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Sauerstoff brauchen nicht nur wir Taucher, um zu überleben, sondern die Lebewesen
des Vinkeveenser Sees genau so. Die meisten Tiere sind Aerobier, das heißt,
sie verbrennen Sauerstoff zu Kohlendioxyd. Die Rolle des Sauerstoffs, und wie
die Lebewesen im See ihn sich beschaffen, das wollen wir diesen Monat betrachten.
Sauerstoff steht Unterwasser nur in gelöster Form zur Verfügung. Die Aufgabe
der Atemsysteme der Tiere im See ist es, diesen molekular gelösten Sauerstoff
aus dem sie umgebenden Medium Wasser herauszufiltern. Dabei haben es die Tiere
im See um ein vielfaches schwerer als wir an Land lebenden Menschen. Im Wasser
diffundiert ein Sauerstoffteilchen 300 000 mal langsamer als an der Luft. Deswegen
spielen Fotosynthese der Pflanzen, Wellenschlag und jahreszeitliche Umwälzung
des Sees eine sehr bedeutende Rolle bei der Sauerstoffversorgung. Erschwerend
wirkt dann noch die hohe Viskosität des Wassers.
| Der Mensch kann den im Wasser
gelösten Sauerstoff nicht direkt nutzen, er muss ihn sich selber in Tanks
füllen und mit sich führen. Seine Atembewegung verbraucht nur 2 % des
eingeatmeten Sauerstoffs, der Fisch verbraucht dagegen 20-40%. Nur der
verbleibende Sauerstoffanteil kann für andere Körperprozesse verbraucht
werden. |
Im Moment beobachten wir hier im See ungewöhnliche Sichtweiten von bis zu
18 Metern. Gleichzeitig finden wir aber auch einigen verendete Fische an der
Wasseroberfläche treibend. Wie können wir das mit unserem Wissen erklären?
Durch das anfänglich sonnenreiche Klima der letzten Wochen konnte das Phytoplankton
explosionsartig wachsen und sich vermehren. Doch irgenwann mal stirbt es auch
ab und sinkt zu Boden. Große Massen abgestorbener Algen werden nun unter Sauerstoffverbrauch
durch Mikroorganismen abgebaut. Durch das anschließend regnerische Wetter konnte
aber nicht mehr ausreichend neues Phytoplankton nachgebildet werden. Dadurch
entsteht ein Sauerstoffmangel im See. Sauerstoff steht nun den Fischen kaum
noch zur Verfügung. Einige Fische gehen so am Sauerstoffmangel zugrunde, während
gleichzeitig durch das Herabsinken des Planktons das Wasser besonders klar ist.
| Nahe an unserem Wrack steht
dieses von einem Kinderspielplatz entlaufene Schaukelpferd. Dieser bei
Tauchern sehr beliebte Ort macht deutlich, wie klar das Wasser im Moment
ist. Schwebstoffe sind kaum noch im Wasser auszumachen |
.
| Der Hecht hat trotz seiner
im Vergleich zum Menschen geringeren Körpermasse eine ungefähr gleichgroße
Kiemenoberfläche wie Menschen Lungenoberfläche haben, nämlich 50 Quadratmeter.
Durch dem limitierten Sauerstoff im Wasser, ist der Hecht nur zu kurzen
Sprints fähig. |
Im Wasser lebende Tiere haben weitaus mehr "Mühe" in die Entwicklung von Atemorganen
investiert als Landlebende. Ausstülpungen der Haut, Atemröhren, Kiemen und selbst
die Körperoberfläche dienen der Aufnahme von Sauerstoff.

| Die Teichmuschel (Anodonta
anatina) nutzt die Kiemen zusätzlich als Nahrungsfilter. Das Atemwasser
ist so gleichzeitig der Nahrungswasserstrom und Sauerstoffquelle. Trotzdem
nutzen sie nur 5 - 10 % des Sauerstoffs, der Mensch dagegen 25%. In Notsituationen
können Muscheln auch über kürzere Zeit ohne Sauerstoff leben; aber dann
wird der Stoffwechsel stark heruntergefahren. |
Sauerstoff ist der Stoff, der das Leben im See erst
möglich macht. Durch die Evolution haben sich die Lebewesen im See vielfältige
Wege erschlossen, um sich diesen knappen Stoff nutzbar zu machen. Durch Einleitung
von Düngemittel oder unbedachtes Tauchen kann so dem See ein massiver Schaden
zugefügt werden. Wenn wir im zerbrechlichen Ökosystem See tauchen, sollten wir
auch daran denken. |
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01.12.2008 16:38 Taucher Online : 191 Heute 11377, ges. 30280537 Besucher
 
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