Angeregt durch den Norwegenartikel aus der letzten Ausgabe hat uns Sven
Gust von www.ostseewracktauchen.de
diese umfassende Übersicht seiner mittlerweile fünfjährigen
Erfahrung im Norwegen-Tauchen zur Verfügung gestellt. Angefangen bei
allgemeinen Beschreibungen, bis hin zu wichtigen Hinweisen für alle
Tauchbesucher, steht Euch eine faszinierende Reise in die weitgehend unbekannten
Tauchgebiete Norwegens zur Verfügung. Danke Sven!
Norwegen ist nicht gleich Norwegen! Wir reden über ein Land das für
deutsche Verhältnisse riesengroß ist, von den Inseln und der
verwinkelten Küstenlinie mal ganz abgesehen. Ich habe mal gelesen wie
oft die Küste Norwegens um die Erde reicht, leider konnte ich es mir
nicht merken - es waren aber sicher einige Umrundungen!
Vom 58. bis über den 70. Breitengrad erstrecken sich vollkommen unterschiedliche
Landschaften, oberhalb der Wasseroberfläche sind die Unterschiede allerdings
markanter als unterhalb, das muss man zugeben.
Trotzdem, wer in Norwegen tauchen will sollte nicht einfach losfahren
und ein Ferienhaus irgendwo beziehen. Ich kenne recht wenige Deutsche die
sich zum Tauchen nach Norwegen gewagt haben, möglicherweise aufgrund
der hohen Preise und weil das Land taucherisch eher schlecht erschlossen
ist. Von diesen Leuten waren viele unzufrieden, und zwar weil die Vorstellungen
falsch waren!
Sonnenuntergang im Norden - ein fantastisches Farbenspiel
Liest man nun einen Bericht (auch diesen hier) so kann man leicht denken,
überall ist das Wasser klar und das Tierleben tobt. Schon bevor ich
getaucht habe bin ich nach Norwegen zum Angeln gefahren. Schnell merkt man
wie unterschiedlich der Fischreichtum von Ort zu Ort ist, an einigen Plätzen
kann man außer Steilwänden nichts finden und tief hinten im Fjord
gleicht das Wasser nach starkem Regen eher einer trüben Suppe....worauf
also kommt es an?
Ich finde das vernünftige Tauchplätze in Norwegen schwer zu
finden sind, obwohl es aufgrund der Größe des Landes reichlich
davon gibt. Nur die wenigsten sind über die Landesgrenzen bekannt, wie
z.B. der Saltstraumen bei Bodö (der größte Mahlstrom der
Welt) oder der Schiffsfriedhof bei Narvik (sicherlich nicht schlechter als
Scapa Flow).
Man kann einige Fragen zu der Gegend stellen und dann vermuten ob es sich
lohnen könnte hier einen längeren Tauchurlaub zu planen:
1. Fjord oder Küste (wie tief im
Fjord)
Wie schon gesagt würde ich die Küste immer vorziehen. Hier ist
der Wasseraustausch größer, und starker Regen verursacht höchstens
mal eine Schicht braunen Süßwassers oberhalb des klaren Salzwassers.
Vor allem das Tierleben braucht den höheren Salzgehalt.
2. Vorgelagerte Inseln
Was nützen gute Tauchplätze wenn sie so offen liegen das man
nur bei bestem Wetter überhaupt tauchen kann. Inseln bedeuten in der
Regel auch markante Unterwasserfelsen und Riffe in der Umgebung.
3. Tiefenlinien (Blick in die Seekarte)
Steilwände sind zwar beeindruckend, aber wenn man nirgendwo eine
Sandbank und ein Steinriff in der Nähe hat ist der Tauchurlaub nur
halb so schön. Die wenigsten Fische halten sich gern an Steilwänden
auf.
4. Überwasser (Bergwelt)
Norwegen heißt eigentlich zwangsläufig Bergwelt. Ich habe es
zu schätzen gelernt im Urlaub auf einer vorgelagerten Insel zu wohnen!
Warum? Es ist einfach schön die Wolken von Westen anrücken zu
sehen, über einen hinweg ohne einen Tropfen zu verschütten und
sich dann auf dem Festland (seeseitig der Berge) über den Ferienhäusern
abzuregnen. Eine Gegebenheit die leicht den ganzen Urlaub versauen oder
retten kann!
