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 European Diving St. Tropez / Frankreich - Betauche unser U-Boot Wrack! Wir sind die Spezialisten in Frankreichs Mittelmeer-Küste. Tolle und interessante (Wrack-)Tauchplätze sind bei uns selbstverständlich. Beste Tauchbasis Mittelmeer 2003 ausgezeichnet mit dem Tauchen Award! Weitere Infos gibt es hier |
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 |  Geschrieben von Uwe |
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Auf Wracktour in Kroatien
von Uwe Grintsch
Uwe Grintsch von trimix-online.de
hat uns seine Erlebnisse von der
Novembertour nach Kroatien übermittelt. Olaf, Klaus, Andy und Uwe
betauchten das Wrack der Albanien und das Wrack der Euterpe, vor der
bekannten Insel Pag. Eine kurze
Exkursion in die Geschichte der Albanien stimmt auf die nachfolgenden
Taucherlebnisse ein.
Geschichte der Albanien
Die Albanien sank im Jahr 1916 vor der Küste von Pag / Kroatien
nach mehreren Torpedotreffern. Bei der Albanien handelt es sich um
einen 1910 in Italien / Triest gebauten Transporter mit
Klassepassagieren in Stahlbauweise.
Das 65,85m lange und 10,1m breite Transportschiff mit einem Tiefgang
von 4,8m und einer Verdrängung von immerhin 1122 BRT brachte es
auf eine Leistung von 1452 PS und damit auf eine Geschwindigkeit von 12
Knoten.
Die Albanien musste nach nur sechs Jahren, genau am 04.06.1916 ihren
Dienst an der Wasseroberfläche quittieren. Mit zwei satten
Torpedotreffern von einem Italienischen U-Boot Namens "Atropo" im
ersten Weltkrieg versank das Schiff um 6:40h morgens und nahm 3
Besatzungsmitglieder mit in den Tod. Drei weitere Crewmitglieder sowie
22 Passagiere konnten sich auf die nur zwei km entfernte Kroatische
Insel Pag retten.
Das Schiff sank mit dem Heck voran und krachte in 72m Tiefe auf den
Meeresgrund. Glücklicherweise zerbrach der Rumpf nicht, das Wrack
findet sich aufrecht stehend, stolz, auf dem Sandboden der Adriatischen
See.
Unsere Reise im November 2003 war rückblickend einfach perfekt,
ohne nennenswerte Materialverluste haben vier Trimixer dieses und ein
weiteres Wrack besucht. Erlebt mit uns diese Woche noch einmal und
fühlt die Spannung vor jedem Tauchgang.
Das Tauchen
Die Vorbereitungen laufen seit Wochen, eigens für diese Tour wurde
von mir ein schwerer Anhänger gekauft und mit einem
abschließbaren Deckel versehen.
Nach ersten Schätzungen bringen wir die 20 Pressluftflaschen und
den restlichen Kleinkram hier locker rein. Als nun am 02.11. Olaf aus
Berlin und ich die Tauchausrüstung verladen haben und am
nächsten Tag Klaus aus der Schweiz sein Zeug drin hat, wird es
schon eng. Um unser internationales Tauchteam zu vervollständigen,
nehmen wir den Andy aus Österreich in Salzburg auf und müssen
jetzt schon Puzzeln um alles zu verstauen.
Mein Mercedes ist bereit für ein neues Abenteuer: Vier
Männer, 600 kg Ausrüstung und ein paar frische T-Shirts. Nach
unglaublichen 10 Stunden Fahrt incl. Fähre kommen wir an unserem
Ziel, Kron Diving, an und beziehen schnell die Zimmer. Im November ist
hier in Kampor die Saison vorbei und die "Bürgersteige sind hoch
geklappt", so müssen wir noch mal 10 km zum Abendessen fahren.

Das Equipment wird vorbereitet
Am nächsten Morgen um 9:00h geht´s los: Ausrüstung
verteilen, zusammen schrauben, füllen, komplettieren, messen,
planen und besprechen. Der Checkdive ist mit voller Montur an einer
schönen Gorgonienwand in 40m Tiefe für 61min genau richtig um
schnell wieder vertraut zu werden, mit 100 kg Ausrüstung und jeder
Menge Schläuche. Kaum wieder warm, entscheide ich einen zweiten
flachen TG hinterher zu setzen, nur 15m aber wieder eine Stunde lang,
da hat man Zeit Übungen zu wiederholen um mit Reel und Boje
verletzungsfrei zu arbeiten :-)

