Die Risiko-Analyse

 Geschrieben von Andreas

Die Risiko-Analyse


© 2003 Andreas Nowotny

In der letzten Ausgabe des Online-Magazins habe ich die Idee des Incident Pits erläutert, mit dessen Hilfe man Tauchunfälle analysieren kann. Diese anschließende Analyse kann sehr hilfreich sein. Im Zentrum unserer Bemühungen sollte jedoch die Vermeidung von Unfällen stehen. Ein Hilfsmittel hierfür ist die Risikoanalyse bei der Planung von Tauchgängen.

Auch hier stütze ich mich wieder auf Ideen, die in Großbritannien entwickelt wurden. Dort sind alle Arbeitstaucher, aufgrund der im Jahre 1997 in Kraft getretenen "Diving at Work Regulations" von der Health and Safety Executive (HSE) verpflichtet, vor einem Arbeitstauchgang eine Risikoeinschätzung durchzuführen. Da auch (unbezahlte Vereins-)Tauchausbilder und Ausrichter von Clubausfahrten unter diese Verordnung fallen, betrifft dies auch den Sporttauchbereich. Aber es handelt sich nicht nur um eine bürokratische Anforderung, die Tauchern mal wieder das Leben schwer macht, sondern kann im Rahmen eines Tauchplans gerade bei anspruchsvolleren Tauchgängen helfen, Unfälle zu vermeiden.

Ehe ich auf den Ablauf einer solchen Risikoanalyse eingehe, möchte ich die verwendete Terminologie kurz erläutern:

  • Gefahr(enpunkt): Etwas, das potentiell gefährlich sein könnte.
  • Risiko: Die Wahrscheinlichkeit, daß etwas geschehen kann, das negative Auswirkungen auf uns hat, d.h. daß jemand oder etwas durch den Gefahrenpunkt verletzt wird.
  • Risikoanalyse: Verarbeitung der vorhandenen Information, um herauszufinden, welche Gefahren und Risiken bei einem Tauchgang vorliegen.
  • Risikoeinschätzung: Evaluierung der in der Risikoanalyse gefundenen Gefahren und Risiken und ihre Bewertung.
  • Risiko Management Plan: Erstellung eines Konzepts, um das potentielle Risiko eines Tauchgangs zu minimieren.
5 Schritte zur Risikoeinschätzung

Die HSE hat eine Broschüre zur Risikoanalyse herausgegeben (allgemein für kleinere Unternehmen, nicht für Taucher) in der fünf Schritte zur Risikoeinschätzung vorgeschlagen werden (Five Steps to Risk Assessment - HSE leaflet INDG163 (rev 1)). Da diese Einteilung auch für uns Taucher sinnvoll ist, werde ich sie an dieser Stelle leicht überarbeitet übernehmen.

Schritt 1. Suche und erkenne die Gefahrenpunkte

Welche Gefahrenpunkte spielen beim geplanten Tauchgang möglicherweise eine Rolle? Um diese zu erkennen, benötigt man natürlich die entsprechende Erfahrung. Macht man z.B. einen Tauchgang an einem Wrack zum ersten Mal, sollte man im Vorfeld versuchen die nötigen Informationen von Leuten die dieses Wrack kennen oder aus Literatur, zu erhalten.
Es gibt externe und interne, allgemeine und spezifische Gefahren. Die externen Gefahren sind taucherunabhängig - sie bestehen für alle (z.B. Strömung), interne beziehen die speziellen Taucherfaktoren (z.B. Erfahrung, Equipment) mit ein. Allgemeine Gefahrenpunkte sind in bestimmtem Maße immer einzuplanen (Temperaturverlust), spezifische betreffen immer nur den jeweiligen Tauchplatz.

Schritt 2. Entscheide, wer/was geschädigt werden und wie dies geschehen könnte

Ausgehend von den erkannten Gefahrenpunkten kann jetzt überlegt werden, wie diese sich jeweils auswirken könnten und wen dies betreffen könnte.