5. Ferienhaus
Taucher sind in Norwegen eigentlich sehr gern gesehen, vor allem im Norden
wird man von Fischern sehr freundlich behandelt. Ebenso sollte man nach
Möglichkeit helfen wenn mal ein Anker oder Außenborder zu bergen
ist. Informationen über Tauchplätze und mögliche Wracks sind
dabei fast immer zu bekommen!
Anders in einer Ferienhaussiedlung: hier bleibt man auch einen Monat praktisch
anonym, der Bauernhof ist oft günstiger und bietet viele Vorteile wenn
man etwas Kontakt sucht. Oft kann man in Siedlungen den Kompressor nur begrenzt
laufen lassen. Hinzu kommt: in Norwegen darf ein Ausländer
nur in Begleitung eines Norwegers tauchen!
Auf einer Tauchbasis sollten alle Bedingungen (bis auf den letzten Punkt)
meistens stimmen. Wer nun allerdings denkt das hier die normalen Preise
für den Tauchbetrieb anfallen irrt sich: zwischen 40 und 60 Euro kostet
ein Tauchgang mit eigener Ausrüstung!
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Jahreszeit! Im Juni hat man bis weit
in den Süden Mitternachtssonne, die Kelpwälder sind noch in voller
Pracht und die Fische haben sich noch nicht in das tiefere, kalte Wasser
zurückgezogen. Die Chance Wale zu sehen steht nicht schlecht (lokal
stark unterschiedlich, in den Fjorden meisten nicht). Im Frühjahr hat
man die beste Sicht, weniger Sonnenstunden, sehr kaltes Wasser und wenig
Kelp.
Im Herbst sinken die Sichtweiten sehr schnell wenn sich die Kelpwälder
"auflösen" und wenn das Wasser zu warm wird gibt es wenig Fisch zu
sehen.
Im Winter sind weite Teile des Landes kaum mit dem Auto zu befahren. Direkt
an der Küste ist es zwar gemäßigt durch den Golfstrom, aber
normalerweise sind einige Berge zu überwinden. Hier kann es kompliziert
werde, besonders bei Lawinengefahr sind mühsame Umgehungsstrecken angesagt.
Ein Wort zu Sprache: in Norwegen darf man nicht erwarten als Monolinguist
weit zu kommen. An den Tankstellen der E-6 wird noch alles klappen, aber
sobald man sich auf Pfade begibt auf denen Touristen, ausländische sowieso
nicht, selten wandern gibt es sicherlich Probleme.
Englisch ist die halbe Miete und mit Dänisch kommt man sehr gut über
die Runden, besonders wenn man die Wrackpositionen vom alten Fischer erfragen
möchte.
Preise: vor einigen Jahren war es sehr teuer für uns in Norwegen
zu tanken, heute ist es quasi günstiger geworden (eigentlich sind die
Preise in Deutschland einfach in den letzten 5 Jahren wahnsinnig gestiegen!).
Brot und Milchprodukte kann man zu fairen Preisen kaufen. Fleisch, Fisch,
Getränke, Spirituosen und Tabak sind allerdings kaum bezahlbar.
Nun aber zu den Tauchplätzen die ich in den letzten Jahren in einem
kleinen Bereich in Mittelnorwegen erkundet habe. Die Gegend erfüllt
natürlich alle der o.g. Punkte, allerdings habe ich sie auch aus etwa
30 Plätzen in Norwegen, an denen ich schon Urlaub gemacht habe, ausgewählt.
Ein Inselgürtel aus ca. 500 bis 1000 kleinen Inseln, Riffen, Felsen
und Untiefen. Hier benötigt man unbedingt die Seekarte bevor man sich
mit dem Boot hinaus traut (trotzdem hat es mich hier schon 2 Propeller gekostet).
Die Inseln sind vorgelagert und der Artenreichtum an Fischen und Meerestieren
liegt nahe am Optimum für norwegische Verhältnisse. Siehe Artenübersicht.
Die Beschreibung der Tauchplätze steht stellvertretend für zahlreiche
andere in dieser Region. Natürlich ähneln sie sich oft und weisen
meistens keine markanten Unterschiede auf. Hat man erst mal etwas Erfahrung
gesammelt findet man auch leicht neue und schöne Tauchplätze anhand
von Seekarte und nach einem Blick auf die Landschaft oberhalb der Wasseroberfläche.
Man darf allerdings auch nicht vergessen das die ganze Region eigentlich
ein Paradies für Taucher ist und sicherlich nur unbekannt ist, weil
es weder Tauchbasis noch Tauchschiff hier gibt. Bei jedem tieferen Tauchgang
den ich hier an einem neuen Tauchplatz mache kann ich mir zu mehr als 90%
sicher sein der erste Taucher hier zu sein. Entsprechend spannend ist es.
