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Tauchen mit Behinderten
Tauchen mit Behinderten Teil Nr.3
Martin Rubner
Gerade mit frischen Eindrücken zurück von der REHAB in Karlsruhe,
möchten wir Euch heute einen weiteren Einblick in das Thema "Tauchen mit
Behinderten bzw. mit einer Behinderung" geben.
Binden Sie ihre Beine und Arme doch einmal an den Oberkörper und versuchen
nun zu tauchen. Warum sollten Sie das machen? Ganz einfach. Um einmal zu
erleben, wie sich ein Behinderter fühlt der gerne einmal das Tauchen
ausprobieren oder erlernen möchte. Sie werden schnell feststellen, daß
das ganze alleine nur sehr schwer durchführbar ist. Trotzdem möchten
Behinderte auch unseren Sport zunehmend öfter kennenlernen und erleben.
Aber mit normalen Tauchkursen ist dies nicht realisierbar. Hier bietet die
HSA als Verband für das Tauchen mit und für Behinderte sowohl Ausbildungen
für behinderte Menschen, wie auch Buddies und Tauchlehrer an, die mit behinderten
Menschen tauchen möchten. Im Folgenden zeigen wir Euch, wie sich Behinderte
beim Tauchen fühlen, wie Ausbildungen hierzu von der HSA aussehen und
welche Programme es für Taucher gibt, die mit Behinderten tauchen wollen.
Ausbildungsstufen:
Ein Level A-Taucher ist in der Lage, unabhängig mit einem Partner
zu tauchen. Er hat alle Leistungsstandards bewältigt und
hat demonstriert, daß er sicher Gerätetauchen, einfache, eigene
Notsituationen bewältigen und einem anderen Taucher in Not helfen
kann. Weiterhin beherrscht er einfache Rettungsübungen.
Bei der Level B-Zertifikation hat der Tauchschüler
erfolgreich die Leistungsstandards bewältigt, die zeigen, daß er sicher
Gerätetauchen und einfache eigene Notsituationen bewältigen kann.
Er ist jedoch nicht in der Lage einem anderen Taucher in dessen Notsituation
zu helfen.
Daher wird ein Level B-Taucher mit der Auflage zertifiziert, nur in Begleitung
von zwei Tauchpartnern zu tauchen, welche als Level A-Taucher oder höher
qualifiziert sind. Im Falle einer Notsituation ist so für jedes Mitglied
des Tauchteams - z.B. auch bei Blinden - eine angemessene Hilfestellung garantiert. Sie sind nicht in der Lage einem Tauchpartner in Not zu helfen, da sie an der Wasseroberfläche nicht sehen können in welche Richtung es zum Ufer bzw. zum Boot geht.
Auch bei Level C-Tauchern hat der Tauchschüler sicheres
Gerätetauchen demonstriert, dennoch ist er nicht in der Lage selbständig
eigene Notsituationen zu bewältigen oder einfache Übungen wie Abstiege,
Schwimmen unter Wasser oder das Bedienen des Jackets durchzuführen. Da
einige dieser grundlegenden Tauchfertigkeiten von einem Tauchpartner übernommen
werden müssen, wird ein Level C-Taucher zertifiziert mit der Auflage,
in Begleitung von zwei Tauchpartnern zu tauchen, von denen einer Level A oder
höher zertifiziert sein muß.Der zweite , assistierende Partner muß
mindestens den Standard Rescue Diver (Retten und Bergen) erreicht haben.
In der Regel wird es sich bei derartigen Tauchgängen um solche handeln,die von zertifizierten HSA-Instructoren
begleitet werden.
Der zweite Teil der HSA-Ausbildung besteht im "Dive Buddy Programm":
Es handelt sich hierbei um eine Ausbildung, die den Taucher
befähigt sensibel auf die besonderen Bedürfnisse behinderter Taucher
zu reagieren und angemessen zu handeln.
Diese Spezial-Zertifizierung ist für 1-Stern-Taucher oder Taucher
mit höherem Ausbildungsstand gedacht, die daran interessiert sind, mehr
über körperliche Behinderungen zu erfahren und diese besser zu verstehen.
Vermittelt wird, was Behinderungen sind und wie sie Menschen beeinflussen.Außerdem wird dargestellt,
wie man Menschen mit unterschiedlichsten Behinderungen sicher und effektiv
sowohl beim Tauchen als auch beim Reisen unterstützen kann.