Die Aussicht vom Hotel, direkt neben der
Basis
Die Albanien
Der nächste Tag sieht doch schon ganz anders aus, ein
wunderschön bewachsenes Wrack erwartet unseren Besuch in 60m
Tiefe. So wird der geplante TG mit 18/35 für 87min geplant,
berechnet, gefüllt und die Run-Time geschrieben. Mit dem
Speed-Boot geht die Fahrt knappe 45min in Richtung Nachbarinsel Pag.
Auch Andreas Kron, welcher hier
seit bald 20 Jahren sesshaft ist, macht
sich fertig um mal wieder einen <> zu starten.
Perfekt versenkt er ein 30 kg schweres Bleigewicht nur knapp einen
Meter neben der Albanien. Ein wenig Aufregung macht sich breit, und so
dauert "Briefing, Matching und Bubble-Check halt a bisserl
länger". Unser Schweizer versenkt dann erst mal die Hälfte
seines 100m Reels um die Fingerfertigkeit zu prüfen.
Nach dem
Gaswechsel gleiten wir weiter hinab, und da ist es wieder, dieses
irre Gefühl, welches Stress, Mühe und Kosten in den Schatten
stellt.
Dieses tiefe, fast
unbeschreibliche Blau und dann - das
schemenhaft erkennbare Wrack, einfach sensationell. An der
Steuerbordseite vor zum Bug, Backbord-Reling zurück, die Zeit
reicht nicht zum Heck, so tauchen wir quer übers Schiff zur
Aufstiegsleine und zurück in unsere Welt. Die Sonne scheint, es
ist warm und im Gegensatz zur Vorwoche ist kaum Wind. Tage zuvor
hätten wir zwecks Wind nicht mal auslaufen können!
Wieder die Albanien, das ist für den nächsten Tag klar.
Wieder 60m und wieder 90min. Wieder gleicher Mix, zusätzlich 50%
und 80% Nitrox für die Deko.
Meine Nikon gut eingepackt im Hugyphot-Gehäuse muss natürlich
auch mit. Glücklicherweise ist die Saison hier beim Kron Diving
Center vorbei, denn wir belagern so ziemlich die ganze Basis und
Andreas würde uns sicher in die Schranken weisen, wenn noch andere
Taucher hier wären, doch so haben wir Platz ohne Ende und basteln
unsere Ausrüstung zusammen, verladen die schweren Tanks auf
stabile Wagen und zerren diese immerhin 50m weit zu unserem Speed-Boot.

Vor dem Spaß steht die Arbeit...
Es ist für mich immer wieder erstaunlich, selbst wenn alle
anpacken, wie lange es dauert, bis wir in die Vorspring eindampfen
können und den sicheren Hafen verlassen können.


Impressionen vom "Albanien Tauchgang"
Gleicher Ablauf wie am Vortag. Andreas wirft das Bleigewicht, wir
rödeln uns an, das Boot treibt und fährt immer zwei Taucher
an die Abstiegsleine. Noch mal wird in allen Einzelheiten über
eigene Ausrüstung und die des Buddies gesprochen, bevor es wieder
in die Tiefe geht. Angekommen in 60m (der Grund ist ca. 72m) kein
Wrack. Nach kurzer Orientierungslosigkeit, können Olaf und ich
(Andy und Klaus sind 3min zeitversetzt abgetaucht) in der gedachten
Richtung den riesigen Schatten erkennen und treffen kurz darauf auf
unsere beiden Mittaucher. Der TG und das Fotoshooting verläuft
ohne weitere Zwischenfälle.

Olaf und ich auf der Suche
Für den vierten Tauchtag muss ich ein wenig aufrüsten, die
Doppel-Fünfzehn wird klar gemacht und mit 13/38 gefüllt
(dafür darf ich eine Stage oben lassen). Ralf, die rechte Hand von
Andreas Kron will alle Tanks noch heute füllen. So wird es mit dem
Abendessen wieder spät, ein langer, anstrengender Tag wird heute
belohnt mit ner riesen Schweinshaxe für jeden von uns.

Vorfreude am zweiten Tauchtag
70m soll es heute gehen, die Tauchzeit soll aber 90min bleiben, kein
Problem
dank hochprozentigem Mix für die letzen Meter. Bewaffnet mit einem
hochempfindlichen SW-Film will unser Team wieder zur Albanien, ein
Wrack, welches auch 50 TG vertragen würde. Keine zehn Minuten nach
dem das Grundgewicht wieder zielgenau versenkt wurde verschwindet der
Basenleiter schon am Seil, da er diesmal an Bord sein soll, wenn wir
dekomprimieren!

Langsam machen wir uns fertig. Wir helfen Andy und unserem Schweizer
die Ausrüstung anzulegen und setzen die Jungs an der Boje ab. Als
Olaf plötzlich hektisch wird und die Augen verdreht, frage ich,
was los sei?
"Ich habe keine
Kopfhaube dabei" war seine Antwort, und in
diesem Moment brach er innerlich wohl den Tauchgang ab. 18°C
Wassertemperatur, oben wohlgemerkt, da wollen wir nicht so zimperlich
sein und einfach aufgeben, schließlich ist Olaf ja nicht aus
Seife! Mütze auf, und noch ne Pudelmütze drüber, dies
fixiert mit einem dicken Gummiband über den Ohren, heißt die
Lösung des Problems. So machen wir beide uns auch noch fertig und
treffen die beiden anderen zum Abtauchen am Seil. Auf geht´s, in
die Tiefe.
Andreas Kron weiß wie gern wir ein Andenken von diesem Trip mit
nach Hause bringen würden, eine Art Trophäe, aber das ist
für uns tabu und wir dringen auch nicht ein, in ein uns
unbekanntes Schiff, mit sperriger Ausrüstung, Sicherheit steht an
oberster Stelle. Auch dieser TG läuft perfekt "nach Plan" und nach
25min in dieser großen Tiefe verlassen wir unseren Tauchplatz
fast schon wehmütig....


