Das klassische Atemgas ist für Sporttaucher nach wie vor Preßluft.
Obwohl Taucher oft von Passanten gefragt werden wie schwer denn die "Sauerstoff
- Flaschen" seien und wenn auch in den Medien von "Sauerstoff - Flaschen"
in Berichten über Taucher gesprochen wird, handelt es sich doch überwiegend
um Preßluft als Inhalt.
Ebenso lange wie Taucher mit Preßluft die Unterwasserwelt erkunden, ebenso
lange erkunden sie auch die Tiefen des Meeres und der Seen, mit der Betonung
auf Tiefe. Auch heute noch werden Tieftauchgänge, weit über die
allgemein übliche Sporttauchergrenze von 40 Meter hinaus, mit Preßluft
durchgeführt.
In den letzten Jahren hat sich jedoch eine zunehmende Tendenz ergeben,
bei derartigen Tauchgängen anstatt Preßluft auf besser geeignete Gasgemische
auszuweichen. Trimix - eine Mischung aus Helium, Sauerstoff und Stickstoff-
hat sich dabei mittlerweile als Standard etabliert. Speziell die führenden
Tauchverbände des technischen Tauchens haben ihre vorhandenen Deep-Air-Kurse
(Ausbildungsprogramme Tieftauchgänge mit Luft) überarbeitet und
empfehlen mittlerweile Trimix-Gemische zumindest für Tiefen ab 40 Meter.
Manche Verbände empfehlen sogar den Einsatz von Trimix bereits ab 30
Meter. Hintergrund dieser Entwicklung ist der Wunsch die gefürchtete
Stickstoffnarkose zu reduzieren und dadurch Tauchgänge in größeren
Tiefen sicherer zu machen. Dies ist im technischen Tauchen sehr wichtig,
da es sich um dekompressionspflichtige Tauchgänge und Tauchgänge
mit Wrack- oder Höhlenerkundungen handelt. Doch auch ein reiner Tieftauchgang
auf 70 Meter unterschiedet sich aufgrund seiner Planung deutlich von einem
reinen Sporttauchgang auf 35 Meter. Neben der entsprechenden Gasplanung muß
der Taucher Abläufe wie Gaswechsel und Einhaltung seiner Tauchtabelle
genau im Auge haben. Je stärker seine Aufmerksamkeit und Handlungsfähigkeit
durch eine Stickstoffnarkose eingeschränkt wird, desto risikoreicher
wird der Tauchgang. Bereits eine kleiner Fehler kann in der Tiefe bei verlangsamter
Reaktion böse Folgen haben.
Betrachtet man sich andererseits die Entwicklung bei den klassischen Sporttauchverbänden,
so werden dort gerade sogenannte "technische Programme" aufgesetzt und am
Markt etabliert, die dieser Entwicklung eigentlich entgegenlaufen. Denn in
diesen Programmen wird für Tauchgänge bis 50 Meter Luft als Gasgemisch verwendet. Technische Tauchverbände würden hier bereits
den Einsatz eines Trimix-Gemisches empfehlen. Doch auch heute noch sind
Tieftauchgänge auf 40 Meter nahezu das normale Tauchverhalten. Doch
auch Tauchgänge auf 50 und 60 Meter oder mehr, werden heute noch mit
Luft durchgeführt. Taucher die in regelmäßigen Abständen
Tauchgänge mit Luft auf derartige Tiefen durchführen unterliegen
zwar immer noch den Auswirkungen der Stickstoffnarkose, können aber
mit den Symptomen besser umgehen und haben durch das regelmäßige
"Training" besser trainierte Abläufe. Desweiteren kommt hinzu, dass
es sich bei diesen Tieftauchgängen häufig um sogenannte "Bounce-Dives"
handelt. Tauchgänge bei denen es den Tauchern rein darauf ankommt eine
gewissen Tiefe zu erreichen, ohne aber lange auf dieser Tiefe zu verbleiben.
Aus taucherischer Sicht handelt es sich somit eigentlich nicht um besonders
komplexe Tauchgänge mit speziellen Aufgaben wie im Rahmen des technischen
Tauchens. Doch wie erwähnt, die Stockstoffnarkose bleibt. Fehler in dieser
Tiefe wirken sich auch bei trainierten Tauchern aus, wenn die Aufmerksamkeit
durch die Stickstoffnarkose eingeschränkt ist.
Neben den Auswirkungen der Stickstoffnarkose liegt ein weiterer Grund
für die Verbreitung von Luft natürlich in deren einfachen Verfügbarkeit.
Helium hingegen ist verglichen damit extrem teuer und nicht jeder Taucher
hat Platz und Geld sich entsprechende Speicherflaschen inklusive dazugehöriger
Füllarmaturen zuzulegen. Eine Füllung mit Trimix für eine
Doppelpaket mit zwei 12l-Flaschen liegt nicht selten bei Euro 40 oder mehr.
Was ist nun von Tieftauchen mit Luft zu halten? Einerseits wird es seit
Jahren für Tieftauchgänge benutzt, doch auch seit Jahren gibt
es immer wieder Tauchunfälle bei denen Luft und die damit verbundene
Stickstoffnarkose eine große Rolle spielt. Trimix-Gemische bieten
hier deutliche Vorteile. Wer schon einmal den praktischen Unterschied erleben
konnte, weiß welche Vorteile ein Trimix-Gemisch bietet. Allerdings
sind die Kurse für technisches Tauchen im Vergleich zum Sporttauchangebot
noch sehr rar gesät. Und nur weil ein Tauchlehrer technische Tauchgänge
anbieten darf, muß dies nicht heißen, daß er auch dementsprechend
langjährige Erfahrung besitzt. Diese ist aber entscheidend für
dementsprechende Tauchvorhaben. Des Weiteren spielt die Gaslogistik natürlich
eine wichtige Rolle.
Was haltet ihr davon? Sollte sich das Tauchen mit Trimix weiter verbreiten,
oder wird es durch die aufwendige Gaslogistik weiter und die notwendige
Ausbildung weiter ein Nischendasein fristen? Schreibt uns Eure Meinung an
tiefmitluft@taucher.net. Wie
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auf unser „Kontrovers Diskutiert“ Thema.
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