Die Schweiz: In der Sonne glitzernde Seen, malerisch umrandet von Bergen mit schneebedeckten Wipfeln. Glückliche Kühe, mit wohlklingenden Glocken behängt, grasen gemütlich auf den Almen, um für uns die Milch für die Schokolade zu produzieren. Rotglühende Felsen in der Abendsonne, die sich in den Seen spiegeln, während zufriedene Taucher ein Fondue genießen. Dazu fröhliche Hirten, die uns zum Einschlafen ein Lied auf dem Alphorn blasen. Am nächsten Morgen geweckt vom Zirpen der Vögel und dem einfallenden warmen Licht der Morgensonne...
Soweit unsere Vorstellung vom IX Taucher.net-Treffen in der Schweiz!
Um es mit dem Seewirt in "Asterix bei den Schweizern" zu sagen: Kuckuck!!
Aber lasst uns am Anfange beginnen: Kurz nach dem letzten TNT auf der "Artur Becker" (Ostsee) wurde im Forum "Diverses" der Thread zur Wahl des nächsten Austragungsorts eröffnet. Als Gegengewicht zum Norden des letzten Treffens kristallisierte sich schnell die Schweiz als Favorit heraus. Neben den tollen Seen in schöner Landschaft lag das auch an der Tatsache, dass es in der Schweiz generell sehr einfach ist, Tauchen zu gehen: Man kann überall, wo es nicht ausdrücklich verboten ist (oder wenn der See in Privatbesitz ist), ins Wasser springen. Einzige Bedingung ist, am Ufer eine ausreichend große (d.h. gut sichtbare) Alphaflagge zu setzen. Ohne Flagge zu tauchen kostet richtig Geld (je nach Kanton bis zu SFR 300,-).
Als Jessica dann zusagte, zusammen mit Jackie, der "Weltverbandstobleroneverteilerin", das Treffen zu organisieren, war alles gebongt. Womit wir bei einer Besonderheit dieses Treffens wären: Da die meisten Teilnehmer dem Weltverband IOUA http://www.ioua.de angehören, wurde flugs ein gemischtes Taucher.Net/Weltverbandstreffen ausgerufen, mit der Möglichkeit viele neue interessante Brevets zu kreieren.
Da diesmal der 3.Oktober auf einen Freitag fiel und es keinen Brückentag gab, beschlossen die meisten Teilnehmer am Freitag in der Nacht loszufahren, um möglichst früh in Immensee am Zuger See zu sein. Bei Abfahrt um 5.00 Uhr erwartete mich ein sternenklarer Himmel und auch als die Sonne aufging, war der Himmel relativ wolkenlos. Das änderte sich sobald wir in der Schweiz waren und kurz hinter dem Walensee fing es richtig zu regnen an.
Freitag, 03.10.03 - Tag 1
Zuger See
Als die Augsburger Fraktion gegen 9.00 am Seehotel Baumgarten eintraf, war das Wetter nicht besser - dunkle Wolken hingen über dem See und versperrten die Aussicht auf die Berge. Mein Buddy Boris, seine Freundin Birgit und ich gingen erst einmal in das Hotel um mit Wrack-Uli samt Familie, Tümpeltaucherin und Ioannis zu frühstücken. Nach und nach trafen dann die übrigen Teilnehmer ein und wir waren bereit, tauchen zu gehen. Nur eine fehlte noch: Jessica hatte mit ihrer Rennsemmel eine Reifenpanne und durfte deshalb schon im Morgengrauen im strömenden Regen Reifen wechseln (wenn da einem nicht der morgen graut...). Kein Wunder, dass sie erst einmal nicht in Tauchlaune war. Trotzdem hatte sich das Warten gelohnt, denn sie brachte das wichtigste Utensil des Wochenendes mit: die Taucherflagge!
