In diesem letzten Teil des Zürichseeführers widmen wir uns ganz dem linken,
also südlichen, Ufer, das auch eine Vielzahl von Tauchplätzen aufweist,
die aber leider weitgehend so gut wie unbrauchbar sind, weil es keine Parkplätze
oder nur einen ungeeigneter Einstieg gibt. Tatsächlich existiert fast nur ein einziger Tauchplatz,
den ich aber dann annähernd uneingeschränkt empfehlen kann.
Die Regularien, um im Zürichsee tauchen zu können, liest man am besten
in Teil 1 nach. Hier noch einmal die Kurzfassung der wichtigsten Punkte:
Alphaflagge vor dem Tauchen setzen ist Pflicht und teuer, wenn man ohne
erwischt wird.
Hafengebiete, Anleger und Naturschutzgebiete sind Tabu!
Nur auf ausgeschriebenen Parkflächen parken.
Kein Privatgelände betreten.
Der Parkplatz und das Tauchgebiet gehört nicht nur Tauchern! Rücksicht
nehmen auf andere Gäste, besonders Badende im Sommer.
Auf dem ganzen See verkehren Boote jeglicher Art. Bei Tauchplätzen
in der Nähe von Kursschiffen den TG am besten mit dem Fahrplan synchronisieren.
Vorsicht bei Tauchen im Surfgebiet!
Es herrscht immer eine leichte Strömung an der rechten Uferseite.
Tempolimit auf der Seestrasse beachten.
Sturmwarnungen beachten und ernst nehmen.
Unterlasst das "Grüezi", wenn euch nicht ein Schweizer bestätigt,
dass ihr es beherrscht :) Bleibt beim "Guten Tag".
Weitere Tauchplätze des Zürichsees findet man außerdem in Teil 2
Tauchplatz 18: Waedenswil, Blattmann und Co.
Von Zürich aus auf der Seestrasse ist einige hundert Meter hinter McDonalds
die Firma Blattmann Cerestar (früher Blattmann und Co.). Etwa 300m weiter
befindet sich auf der linken Seite ein kleiner Bahnübergang, den man überquert
und direkt dahinter wieder nach links abbiegt und bis zum Ende fährt. Hier
befindet sich eine kleine Bootsrampe an einem Parkplatz für nur drei Autos!
Der Tauchplatz ist hier schlammig und relativ flach und mit wenig Pflanzen
besiedelt. Max. Tauchtiefe hier 25m. Was den Tauchplatz für Sammler interessant
macht, ist, daß man hier gelegentlich noch alte Flaschen finden kann! Selten
wurde auch der Fund eines Tonkrugs berichtet. Dicht bei der Einstiegsstelle
ist noch ein überdachter Anleger für Motorboote und Segel(!)yachten, die
über den Tauchplatz hinwegfahren. Vorsichtig auftauchen, die Segler sind
nicht zu hören!
Tauchplatz 19: Halbinser Au/Vorder-Au
Hier kommt er auch schon, der einzige wirklich zu empfehlende Tauchplatz!
Von Pfäffikon SZ Richtung Zürich auf der Seestraße nach Au fahren und
dort dem Wegweiser zur Halbinsel Au folgen. Man gelangt über die Eisenbahnbrücke
und nimmt nach selbiger die erste Möglichkeit rechts (Richtung Kantonales
Schulungszentrum) und stellt dort am Parkplatz sein Auto ab. Da hier auch
ein beliebtes Spaziergängerrevier ist, empfiehlt sich zeitiges oder sehr
spätes anreisen, da man sonst keinen Stellplatz bekommt (oder man auf den
zweiten Tauchplatz ausweichen muss, was, wie man bei Tauchplatz 20 nachlesen
kann, weniger lustig ist). Folgt man der Straße noch bis zum Ende, gelangt
man rechts an der See und man sieht die Walfluke.
