben: Rote und Gestreifte,
die den Sandboden nach Nahrung durchforsteten |
|
| Trompetenfische |
|
| Gelbflossenstachelmakrelen |
|
| Goldstriemen |
 |
| Braune Muränen |
 |
| Krake |
|
| Lippfische: diverse Arten |
|
| Frische Sandabdrücke
von Rochen |
|
Große Höhle
Die große Höhle liegt östlich
von der Basis in der Steilküste. Sie hat ihren Eingang in 12 Meter
Tiefe. Die Höhle geht 50 Meter tief in den Fels hinein. Am Ende existiert
eine Luftblase, in der aufgetaucht werden kann.
Ich selber habe sie nicht betaucht, da ich unter
einer leichten Klaustrophobie leide. Andere, die drin waren, erzählten
von diversen Nacktschnecke n, Gabeldorschen, einem Riffhummer, Garnelen,
Bärenkrebsen...
Osttour
Dies ist kein offiziell empfohlener Tauchgang,
aber auch sehr schön. Wir tauchten von der Basenbucht auf eine Tiefe
von ca. 20 Metern zum Sandboden. Auf dem Sandboden liegen verschieden große
Felsen. Nach Erreichen des Sandbodens tauchten wir in Richtung Osten bis
in eine Tiefe von fast 30 Metern. Wir trafen auf einen Sardinenschwarn,
der einen Ring über uns bildete. Gegen Halbzeit des Tauchgangs trafen
wir auf einen wirklich großen, fast schwarz wirkenden Zackenbarsch.
Dieser ließ uns sehr dicht an sich heran. In der Nähe wühlten
große Gelbflossenstachelmakrelen den Grund auf.
Bootstauchgänge
Allgemeines
Die Basis nennt ein Aluminium-Schnellboot mit
zwei Außenbordmotoren ihr Eigen. Mit diesem Boot werden die Bootstauchgänge
unternommen. Bei sehr ruhigem Wasser können die Taucher direkt von
der Lidoplattform ins Boot steigen. Normalerweise springen die Taucher
voll angerödelt von der Plattform ins Wasser, schwimmen zum Boot und
klettern dann über eine Leiter hinein. Wenn das Boot über die
Wellen saust, schlägt es manchmal ziemlich hart auf. Dies ist für
Taucher mit Wirbelsäulenproblemen nicht gerade der Hit.

Besagtes Aluschnellboot. Mit ihm erreicht
man schnell jeden gewünschten Tauchplatz. |
Garajau
Garajau ist ein altes Fischerdorf. Vor dem Dorf
liegt eine Bucht, in der sich der Tauchplatz befindet. Dieser Platz wird
in ca. sieben Minuten mit dem Schnellboot erreicht. Er ist berühmt
für seine handzahmen Zackenbarsche. Es wird an der Bojenkette abgetaucht.
Schon in geringer Tiefe, gleich nach dem Abtauchen, näherte sich uns
ein großer, brauner Zackenbarsch. Er drängte sich förmlich
auf, ließ sich gerne kraulen und begleitete uns noch eine Weile bei
dem Tauchgang. Dort sollen auch Barakudas zu sehen sein - bei besserer
Sicht. Dies war der einzige Tauchgang, an denen wir eine Sicht von unter
zwanzig Metern erlebten.

Die Zackis von Garajau sind sehr neugierig
und handzahm. Sie werden von Zeit zu Zeit gefüttert. Dies ist zwar
diskussionswürdig; ich konnte mich aber trotzdem nicht zurückhalten,
einen solchen Brummer zu streicheln. |
T-Riff
Ein weiterer bekannter Tauchplatz ist das T-Riff.
Es besteht aus zwei benachbarten spitz aufragenden Felsen. Wir selbst haben
keinen Bootsausflug dorthin gemacht. Die Taucher, die daran teilgenommen
haben, waren jedoch begeistert. Es gab sehr viele Muränen und freischwimmende
Stachelrochen.
Machico
Dieser Tauchplatz liegt im Osten, in der Nähe
des Flugplatzes. Er ist berühmt für seine schwarzen Korallen.
Leider ist durch Saugbaggereinsätze die Sicht zur Zeit häufig
getrübt. Wir haben auch dorthin keinen Bootstauchgang unternommen.
Resümee
Das Tauchen im Unterwassernationalpark bei der
Basis Manta Diving ist begeisterungswürdig. Die von mir aufgezählten
Fischarten sind sicherlich bei weitem nicht vollständig. Ich habe
nur beschrieben, was wir wirklich mit eigenen Augen gesehen haben.
In den Sommermonaten ist die Begegnung mit Adler-
und Mantarochen nicht unwahrscheinlich, und ganz selten sind auch Hammerhaischulen
zu sehen. Anders als in vielen tropischen Gewässern sind viele Lebewesen
besser getarnt und unscheinbarer. Durch eine Vielzahl von Ostseetauchgängen
sind wir gewohnt, genau hinzusehen und versteckte bzw. getarnte Tiere wahrzunehmen.
Diese Basis eignet sich für ausgebildete
Taucher, die bereits das Anfängerstadium hinter sich gelassen haben.
Für die Ausbildung von Anfängern sind die Infrastruktur und das
Gewässer nicht optimal, obwohl die Ausbildung gründlich und verantwortungsbewusst
durchgeführt wird. Ich hatte die Möglichkeit, die Ausbildung
eines PADI OWD-Novizen zu beobachten: super gemacht. Für Anfängerausbildung
sind aber Tauchplätze mit flachen Einstiegen und sanft abfallenden
Grund besser geeignet.
Auch könnte im Hochsommer der Andrang von
vielen Tauchern, die sich den Platz auf den Plattformen mit Sonnenbadenden
teilen müssen, zum Nervkram ausarten. Ein Ausblasen der Flaschen vor
der Montage der Regler ist unerwüscht, um die Badegäste nicht
zu stören und die Unterspindeln der Flaschenventile zu schonen. Dies
ist für mich nicht nachvollziehbar, und ich habe das Ausblasen nur
nach eindringlichem Bitten widerwillig unterlassen. Beim Kompressorbetrieb
werden keine Füllstandskarten ausgefüllt. Es werden lediglich
die Betriebsstunden notiert und nach festen Zeiten die Filter gewechselt.
Dies könnte m. E. unter Umständen zu feuchter Atemluft führen,
da der Einfluss der Lufttemperaturen auf die relative Luftfeuchte unberücksichtigt
bleibt.
Die Basencrew ist nett, aufmerksam und hilfsbereit.