Eistauchen - Fun oder Lebensmüde?
von Jessica Brühl

Ein Tauchgang unterm Eis gehört zu den ganz besonderen
Erfahrungen. Fällt das Sonnenlicht durch die glasklare Eisdecke
und bricht, so ergibt sich ein einfach unbeschreiblich schönes
Bild. Die ausgeatmeten Luftblasen bleiben unter dem Eis gefangen. Sie
sehen aus wie flüssiges Metall und kullern unter der Eisdecke entlang
- ein wirklich wunderschönes Bild. Alles ist noch viel stiller als
sonst. Aber auch die neuen Perspektiven, die den meisten Menschen wohl
ihr Leben lang verborgen bleiben, machen den Reiz des Eistauchens aus...

Nachdem das Eistauchen keinesfalls einfach ist und auch mit einigen
Risiken, die allerdings bei entsprechender Vorbereitung ausgeschlossen
werden können, verbunden ist - sollte sich der interessierte
Taucher dem Eistauchen am Besten durch Absolvierung eines
Eistauchkurses nähern. Die meisten Tauchsportverbände bieten
entsprechende Kurse an.
In diesem Bericht werde ich darlegen, was zum Eistauchen alles wichtig
und nötig ist, um einen sicheren Tauchgang zu gewährleisten.
Denn auch das Tauchen an einem nur partiell zugefrorenen See zählt
schon zum Eistauchen!
Dieser Beitrag erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, eine
Gewährleistung jedweder Art wird ausgeschlossen. Er ersetzt weder
den Theorieunterricht, noch den praktischen Teil einer speziellen
Ausbildung. Dieser Artikel ist lediglich eine Einführung in dieses
Thema des Tauchsports. Tauchen unter einer geschlossenen Eisdecke birgt
besondere Gefahren in sich und ist nur von erfahrenen Tauchern mit
einem hohem Maß an persönlicher und technischer Vorbereitung
sicher durchzuführen!
Ausrüstung
- Die Tauchausrüstung sollte für entsprechend kaltes
Wasser ausgelegt sein, das heißt Regler kaltwassertauglich (am
besten Membranautomat und, soweit vorhanden, mit Icekit
ausgerüstet), Flasche mit Doppelabgang, trockener Tauchanzug. Falls
ihr halbtrocken taucht, gibt es Neoprenunterkleidung, wie zB. Hemden und
Socken. Bedenkt, das Wasser ist zwischen 1 und 3 Grad kalt,
draußen ist es in der Regel weit unter Null.
- Extrem warme Kleidung für Vorbereitung und auch nach dem
Tauchgang!
Zu bedenken ist, dass die Kleidung leicht nass werden kann, und man auf
jeden Fall das Wichtigste sicherheitshalber doppelt mithaben sollte.
Denn nasse Schuhe können einem schnell den Spaß verderben.
- Styroporplatte, Isomatte o.ä. zum draufstellen, denn die
Eisdecke leitet schnell die Wärme ab - für den Signalmann
wichtig – und er wird sich über warme Füße freuen!
Styropor ist ein exzellenter Wärmedämmer. Aber auch für
die Wartenden eine Wohltat.
- Dünne Anti-Rutsch-Decke, wie man sie für
Kofferräume im Baumarkt erhält. Wer seine Flossen stehend auf dem Eis anzieht, weiß das zu schätzen.
- Thermoskannen, gefüllt mit heißen, nichtalkoholischen
Getränken für die Sicherungsmannschaft und vor allem nach dem
Tauchen.
- Schlitten, der einen den Transport des Tauchequipments
erleichtert ist empfehlenswert, jedoch nicht zwingend nötig.
- Rot-Weißes Flatterband, um das Loch abzusperren (Baumarkt)
- Säge, Hacke, Schneeschaufel (je nach Zustand des Eises).
Gegebenenfalls ist auch eine Motorsäge denkbar. Hier sollte der 'Säger'
aber im Umgang mit selbiger Erfahren sein.
- Mobiltelefon um im Falle eines Falles die Rettung benachrichtigen
zu können.
- Zwei maximal 50m lange schwimmende (damit ein verhaken am Grund
vermieden wird) Sicherungsleinen (möglichst auch Signalfarben),
10m lange Sicherung für den Leinenmann/der Leinenfrau,
entsprechende Brustgurte, Eisnägel (für die Sicherung des
Leinenmannes) und eine Buddyleine für die Verbindung der beiden
Tauchpartner.
- Eine Leiter, egal welcher Art, mindestens jedoch zwei Meter lang,
für den Falle, dass jemand im Eis einbricht!
- ...sowie die wagemutigen und unerschrockenen Eistaucher
(mindestens jedoch 6 – warum diese Menge – einfach weiterlesen).
.
Ablauf
Als erstes werden in der örtlichen Gemeinde Informationen
darüber eingeholt, ob derzeit das Eis betreten werden darf. Gegebenenfalls erteilen auch örtliche Feuerwehren/Polizeiposten darüber
Auskunft. Wichtig: Niemals das Eis betreten, wenn das Verboten ist –
absolute Lebensgefahr!!!
Zur Tragfähigkeit von Eisflächen habe ich verschiedene,
auch voneinander abweichende Angaben gefunden. Je nach Landkreis und
Bundesland erfolgt eine offizielle Freigabe ab einer Eisdicke von 15
Zentimetern oder mehr. Dies ist auch die untere Grenze für
Eistauchgänge. Ab 10cm können zwar schon mehrere Personen
gemeinsam aufs Eis, die Frage ist nur, wie viele genau denn "mehrere"
sind und wie dicht sie beisammen stehen dürfen.

