Tauchen in Norwegen

 Geschrieben von Sven

Tauchen in Norwegen


von Sven Gust

Angeregt durch den Norwegenartikel aus der letzten Ausgabe hat uns Sven Gust von www.ostseewracktauchen.de diese umfassende Übersicht seiner mittlerweile fünfjährigen Erfahrung im Norwegen-Tauchen zur Verfügung gestellt. Angefangen bei allgemeinen Beschreibungen, bis hin zu wichtigen Hinweisen für alle Tauchbesucher, steht Euch eine faszinierende Reise in die weitgehend unbekannten Tauchgebiete Norwegens zur Verfügung. Danke Sven!



Allgemein
Verschiedene Tauchplätze
Regionen in Norwegen
Ausrüstung / Zu Beachten
WICHTIGE Hinweise!

Allgemein

Norwegen ist nicht gleich Norwegen! Wir reden über ein Land das für deutsche Verhältnisse riesengroß ist, von den Inseln und der verwinkelten Küstenlinie mal ganz abgesehen. Ich habe mal gelesen wie oft die Küste Norwegens um die Erde reicht, leider konnte ich es mir nicht merken - es waren aber sicher einige Umrundungen!
Vom 58. bis über den 70. Breitengrad erstrecken sich vollkommen unterschiedliche Landschaften, oberhalb der Wasseroberfläche sind die Unterschiede allerdings markanter als unterhalb, das muss man zugeben.

Trotzdem, wer in Norwegen tauchen will sollte nicht einfach losfahren und ein Ferienhaus irgendwo beziehen. Ich kenne recht wenige Deutsche die sich zum Tauchen nach Norwegen gewagt haben, möglicherweise aufgrund der hohen Preise und weil das Land taucherisch eher schlecht erschlossen ist. Von diesen Leuten waren viele unzufrieden, und zwar weil die Vorstellungen falsch waren!


Sonnenuntergang im Norden - ein fantastisches Farbenspiel

Liest man nun einen Bericht (auch diesen hier) so kann man leicht denken, überall ist das Wasser klar und das Tierleben tobt. Schon bevor ich getaucht habe bin ich nach Norwegen zum Angeln gefahren. Schnell merkt man wie unterschiedlich der Fischreichtum von Ort zu Ort ist, an einigen Plätzen kann man außer Steilwänden nichts finden und tief hinten im Fjord gleicht das Wasser nach starkem Regen eher einer trüben Suppe....worauf also kommt es an?

Ich finde das vernünftige Tauchplätze in Norwegen schwer zu finden sind, obwohl es aufgrund der Größe des Landes reichlich davon gibt. Nur die wenigsten sind über die Landesgrenzen bekannt, wie z.B. der Saltstraumen bei Bodö (der größte Mahlstrom der Welt) oder der Schiffsfriedhof bei Narvik (sicherlich nicht schlechter als Scapa Flow).

Man kann einige Fragen zu der Gegend stellen und dann vermuten ob es sich lohnen könnte hier einen längeren Tauchurlaub zu planen:

1. Fjord oder Küste (wie tief im Fjord)
Wie schon gesagt würde ich die Küste immer vorziehen. Hier ist der Wasseraustausch größer, und starker Regen verursacht höchstens mal eine Schicht braunen Süßwassers oberhalb des klaren Salzwassers. Vor allem das Tierleben braucht den höheren Salzgehalt.

2. Vorgelagerte Inseln
Was nützen gute Tauchplätze wenn sie so offen liegen das man nur bei bestem Wetter überhaupt tauchen kann. Inseln bedeuten in der Regel auch markante Unterwasserfelsen und Riffe in der Umgebung.



3. Tiefenlinien (Blick in die Seekarte)
Steilwände sind zwar beeindruckend, aber wenn man nirgendwo eine Sandbank und ein Steinriff in der Nähe hat ist der Tauchurlaub nur halb so schön. Die wenigsten Fische halten sich gern an Steilwänden auf.

4. Überwasser (Bergwelt)
Norwegen heißt eigentlich zwangsläufig Bergwelt. Ich habe es zu schätzen gelernt im Urlaub auf einer vorgelagerten Insel zu wohnen! Warum? Es ist einfach schön die Wolken von Westen anrücken zu sehen, über einen hinweg ohne einen Tropfen zu verschütten und sich dann auf dem Festland (seeseitig der Berge) über den Ferienhäusern abzuregnen. Eine Gegebenheit die leicht den ganzen Urlaub versauen oder retten kann!