Schritt 3. Schätze die Risiken ab und entscheide, ob bestehende Vorkehrungen ausreichen oder ob mehr gemacht werden sollte

Ziel ist es, einen möglichst risikoarmen Tauchgang durchzuführen. Daher muß bei jedem Gefahrenpunkt überlegt werden, wie hoch dessen Risiko ist und ob man Maßnahmen ergreifen kann, um dieses Risiko zu verringern, bzw. auszuschließen. Dabei muß man akzeptieren, daß es beim Tauchen nicht möglich ist, alle Risiken zu eliminieren. Bei Tauchgängen in kalten und tiefen Gewässern besteht immer das Risiko einer Automatenvereisung. Man kann dieses minimieren (kaltwassertaugliche & richtig eingestellte Automaten), aber nie gänzlich ausschließen.

Schritt 4. Leite daraus einen Risiko Management Plan (RMP) ab und halte ihn schriftlich fest

Im nächsten Schritt werden die gefundenen Gefahrenpunkte, die Gefahren- und Risikoanalyse zusammengefaßt und geeignete Methoden überlegt um die Einzelrisiken des Tauchgangs und damit das Gesamtrisiko überschaubar zu halten. Im RMP sollte auch der Gesamtkontext des Tauchgangs aufgeführt werden, z.B. Tauchplatz, Ziele, Tauchgangslänge, Taucherzahl, Ausbildungsstand und Erfahrung etc. Als nächstes werden die erkannten Gefahrenpunkte und die damit verbundenen Risiken dargestellt, sowie kurz die Maßnahmen zur Risikominderung.
Anhand des RMP wird dann überprüft, ob das Risiko des Tauchgangs gering genug ist, um ihn sicher durchführen zu können. Durch die schriftliche Auflistung zeigt sich schnell, ob man den Tauchgang wie geplant durchführen kann oder ob man lieber davon absehen sollte.


Schritt 5. Überprüfe die Einschätzungen und überarbeite den Risiko Management Plan gegebenenfalls

Die Überprüfung geschieht einmal direkt nach der Fertigstellung des RMP, ob man auch an alles gedacht hat. Nach dem Tauchgang macht eine weitere kurze Überprüfung im Sinne eines Debriefings Sinn, da man jetzt einige Risiken natürlich besser einschätzen kann. Wenn es bei dem Tauchgang größere Probleme gab, lohnt eine genauere Analyse mit Hilfe des Incident Pits, um die Ursachen und damit verbundenen übersehenen Gefahren und Risiken zu lokalisieren. Anschließend kann man die entsprechenden Punkte in die Risikoanalyse mit aufnehmen.
Sollte man später weitere Tauchgänge am gleichen Ort machen, sollte der Plan auch noch einmal aktualisiert werden, denn vielleicht haben sich ja interne (Teilnehmer) oder externe (Strömung) Faktoren geändert.

Die praktische Anwendung
Es mag sich alles etwas kompliziert anhören, in der Praxis handelt es sich bei der Risikoanalyse um einen einfachen Teil der Tauchgangsplanung. Um das zu veranschaulichen, möchte ich zwei eine Risikoanalyse von zwei Tauchgängen vorstellen, einem tiefen Wracktauchgang und einen Clubausflug.

Natürlich ist die hier vorgestellte Methode nicht die einzig richtige. Wie ausführlich der Risiko-Management Plan ist, was man alles berücksichtigt, liegt im Ermessen des Einzelnen. Wichtig ist nur, das die Risikoeinschätzung ihren Zweck erfüllt: anspruchsvolle Tauchaktivitäten sicherer zu machen.

Der Wracktauchgang:

Wrack:
Tauchplatz - Ostsee; Lage: auf Kiel; Tiefe: Oberkante 39 m, Unterkante 48 m; Wassertemperatur: 4°C; Ausgangspunkt: Tauchschiff; Geplante Länge (inkl. Deko): 45 min

Teilnehmer:
Jens: CMAS ***, 350 TG, Wrackerfahrung; Peter: CMAS**, 257 TG, Wrackerfahrung; Elke: PADI DM, 389 TG, kennt das Wrack gut; Thomas: CMAS** 450 TG, überwiegend Süßwasser, Tief-TG Erfahrung.

Interne Risikoabschätzung:
Alle Teilnehmer haben genügend Erfahrung. Thomas hat als einziger nicht wirklich Wrackerfahrung, gleicht dies aber durch andere Tauchgänge aus und ist Buddy von Elke, die dieses Wrack besonders gut kennt.