Erfahrungsgemäß versammeln sich auch diejenigen immer in
lockerer Runde um das Eisloch, die schon im Wasser waren oder noch
gehen werden. Also alle recht nah beieinander. Außerdem ziehen
Eistaucher auch immer massenhaft Zuschauer an und auch dieses Gewicht
ist vorher mit einzuplanen. Bei der Auswahl einer geeigneten Stelle auf
Wasserflecken oder Verfärbungen achten. Sie können Hinweise
auf brüchige Stellen sein.
Am See angekommen wird zuerst einmal eine passende Einstiegsstelle
ausgesucht. Sinnvoll ist es, über einer interessanten Tauchstelle
zu platzieren, um nicht wertvolle Leinenlänge zur
Überbrückung der Distanz vom Ufer zu verlieren. Angeraten ist
auch eine Stelle, wo das Wasser nicht tiefer als 4m ist. Liegt der
Einstieg sogar in nur 1m Wassertiefe, ist es erheblich einfacher,
stehend im Wasser seine Flossen anzuziehen, als auf dem rutschigen Eis.
Wer schon einmal versucht hat, sein überzähliges Gewicht auf
rutschigem Eis zu balancieren, weiß wovon ich spreche :)
Allerdings wirbelt man so viel Sediment auf! Empfehlenswert ist also
eine Tiefe von 3-4m an der Einstiegsstelle. Die begrenzte Tiefe ist von
daher wichtig, dass viele Taucher gerne einen Bodenkontakt haben –
abgesehen davon, dass man eh direkt unter dem Eis bleibt. Was bringen
einem da 20m Wassertiefe unter sich?
Bevor man sich allerdings aufs "Glatteis" begibt, muss unbedingt die
Festigkeit geprüft werden. Im Zweifelsfall gesichert (!) ein
Probeloch hacken. Sollte jemand einbrechen, kommt die mitgebrachte
Leiter zum Tragen.
Grund für den Einbruch ist natürlich, dass die Eindecke
nicht stark genug war. Diese Person kann sich auch nicht selbst
befreien, weil das dünne Eis an den Einbuchkanten immer wieder
nachbricht. Für den Helfer kommt es nun darauf an, sein Gewicht
auf eine möglichst große Eisfläche zu verteilen, um
nicht selbst einzubrechen.
Die anrückende Feuerwehr hat es dabei leichter, denn zwei
Steckleiterteile aufs Eis gelegt und das Gewicht kann sich gut
verteilen. Allerdings benötigt auch die schnellste Feuerwehr
einige Zeit bis sie vor Ort sein kann. Bis dahin kann es für den
Verunglückten zu spät sein, da er durch starke
Unterkühlung schnell das Bewusstsein verliert.
Deshalb sollte die Begleiter, selbst einen Rettungsversuch
unternehmen, ohne sich dabei jedoch selbst in Gefahr zu bringen.
Zunächst wird die Feuerwehr (112) alarmiert und dann bei der
Rettung geholfen. Daher wichtig zu wissen: Wo befindet man sich gerade?
Dem Feuerwehrmann zu erzählen, man sei am “See XY' bringt ziemlich