5. Ferienhaus
Taucher sind in Norwegen eigentlich sehr gern gesehen, vor allem im Norden wird man von Fischern sehr freundlich behandelt. Ebenso sollte man nach Möglichkeit helfen wenn mal ein Anker oder Außenborder zu bergen ist. Informationen über Tauchplätze und mögliche Wracks sind dabei fast immer zu bekommen!
Anders in einer Ferienhaussiedlung: hier bleibt man auch einen Monat praktisch anonym, der Bauernhof ist oft günstiger und bietet viele Vorteile wenn man etwas Kontakt sucht. Oft kann man in Siedlungen den Kompressor nur begrenzt laufen lassen.
Hinzu kommt: in Norwegen darf ein Ausländer nur in Begleitung eines Norwegers tauchen!

Auf einer Tauchbasis sollten alle Bedingungen (bis auf den letzten Punkt) meistens stimmen. Wer nun allerdings denkt das hier die normalen Preise für den Tauchbetrieb anfallen irrt sich: zwischen 40 und 60 Euro kostet ein Tauchgang mit eigener Ausrüstung!

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Jahreszeit! Im Juni hat man bis weit in den Süden Mitternachtssonne, die Kelpwälder sind noch in voller Pracht und die Fische haben sich noch nicht in das tiefere, kalte Wasser zurückgezogen. Die Chance Wale zu sehen steht nicht schlecht (lokal stark unterschiedlich, in den Fjorden meisten nicht). Im Frühjahr hat man die beste Sicht, weniger Sonnenstunden, sehr kaltes Wasser und wenig Kelp.

Im Herbst sinken die Sichtweiten sehr schnell wenn sich die Kelpwälder "auflösen" und wenn das Wasser zu warm wird gibt es wenig Fisch zu sehen.
Im Winter sind weite Teile des Landes kaum mit dem Auto zu befahren. Direkt an der Küste ist es zwar gemäßigt durch den Golfstrom, aber normalerweise sind einige Berge zu überwinden. Hier kann es kompliziert werde, besonders bei Lawinengefahr sind mühsame Umgehungsstrecken angesagt.

Ein Wort zu Sprache: in Norwegen darf man nicht erwarten als Monolinguist weit zu kommen. An den Tankstellen der E-6 wird noch alles klappen, aber sobald man sich auf Pfade begibt auf denen Touristen, ausländische sowieso nicht, selten wandern gibt es sicherlich Probleme.
Englisch ist die halbe Miete und mit Dänisch kommt man sehr gut über die Runden, besonders wenn man die Wrackpositionen vom alten Fischer erfragen möchte.

Preise: vor einigen Jahren war es sehr teuer für uns in Norwegen zu tanken, heute ist es quasi günstiger geworden (eigentlich sind die Preise in Deutschland einfach in den letzten 5 Jahren wahnsinnig gestiegen!). Brot und Milchprodukte kann man zu fairen Preisen kaufen. Fleisch, Fisch, Getränke, Spirituosen und Tabak sind allerdings kaum bezahlbar.

Nun aber zu den Tauchplätzen die ich in den letzten Jahren in einem kleinen Bereich in Mittelnorwegen erkundet habe. Die Gegend erfüllt natürlich alle der o.g. Punkte, allerdings habe ich sie auch aus etwa 30 Plätzen in Norwegen, an denen ich schon Urlaub gemacht habe, ausgewählt.
Ein Inselgürtel aus ca. 500 bis 1000 kleinen Inseln, Riffen, Felsen und Untiefen. Hier benötigt man unbedingt die Seekarte bevor man sich mit dem Boot hinaus traut (trotzdem hat es mich hier schon 2 Propeller gekostet). Die Inseln sind vorgelagert und der Artenreichtum an Fischen und Meerestieren liegt nahe am Optimum für norwegische Verhältnisse. Siehe Artenübersicht.

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Allgemein zu den Tauchplätzen

Die Beschreibung der Tauchplätze steht stellvertretend für zahlreiche andere in dieser Region. Natürlich ähneln sie sich oft und weisen meistens keine markanten Unterschiede auf. Hat man erst mal etwas Erfahrung gesammelt findet man auch leicht neue und schöne Tauchplätze anhand von Seekarte und nach einem Blick auf die Landschaft oberhalb der Wasseroberfläche.