Verstärkt durch Uli-Flo machte sich das Buddyteam Augsburg daran den See zu erkunden. Erster Eindruck: Sicht unter 10m nicht wirklich gut, auf 11m eine fiese Sprungschicht und insgesamt dunkel und kalt. Hauptsächlich sieht man weiter unten den Sandgrund, der bei schlechter Tarierung blitzartig für Nullsicht sorgt und ein paar Steine. Ab 30m waren die vielen Aalrutten die Hauptattraktion. Gut getarnt lagen sie im Sand und flüchteten, sobald Lichtschein auf sie fiel. Mich erinnerten sie an eine Ammenhei-Taschenausgabe, dabei handelt es sich bei den auch (Aal)Quappen genannten Fischen um die einzige Art von Süßwasserdorschen. Beim Sicherheitsstopp kommt dann auch zum ersten Mal Boris Trinkbeutel zum Einsatz, das Tauchzubehör, das bei allen Tauchplätzen für Aufsehen und während der Stopps für Flüssigkeit sorgte.
Nach dem TG hieß es, sich schnell umziehen, denn eigentlich hatte die Küche nur bis 14.00 Uhr auf. Aber sie hatten ein Erbarmen mit uns, so dass wir uns mit leckerer Kürbissuppe und Schnitzelplatte wieder aufwärmen konnten. Beim Essen und anschließendem gemütlichen Zusammensein in der regengeschützten Laube vor dem Hotel zeigte sich schnell wieder, was die TNT so besonders macht: Lauter verschiedene Leute, die sich zum größten Teil nicht kennen und doch gleich super verstehen. Beim gemütlichen Plausch wurden dann auch die ersten Dekobiere gezückt. Nur das Buddy Team Augsburg (BTA) beschloss, ganz nach der Devise "Tauchen statt saufen", sich noch einmal in die Fluten zu stürzen. Die anderen Teilnehmer entschieden sich derweil das Weltverbands-Tobleroneabknickbrevet abzulegen, was auch mit Erfolg geschah.
Kaum dem See nach unserem Tauchgang entstiegen, drückten uns Wrack-Uli ein Dekobier und Jackie eine Toblerone in die Hand. Dermaßen ausgestattet stand auch für uns dem Ablegen des Brevets nichts mehr im Wege.
Inzwischen waren mit XXL und Frau auch die übrigen Teilnehmer zu uns gestoßen, außerdem gesellte sich Pascal (Blub_CH) zu uns. Als eingefleischter Trimixler waren unser TG für ihn natürlich uninteressant, aber er hatte sich bereit erklärt, sich unserer Flaschen anzunehmen und versorgte uns die nächsten Tage mir bester Schweizer Luft!
Nach einer wohltuenden heißen Dusche waren wir bereit für das Abendessen. Hinterher teilte Ioannis die TNT IX T-Shirts aus. Gestiftet von Armins Dive Team in Phuket waren die Shirts auch mit einem Preisrätsel für die TNT Teilnehmer verbunden. Wir verbrachten zusammen einen gemütlichen und sehr lustigen Abend in dessen Verlauf wir auch der Serviererin erklärten, wie man ein bayerisches Weißbier vernünftig einschenkt. Natürlich rätselten wir auch an der Preisfrage und tauschten Tauchgeschichten aus. Zum Ausklang präsentierte XXL noch eine DVD mit Bildern vom WV-Treffen von ihm und Tümpi vom Gasometer in Duisburg.
Samstag, 04.10.03 - Tag 2
Vierwaldstätter See
Nach dem Aufstehen ein erster Blick aus dem Fenster - Nieselregen, aber zwischen den wolkenverhangenen Bergen spitzelte die Sonne heraus. Sollte sich das Wetter zu unseren Gunsten bessern? Zuerst einmal aber gab es ein herzhaftes Frühstück, bei dem wir den heutigen Tauchtag planten. Zwei Seen standen auf dem Programm: Vierwaldstätter See und Walensee.