wenig, wenn der See Kilometerlang ist. Ein genauer Standort ist wichtig!
Das Prinzip der Rettung
Geeignetes Rettungsmittel besorgen, bzw. sollte bereits als
Vorbereitung zum Tauchgang bereitgestellt sein. Zum Beispiel die
mitgebrachte Leiter, lange Stange (Schneeschaufel oder Besen), Ast oder
ähnliches.
Ist kein entsprechendes Rettungsmittel vorhanden, gilt der
Grundsatz:
Man reicht dem Verunglückten niemals die Hand, man könnte ins
Wasser gezogen werden!
Man nutzt dann die Signalleine, die man dem Verunglückten aus
sicherer Entfernung zuwirft.
Der Rettungsvorgang
Man legt sich flach aufs Eis und schiebt das Rettungsmittel vor sich
her bis an die Einbruchstelle, dann legt man sich wiederum flach darauf
(Gewichtsverteilung!) und reicht dem Verunglückten eine Stange,
den Ast oder sonstiges oder das Seil und zieht ihn damit heraus.
Sollte keine Leiter oder ähnliches zur Verfügung stehen,
dann legt man sich flach aufs Eis und schiebt sich langsam zur
Einbruchstelle vor. Dann reicht man dem Verunglückten eine Stange
oder ein Seil und zieht ihn heraus.
Eine zweite Person hat die Aufgabe den Helfer zu sichern. Dies
geschieht mit einem Seil das um den Körper des Helfers geschlungen
ist oder indem sich diese Person ebenfalls flach aufs Eis legt und den
Helfer an den Füßen festhält.
Nach erfolgter Rettung des Verunglückten muss dieser sofort
warmgehalten werden (nasse Kleidung ausziehen, Decken, Jacken,
heiße Getränke usw.). Sollte er nicht mehr bei Bewusstsein
sein, sind entsprechende Erste-Hilfe-Maßnahmen einzuleiten! Unter
allen Umständen sollte er jedoch einem Arzt vorgestellt werden, um
alle nicht sofort sichtbaren Schäden auszuschließen.
Diese Hinweise sollen helfen im Falle des Falles die richtige
Entscheidung zu treffen und damit vielleicht Leben zu retten. Dabei
darf kein Helfer vergessen, dass er sich dabei auch in Gefahr begibt.
Wer also der Meinung ist, dass das Eis einen nicht trägt oder man
meint, man sei körperlich zu schwach den Verunglückten
herauszuziehen, dann sollte man auf die alarmierte Feuerwehr warten.
Jetzt aber endlich weiter zum Tauchen:
Schon bevor das Eisloch geöffnet wird, ist dieser Bereich mit
Stangen und rot-weißem Absperrband abzusichern, damit niemand
versehentlich in das Loch fällt. Bevor man den Tauchplatz wieder
verlässt muss man alle Löcher im Eis mit Zweigen und
Absperrband deutlich sichtbar als Gefahrenbereich kennzeichnen. Wenn
die ausgesägten Eisplatten aus dem Loch herausgenommen wurden,
dann schiebt man sie wieder zurück. So friert das Loch schneller
wieder zu.

