© 2003 Oliver Meise
- Keine Gewähr -
Seit einigen Monaten hält nun auch die Digitalfotografie mit immer
stärkerem Nachdruck ihren Einzug in die Unterwasserfotografie. Was
die übliche Fotografie mit Rollfilmen angeht ist schon so einiges
an Komplettsystemen auf dem Mark, wo keine Wünsche mehr offenbleiben.
In der Unterwasser-Digitalfotografie ist dem nicht so. Zwar werden schon
sehr gute Kameras unter Wasser eingesetzt die auch über klasse Gehäuse
verfügen -nur eins fehlt: daß die Digitalkameras auch einen externen
Blitz haben. Jeder der schon mal unter Wasser fotografiert hat kennt das
Problem mit den von dem eingebauten Blitz angeleuchteten Schwebeteilchen
im Wasser: außer Schneegestöber ist auf dem Bild nichts zu sehen.
Schon wieder ein Bild für den digitalen Papierkorb.Ärger. Um
dem vorzubeugen hilft im Prinzip nichts anderes als ein externer Blitz
der die Schwebeteilchen für die Aufnahme von einer anderen Seite anscheint
und diese damit nicht im Bild auftauchen. Doch welche digitale Unterwasserkamera
hat schon einen externen Blitz? Dieses Problem hat man bisher nur bei Sealife
erkannt und nach der Reefmaster DC 200 jetzt die neue 105mm x 44mm x 55mm
große Reefmaster DC 250 herausgebracht, die in Deutschland über
Seemann Sub zu beziehen ist.

Im Inneren des bis 60m Tauchtiefe freigegebenen Gehäuses befindet
sich eine 2,1 MPix-Kamera mit Fixfocusobjektiv. Dies bietet zuwenig Bildqualität?
Angesichts des Umstandes daß bei dieser Kamera ein ebenfalls bis
60m Tiefe freigegebener und als Zubehör dazukaufbarer Blitz die Schwebeteilchen
entsorgt, dürften hiermit auf jeden Fall bessere Bilder als mit einer
Kamera gelingen die über mehr MPix verfügt. Das Einsetzen der
Kamera in das Gehäuse ist einfach und bereitet keine Schwierigkeiten.
Als erstes öffnet man an der rechten Kameraseite den Verschluß
des Gehäuses.
 
Nun öffnet sich das Gehäuse und die beiden Hälften mit
Gehäuserückseite und Gehäusevorderseite liegen vor einem.
 
Spätestens jetzt sollte man den Wahlschalter unter dem Objektiv
der Digitalkamera bedient haben um sie für Makroaufnahmen oder Normalaufnahmen
vorzubereiten. Das gleiche trifft für den über das Menü
gesteuerten Weißabgleich und das ebenso zu programmierende Blitzprogramm
zu.Die Menüführung in der Kamera ist einfach und zweckmäßig
und erlaubt, sowohl unter Wasser wie auch an Land zu fotografieren. Bei
den bisher üblichen Rollfilmkameras war dies ja nicht ohne weiteres
möglich und man mußte manchmal extra Landobjektive dazukaufen.
Nun legt man die Kamera mit ihrer Vorderseite in die Gehäusevorderseite
und klappt das ganze wieder zu um es anschließend mit dem Verschluß
wasserdicht zu verschließen. Alle weiteren Bedienungen an der Kamera
können nun von außen mit Hilfe der beiden schwarzen Knöpfe
auf der Rückseite und dem roten Auslöseknopf an der oberen Gehäusevorderseite
erfolgen.
 