Nach dem Frühstück packten wir die frisch gefüllten Flaschen in die Autos und fuhren Pascal hinterher, denn er hatte uns einen besonders schönen Tauchplatz versprochen. Nachdem auch wir bei Küsnacht durch diese berühmte hohle Gasse ("Wilhelm Tell") gekommen waren, lag der Vierwaldstätter See auch schon vor uns. An einem Parkplatz am See warteten Jackies Bruder und sein Buddy. Am Ufer führte uns Pascal zu den Einstiegen und briefte uns. Der Tauchplatz bietet alles, was ein Süßwassertaucherherz höher schlagen lässt: Canyons, eine tolle Steilwand und einen interessanten Flachbereich.
Also flugs angerödelt und die Buddyteams eingeteilt. Verstärkt durch Boris formierte sich auch das wohl dienstälteste TNT-Buddyteam mit Jessica und Nowotaucher. Plan für dieses Team war es, erst durch die Canyons zu tauchen, um den dort befestigten Plastikhai zu suchen, und dann die Steilwand hinab. Aber kaum abgetaucht, wirkte die Steilwand wie ein Magnet, der das Dreierteam in die Tiefe sog. Alle drei waren sich einig (und die anderen Teams bestätigten dies), dass die Steilwand etwas ganz Besonderes war. Uns wurden grandiosen Sichtweiten geboten und unterhalb von 40m war noch genügend Oberflächenlicht vorhanden, so dass die Lampen nur benötigt wurden, um Details genauer zu beleuchten. Beim Austauchen entdeckte Jessica dann tatsächlich einen Hai, der mit offenem Maul auf uns herabschaute. Bei genauerem Hinsehen erwies er sich als eine höchst kuriose Gesteinsformation, die aus dieser Perspektive verblüffend haiähnlich aussah. Der restliche TG war gemütliche im Flachwasserbereich, wo wir wenig Fische, aber dafür einen zur Fratze geschnitzten und ausgehöhlten Tonkürbis auf 5m, der an das jährliche Halloweentauchen eines örtlichen Vereins erinnerte. Als wir aus dem Wasser kamen, waren alle begeistert, nicht nur von der Steilwand, sondern auch besonders von den großen Fischen im Flachbereich, die sich aber bei uns anscheinend gut versteckt hatten.
Nach dem üblichen Umziehen im Nieselregen ging es zum Mittagessen zurück zum Hotel Baumgarten. Während Ioannis und Jessica die Flaschen zu Pascal brachten, überlegten sich die anderen schon, was sie essen wollten. Am Vortag hatte sich die frisch gemachte Kürbissuppe als sehr lecker herausgestellt und sie wurde auch an diesem Tag der große Renner. Lange Zeit hatten wir nicht, denn der nächste Tauchplatz war ca. 1 Stunde entfernt und wir wollten ja rechtzeitig zum Spezialabendessen zurück sein!
Walensee
Ioannis und Jessica machten sich vor dem Rest auf den Weg, um die gefüllten Flaschen zu holen. Wir anderen folgten etwas später los, Treffpunkt war der Mc Donald´s in Sihlbrugg, den wir zum Glück ohne Unfall, trotz Computermonitore auf der Fahrbahn, erreichten! Während wir auf die Flaschencrew warteten, beschlossen einige von uns etwas Fastfood zu sich zu nehmen, mussten dies aber abbrechen, als sie feststellten, dass McD sich in der Schweiz auf Slowfood spezialisiert hat und Ioannis und Jessica zu uns gestoßen waren. Dann ging es weiter zum Walensee. Das Wetter warf uns alles an Regen entgegen, was es aufzubieten hatte, aber der TNT-Konvoi fuhr todesmutig mit maximal erlaubter Geschwindigkeit dem Tauchplatz entgegen.
Als wir am Tauchplatz Känzli am Walensee ankamen, belohnte uns Petrus für die schreckliche Fahrt und drosselte die Wolkenwasserabgabe. Als erstes inspizierten wir den Einstieg. Dieser Tauchplatz war Jessicas Idee gewesen und hat als Attraktion 2 Kohlefrachterwracks auf etwas über 30m liegen. Nach dem Anrödeln ging es gemeinsam zum Wasser. Der Einstieg führt über eine rutschige Eisentreppe zu ein paar Steinen knapp unterhalb der Oberfläche, wo man sich halbwegs bequem die Flossen anziehen kann.