Bitte nicht hier am Bootssteg einstiegen! Wendet man sich nach links, sieht
man ein Tor, was am See entlang führt. Dieser Weg ist offiziell Privatgelände.
Bitte das Tor hinter sich wieder schließen und ruhig den Tauchplatz aufsuchen,
ohne den fremden Rasen oder gar die Rosenrabatte zu betreten. Sonst wird
eines Tages auch dieser Tauchplatz gesperrt.
Diesen Weg muss man etwa 150m bis zum Ende folgen, bis dort, wo die Äste
der Bäume das Wasser berühren. Dort ist eine kleine Bucht, bei der sich
der Einstieg befindet.
Hier gibt es zwei Möglichkeiten des Tauchens. Im rechten Winkel zur Bucht
abtauchen - man trifft auf 8m eine Felswand, die bis 25m abfällt. Man kann
dieser dann nach rechts folgen und sieht oft Trüschen in den Felsspalten.
Taucht man von hier jedoch nach links, fällt die Felswand ziemlich steil
und noch ziemlich tief ab!
Ausstieg ist nur an der Einstiegsstelle moeglich!
Das Kursschiff, das seine Haltestelle etwa 200m entfernt Richtung Zürich
hat, fährt direkt ueber den Tauchplatz hinweg.
Wenn es gerade vorbeituckert, wenn man ins Wasser steigen will, sollte man
einen Moment warten, es verursacht ziemlich starke Wellen.
Tauchplatz 20: Halbinsel Au/Schiffsanleger
Von Pfäffikon SZ Richtung Zürich auf der Seestraße nach Au fahren und
dort dem Wegweiser zur Halbinsel Au folgen. Man gelangt ueber die Eisenbahnbrücke
und fährt dann weiter geradeaus den Berg hoch Richtung Restaurant/Hotel.
Dort befindet sich ein großer Parkplatz (Achtung: Ein Car-Parkplatz ist
nicht für Autos, sondern ausschließlich fuer Busse!)
Nachdem man den Wagen abgestellt hat, wirft man einen Blick auf den Fahrplan
des Kursschiffes, denn sein Anleger ist zugleich der Einstieg. Die Tauchzeit
muß also abgestimmt werden!
Vom Fahrplan aus geht dann ein relativ steiler, ca. 300m langer, asphaltierter
Weg hinab zum Anleger. Ausreichende Fitness, besonders beim Rückweg, ist
dringend empfohlen.
Dieser Tauchplatz ist für seine wunderschönen und stark zerklüfteten Steilwände
bekannt, die auch viele Überhaenge haben. Hier herrscht geradezu Trüschengarantie.
Taucht man Richtung Zürich, kann man an unterschiedlichen Stellen aussteigen.
Ein Weg am Seeufer entlang fuehrt einen immer wieder zum Anleger. Nach rechts
tauchende sollten beizeiten umkehren oder aber mit entsprechendem Luftvorrat
und Fitness zum etwa 200m entfernten Ausstieg von Tauchplatz 19 tauchen,
der Rückweg ist dann aber sehr weit.
Das Kursschiff fährt selbstverständlich direkt über den Tauchplatz hinweg.
Es muß sich nicht an den 50m-Radius halten, den Wasserfahrzeuge jeglicher
Art rund um die Alphaflagge einzuhalten haben. Kursschiffe auf ihrer regulären
Route sind von dieser Vorschrift ausgenommen.
Tauchplatz 21: Horgen, Strandbad
In Horgen dem Wegweiser zur Fähre nach Meilen folgen. Direkt nach dem Ende
der Rampe, geht rechts eine kleine Straße weg, in die man abbiegt.Man folgt
dieser ziemlich lang, bis sie zu einer Einbahnstraße wird. Das Schwimmbad
ist nicht zu übersehen. Es hat etliche, wenn auch (im Hochsommer) nicht
ausreichend Parkplätze. Je nach Wetterlage ist hier auf das Tauchen zu verzichten
oder früh anzureisen, damit man noch einen Parkplatz ergattert.
