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 Geschrieben von Redaktion

Tauchbestimmungen Kroatien


Eine Stellungnahme des Generalkonsulats der Republik Kroatien

Seit Anfang 2003 gelten die neuen Tauchbestimmungen in Kroatien ( Offizielle Bestimmung / Verordnung 2003 - Hier zum Download ). Seit bekanntwerden dieses neuen Regelwerkes haben wir uns um eine offizielle Stellungnahme seitens der kroatischen Behörden bemüht. Nun, da die erste Saison fast zu Ende ist, hatten wir das >>Glück<< auch endlich eine Antwort auf unsere diversen Anschreiben zu bekommen.

Das Generalkonsulat der Republik Kroatien hat uns folgenden Brief zugesendet, in dem die Gründe für die neuen Regelungen kurz erläutert werden. Einige der Gründe sind ja durchaus nachvollziehbar, doch die aktuelle Gesetzes-Umsetzung ist wohl weit über das Ziel hinausgeschossen. Es bleibt ein schaler Nachgeschmack. Viel wird in Kroatien diskutiert, eine Änderung der aktuellen Regelungen durchzuführen. Der Verwaltungsaufwand der Tauchbasen, sowie der wirklich horrende Preis für Individualtaucher sind sicherlich nicht der Weisheit letzter Schluß.

Schreiben des Generalkonsulats (ungekürzt):

Generalkonsulat der Republik Kroatien
Stuttgart


Gründe und Ziele der Änderung der Richtlinien
über die Ausübung von Unterwasseraktivitäten

Die außerordentlich liberalen Tauchrichtlinien, die günstige geographische Lage und natürliche und kulturelle Besonderheiten der kroatischen Unterwasserwelt haben sich günstig bei der Expansion des Tauchens und des Tauchtourismus im Laufe der vergangenen zehn Jahre ausgewirkt. Leider sind wir neben der positiven Effekten der Expansion des Tauchen und des Tauchtourismus auch Zeugen von negativen Erscheinungen wie Tauchunfällen, der Verwüstung natürlicher und kultureller Werte und bedeutender illegaler Wirtschaftsaktivitäten, welche auf die Notwendigkeit von Änderungen der bestehenden rechtlichen Bestimmungen hindeuten.

Wenn wir von negativen Erscheinungen bezüglich der bisherigen Tauchbestimmungen sprechen, so nennen wir nur einige Tatsachen, welche bei der Änderung und Ergänzung der bestehenden Tauchbestimmungen in Betracht gezogen wurden:

1. Im Laufe der letzten Jahre gab es jährlich 10-16 Tauchunfälle mit Todesfolge, die eine sehr negative Berichterstattung in den, sowohl kroatischen als auch ausländischen, Medien zur Folge hatten, und welche das Bild Kroatiens als unsicheres Tauchland verbreiteten. Das wohl beste Beispiel ist das einer deutschen Familie (Vater und Sohn) im Jahr 2001, die in der Nähe von Zadar tauchte.

2. Zu liberale Tauchbedingungen, bzw. nicht genügend rechtlich regulierte Bestimmungen im Bereich der wirtschaftlichen Aktivitäten hatte zur Folge, daß viele einheimische und ausländische Tauchschulen und Organisatoren von Tauchausflügen ihre Tätigkeit „schwarz“ ausführten, auf diese Art und Weise der Republik Kroatien enorme Schäden verursachten und eine unfaire Konkurrenz gegenüber den rechtlichen Subjekten darstellten, die diese Aktivitäten innerhalb der rechtlich vorgeschriebenen Richtlinien durchführten. Die negativen finanziellen Auswirkungen, die eine solche „Unordnung beim Tauchen“ hatte werden auf mehrere zehntausend Kuna beziffert.

3. Die konstante Vernichtung von unter Wasser liegenden archäologischen Fundorten wie auch der natürlichen Ressourcen hatte zur Folge, dass eine große Anzahl von attraktiven Orten vollständig geplündert wurde und so für alle zukünftigen Generationen von Tauchern unwiederbringlich verloren wurde.

4. Es entspricht auch den Tatsachen, daß eine große Zahl von organisierten Tauchgängen durchgeführt wurde, bei denen ebenfalls nicht die grundlegenden Richtlinien beachtet wurden, die durch die Standards internationaler und einheimischer Tauchvereinigungen festgelegt wurden. So haben sich auch Leute mit Tauchaktivitäten befaßt, die nicht über die Mindestanforderungen an Ausbildung, Technik und Sicherheit verfügten.

Mit Bezug auf die die oben angeführten Tatsachen sind die beschlossenen Änderungen und Ergänzungen der Richtlinien über Unterwasseraktivitäten, die einheimische und ausländische Staatsbürger, die sich mit rekreativem oder kommerziellem Tauchen beschäftigen, und zwar durch Eröffnung von Tauchschulen oder die Organisation von Tauchausflügen, gleichermaßen betreffen, beschlossen worden.

Am Ende möchten wir auf der Grundlage der Analyse der Tourismussaison 2003 und der erzielten Resultate infolge der Anwendung der Änderungen und Ergänzungen der Richtlinien noch anmerken, daß alle angestrebten Ziele in höchstem Maße erreicht wurden. Es muß besonders betont werden, daß bedeutend weniger Taucher (drei) als in den vorangegangenen Jahren verunglückten, obwohl sich die Zahl der Taucher, die im Laufe dieses Jahres in der Adria tauchten nicht stark verringerte, wie manche vorausgesagt haben, sondern laut der bisherigen Informationen gegenüber dem vorangegangenen Jahr konstant blieb.

Zusätzliche Informationen erhalten sie im Generalkonsulat der Republik Kroatien in Stuttgart (Tel.: 0711 / 955 71 37).


Der Text wurde uns vom Konsularrat des Generalkonsulats der Republik Kroatien, Herrn Vladimir Duvnjak, zur Verfügung gestellt.

TIPP:Fachbegriffe werden klar und deutlich erläutert - in unserer Begriffs-Datenbank.


06.10.2008 20:22 Taucher Online : 213
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