Der Grund für das Rudeltauchen war die Lage der Wracks. Ortsunkundige müssen vom Einstieg aus genau nach Norden tauchen, um auf das erste Wrack (über 100m vom Ufer entfernt) zu treffen. Das kostet Luft und verkürzt natürlich rapide die Grundzeit. Könner flosseln raus auf den See, machen eine Kreuzpeilung, machen dann einen freien Abstieg auf 31m und sind direkt über dem Wrack. Da wir mit Jessica eine solche Könnerin bei uns hatten (und als kleine Übung für die Jura) entschieden wir uns für den freien Abstieg! Tatsächlich - zielsicher landeten wir fast direkt am Wrack. Hätten wir es verfehlt, wir hätten aufgrund der eingeschränkten Sicht nur geringe Chancen gehabt, das Wrack zu finden. Nachdem wir uns das erste Wrack angesehen hatten, folgten wir Jessica noch zum zweiten, das etwas abseits liegt und nur zu finden ist, wenn man den Tauchplatz kennt.
Als Wracks machen die beiden Kohlefrachter natürlich nicht extrem viel her, besonders da sie inzwischen ziemlich versandet sind. Trotzdem, Wrack bleibt Wrack und damit natürlich etwas zum Gucken, was nicht nur ein Stein oder eine Muschel ist. Beide Wracks boten auch die Gelegenheit zu üben, wie man sich auf einem Wrack orientiert und wie man verschiedene Wrackteile ihrer Funktion und ursprünglichen Lage im Schiff zuordnet. Apropos Orientierung: Passend zu seiner PADI Lampe (blinkt, wenn die Nullzeit überschritten ist) stellte sich heraus, dass Boris einen PADI Kompass besitzt, der bei Überschreiten der empfohlenen Tiefengrenze von 18m seinen Dienst quittiert.
Nachdem wir gemütlich ausgetaucht und am Einstieg auftauchten waren, legten wir alle einen Zahn zu, denn vor dem Abendessen wartete noch eine Stunde Fahrt auf uns, die zum Glück hauptsächlich regenfrei ablief. Am Hotel angekommen schnell umziehen und duschen und dann in den Speisesaal, wo die nichttauchenden Teilnehmer schon sehnsüchtig auf uns warteten, denn der kulinarische Höhepunkt des Schweizer TNT war natürlich ein echtes Fondue! Bzw. sogar zwei, denn wir konnten am Vortag wählen, ob wir lieber Käsefondue oder Fondue Chinoise (Bouillon) haben wollten. Entsprechend des Geschmacks auf zwei Tische verteilt beteuerten beide Gruppen, dass sie die bessere Entscheidung getroffen hatten - es war also ob Fleisch oder Käse ein voller Erfolg und bei den Käsefondueessern musste auch keiner in den See mit Gewichten an den Füßen! Das beste war dann doch noch das Gesicht des Weltverbandsvorsitzenden, als er noch Rindfleisch bestellt hatte - und ihm die Chefin des Restaurants verklickert, dass das kein Rind, sondern Strauss sei.... >:]
Was macht man, wenn man gerade ein riesiges Käsefondue gegessen hat? Man geht mit Ioannis zu seinem Wohnwagen und legt das "Ouzo-hardcore-Brevet" (Trinken, ohne das Gesicht zu verziehen!) ab. Bei einigen wurden da Erinnerungen an das TNT im Salzkammergut wach, wo uns Ioannis auch schon seinen Ouzo näher gebracht hat. Nachdem es draußen dann doch etwas frisch wurde, verzogen wir uns wieder in das gemütlich warme Hotel, um beim Dekobier den einen oder anderen Schwank aus unser aller Taucherleben auszutauschen.