Externe Risikoeinschätzug:

Gefahrenpunkt Risiko Risikomanagement-Maßnahme Rest-
Risiko
Kälte Hypothermie Trockentauchanzüge mit entsprechenden Unterziehern / Argon
Möglichkeit des direkten Aufwärmens nach dem TG gegeben.
Gering
Automaten- vereisung Verwendung von kaltwassertauglichen Automaten, 2 getrennte Systeme Gering
Tiefe Tiefenrausch, Panik Genaue Beobachtung des Buddys, Vereinbarung Sonderzeichen "OK in Tiefe" mit entsprechender Antwort. Mittel
Erhöhter Luftverbrauch Genügend Reserven dabei haben, d.h. Minimum Doppel-8 Gering
Erhöhtes DCS-Risiko Genaues Tauchen nach Plan, genaue Einhaltung der Aufstiegsgeschwindigkeit und Dekostopps, Wechsel auf Nitrox zur Deko Mittel
Dunkelheit Lichtausfall, Panik Pro Taucher eine Hauptlampe mit entsprechender Leuchtdauer & eine Notlampe Gering
Strömung Abtreiben Ab- und Aufstieg an der Anker- / Bojenleine; Mitführen von Dekoboje & Spool Gering
Buddytrennung Partnerverlustmaßnahmen im Briefing gesondert ansprechen, im Zweifelsfall TG abbrechen, Mitführung von Notfallboje Gering
Überanstrengung, Essoufflement Sofortiger TG-Abbruch, sollte die Strömung zu stark sein. Stömungsgünstige, gut sitzende Tauchausrüstung Mittel
Erhöhter Luftverbrauch Genügend Reserven dabei haben, d.h. Minimum Doppel-8 Gering
TG-Länge (dekopflichtig) Direkter Aufstieg im Notfall mit hohem DCS-Risiko verbunden Besondere Sorgfalt während des gesamten Tauchgangs, ständiger Buddykontakt, Probleme sofort Buddy mitteilen, im Zweifelsfall TG abbrechen und austauchen Hoch
Scharfe / vorstehende Kanten Aufschneiden von Anzug & Schläuchen, Verletzung der Taucher, Luftverlust Vorsicht beim Tauchen, Abstand zu den Kanten & vorstehenden Aufbauten halten, auf eng anliegende Ausrüstung achten, 2 getrennte Tarier- & Atemsysteme Mittel
Instabile Aufbauten Einklemmen der Taucher; Rückweg durch herab fallende Teile versperrt, Panik, Verletzung der Taucher, Luftverlust Keine Penetration des Wracks, Abstand zu den Aufbauten halten Gering
Netze Verheddern des Tauchers, Panik, Verletzung des Tauchers, Luftverlust Abstand zu den Netzen, auf eng anliegende Ausrüstung achten, ständiger Buddykontakt, Messer / Scheren mitführen Gering
Kompass- abweichung Orientierungs- verlust Natürliche Orientierung am Wrack, bei schlechter Sicht Abbruch des TG. Gering
Dekostops Auslassen im Notfall mit hohem DCS-Risiko verbunden, generell erhöhtes DCS-Risiko Einhalten aller errechneten Stopps, Wechsel des Gases auf Nitrox, bei gleichbleibender Dekozeit zur Verminderung des DCS-Risikos Mittel
Freie Deko Abtreiben, Partnerverlust Möglichst durch Aufstieg an der Anker- / Bojenleine vermeiden; Mitführen von Deko-/ Notfallboje & Spool Gering
Höherer Wellengang Verletzung bei Verlassen des Bootes, Abtreiben an der Oberfläche, Partnerverlust Besondere Sorgfalt, ist Wellengang zu hoch, um sicher ins und aus dem Wasser zu kommen, wird der TG nicht durchgeführt Gering
Nichteinhalten der Dekotiefe Besondere Sorgfalt, Benutzung von John-Lines bei der Deko Gering
Verletzung bei Einstieg zum Boot Besondere Sorgfalt Gering
Nasses Deck Verletzung durch Sturz Nicht rennen, nicht mit Flossen laufen, gegenseitige Hilfe beim An- und Ablegen des Equipments. Gering

Endgültige Einschätzung:
Unter Einbeziehung der Risiko-Managementmaßnahmen ergibt sich ein Gesamtrestrisiko, das sich im unteren Bereich bewegt.
Für die Taucher ist dies vertretbar und sie beschließen den Tauchgang wie geplant durchzuführen.