Nachdem die Einstiegsstelle ausgemacht wurde, kann mit
"Öffnung" der Eisdecke begonnen werden. Über die Art und
Weise kann man streiten: Einerseits ist die Methode "in den
gegenüberliegenden Ecken der angezeichneten Öffnung ein
kleines Loch hacken, und von diesen aus mittels langer Säge die
Seiten sägen" absolut umweltfreundlich. Auf der anderen Seite ist
es natürlich deutlich einfacher mit einer Kettensäge.... Hier
soll allerdings angemerkt werden, dass Ölrückstände von
der Kettensäge noch nach einer Woche in der Einstiegsöffnung
auszumachen sind, und dies nicht gerade umweltfreundlich ist. Ein Leser, dieser Artikels, Mario, hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass man das Öl auch aus der Säge ablassen und durch Rapsöl ersetzen kann, welches um einiges umweltverträglicher ist. Danke für den Tipp!
Größe der Einstiegsstelle: mindestens 2x2m.

Nach dem Aussägen schieben viele die Eisplatte unter die
Eisschicht. Das ist aus zweierlei Gründen nicht empfehlenswert:
Erstens landet man sehr schnell im Wasser. Und des weiteren kann es
passieren, dass die Eisscholle unter dem Eis anfriert. Es ist jedoch
wichtig, das Loch nach dem Tauchen wieder zu verschließen, damit
ein argloser Spaziergänger oder gar ein Kind nicht in das
später nur dünn zugefrorene Loch einbricht. Am besten auf
eine mitgebrachte Folie legen – Achtung – schwer!

Es gibt nun zwei Möglichkeiten: Entweder man taucht von diesem
Loch aus an der Leine – oder man sägt ein zweites Loch in etwa 45m
Entfernung – und spannt dazwischen ein Seil. Ein drittes Loch in der
Mitte erhöht die Sicherheit im Falle einer Vereisung.
In diese gespannte Leine hakt man sich dann mittels Karabiner ein, an
dem eine Halbmeter lange Leine befestigt ist, die in einer Handschlaufe
mündet, die nicht problemlos abzustreifen (Stichwort:
versehentliches Abrutschen) sein sollte.
Da dies jedoch eine Aufwendige Methode ist, gehen wir an dieser
Stelle davon aus, dass das nicht oft praktiziert wird – und wir widmen
uns weiter dem Ein-Loch-Tauchen.
Prinzipiell wird - wie sonst auch - in zweier Teams getaucht - beide
Taucher sollten eine entsprechende Eistauchausbildung oder zumindest
Erfahrung haben und sich der besonderen Verhaltensregeln beim
Eistauchen in Gefahrensituationen bewusst sein. Zusätzlich hat
dieses Team einen Signalmann an der Einstiegsstelle mit dem sie
über die Sicherungsleine kommunizieren. Wer ohne Eistaucherfahrung
unter Eis geht, sollte dies wirklich nur mit einem Erfahrenen Team tun,
welches ihn intensiv unterrichtet, was zu tun ist, wenn etwas passieren
sollte.

Die Teams
Für etwaige Probleme steht zusätzlich ein Standby-Team an
der Oberfläche bereit, welches über einen eigenen Signalmann
verfügt. Das bedeutet, dass für ein sicheres Eistauchen also
mindestens 6 Taucher in zwei Teams benötigt werden. Abgesichert
werden die beiden Teams jeweils über eine Sicherungs-/Signalleine
die mittels Eisschraube (alternativ ein kleiner Anker, der im Eis
verkantet wird – das Seilende darf niemals lose herabhängen)
befestigt ist. Trägt der Signalmann Steigeisen aus dem Bergsport,
ist er noch besser gesichert, den holt so schnell nichts mehr von den
Füssen. Die Styroporplatte ist dann logischerweise
überflüssig.
Gibt der Taucher mit der Leine ein Notsignal, wird die Leine sofort
eingeholt. Sollte dabei etwas schief gehen (die Leine bleibt irgendwo
hängen, Knoten hat sich gelöst etc.), springt das
Standby-Team ins Wasser und versucht das erste Team zu retten. Hierbei
ist wichtig zu wissen: Als Knoten werden ausschließlich Palsteks
benutzt! Sie sind recht einfach zu knoten, leicht zu öffnen und
ziehen sich unter Zug nicht zu. Ein ordentlich geknoteter Palstek wird
sich zudem unter Wasser niemals von alleine öffnen!
Nachdem nun die Vorbereitungen abgeschlossen sind, die max.
Tauchzeit auf 20 Minuten festgelegt wurde, bei klirrender Kälte die
Tauchausrüstung angelegt hat, geht es nun endlich los.
Ob man die Flossen noch auf dem Eis stehend anzieht (Sturzgefahr)
oder auf der Eiskante sitzend oder schon im Wasser, bleibt jedem selbst
überlassen.
Bevor man jedoch ins Wasser hüpft, sollte jeder Taucher seine
Kompasspeilung auf das Ufer eingestellt haben. Falls es ein
Leinenproblem geben sollte, sollte man trotzdem noch ungefähr
wissen, wohin man sich zu wenden hat.