Sonntag, 04.10.03 - Tag 3
Zuger See
7.15 Uhr: Alle Taucher schlafen. Alle? Nein! Ein kleines unbeugsames Tauchteam beschließt, dem Wetter Widerstand zu leisten und noch vor dem Frühstück einen TG vor dem Hotel zu machen. Als allererstes geht das BTA in den Trockenraum um sich dort den mollig warmen Unterzieher und, ohne nass zu werden, den Trocki anzuziehen.
So gegen die Natur geschützt geht es zurück zum Auto, um das restliche Zeug aufzurödeln. Dabei fällt ein Blick auf den Berg am anderen Seeufer. Verwundert reibt sich das BTA die Augen. Tiefenrausch über Wasser? Oder kann da wirklich Schnee liegen? Mal sehen ob der nach dem TG auch noch da ist!
Leise an den Wohnmobilen von Ioannis und Tümpi & Mann vorbei und dann ins Wasser. Das ganze äußerst konspirativ, denn dummerweise liegt die Taucherflagge im Kofferraum von Jessicas Rennsemmel und Jessica noch im Bett. Beim diesem dritten TG schaffte es das BTA endlich die Steilwand dieses Tauchplatzes zu finden - zumindest stellen sie das nachher fest, denn während des TG präsentierte sich die Steilwand als nicht besonders steil. Ansonsten ein netter TG ohne besondere Vorkommnisse - auch die Fische im Flachbereich waren nicht dazu angetan, in Begeisterungsstürme auszubrechen. Das Erste was wir nach dem Auftauchen sahen war eine Taucherflagge, die andere Taucher netterweise sofort nach ihrer Ankunft aufstellten, als sie sahen, dass wir ohne unterwegs waren. Kaum aus dem Wasser wurden wir von Ioannis, Tümpi Jessica und Jackie mit den Worten "Habt Ihr den Schnee gesehen?" empfangen. Also doch kein Tiefenrausch!
Als wir gerade beim Abrödeln waren und schon bitterlich froren kam Pascal mit unseren Flaschen - in kurzen Hosen! Er zog allerdings auch den warmen Frühstückstisch der Kälte draußen vor und bestellte sich sofort einen Kaffee. Beim Frühstück waren dann noch einmal alle festen TNT-Teilnehmer versammelt. Anschließend hieß es dann schon von allen Nichttauchern Abschied nehmen, denn Tümpi, XXl und ihre Partner kamen nicht nach Bottighofen zur Jura mit. Die Taucher checkten Ihre Flaschen, die Pascal wieder wirklich super gefüllt hatte und packten die Autos. Dabei fand sich noch die eine oder andere Flasche Bier, die schnell Abnehmer fanden. Dann ein letzter Blick auf den Zuger See, ein Abschied von Pascal und die Jura-Autokaravane setzte sich in Bewegung.
Die Jura
Nach dem Autorennen des Vortages waren alle verblüfft, dass wirklich alle Autos zusammenblieben, selbst durch Zürich durch. Erster Stopp war die Autobahnraststätte Kemptthal, wo wir auf einen Tagesteilnehmer warteten. Während der Aufwärmpause erfolgte dann auch die offizielle Ziehung der von Armins Tauchteam gestifteten Preise geleitet von Ioannis der die Rechtmäßigkeit der Ziehung überwachte:
Der erste Preis, eine zweitägige Fahrt zu den Similan Islands inklusive 4 TG ging an Boris. Den zweiten Preis, eine Tagestour zu den Similan Islands mit 2 TG, zog Birgit und Jessica sicherte sich den 3. Preis, eine Ausfahrt von Phuket aus mit 2 TG!