In den Theorielektionen werden die verschiedenen Behinderungsformen und
das Grundwissen in Anatomie, Physiologie, Psychologie sowie die Auswirkungen von Behinderungen auf das Tauchen vermittelt.
Ein grundsätzliches Verständnis der Philosophie der HSA, des Verfahrens
und der Voraussetzungen der Multilevel-Zertifizierung sind unerläßlich um das System als Dive Buddy vernünftig und sicher anwenden zu
können.
Bei der Ausbildung zum Dive Buddy wird auf die Besonderheiten, die beim
Tauchen mit behinderten Menschen wichtig sind speziell dargestellt. So soll ein sicheres und verantwortungsbewußtes Tauchen mit behinderten Partnern
gewährleistet werden. Das sind zum Beispiel behindertengerechte Örtlichkeiten
bei Ausflugszielen, Schwimmbädern, Stränden, Booten, Restaurants
etc. Es gibt dabei mehr zu beachten, als man auf den ersten Blick sieht.
Bei den praktischen Übungen steht das Einfühlungsvermögen
in die Möglichkeiten der behinderten Menschen im Mittelpunkt. Zum einen
ist es wichtig zu wissen, was es bedeutet behindert und auf die Hilfeleistung
anderer angewiesen zu sein. Zum anderen muss man wissen, wie man Taucher mit
unterschiedlichsten Behinderungen am besten unterstützt.
Daher werden bei den Übungen verschiedene Behinderungsmerkmale simuliert:
Die Paraplegie, (Querschnitt) - wird durch das Zusammenbindern
der Beine und das Tauchen ohne Flossen dargestellt. Dies stellt den Funktionsverlust
der Bauch -, Rücken-, und Beinmuskulatur dar.
Die Tetraplegie wird durch den kompletten Funktionsausfall aller
Muskelgruppen unterhalb des Nackens simuliert, wodurch eine vollkommene Abhängigkeit von den Buddies
bei fast allen Tauchaktivitäten besteht. Hierbei werden
die Beine und die Arme vor der Brust zusammengebunden.
Blindheit wird durch eine abgeklebte Maske simuliert.So ist man auf eine Verständigung mittels Körperkontakt und anderweitiger fühlbarer Kommunikation
angewiesen ist.
Diese Simulationen muß jeder Teilnehmer einmal als behinderter Taucher
und einmal als Tauchgangsbegleiter bewältigen. Es werden
verschiedene Übungen wzB. Wechselatmung und kontrollierte Notaufstiege,
Maske abnehmen, angeln nach den Atemregler usw. durchgeführt.
Dieses Rollenspiel wird dann im Freigewässer wiederholt.
Die Voraussetzungen für die Zertifizierung sind:
· 1-Stern-Taucher oder höhere Ausbildungsstufe
einer international anerkannten Ausbildungsorganisation
· 36 geloggte Tauchgänge in zwei Jahren zu
Beginn des Dive Buddy-Kurses.
· Erfolgreiche Absolvierung der HSA- Ausbildungsstandards
Tauchen mit einer Behinderung ist wie Fliegen unter Wasser.
Praxisbeispiele der Ausbildung:
Beispiele der Ausbildung bei querschnittsgelähmten Kindern und Jugendlichen
Darstellung eines Tauchers mit einer Paraplegie
(Der Schüler/Patient ist ab den Bauchmuskel abwärts gelähmt,
also kein Bauch- Rücken- und Beinmuskeln)
Die Beine werden zusammengebunden. Der Taucher ist ab den Bauchmuskeln
abwärts gelähmt und versucht während des Tauchens diese Muskeln
nicht anzuspannen.
Handzeichen: OK, Abtauchen, Auftauchen, Zusammenbleiben
Der Taucher wird mit 2 Begleitpersonen, einem Buddy (Tauchgangsbegleiter)
und einem Instructor tauchen.
Der Taucher sitzt am Beckenrand, der Instructor befindet sich im Wasser. Der Buddy
steht hinter ihm und unterstützt ihn am Rücken.
Maske aufsetzen und darauf achten, daß alle Haare draußen sind. Außerdem muß der Maskenrand richtig am Gesicht anliegen, das Jacket mittels Inflatorschlauch
aufgeblasen sein, die Kontrolle ob der Bleigurt richtig sitzt durchgeführt sein und der Atemregler richtig im Mund
sitzen. Nun muß noch die Maske und der
Atemregler mit einer Hand festgehalten werden -los geht`s.