Man darf allerdings auch nicht vergessen das die ganze Region eigentlich ein Paradies für Taucher ist und sicherlich nur unbekannt ist, weil es weder Tauchbasis noch Tauchschiff hier gibt. Bei jedem tieferen Tauchgang den ich hier an einem neuen Tauchplatz mache kann ich mir zu mehr als 90% sicher sein der erste Taucher hier zu sein. Entsprechend spannend ist es.


Sonnenstern in voller Pracht

Ich musste feststellen das die meisten norwegischen Taucher in der Region Wracks ohne jedes System suchen, bedenkt man die Größe der Region, die Länge der Küstenlinie und die Unebenheiten des Meeresgrundes kann man sich leicht vorstellen was hier noch alles liegen muss.

Alle Tauchplätze liegen wenige Meilen von dem Ausgangspunkt entfernt. Länger als 15 Minuten sitzt man nie im Boot, allerdings liegen natürlich im weiten Umkreis zahlreiche Wracks, Höhlen und Sunde. Diese Plätze sind hier nicht beschrieben, weil ich bisher selten dort getaucht habe. Im Sommer 2004 wird sich das ändern (wenn das Wetter mitspielt) und Berichte folgen anschließend an dieser Stelle. An allen beschriebenen Tauchplätzen habe ich normalerweise mindestens 10 Tauchgänge durchgeführt (mit Ausnahmen).

In der ganzen Region kann man nicht mit einer Tauchbasis abtauchen. Es gibt hier einen Taucher, er organisiert für norwegische Freunde gelegentlich Touren.
Wer Lust hat einmal an der beschriebenen Plätzen zu tauchen kann sich allerdings an die mich (Sven) wenden, manchmal sind bei den Touren die ich organisiere Plätze frei. Die Zahl der Taucher ist aber sehr begrenzt. Sie richtet sich nach der Zahl der verfügbaren Boote, Kompressoren und Schlafplätze.
Beste Grundlagen sind aber eigentlich immer vorhanden (mehrere vernünftige Boote, mehrere Kompressoren, Schlafplätze und bequemes Wohnen für mind. 10 Leute, eigener Hafen, Begleitung durch norwegische Taucher, Sauerstoff/Nitrox/Trimix, usw.).

Nun noch meine Einschätzungen zu einigen Regionen in Norwegen und wie ich sie taucherisch einschätze. Das ist natürlich nur meine persönliche Meinung und stark verallgemeinert. Oft sind die Gebiete sehr groß und ich habe ja meistens nur einige Tage dort verbracht. Grundsätzlich sollte man sich eher nach den Anhaltspunkten am Anfang des Berichtes ausrichten!

Vielleicht ist es ja aber doch eine kleine Hilfe. Bei 5 Touren, von jeweils etwa einem Monat, habe ich den Bereich zwischen Aalesund und den Lofoten erkundet, immer darauf aus so weit wie möglich an die Küste zu gelangen. Das eigene Boot war immer dabei und so wurden auch vorgelagerte Inseln oft erkundet. Der Fischfinder vermittelte einen guten Eindruck von der Beschaffenheit Unteerwasser.

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Regionen in Norwegen

Region Aalesund

Ich denke hier kann man schon recht vernünftig tauchen. Sandbänke und vorgelagerte Inseln gibt es genügend. Steilwände etwas seltener. Das Wasser ist nicht zu stark ausgesüßt durch mündende Flüsse und auch die Sichtweiten sollten meistens gut sein. Auf den Bänken werden viele und große Rochen gefangen.
Weiter ins Landesinnere schneiden die Fjorde tief ein. Hier wird man außer Steilwänden recht wenig finden, schlechtere Sichtweiten sind zu befürchten und man wird weniger Fischarten zu Gesicht bekommen.
Nicht besonders gut schätze ich konkret den Nordfjorden und den Langfjorden ein (die ich etwas kenne).

Region Kristiansund

Hier sind Taucher keine Seltenheit. Der Tauchbetrieb ich recht gut organisiert. Hier finden Wettkämpfe im Harpunieren statt (Wer es braucht!). Die Landschaft Unteerwasser ähnelt der um Aalesund, also sicherlich keine schlechte Wahl. Besonders Leng scheint es hier viel zu geben, auch große Köhlerschwärme halten sich oft hier auf. Taucher berichten von einer sehr guten Hummerpopulation. Bei beiden genannten Plätzen findet man aber nicht die wirkliche Einsamkeit, wer also gern noch etwas entdecken möchte muss weiter nach Norden (bzw. sich etwas weiter von den größeren Städten entfernen).