Nachdem noch ein TNT Tagesgast zu uns gestoßen war, machten wir uns auf den restlichen Weg zum Bodensee. Sah das Wetter bisher eigentlich ganz positiv aus, so verdüsterte sich der Himmel mit jedem Kilometer, den wir näher an den Bodensee kamen. Als wir auf der Hoehe Konstanz vorbei fuhren, goss es wieder aus allen Kübeln. Endlich am Parkplatz in Bottighofen angekommen, stellte sich den Trockentauchern die Frage, wie man denn trocken in seinen Trocki reinkommen sollte. Einige verrenkten sich im Fahrersitz, andere nahmen etwas Nässe in Kauf und die ganz schlauen gingen zu Ioannis und zogen sich in seinem Camper um. Während des Umziehens kam der Skipper des Bootes zum Kassieren und zum Stempeln des Logbuchs. Eingehüllt in gelbes Ölzeug blieb er mit Sicherheit von uns allen der trockenste. Fertig angerödelt machten wir uns auf den Weg zum Boot. Ich kämpfte derweil mit meinem Computer. Nach dem letzten TG am Morgen wollte ich ihn auf Nitrox umstellen, wozu er sich aber nicht bewegen ließ. Da ich aber an der Jura mit EAN 32 tauchte, wollte ich ungern die Luftdeko absitzen, in die mich der Vyper sicher schmeißen würde. Aber egal was ich machte, er ließ sich nicht dazu bewegen, den Luftmodus zu verlassen.
Das Boot das uns zur Jura brachte, war ein kleines Aluminiumboot mit Platz für gerade 12 Taucher. Während das Boot, durch den Wellengang wild schaukelnd, seinen Weg zur Jura machte und uns der Regen ins Gesicht peitschte, hielt der Skipper ein Briefing ab. Abgesehen von den Kopfhauben und dem Wind erschwerte sein starkes Schwyzerdeutsch das Verständnis. Die wichtigsten Punkte aber kamen an: Maximale Grundzeit 18min, Jura ist ein historisch wichtiges Wrack, sehr zerbrechlich, also Abstand halten und man dürfe an der Jura nicht ankern - sähen wir einen Anker, der die Schiffsreling verletzt, sollten wir ihn kappen! Als wir die vom Skipper gesetzte Boje, in deren Nähe noch ein anderes Schiff vor Anker lag, erreichten, setzten wir unsere Masken auf, nahmen die Regler in den Mund, knieten auf die Sitzbänke und ließen uns vornüber ins Wasser plumpsen. An der Wasseroberfläche sammelten sich die verschiedenen Teams, dann ging es am Bojenseil entlang in die Tiefe. Wir merkten schnell, dass eine beträchtliche Strömung herrschte und waren um die Leine froh, denn an einen freien Abstieg wäre bei den Wetterbedingungen nicht zu denken gewesen.
Plötzlich erschien die Jura im Blickfeld. Mein erster Eindruck war, dass sie um einiges größer ist, als ich dachte. Die Sicht war zwar relativ gut und wir hatten sogar noch etwas Oberflächenlicht, trotzdem erhob sich die Jura nur schemenhaft vom Grund. Der Mythos vom Bodensee lag direkt vor uns. Bei dem wahrscheinlich berühmtesten Wrack des deutschsprachigen Raums handelt es sich um einen Raddampfer, der am 12. Februar 1864 im dichten Nebel von dem Schiff "Stadt Zürich" gerammt wurde. Passagiere und Besatzung (bis auf einen Matrosen, der beim eigentlichen Zusammenstoß ums Leben kam) konnten sich noch auf das andere Dampfboot retten, ehe die Jura mitsamt ihrer Ladung (u.a. Käse, Baumwolle und Rinder) innerhalb kürzester Zeit versank. Es dauerte über 100 Jahre, bis sie von einem Taucher wieder entdeckt wurde und dann vergingen noch etliche Jahre, bis es zu der Tauchattraktion wurde, die es heute darstellt. Leider hat dieser Status für die Jura auch erhebliche Nachteile. Zum größten Teil aus Holz bestehend, ist sie äußerst anfällig für jegliche Einwirkung und Anker von Tauchbooten haben schon einiges an Verwüstung ausgelöst. Aber auch die Angewohnheit einiger Taucher, sich prinzipiell Souvenirs vom Grund mitzunehmen, hat der Jura geschadet. Kein Wunder, dass unser Skipper so verärgert über die an der Jura ankernden Tauchboote gesprochen hatte. Wir hielten uns an das Briefing und auch Abstand vom Wrack. Die Jura ist komplett von sehr feinem Sediment bedeckt, das bei Unachtsamkeit sofort aufwirbelt und die Sicht schlagartig sehr schlecht werden lässt.