Der Taucher gleitet nun langsam mit Hilfe des Buddies ins Wasser wo ihn der Instructor in Empfang nimmt.
Dort muß sich der behinderte Taucher an das Wasser gewöhnen und ein wenig an der Wasseroberfläche Schnorcheln
Als nächstes erfolgt das gemeinsame Abtauchen und eine neutrale Tarierung unter Wasser.
Dann bewegt sich der Taucher im Brustschwimmstil vorwärts.
Dabei begleiten Buddy und Instructor ihn und sind immer in seiner Nähe.
Wenn alles in Ordnung ist, folgt nun das "Ok-Zeichen".
Eventuelle Übungen die man nun durchführen könnte:
· den Atemregler aus dem Mund nehmen, den Atemregler wieder in den Mund stecken, den Atemregler ausblasen oder die Luftdusche drücken
· die Maske ausblasen
Darstellung eines Tauchers mit Tetraplegie
(Die Lähmung beginnt bereits im Halsbereich.Es sind alle 4 Extremitäten
betroffen. Eingeschränkte oder keine Arm- und Handfunktion. Meist tragen
diese Patienten einen Katheter da die Blase auch davon betroffen ist.)
Die Beine und Arme werden zusammengebunden. Der Taucher ist ab den
Halsmuskeln abwärts gelähmt, und versucht während des Tauchens diese Muskeln nicht anzuspannen.
Handzeichen: OK, Druckausgleich, Abtauchen, Auftauchen, Zusammenbleiben
Diese Signale müssen individuell festgelegt werden, meist einigt man sich auf ein
Kopfnicken oder Augenzwinkern
Der Taucher wird mit 2 Begleitpersonen, einem Buddy (Tauchgangsbegleiter)
und einem Instructor tauchen.
Der Taucher liegt am Beckenrand und wird vorsichtig mit aufgeblasenem Jacket, Maske auf dem Gesicht und bereits im Mund befindlichen Atemregler ins Wasser gebracht.
Sämtliche Aktionen müssen von den Buddies übernommen werden.
Ein Buddy taucht vorne auf Kopfhöhe, der 2. Buddy führt die Beine
und sorgt für eine angenehme Schwimmlage.
Der Buddy muß an dem behinderten Taucher den Druckausgleich durchführen
und ihn mit dem Jacket tarieren.
Zunächst wird nun der Taucher schnorchelnd durch das Becken gezogen.
Dann wird gemeinsam Abgetaucht, der Druckausgleich beim behinderten Taucher durchgeführt und eine neutrale Tarierung beim behinderten Taucher hergestellt. Dabei achtet man auf einen ständigen Blickkontakt.
Wenn alles in Ordnung ist, folgt nun das festgelegte "Ok-Zeichen".
Eventuelle Übungen:
· den Atemregler aus dem Mund nehmen, den Atemregler wieder in den Mund stecken, den Atemregler ausblasen oder die Luftdusche drücken
· die Maske ausblasen
Simulierung eines Tauchers mit Sehbehinderung
Hierzu wird zunächst eine abgeklebte Maske aufgesetzt und dann die restliche Tauchausrüstung zusammen mit dem Buddy angezogen.
Die fühlbare Kommunikation erfolgt in diesem Fall:
beim Abtauchen: mit einem Fingerdruck auf den Handrücken
beim Auftauchen: mit einem Fingerdruck auf die Handinnenseite
wenn alls OK ist: mit einem Drücken
des Oberarmes
Der sehbehinderte Taucher antwortet darauf immer mit den üblichen Taucherzeichen
Der Taucher sitzt am Beckenrand während sich der Instructor im Wasser befindet. Der Buddy
unterstützt den sehbehinderten Taucher am Beckenrand.
Nun muß noch die Maske aufgesetzt werden.Hierbei muß darauf geachtet werden,daß alle Haare außerhalb der Dichtungslippen sind und der Maskenrand richtig am Gesicht anliegt.Jetzt muß noch das Jacket mittels Inflatorschlauch
aufgeblasen und der Bleigurt aufs einen richtigen Sitz hin überprüft werden. Danach wird der Atemregler richtig in den Mund gesteckt.Hierbei muß er mit den Lippen umschlossen werden. Dann muß der Atemregler mit einer Hand festgehalten werden. Nun gleitet der Taucher vorsichtig ins Wasser.