Hat man sich dafür entschieden auf dem anstehenden Tauchgang Makroaufnahmen
zu schießen, kann man diese sowohl noch über Wasser an Land
in einer Distanz vom Objektiv von 25-75cm realisieren, wie auch unter Wasser.
Hier braucht man aber extra Makro-Linsen. Dies ist dazukaufbares Zubehör
und vergrößert 8-fach bzw. 16-fach. Neben einem Blitzdiffusor
für Nahaufnahmen kann man seine Kamera auch noch mit einem Weitwinkelobjektiv
aufrüsten, das den Bildwinkel um 50% erweitert. Zum Lieferumfang des
Kamera&Gehäuse-Sets gehört neben einer praktischen Tasche
im gelben Reefmaster-Design bereits eine CD mit den Programmen MGI Photosuite
IV und MGI Photo Vista. Damit man die Bilddaten auch von der Kamera in
den PC bekommt liegt dem Basis-Set sowohl ein USB-Kabel wie auch ein Video-Kabel
bei. Denn man kann nicht nur Bilder mit der Reefmaster DC 250 schießen,sondern
auch kleine Digitalfilme drehen.Im weiteren liegt dem Basis-Set noch eine
kleine Stofftasche mit Handschlaufe bei,die man im Landeinsatz der Kamera
gut gebrauchen kann. Auch an den Einsatz mit externem Blitz ist beim Basis-Set
schon gedacht worden, da man hier schon eine Blitzblende für den Einsatz
des Gehäuses auf der zum Kaufzubehör rechnenden Kameraschiene
mit externem Blitz mitgeliefert hat. Für Pflegezwecke ist dann noch
ein kleines Reinigungs-und Reparaturset in der Grundlieferung drin. Es
enthält neben einer kleinen Bürste einen Ersatz-O-Ring sowie
ein kleines Tüchlein und Anti-Beschlagmittel. Nicht zum Lieferumfang
gehören die beiden Alkalibatterien die zum Betrieb der Kamera notwendig
sind und den Strom für den eingebauten Blitz sowie den auf der Rückseite
der Kamera befindlichen 4cm großen TFT LCD-Farbbildschirm liefern.
Bekommt man also die Reefmaster DC 250 ausgeliefert, kann man nach Einlegen
eigener Batterien eigentlich schon sofort loslegen wenn man nicht tiefer
tauchen will und dort einen Blitz benötigt. Denn dann braucht man
zunächst noch keine Speicherkarte. Für die ersten Fotos sind
nämlich 8MB Speicher schon eingebaut. Benötigt man mehr Platz
für seine Bilder,kann man eine SD-Speicherkarte in den dafür
vorgesehenen Schlitz schieben.Diese Speicherkarte muß allerdings
separat erworben werden. Eine solche 128MB-Karte kann insgesamt 175 Bilder
in der mit dieser Kamera höchstmöglichen Auflösung von 1.600
x 1.200 Pixel aufnehmen. Reichen einem dagegen 800 x 600 Pixel und eine
mittlere Kompression, kann man über 1.000 Bilder auf der 128MB-Speicherkarte
unterbringen. An und für sich reicht aber eine 128er SD-Karte aus,da
man ja auch jederzeit anhand des Farbbildschirms auf der Kamerarückseite
kontrollieren kann ob ein Photo was geworden ist. Ist das nicht der Fall,kann
man es nämlich sofort mit dem schwarzen Korrekturknopf unten rechts
neben dem Bildschirm auf der Rückseite des Gehäuses löschen.
Gehäuserückseite
Taucht man nun ab in die dunkleren Tiefen unserer Gewässer
in denen das Licht zu schwach für die UW-Fotografie zu werden beginnt,
so muß man den externen Blitz verwenden. Der Blitz sitzt auf einem
Schwanenhals der an einer Schiene befestigt ist.

Vor- und Rückseite des Blitzes mit Schiene
Unter der Schiene befindet sich ein Schraubknopf.
Schienenunterseite mit Drehknopf
Ihn kann man in ein Gewinde an der Gehäuseunterseite hineindrehen
und somit die Blitzschiene am Gehäuse befestigen.