Die Clubausfahrt:

Tauchplatz:
See im Voralpenland; großer Flachbereich bis 13m mit Seegraswiese & großem Fischbestand, Steilwand bis 65m Tiefe;
Sicht: im Flachbereich 2m, an der Steilwand 5m; unterhalb von 20m 15m;
Wassertemperatur: 18°C an Oberfläche, 15°C bei 5m, 9°C bei 12m, 5°C bei 19m;
Ausgangspunkt: Kiesstrand beim Flachbereich

Teilnehmer:
Die Zahl der mitfahrenden Clubmitglieder beläuft sich auf 21 Taucher
4 OWD mit je 9 TG; 2 AWOD mit zwischen 35 & 50 TG; 5 CMAS* mit 25 bis 75 TG; 1 CMAS** mit 67 TG; 3 CMAS** mit 125 bis 200 TG; 3 PADI Rescue Diver mit 60 bis 150 TG; 1 CMAS*** mit 173 TG; 1 TL* (Ausfahrtsleiter); 1TL**

Durch den heterogenen Ausbildungsstand der Teilnehmer wird beschlossen, die Anfänger auf den Flachbereich zu beschränken und den Fortgeschrittenen das Tauchen an der Steilwand zu ermöglichen. Entsprechend werden zwei Risikopläne ausgearbeitet.

Buddyteams:
Flachwasser

  • 1 Gruppe mit 4 OWD, geführt vom TL*, begleitet von einem CMAS**
  • 2 AOWD
  • 3 CMAS*
  • 2 CMAS*

Steilwand

  • 2 CMAS**, geführt von TL** auf 35m
  • 1 CMAS** & 1 PADI Rescue auf 38m
  • 2 PADI Rescue & 1 CMAS*** auf 30m

Interne Risikoabschätzung (Flachwasser):
Bis auf die Tauchanfänger haben alle Taucher die entsprechende Erfahrung, um im Flachbereich die Tauchgänge eigenständig durchführen zu können. Den Anfängern stehen mit dem TL* und dem CMAS** zwei Begleiter zur Verfügung, die die Erfahrung besitzen, damit die Anfängern einen sicheren Tauchgang machen können.

Externe Risikoeinschätzung:

Gefahren- punkt Risiko Risikomanagement- Maßnahme Rest-
Risiko
Kälte Hypothermie Durch die Naßanzüge der OWD Begrenzung der Tauchzeit - Austauchen bei Anzeigen von Kälte, ansonsten Halbtrockenanzüge
Möglichkeit des direkten Aufwärmens nach dem TG gegeben.
gering
Automaten- vereisung Verwendung von kaltwassertauglichen Automaten, 2 getrennte Systeme gering
einge-
schränkte Sicht
Orientierungs-
losigkeit, Partner- verlust
Im Briefing besonders hervorheben, Partnerverlust-Reaktion wiederholen, während TG nahe beim Partner bleiben, nach Kompass tauchen gering
Schlechte Sicht durch Sediment- aufwirbeln Orientierungs-
losigkeit, Partner- verlust
Während des TG auf die Tarierung achten, Abstand zum Boden halten gering
Erhöhter Luftver- brauch Luftverlust, Gefährdung / Verletzung des Tauchers Ständige Kontrolle des Luftverbrauchs, Überprüfung durch den Gruppenführer gering
Abbruch- kante zur Steilwand Verlust der Tarierung mit plötzlichem Absacken Beim Briefing gesondert hervorheben, kein Hinaustauchen über die Kante gering

Endgültige Einschätzung:
Das Gesamtrestrisiko ist sehr gering. Es spricht nichts dagegen, die Tauchgänge wie geplant durchzuführen.