Impressionen in Schwarz-Weiß -
eine besonders reizvolle Stimmung
....schließlich gibt es aber hier noch mehr Wracks und auch noch
größere Tiefen! Der letzte Tauchtag und Tauchgang Nr. 6
stehen an, unser Ziel: die Euterpe.
Die Euterpe
Dieses Wrack ist ebenfalls ein Transportschiff mit 110m Länge und
liegt fast unangetastet in 79m Tiefe. Heute fährt uns Ralf zum
Tauchplatz. Die See ist rau und die Strecke doch 75min lang. Wieder
wird
alles gut verstaut und nach wenigen hundert Metern auf See
schließen wir die Trockies, da die Gischt quer übers Schiff
spritzt. Wir sitzen vorne, da die schwere Ladung hinten im Heck liegt,
mit den Masken schützen wir uns vor den Salzwassermassen, welche
immer wieder auf uns peitschen. Auch Ralf, hinterm Cockpit, hat dicht
gemacht was nur geht - und sogar eine Maske auf.
Zum Navigieren muss er die Fahrt unterbrechen, da das GPS sonst gar
nicht ablesbar wäre und außerdem würde dieser kleine
Helfer das Salzwasser nicht sehr lange als toll befinden. Mehrere Male
fahren wir über das Wrack und betrachten den Fishfinder gespannt,
das Grundgewicht muss ein Treffer werden, sonst können wir den TG
vergessen. Als Ralf und ich sicher sind, versenken wir die 30kg, setzen
darauf noch in ca. 5m Entfernung einen zweiten Fender mit 20m Leine
dran. Durch Wind und Welle treibt das Boot durch die Leine, die
Schraube steht, aber an der zweiten Leine fehlt das Blei und sofort
verfängt sie sich unter dem Schiff, na prima, denk ich mir und
mach mich fertig mit Maske und Flossen, den Strick da unten wieder raus
zu kriegen.
Einfach Super - Super einfach :-(, und das bei dem Wellengang! Nach
zehn
Minuten ist der Fender wieder frei - und ich bin geschafft. Andy wird
das
hier langsam alles zu viel und er streicht den Tauchgang. Wir drei
anderen machen uns bereit, für das letzte Abenteuer, gespannt was
uns erwartet. Andreas Kron war nur wenige Male hier, Ralf war noch nie
unten. Wind und Welle sind ziemlich heftig und Strömung haben wir
auch. Wir müssen uns einzeln anziehen und werden auch einzeln
abgesetzt: erst eins, dann zwei, dann drei, und dann endlich
hinab. Die
Strömung wird in der Tiefe stärker, wir "hangeln" uns
sprichwörtlich hinab.
Unbeschreiblich, als die Euterpe vor uns auftaucht. Dieses Schiff ist
dick bewachsen mit unberührten Korallen, übersät mit
Schwämmen, ein künstliches Riff für die Tiefenbewohner,
Hunderte von großen Krebsen krabbeln vor uns. Im Windschatten der
Bordwand tauchen wir strömungsfrei Richtung Heck, tauchen auf 70m
zur Reling auf und sofort erfasst uns die Strömung wieder. Weiter
hinauf
zum dick bewachsenen Schornstein, das obere Ende befindet sich auf
60,0m. Von dort aus treiben wir eine Minute lang zurück zur
Aufstiegsleine, unter uns, nicht mehr deutlich zu erkennen, das
Oberdeck des Riesen.

Froh an der Leine angekommen, tauchen wir auf. Die sehr anspruchsvolle
Tauchgangsführung konnte nur funktionieren, da beide Buddies immer
exakt links und rechts von mir tauchten, dies war die wichtigste
Voraussetzung um
diesen Tauchgang sicher durchzuführen.Nach 100min können wir,
nach
einem Exploration Dive, dem Andy und dem Ralf von
unseren Erlebnissen berichten. Auf der langen und harten Heimfahrt sind
wir ruhig und lassen den Tauchgang nochmals auf uns wirken. Froh und
auch geschafft kommen wir bei der Basis an und der Chef erwartet uns
schon.
Als die ganze Spannung langsam von uns abfällt, alle
Tauchgänge gut verlaufen sind, wollen wir diese einmalige Woche
richtig feiern.

Trimix-Online-Team vor der Abreise
Der Abschied am nächsten Morgen, bei sehr starkem Wind, ist nicht
für immer. Dort beim Kron Andreas, werde ich wieder auf- und
abtauchen. Danke! Andi Kron vom gesamten Team für die perfekte
Woche.
© 2003 Uwe Grintsch von Trimix-Online
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01.12.2008 17:31 Taucher Online : 202 Heute 12546, ges. 30281706 Besucher
 
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