Region Hitra

Hier wird es nun wirklich interessant. Alles was der Taucher sich wünscht findet man hier: Sand, Kelp, Steilwände, Riffe, Windschutz und Fisch. Einer der beliebtesten Angelplätze. Hier werden z.B. Heilbutts bis zu 4 (!) Metern Länge gefangen.
Mir ist nicht bekannt ob es eine Tauchbasis auf der Insel gibt, Boote kann man an jeder Ecke (auf fast jedem Bauernhof) leihen. Eine Badeleiter, einen vernünftigen Außenborder und die Taucherflagge sollte man mitbringen. Wer ohne Seekarte und Fischfinder fährt läuft schnell Gefahr auf einem Unterwasserfelsen zu landen, zumindest bei hoher Geschwindigkeit.

Die Fjorde weiter im Landesinneren sind auch nicht so schlecht, da sie nicht sehr tief einschneiden. Konkret kenne ich den Hemnefjorden, er bietet typischerweise eher Steilwände. Kelp und Sandbänke fehlen. Hier gibt es aber große Fische und die Sicht ist allgemein nicht schlecht.

Region Trondheimfjord (westl./Mündung)

Man ist hier recht ungeschützt und die Landschaft ist nicht gerade schön (wie ich finde). Aufgrund der Größe des Fjordes hat man allerdings hier eher mal eine Sandbank und ein Feld mit niederwüchsigem Kelp. Fisch gibt es reichlich und in allen Größen. Angler fangen in großen Tiefen riesige Eishaie. Leider wird der Taucher diesen friedlichen Riesen wohl kaum begegnen.

Wer seinen Urlaub im hinteren Teil des Fjordes (Richtung Steinkjer) verbringen will sollte sich darauf einstellen das die Wasserqualität hier sehr schlecht ist. Sollte man fjordeinwärts hinter der Stadt Trondheim Sichtweiten wie in der Ostsee haben, so kann man glücklich sein. Ich habe es erlebt das es eher mit einem Moortümpel zu vergleichen war! Fisch gibt es wenig hier. Der Boden ist meisten sandig oder schlammig.

Region Namsenfjord

Darüber habe ich mich in den Tauchplatzbeschreibungen ja bereits ausgelassen! Weiter hinten im Fjord ist es absolut nicht zu empfehlen seinen Urlaub zu verbringen (siehe Trondheimfjord).
Der Namsen ist einer der bekanntesten norwegischen Lachsflüsse.

Region Vikna/Rörvik

Die Region ist so verwinkelt das man hier ohne Seekarte wirklich verzweifeln kann.
Hier findet man gute Bedingungen. Leider waren die Menschen hier nicht so freundlich und wir blieben nicht lange um Ärger zu vermeiden. Ob es stimmt das hier fast überall Nationalpark ist und wir nicht mit dem Motorboot fahren durften bezweifele ich: dafür waren mir die Yachthäfen zu reich gefüllt mit Motorbooten.
Grundsätzlich scheiterte der Aufenthalt hier aber auch weil wir keine Seekarten hatten und uns kaum weiter vom Hafen weg getraut hätten. Wirklich unvorstellbar: um die offene Küste zu sehen ist sicherlich eine lange Bootstour notwendig. Die Landschaft ist sehr mager bewachsen und man fühlt sich wie in der Tundra. Ich habe Zweifel das hier viel getaucht wird.
Bei Rörvik liegt ein größeres Wrack. Man kann es von der Küste aus betauchen (100 Meter vom Ufer). Maximal 70 Meter liegt es tief.

Region Brönnöysund

Die Region schien ganz okay zu sein. Die Fjorde im Inland sollte man unbedingt meiden, hier gibt es sicherlich fast nur Steilwände zu betauchen.
Z.B. der Tosenfjord ist eine einzige Rinne. Wenn es Unterwasser so weitergeht wie oberhalb der Oberfläche (und das ist meistens so) dürfte es hier wirklich monoton sein. Es gibt außerdem fast nirgends eine Möglichkeit mit dem Boot anzulegen.