Vorsichtig tarierend nahmen wir das Wrack in Augenschein. Das ca. 42m lange Wrack bietet dem Taucher eine Vielzahl von Sehenswürdigkeiten, angefangen vom großen Namenszug, über die filigranen Holzschnitzereien am Bug, die Kurbelstange an der früher die Schiffsglocke hing (die nicht geklaut wurde, sondern sich in einem Museum in Kreuzlingen befindet), die Schornsteine, Dampfkessel, die Schaufelradanlage bis hin zu einem Plumsklo! Immer wieder erschienen aus dem Dunkel Scheinwerfer und dann die dazu gehörigen Taucher unserer Gruppe. Ein wirklicher großartiger Tauchgang, der nach nicht ganz 20 Minuten leider schon vorbei war. Ehe wir alle am Bojenseil wieder aufwärts tauchten, fand Ioannis heraus, dass das andere Schiff tatsächlich direkt an der Jura geankert hatte. Nachdem er aber Besitzer eines guten Tauchermessers war, war dem schnell nicht mehr so.
Der Aufstieg war ziemlich anstrengend - was nicht so sehr an der Strömung lag, sondern eher daran, dass wir als Pulk hochgingen. Im Bereich über 6m sprudelte das Wasser wie in einem Kochtopf, vor lauter Blasen konnte man die Instrumente teilweise nicht richtig ablesen und kleinere Tarierschwierigkeiten wirkten sich dadurch aus, dass einem jemand von unten die Flasche in den Magen rammte. Aber langsam lichtete sich das Durcheinander und übrig blieb das BTA. Der frühe TG in Verbindung mit der Weigerung meines Computers, sich auf Nitrox umstellen zu lassen, sorgte bei mir für einige Minuten Deko, die ich auch brav absaß. Anschließend an der Wasseroberfläche angekommen erwarteten die anderen uns schon im Boot. Wir stiegen schnell ein, dann ging es im strömenden Regen zurück nach Bottighofen. Während der Fahrt teilten wir alle natürlich unsere Eindrücke von diesem wirklich tollen TG.
Zurück an Land war das Wetter leider kein Deut besser, so dass das Abrödeln und Umziehen wieder im Regen stattfinden musste. Auch die Verabschiedung fiel daher etwas kürzer aus, aber nicht ohne gemeinsam einen Schluck Dekobier und Dekoschampus auf dieses wirkliche gelungene Treffen zu trinken. Speziell wurde dabei noch einmal Jessica & Jackie für die tolle Organisation gedankt - für das Wetter konnten sie ja nichts! Pascal war zwar nicht dabei, wurde aber auch bedacht, denn seine gute Luft half dabei, tolle TG bei diesem Treffen zu haben.
Wir resümieren noch einmal das Treffen
"Der Weltverband ist nicht nur ein schnell wachsender Verein, sondern hat alleine bei diesem Treffen mehr als 32 (!) neue Brevets erschaffen - unter anderem das:
- Kein-Schlick_Aufwirbel_Brevet
- Uzo-hardcore-Brevet
- Imrudelabtauch_sternvonströmungstauchen_undimrudelwiederauftauch_Brevet
"Wer Toblerone und Bier zu einem TNT mitbringt macht sich damit keine Feinde
"Egal wie gerne man im Wasser ist, an Land ist Wasser von oben generell störend!

Bilder: © Andreas Nowotny, Jessica Brühl und Boris Hirschberger |