Die Hauptaufgabe des Buddys ist, nie den Körperkontakt zum sehbehinderten
Taucher zu verlieren.
Der Taucher schnorchelt durch das Becken und wird dabei von den Buddies geführt,
diese achten darauf, daß der sehbehinderte Taucher sich nirgendwo anstößt.
Nun erfolgt das gemeinsame Abtauchen. Der Taucher wird dabei durch das Becken geführt und bestastet verschiedene Gegenstände.
Eventuelle Übungen:
· Atemregler aus dem Mund nehmen, Atemregler wieder
in den Mund stecken, Atemregler ausblasen oder Luftdusche drücken
· Maske ausblasen
Am Ende wird wieder gemeinsam aus dem Becken gestiegen, die Ausrüstung abgelegt und die verklebte Maske abgenommen.
Vorsicht: beim Abnehmen der Maske blendet das grelle Tageslicht!
Zum Schluß zeigen wir Euch noch ein paar Bilder von der Fachmesse REHAB,
bei welcher behinderte Menschen die Möglichkeit hatten sich spontan für
einen Schnuppertauchgang vor Ort in einem Tauchturm zu entscheiden.
Das ganze wurde von Regina Deuschle (rechts im Bild) und Ihrem Team von "Reha Südwest" organisiert und durchgeführt.
Kontakt:
http://www.reha-suedwest.de/tauchen
http://www.die-tauchpartner.de
Die nächsten Buddy- und Instructor-Kurse finden vom 01.08-03.8.2003
in Hanau statt. Geleitet und organisiert werden die Kurse von Claus Wilkens.
Kontakt:
Die Tauchpartner
Dörnigheimer Straße 2
63452 Hanau
elefon: 0 61 81 - 18 26 39
Telefax: 0 61 81 - 18 26 49
E-Mail: Die.Tauchpartner@t-online.de
Bilder © Martin Rubner, Regina Deuschle (Reha Südwest) und Tanja Bayer (Tawo Diving Oberursel-Oberstedten)
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01.12.2008 17:42 Taucher Online : 201 Heute 12816, ges. 30281976 Besucher
 
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 Unser Tauchkalender: Tauchen im TV - aktuell
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SAT1: 24 Stunden Morgen - 23:20 Uhr Jobs am seidenen Faden
Für das, was sie tun, wird Gefahrenzuschlag gezahlt: Spezialtaucher, Hochhaus-Fassadenreiniger, Hochseilartisten - Nervenkitzeljobs. [mehr]
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 Akt. Fluglinienberichte: Singapore Airlines (30.11.2008) Wir flogen dieses Jahr im Oktober wieder mit Singapore Airlines nach Bali. Es ist einfach eine tolle Fluglinie. Nicht nur dass wir 10 kg Tauchgepäck frei hatten, wir wurden auch während des Fluges (mehr)
 Condor (24.11.2008) Liebe Tauchgemeinde, auch ich habe mich bezüglich der im September 2008 eingeführten Gebühr für Tauchgepäck bei Condor kundig gemacht. Vor einem Monat bei einem Ölpreis von fast 150US$ pro Barrel (mehr)
 TuiFly (24.11.2008) Liebe Tauchgemeinde, auch ich habe mich bezüglich der im August 2008 eingeführten Gebühr für Tauchgepäck bei TUIfly kundig gemacht. Vor einem Monat bei einem Ölpreis von fast 150US$ pro Barrel konnte (mehr)

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 Forum Tauchgebiete Auszug aus diesem Forum:
 Tauchseen Hannover vom 27.11.2008 : Hallo allerseits,
kann mir jemand Senn in der Region Hannover sagen wo sich das Tauchen lohnt?
Wäre für jede Antwort ... [mehr]
 Tauchbasen Aitutaki/Cookinseln? vom 27.11.2008 : Hallo,
wir düsen nächstes Jahr auf die Cook-Inseln nach Rarotonga und Aitutaki. Für Rarotonga haben wir schon eine passable ... [mehr]
 Marsa Alam oder südlicher... vom 26.11.2008 : Hallo
wir suchen für Pfingsten 2009 für 8 oder 10 Tage ein Hotel und ne Tauchbasis in der Region Marsa Alam, Hamata, Zarbagat ... [mehr] |
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