Womit man zu aller erst belohnt wird, wenn man im Wasser ist, ist
einmal ein kleiner Kälteschock und bei einem kurzen Blick unter
die Wasseroberfläche mit einer tollen Sichtweite. Unterhalb der
Wasseroberfläche kann man dann auch mal beruhigt einen Zug aus dem
Automaten nehmen, außerhalb - wegen der Vereisungsgefahr - sollte
man das unterlassen!
Der ungefähre Tauchgang ist schon vorher mit dem Signalmann
abgesprochen, das heißt ein letztes OK und abtauchen. Mit dem
Signalmann an der Oberfläche kommuniziert der Leinenführer
des Tauchteams, er gibt regelmäßig ein OK Signal "nach oben"
und bestätigt es auch entsprechend.
Auf die Leinensignale wird hier nicht weiter eingegangen – jeder
Verband hat seine eigenen, die vor dem TG unbedingt noch einmal
abgeglichen werden müssen! Der Tauchpartner wird mittels
Buddyleine gesichert.
Nach ein paar Metern macht man dann einen Blick zurück zur
Einstiegstelle und wird dann schon mit der nächsten
eindrucksvollen "Komposition" belohnt. Wie eine Nabelschnur ist man mit
Oberfläche verbunden - durch die Einstiegsstelle schneidet sich
ein Lichtstrahl in das Wasser und die Eisdecke über einen verleiht
einen den Eindruck von Geborgenheit und Ruhe.


Im Unterschied zu den Tauchgängen im Sommer an der gleichen
Stelle offenbart sich eine um einiges "ruhigere" Umgebung. Kein
Hochbetrieb an Tauchern - Eistauchen machen halt nur die Härtesten
:-).
Wieder zurück in geringeren Tiefen, werden noch die
obligatorischen "Kunststücke" durchgeführt - so vermittelt
das "Gehen über die Eisdecke" unter Wasser eine faszinierende
Perspektive. Nun umgekehrt, scheint plötzlich von unten das Licht
durch die Eisdecke, die Luftblasen fallen zum Boden und die anderen
Taucher schwimmen plötzlich verkehrt. Aufpassen sollte man nur
aufs Atmen - sonst nimmt man gleich einen Schluck Wasser mehr als
erwartet.
Trifft man auf Fische – keinesfalls Berühren oder ins Auge
leuchten. Die Tiere befinden sich in ihrer Winterstarre. Eine Flucht
würde nur kostbare Reserven kosten und der Fisch würde nicht
bis zum Frühjahr überleben.

So geht einer von einigen Eistauchgängen zu Ende, nachdem man
sich aus dem Wasserloch auf das Eis gehievt hat, heißt es nun
rasch umziehen.
Falls man einen weiteren Tauchgang am folgenden Tag plant, so sollte
man darauf verzichten, die Ausrüstung im Kofferraum "trocknen" zu
lassen, außer man möchte seine Anzug in Eisblockform
verwenden. Ein geheizter Clubraum in der Nähe wäre
natürlich perfekt – für Taucher UND Ausrüstung.

Eine besondere Warnung sei noch an diejenigen Ausgesprochen, die in
partiell zugefrorenen Seen tauchen. In der Saison 2002/2003 sind
überproportional viele Taucher beim Eistauchen verunglückt,
da sie nicht die wichtigsten Regeln beherrscht haben! Auch wenn ein See
am Rand noch eine 20m breite nicht zugefrorene Stelle besitzt, ist dies
ein Eistauchgang, der mit allen Vorsichtsmassnahmen durchgeführt
werd muss! Die toten Taucher der letzten Saison sind, trotz ihrer
Erfahrung, unter das Eis geraten und haben den Rückweg nicht mehr
gefunden! Die Vorstellung, man könne das dünne Eis ja von
unten durchbrechen erweist sich als komplett illusorisch!

In diesem Sinne wünsche ich euch allen eine
schöne und sichere Wintersaison 2003/2004 ohne Unfälle.
© 2003 - Jessica
Brühl
Die Fotos wurden mir
freundlicherweise von Martin Rubner, Heinz Toperczer, Frank Montag
sowie Peter von www.dekoboje.de zur
Verfügung gestellt. Vielen lieben Dank! Das Copyright liegt bei
den jeweiligen Fotografen. Eine Verwendung ist nur mit
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