Region Nesna

Hier finde ich die Landschaft sehr schön. Die Berge ragen spitz aus dem Wasser auf und es gibt gute Möglichkeiten zum Tauchen, da viele Buchten mit hellem Sand gefüllt sind. Dort wo wir waren hatten wir Probleme mit dem Wind, es war zu ungeschützt. Das ist aber natürlich sehr unterschiedlich von Ecke zu Ecke. Bestimmt kann man bessere Stellen finden.
Finger weg vom Ranafjord! Grund: siehe z.B. Trondheimfjord.

Region Bodö

Leider kenne ich die Küste zwischen Stokkvaagen und Bodö nicht.
Ein Blick in die Karte lässt aber vermuten das es hier bestimmt tolle Ecken geben mag. Die ganze Kommune Rödöy sieht erst mal so aus als wenn es hier alles gibt was ein Taucher sich wünscht.

Bei Bodö selbst ist der bekannteste Tauchplatz sicherlich der Saltstraumen. Ein schmaler Durchlauf, der den Stjerdalfjord mit dem Meer verbindet. Bei Gezeiten pressen das Wasser hier mit aller Macht durch. Tauchen ist absolut nur bei Slack-Water (Gezeitenumschwung) möglich.

Ein schnelles Boot, nicht zu klein, ist unbedingt notwendig! Ein Blick von der Brücke zeigt warum: hier bilden sich gewaltige Strudel, man könnte denken die Wasseroberfläche ist eine Berglandschaft.

Überall wird geangelt. Die Wände Unterwasser sind mit Anemonen und Weichkorallen bewachsen. Kaum vorstellbar wenn man die großen Anemonen und Zylinderrosen sonst eher vereinzelt kennt. Auch Seewölfe gibt es hier so viele wie sonst nirgendwo in Norwegen. Man trifft auf Fische die sonst eher untypisch sind, z.B. Streifenbarben und Meerbrassen.

Mehrere Tauchbasen bieten ihre Dienste für gutes Geld an, hier darf keinesfalls ohne vernünftige fachmännische Planung getaucht werden - ABSOLUTE LEBENSGEFAHR! Ist man im Juni hier kann man im Straumen 2 Tauchgänge täglich/nächtlich machen. Das Zeitfenster beträgt max. 30-40 Minuten.
Es gibt aber noch mehr als den Straumen: vorgelagerte Inseln, sehen vielversprechend aus. Wegen schlechten Wetters konnten wir das Gebiet aber nicht näher erkunden.

Region Steigen

Hier, auf Höhe der südlichen Lofoten, ist das Wetter auch im Sommer oft recht unberechenbar. Obwohl einigermaßen geschützt konnten wir nicht oft mit dem Boot fahren, zu übel peitschte der Westwind das Wasser auf.
Neben den vielen Papageitauchern haben wir auch Delfine gesehen die blitzschnell durch die Schaumkronen schossen. Leider war aufgrund des Wetters keine Möglichkeit vorhanden auf Tuchfühlung zu gehen.

Der Boden besteht größtenteils aus Sandflächen, aber auch alles andere findet man hier. Es gibt viel und großen Fisch und die Landschaft ist einfach umwerfend. Spitze Berge, sandige Buchten und dazu Unmengen von Seeadlern.
Wir haben etwa eine Woche auf einer unbewohnten Insel verbracht und haben in dieser Zeit praktisch keinen Regen gehabt. Anders auf dem östlichen Festland (ca. 1 Km entfernt). Fast immer blieben die Wolken an den Bergen hängen und regneten sich ab. Praktisch ständig stand ein Regenbogen zwischen Festland und Insel.

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Ausrüstung

Ich muss zugeben das ich mit Tauchbasen keine großen Erfahrungen sammeln konnte. Norwegen ist eines des teuersten Länder der Welt und hat den höchsten Lebensstandard in Europa. Die Preise sind für deutsche Verhältnisse sehr hoch, auch wenn man wirklich erkennen muss das wir uns angenähert haben!
Man sollte immer möglichst die eigene Ausrüstung mitbringen und, meiner Meinung nach, auch Kompressor und Boot! Vor Ort gibt es reichlich Häuser mit Booten (12-15 ft) zu mieten. Zum Angeln mögen die Boote auch reichen, zum Tauchen sind sie meistens nicht gedacht. Allgemein gibt es keine Badeleiter, die Motoren (falls vorhanden) sind nicht geeignet um weitere Touren zu fahren, die GFK-Boote haben keine Seitenstabilität und sind oft im Innenraum recht "spröde", da ist der Trockenanzug schnell hin.