Draufsicht auf Schiene mit Schraubstift; Gehäuseunterseite
mit Gewinde
Der externe Blitz hat eine Reichweite von 1,2 bis 1,8m und wird über
den Fest in der Kamera eingebauten Blitz gesteuert. Löst man nämlich
an der Kamera das Photo aus, blitzt der festeingebaute Blitz und wird über
die Blitzblende vor dem Blitz nach oben weggeleitet. Dieser weggeleitete
Blitz trifft auf die beiden Sensoren an der Unterseite des externen Blitzkopfes
und lösen den dortigen Blitz aus.
Sensoren-"Augen" an Blitzunterseite
Aus diesem Grund ist es auch wichtig, diesen Blitzkopf mit seinen Sensoren
immer hübsch im Blitzfeld des fest eingebauten Blitzes der Kamera
zu halten. Man kann also den Schwanenhals des externen Blitzes nicht beliebig
herumbiegen. Blitzt man nun lustig herum, so sollte man sich dabei etwas
Zeit lassen. Unter Umständen, und wenn man zuwenig Anti-Beschlagmittel
in der Kamera untergebracht hat, kann nämlich sonst die Wärme
des Kameramotors und des internen Blitzes zu einem Beschlagen der Scheibe
vor dem Objektiv führen. Was in der Folge natürlich auch die
Qualität der Fotos selbst beeinflußt. Was den externen Blitz
nun weiter angeht, ist er und die Kamera so aufeinander eingestellt,daß
mit Dreifachmakrolinse die besten Ergebnisse im Entfernungsbereich zwischen
60 und 120cm erreicht werden.Verwendet man die Achtfachmakrolinse liegt
der Arbeitsbereich zwischen 35 und 40 cm Entfernung und bei der Sechzehnfachmakrolinse
liegt dieser zwischen 20 und 23 cm Entfernung vom Objektiv.Arbeitet man
ohne Makrolinse ist der schon oe. optimale Arbeitsbereich zwischen 1,2
und 1,8m vom Objektiv entfernt. Die optimale Reichweite des Blitzes beträgt
in sehr klarem Wasser und unter 12m Tiefe genau 1,8m. Bereiche hinter der
Schwelle von 2,4m werden nicht mehr erhellt. Aus den vier Alkali-Batterien
im externen Blitz kann man ca. 100 Blitze herausquetschen. Verwendet man
High Energy-Alkalibatterien oder sogar wiederaufladbare 1600mAh-NiMH-Batterien,
so ist der Blitz nicht nur schneller wieder blitzbereit,sondern man kann
auch deutlich mehr Blitze aus einer Batterieladung herausholen.

Verschluß des Blitzkopfes
Möchte man die Batterien beim externen Blitz wechseln, muß
man den gelben Knopf des Verschlusses drücken und dann die Sicherungszunge
hinausklappen damit man die Rückwand des Blitzkopfes abklappen kann.
Hier sind dann vier AA-Batterien auszutauschen.

Beim Schließen dieses Verschlusses ist darauf zu achten,daß
die Sicherungszunge wieder in den gescheit mit dem gelben Knopf einrastet,
ansonsten flutet man beim Tauchen den Blitz.Also hier ein besonderes Augenmerk
auf den Verschluß richten! Wenn man nun noch auf Nummer sicher gehen
will ob der Blitz funktioniert, kann man einen Testblitz über den
oben auf dem Blitzkopf angebrachten Hebel auslösen, indem man den
Wahlschalter auf "Test" legt.

Verläuft die Prüfung zur Zufriedenheit, muß man den
Blitz nur noch vor Gebrauch Einschalten. Zu Beachten ist jedoch,daß
diese Schalteinheit mit einem Magnetschalter im Inneren des Blitzkopfes
erfolgt. Man sollte also mit demselben nicht in die Nähe von Kompassen
oder Elektronikgeräten kommen.
Mir persönlich erschien der Blitz ein wenig zu schwach und ich
hätte gerne einen etwa doppelt so starken Blitz gehabt. Hierzu bietet
Sealife einen zweiten Blitz an. Man kann ihn laut Betriebsanleitung auf
der anderen Seite der Kamera mit Hilfe einer zweiten Schiene befestigen
und so mit den Makrolinsen in einem Entfernungsbereich von 20 bis 120cm
arbeiten. Da ich dies nicht ausprobiert habe,kann ich zu den Ergebnissen
einer derartigen Anordnung nichts sagen. Trotzdem diese Möglichkeit
des zweiten externen Blitzes in diesem Sealife-Kamerabaukastensystem vorgesehen
ist, wünschte ich mir trotzdem eine Kamera mit nur einem -dafür aber doppelt so starken- Blitz. Summa Summarum kann man mit der Sealife Reefmaster
DC 250 gute Digitalbilder machen was mit dem dazupassenden Blitzsystem
diese Kamera besonders empfehlenswert macht. Sealife hat mit der Reefmaster
DC 250 folglich in der digitalen Unterwasserfotografie die Nase vorn. Man
darf gespannt sein, ob andere Hersteller mit einem gleichwertigen Blitzsystem
nachziehen!
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