Das Schwimmbad selbst ist ein Bassin, was im See schwimmt. Man kann es, mit
Genehmigung des Schwimmmeisters, untertauchen. Dies ist aber nur sehr geübten
Tauchern zu empfehlen.
Der Einstieg selbst befindet sich hinter dem Bad. Man sollte also so weit
vorn wie moeglich parken. Hinter dem Bad mündet der Aabach in den See, wenn
man den Holzpavillon passiert, gelangt man zur Mündung, wo eingestiegen
wird.
An diesem Tauchplatz gibt es nichts spektakuläres zu sehen. Der schlammige
Grund fällt flach ab und reicht bis in etwa 20m Tiefe. Im Flachbereich findet
man im Sommer Pflanzenbewuchs.
Tauchplatz 22: Horgen, Papierfabrik
Obwohl von der Gemeinde Horgen ein offiziell ausgeschriebener Tauchplatz,
ist dieser Tauchplatz absolut ungeeignet. Er sei hier nur der Vollständigkeit halber
erwähnt.
In Horgen Richtung Zürich fahren. Kurz vor dem Ortsausgang befindet sich
eine Bahnunterführung. Unmittelbar dahinter biegt man rechts ab und nach
kurzer Strecke gelangt man rechts an ein Autohaus. Direkt gegenüber befindet
sich eine schmale Straße, die zwischen Papierfabrik und Kläranlage hindurch
führt. Hier bis zum Ende fahren. Parkplätze gibt es hier offiziell keine,
denn sie sind allesamt fuer Mitarbeiter reserviert. Am Wochenende ist hier
jedoch fast alles frei. Am Ende ist ein kleiner Hafen und ein kleiner Steg
zum Einsteigen. Dieser ist jedoch etwa 50cm oberhalb der Wasserfläche, was
das Einsteigen unmöglich macht. Alternativ kann man über die groben Steine
daneben klettern.
Wegen des Hafens und dem damit verbundenen regen Bootsverkehr ist dieser Tauchplatz
nur bei schlechter Witterung und im Winter zu empfehlen. Zu sehen gibt es
jedoch nicht viel: Der Schlammgrund ist nur mäßig mit Pflanzen besiedelt.
Max. Tauchtiefe hier 20m. Nachts kann man jedoch reichlich Aale beobachten,
tags Schwärme kleinerer Flußbarsche.
Tauchplatz 23: Oberrieden, Tischenloo
Von Horgen aus Richtung Zürich befindet sich ein kleiner Parkplatz unmittelbar
vor dem Ortsausgang. Er besteht aus Privatparkplätzen, sowie 6 öffentlichen.
Neben dem Parkplatz befindet sich eine Bootsrampe, die auch der Einstieg
ist. Hier legen jedoch im Sommer diverse kleine Boote an! Allgemeine Rücksichtnahme
und Vorsicht beim Auftauchen ist geboten.
Tauchen kann man Richtung Zürich, dort findet man jedoch nur einen schrägen
Hang mit Geröll, der bis 40m abfaellt.
Zur rechten hin, leicht schräg zum gegenueberliegenden Seeufer findet man
ein Felsband, dass sehr interessant ist, da es zahlreiche Überhänge hat.
Es beginnt bei 12 m und endet etwa bei 25 m. Darunter findet man nur noch Geröllhalden
und einzelne größere Felsbrocken.
Tauchplatz 24: Kilchberg, Lindt und Sprüngli
Mitten in Kilchberg ist die Firma unschwer zu übersehen. Seeseits befindet
sich ein Betriebsparkplatz direkt gegenueber, der unter der Woche gesperrt
ist. Am Wochenende darf hier jedoch geparkt werden.
Der Einstieg befindet sich unterhalb der Bootsfirma Boesch. Der Grund hier
ist flach und schlammig. Wenn man einige Minuten geschwommen ist, gelangt
man zu einer kleinen Felswand, die bei 20m auf 30m abfällt.
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