Beim Aquata Pacific handelt es sich um einen klassischen Trilaminattrockentauchanzug.
Dies bedeutet, dass die Hülle aus einer dreilagigen Schicht verschiedener
Kunststoffe aufgebaut ist. Im Gegensatz zu Neoprentrockentauchanzügen
besitzen jedoch Anzüge aus Trilaminat keine Wärmewirkung. Das
bedeutet, dass hierfür ein geeigneter Unterzieher notwendig ist, der
den Wärmeschutz sicherstellt. Im Gegensatz hierzu bieten Neoprentrockis
bereits aufgrund ihres verwendeten Materials einen eigenen Wärmeschutz,
der um dünne Unterzieher ergänzt, noch verbessert werden kann.

Der Vorteil der Trilaminatanzüge, und daher auch des Aquata Pacific,
liegt darin, dass das Trilaminat deutlich robuster und widerstandsfähiger
gegen Beschädigung und Abnutzung ist als Neopren. Des weiteren bietet
die Variation der Unterzieher eine deutlich bessere Anpassung des Wärmeschutzes
an die aktuellen Temperaturen als bei einem Neoprentrocki. Wer im Hochsommer
schon einmal einen Neoprentrockentauchanzug geraume Zeit bei hohen Temperaturen
an Land tragen musste, weiß ein Lied davon zu singen. Ein weitere
Vorteil von Trilaminatnzügen liegt darin, dass das Material, Unterzieher
ausgenommen, sich mit zunehmender Tiefe nicht weiter komprimiert und damit
auch keine Auftriebsverlust durch zunehmende Kompression des Materials
einsetzt. Bei reinen Neoprenanzügen ist dies der Fall, was durch zusätzliches
Blei ausgeglichen werden muss, welches dann aber in der Tiefe einen zunehmenden
Abtrieb erzeugt. Hier bieten Crash-Neopren-Anzüge eine Alternative,
da das Material bei diesen bereits in der Fabrikation vorkomprimiert wurde.
Der Aquata in der Praxis
So, nach einem kurzen Eingehen auf die grundsätzlichen Aspekte
des Trockentauchanzuges nun zu den praktischen Merkmalen des Aquata Pacific.
Arbeiten wir uns also von oben nach unten fort.
Der Pacific besitzt eine angesetzte Kopfhaube. Dies bietet den Vorteil,
dass hierdurch keine Kältebrücke zwischen Anzug und Kopfhaube
entsteht. Nachteil dieser Lösung ist allerdings, dass die Kopfhaube
ständig getragen werden muss, oder bei Nichtbenutzung im Nacken hängt.
Sollte das Einlassventil des Tauchanzuges im Notfall einmal auf "Durchzug
schalten" und ungehindert Luft in den Anzug blasen ist eine Methode
die Luft durch einen schnellen Ruck an der Halsmanschette abzulassen. Dies
ist allerdings mit angesetzten Kopfhauben nicht so einfach wie mit separaten.
Im praktischen Tauchalltag fiel uns auf, dass die Haube in der XL-Größenversion
des Anzugs relativ groß ist. Dies führte bei den Tauchgängen
dazu, das sich immer wieder Luft unter der Haube sammelte. Auf Dauer störte
dies während der Tauchgänge. Hier bietet ein kleines Loch, welches
mit einer heißen Nadel in die Kopfhaube gebrannt wird, aber schnell
und dauerhaft Abhilfe, ohne die Wärmedämmung deutlich zu beeinträchtigen.

Das Material und die Verarbeitungsqualität des Aquata sind hervorragend.
Die Nähte sind sauber verarbeitet und verklebt. Die Manschetten an
Hals und Armen sind stärker als bei vielen vergleichbaren Modellen
ausgelegt (Heavy-Duty-Ausführung) und daher auch robuster und langlebiger.
Vor dem ersten Einsatz sollte der Trocki anprobiert und die Hals- sowie
Armmanschetten auf die Hals- und Armweiten des späteren Tauchers zugeschnitten
werden. Für Neulinge hierzu eine kleine Erläuterung: Auf den
Manschetten erkennt man sehr leicht kleine Ringe. Um die Weite anzupassen
schneidet man nun immer einen Ring mit der Schere sauber ab, probiert den
Anzug und sollte die Manschette immer noch zu eng sein, schneidet man wieder
einen Ring ab, bis das ganze passt. Doch man sollte vorsichtig sein, ein
Ring zu viel und der Trocki wird undicht und ein Ersatz der Manschette(n)
wird notwendig. Also hier lieber etwas zurückhaltender vorgehen.


Das Einlassventil des Aquata Pacific ist von Si Tec und um 360 Grad
drehbar. Dies bedeutet, dass die Schlauchführung kein Problem ist.
Im praktischen Einsatz fiel auf, dass das Ventil die Luft sehr dosiert
abgab, was eine feinfühlige Tarierung ermöglicht. Allerdings
bedeutet dies auch, dass im Notfall ein schnelles Befüllen des Anzugs
nicht so zügig geht wie bei anderen Modellen. Aber dies dürfte
eher ein Ausnahmeanwendungsfall sein. Zusätzlich ist das Einlassventil
auf der Innenseite mit Neopren unterlegt. Dies verhindert, dass sich Kondenswasser,
welches durch die Belüftung entsteht, auf den Unterzieher legt. Die
ist zwar keine Sicherheits- aber doch ein angenehmer Komfortaspekt.


Ein Sicherheitsaspekt ist jedoch die Unterlegung des Auslassventils
mit Neopren am linken Oberarm. Durch diese Unterlegung wird nämlich
verhindert, dass sich das Material des Unterziehers zu stark auf das Auslassventil
legt und somit eine entsprechende Entlüftung behindert. Ein Nachteil
des Auslassventils ist die relativ hohe Bauweise, welche beim Anlegen des
Jackets etwas störend wirkt. Ansonsten ist aber das Ansprechverhalten
des Auslassventils und seine Lage optimal. Eine leichte Drehung des Körpers
nach rechts und schon entlüftet der Anzug sehr dosiert. Hier können
sich andere Hersteller ein Beispiel für optimale Ventilpositionierung
nehmen.

Die Füßlinge des Aquata bestehen aus Neopren mit fester Sohle.
In der Praxis sehr hilfreich sind die Flossenbandhalterungen. Kleine Neoprenstücke
an der Ferse des Füßlings halten das Flossenband sicher am Fuß.
Dies sollte man auch aus Sicherheitsgründen nicht unterschätzen,
denn wer eine Flosse unter Wasser einmal verliert nur weil das Flossenband
abgerutscht ist, wird sehen wie stark sein Fortbewegungsfähigkeit
dadurch beeinträchtigt wird.


Fazit
Der Aquata Pacific ist ein robuster und für den langjährigen
Einsatz ausgelegter Membrantrockentauchanzug. Er bietet zwar keine besonderen
Detaillösungen, wie beispielsweise Beintaschen etc., aber für
die überwiegende Mehrheit der Tauchergemeinde ist er ein empfehlenswertes
Produkt zum Preis von Euro 999,-.
Positiv:
- unterlegtes Einlassventil
- unterlegtes Auslassventil
- saubere Verarbeitung
- gute Wärmeisolation
- feste Neoprenfüßlinge
- Flossenbandhalterung an den Füßlingen
- Heavy-Duty-Armmanschetten
- geschützter Rückenreißverschluß
Negativ:
- Einlassventil etwas träge
- Auslassventil in relativ hoher Bauweise
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