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 Geschrieben von Michael
OUTLAST ®, was ist das eigentlich?

Im Netz findet man mittlerweile zuhauf Internetseiten über die Einsatzgebiete von Outlast, wzB. bei Outdoorbekleidung, Schuhen, Sportbekleidung... Nun hat hat es wohl auch bei der Ausrüstung von Sporttauchern Einzug gefunden. Vereinfacht ausgedrückt handelt es sich hierbei wohl um mikroskopisch kleine Wachskügelchen (Mikrokapseln), die bei einer Grenztemperatur von ca. 35 Grad schmelzen und dabei Energie in Form von Wärme aufnehmen.
Sinkt die Temperatur, nehmen diese wieder eine feste Form an und geben dabei die gespeicherte Energie wieder ab. Nähere Infos unter www.outlast.com Für uns Taucher liegt der Vorteil beim Trockentauchen auf der Hand: Gerade beim Anziehen fangen wir zumeist an zu Schwitzen, da wäre es von Vorteil, diese Energie zu speichern und bei Bedarf wieder abzugeben. Zudem dürfte dadurch auch ein Kühlungseffekt eintreten.

Mir stellen sich folgende Fragen:
  • In wieweit das OUTLAST-Material in der Praxis in der Lage ist, Wärme zu speichern.
  • Bringt das Material auch in einem Unterzieher einen Vorteil?
  • Entsteht ein Kühlungseffekt, gerade beim Anrödeln?
Ich habe mir den Anzug des Herstellers Kallweit angesehen:

Der Anzug fühlt sich für mich schmusig weich an, ist sehr leicht und beweglich, angenehm zu tragen, hat eine Membran (Sympatex®), die Wasserdampf nach außen ableitet und mit einer wasserabweisenden Oberfläche versehen ist. Zur Isolierung dient das altbekannte Thinsulate (TM). (Quelle: www.kallweit-tauchtechnik.de/download/nova.pdf)

Praxis:

Getaucht wurde der Unterzieher bei einer Wasser- Lufttemperatur von ca. 4 Grad in einem dünnen "Crushed Neoprene". Unter diesen Bedingungen zeigte sich allerdings kein Vorteil bezüglich Kälteschutz gegenüber anderen, wenn auch z.T. dickeren Unterziehern. Gefroren wurde nach wie vor... Um Anwaltsschreiben vorzubeugen: natürlich handelt es sich hierbei um einen rein subjektiven Eindruck ;-)

Meine Meinung:

Ich sehe bei Einsätzen an kalten Wintertagen in kaltem Wasser, dabei meine ich Temperaturen um 4 Grad und weniger in dünnen Trockis (Trilaminat, crushed...) keinen Vorteil des Unterziehers bezüglich Wärmeschutz.
Bei mir zumindest findet unter solchen Bedingungen eine Aufheizung des Körpers, wenn überhaupt nur sehr kurz statt. Die Vorteile des OUTLAST® kommen m.E. hierbei nicht so recht zum Tragen.
Dafür halte ich dann die Isolierung für nicht ausreichend. In der jetzigen Form des Unterziehers sehe ich einen Einsatz eher bei Neoprene-Trockis oder bei Szenarien wo wärmeres Wasser und vor allem eine höhere Lufttemperatur gegeben ist. Da wird das OUTLAST® wahrscheinlich seine Vorteile voll ausspielen können, auch die Isolierung halte ich dann für ausreichend. Der Unterzieher an sich erfüllt m.E. alle Anforderungen, die an einem solchen zu stellen sind und ist mit netten Features ausgestattet. Angeboten wurde mir der Unterzieher zu Preisen um 500,- Euro.
Leider blieb mir nun die Frage des Kühlungseffektes unbeantwortet. Vielleicht stellt mir die Fa. Kallweit einmal einen Unterzieher zum Test zur Verfügung... ;-) Hier würden mich auch Erfahrungsberichte interessieren, denn mich nervt die Schwitzerei im Frühjahr/Sommer ganz schön...


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