Mit dem eigenen Schlauchboot ist man unabhängig, besonders wenn man nicht an einem Ort bleiben möchte. Fischfinder und Seekarten sind notwendig und wer noch die Flaschen selbst füllen kann erspart sich Ärger und weite Wege. Tauchbasen gibt es fast nur in der Nähe größerer Orte, abseits organisieren Tauchclubs zwar gelegentlich Luftversorgung, man muss aber schon Insider sein um zu wissen wie man in den Genuss kommen kann.

Es gibt natürlich auch Möglichkeiten ohne Boot zu tauchen, allerdings sind die Landeinstiege sehr begrenzt und oft rutschig und gefährlich. Meistens muss man dann in der Nähe eines Hafens tauchen, hier gibt es sicherlich nicht die besten Tauchplätze und die Gefahr durch Schiffe ist groß - zudem ist es auch in Norwegen verboten in Hafengebieten zu tauchen!

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Wichtige Hinweise

Norwegen ist nicht sehr weit entfernt und für Taucher ein Traum (einige weitgereiste Tauchlehrer sehen hier die besten Tauchregionen die sie kennen!). Warum aber wird man Berichte wie diesen dann so selten, oder praktisch nie, finden? Mal abgesehen von den Kosten für die Lebenshaltung ist das Tauchen auf Basen teuer - sehr teuer!
Nun, organisiert man doch einfach selbst eine Tour, oder?!
In Norwegen gibt es "Die goldenen Regeln für Taucher"!
U.a. ist es strengstens verboten Hummer zu fangen (bezieht sich auf Fangen und Mitnehmen) und: Es ist Ausländern untersagt ohne die Begleitung eines Norwegischen Staatsbürgers zu Tauchen !

Die Einstellung hierzu ist unterschiedlich (bei den Norwegern): viele können die Einschränkung nicht nachvollziehen, andere finden es gut.
Auch wenn ich nicht denke das sie NUR schlecht ist, stellt sie doch erst mal ein riesiges Hindernis dar wenn man selbst planen möchte!

ICH MÖCHTE ALLEN RATEN SICH AN DIE REGELN ZU HALTEN und weise darauf hin das hier nicht alle Regeln/Beschränkungen aufgezählt sind! Spätestens bei einem Tauchnotfall, wenn (versehentlich) beabsichtigt bei Wracks (oder in der Nähe) getaucht wird, oder wenn man einem Norweger auffällt der Deutschen oder Tauchern nicht wohlgesonnen ist kann es zu ernsten Problemen kommen wenn man nicht die norwegische Begleitung nachweisen kann (u.a. hohe Geldstrafe und Ausweisung!).

Regional werden die Regeln unterschiedlich streng ausgelegt. In vielen Regionen sind die Menschen recht freundlich - Ausnahmen gibt es überall! Man darf nicht denken allgemein auf südländische Aufgeschlossenheit zu stoßen und wird zuerst allgemein als Tourist angesehen der ja sowieso nur auf der Durchreise ist. Kehrt man oft an einen Ort zurück erweisen sich viele Leute, die erst sehr zurückhaltend waren, als wirklich aufgeschlossen und hilfsbereit (ein allgemeines skandinavischen Erscheinungsbild, wie ich finde). Damit wächst dann auch das Angebot an Informationen über gute Tauchplätze in der Region!

Die Entdeckung vieler Tauchplätze basiert auch auf Hinweisen von Fischern und Ortskundigen, jedoch komme ich in den Genuss erst seit 2 Jahren, obwohl ich nun schon seit 5 Jahren dort hinfahre - also nicht gleich verzweifeln wenn der erste selbstorganisierte Tauchurlaub bei den -Wikingern- nicht die Erwartungen erfüllt!

In der jüngeren Vergangenheit gab es Fälle in denen deutsche Taucher Wracks geplündert haben und sie mit Gefängnis und wirklich schmerzhaften Geldstrafen (+Einreiseverbot) belegt wurden. In Norwegen wird gerechterweise die Geldstrafe fast grundsätzlich nach Tagessätzen berechnet, die Folge sind oft Geldstrafen die um ein Vielfaches die deutschen Bußgelder übersteigen.

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© 2003 - Text von Sven Gust ( www.ostseewracktauchen.de )
© 2003 - Bilder von Kai Freter ( www.nordtaucher.de )


Infos

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