Interne Risikoabschätzung Steilwand):
Die beiden CMAS** (125/137 TG) haben geringe Tieftaucherfahrung und nutzen die Anwesenheit des TL, um als Vorbereitung für CMAS*** einen Übungs Tief-TG zu machen; Das CMAS** & PADI Rescue Team ist eine eingespielte Buddy-Konfiguration mit Tieftaucherfahrung, Ziel des TG ist das untergegangene Tretboot auf 38m; Das PADI Rescue & CMAS Team taucht zum ersten Mal zusammen, waren aber mit anderen Buddys alle schon mal an der Steilwand.

Externe Risikoeinschätzung:

Gefahren- punkt Risiko Risikomanagement- Maßnahme Rest-
Risiko
Kälte Hypothermie Durch die HT-Anzüge der 2 Rescue-Taucher Begrenzung der Tauchzeit - Austauchen bei Anzeigen von Kälte. Ansonsten Trockenanzüge vorhanden.
Möglichkeit des Aufwärmens nach dem TG gegeben.
gering
Automaten- vereisung Verwendung von kaltwassertauglichen Automaten, 2 getrennte Systeme gering
Tiefe Tiefenrausch, Panik Vereinbarte Tiefe nicht überschreiten, genaue Beobachtung des Buddys, ev. TG-Abbruch mittel
Verlust der Tarierung mit plötzlichem Absacken Kein Abstieg im freien Fall, Tarierung ständig kontrollieren, bei Problemen TG abbrechen gering
Erhöhtes DCS Risiko Genaues Tauchen nach Plan, genaue Einhaltung der Aufstiegsgeschwindigkeit und des Sicherheitsstopps, kein Deko-TG mittel
Dunkelheit Lichtausfall, Panik Pro Taucher eine Hauptlampe mit entsprechender Leuchtdauer & eine Notlampe gering
Sicht ein- geschränkt Orientierungs- losigkeit, Partnerverlust Im Briefing besonders hervorheben, Partnerverlust-Reaktion wiederholen, während TG nahe beim Partner bleiben, nach Kompass tauchen mittel
Überhänge Anstoßen des Kopfes, Verletzung des Tauchers, Ohnmacht Beim Aufstieg speziell an die Überhänge denken und entsprechend immer wieder nach oben sehen gering

Endgültige Einschätzung:
Gemessen am Können der Taucher ist das Gesamtrestrisiko überschaubar. Es spricht nichts dagegen, die Tauchgänge wie geplant durchzuführen.

Zum Schluß ...

Was aber bringt solch eine Risikoanalyse, bzw. wann ist sie sinnvoll? Natürlich muss man nicht vor jedem Tauchgang im Haus-See eine detaillierte Analyse machen. Aber schon wenn man als etwas fortgeschrittenerer Taucher einen Anfänger mitnimmt, lohnt es sich auch hier kurz über mögliche Risiken und ihre Reduzierung nachzudenken. Gerade in Fällen wie den angeführten Beispielen spielt eine genaue Risikoanalyse ihre Stärken aus. Als Teil einer ausführlichen Tauchgangsplanung bei anspruchsvollen Tauchgängen hilft sie, systematisch die verschiedenen Gefahrenpunkte auszuloten und diese zu evaluieren. Die hierfür zusätzlich investierte Zeit zahlt sich mit Sicherheit aus.

Auch bei Clubausfahrten hilft sie den Organisatoren schon im Vorfeld mögliche Probleme zu erkennen und auszuräumen, die Tauchgruppen besser zu briefen und insgesamt für einen reibungsloseren Ablauf zu sorgen. Da meistens jedes Jahr (mehrfach) die gleichen Seen angefahren werden, muss man auch nur einmal eine ganz ausführliche Risikoanalyse zu jedem Tauchplatz machen. Diese muss jedoch jedes Mal den neuen Begebenheiten (z.B. ein anderer Level der Tauchfähigkeiten) angepaßt werden, ein zu vernachlässigender Zusatzaufwand bei einer Ausfahrtsvorbereitung!

Wenn man im Vorfeld Risikoanalysen macht und bei (Beinahe-)Unfällen mit Hilfe des Incident Pits die Ursachen erforscht, um daraus nützliche Lehren zu zieht, trägt dies zu sichereren Tauchgängen bei und damit zu einem besseren Gefühl und mehr Spaß unter Wasser.


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