Sonnenstern in voller Pracht
Ich musste feststellen das die meisten norwegischen Taucher in der Region
Wracks ohne jedes System suchen, bedenkt man die Größe der Region,
die Länge der Küstenlinie und die Unebenheiten des Meeresgrundes
kann man sich leicht vorstellen was hier noch alles liegen muss.
Alle Tauchplätze liegen wenige Meilen von dem Ausgangspunkt entfernt.
Länger als 15 Minuten sitzt man nie im Boot, allerdings liegen natürlich
im weiten Umkreis zahlreiche Wracks, Höhlen und Sunde. Diese Plätze
sind hier nicht beschrieben, weil ich bisher selten dort getaucht habe.
Im Sommer 2004 wird sich das ändern (wenn das Wetter mitspielt) und
Berichte folgen anschließend an dieser Stelle. An allen beschriebenen
Tauchplätzen habe ich normalerweise mindestens 10 Tauchgänge durchgeführt
(mit Ausnahmen).
In der ganzen Region kann man nicht mit einer Tauchbasis abtauchen. Es
gibt hier einen Taucher, er organisiert für norwegische Freunde gelegentlich
Touren.
Wer Lust hat einmal an der beschriebenen Plätzen zu tauchen kann
sich allerdings an die mich (Sven) wenden, manchmal sind bei den Touren
die ich organisiere Plätze frei. Die Zahl der Taucher ist aber sehr
begrenzt. Sie richtet sich nach der Zahl der verfügbaren Boote, Kompressoren
und Schlafplätze.
Beste Grundlagen sind aber eigentlich immer vorhanden (mehrere vernünftige
Boote, mehrere Kompressoren, Schlafplätze und bequemes Wohnen für
mind. 10 Leute, eigener Hafen, Begleitung durch norwegische Taucher, Sauerstoff/Nitrox/Trimix,
usw.).
Nun noch meine Einschätzungen zu einigen Regionen in Norwegen und
wie ich sie taucherisch einschätze. Das ist natürlich nur meine
persönliche Meinung und stark verallgemeinert. Oft sind die Gebiete sehr
groß und ich habe ja meistens nur einige Tage dort verbracht. Grundsätzlich
sollte man sich eher nach den Anhaltspunkten am Anfang des Berichtes ausrichten!
Vielleicht ist es ja aber doch eine kleine Hilfe. Bei 5 Touren, von jeweils
etwa einem Monat, habe ich den Bereich zwischen Aalesund und den Lofoten
erkundet, immer darauf aus so weit wie möglich an die Küste zu
gelangen. Das eigene Boot war immer dabei und so wurden auch vorgelagerte
Inseln oft erkundet. Der Fischfinder vermittelte einen guten Eindruck von
der Beschaffenheit Unteerwasser.
Ich denke hier kann man schon recht vernünftig tauchen. Sandbänke
und vorgelagerte Inseln gibt es genügend. Steilwände etwas seltener.
Das Wasser ist nicht zu stark ausgesüßt durch mündende Flüsse
und auch die Sichtweiten sollten meistens gut sein. Auf den Bänken
werden viele und große Rochen gefangen.
Weiter ins Landesinnere schneiden die Fjorde tief ein. Hier wird man außer
Steilwänden recht wenig finden, schlechtere Sichtweiten sind zu befürchten
und man wird weniger Fischarten zu Gesicht bekommen.
Nicht besonders gut schätze ich konkret den Nordfjorden und den Langfjorden
ein (die ich etwas kenne).
Region Kristiansund
Hier sind Taucher keine Seltenheit. Der Tauchbetrieb ich recht
gut organisiert. Hier finden Wettkämpfe im Harpunieren statt (Wer es
braucht!). Die Landschaft Unteerwasser ähnelt der um Aalesund, also
sicherlich keine schlechte Wahl. Besonders Leng scheint es hier viel zu geben,
auch große Köhlerschwärme halten sich oft hier auf. Taucher
berichten von einer sehr guten Hummerpopulation. Bei beiden genannten Plätzen
findet man aber nicht die wirkliche Einsamkeit, wer also gern noch etwas
entdecken möchte muss weiter nach Norden (bzw. sich etwas weiter von
den größeren Städten entfernen).
Region Hitra
Hier wird es nun wirklich interessant. Alles was der Taucher sich
wünscht findet man hier: Sand, Kelp, Steilwände, Riffe, Windschutz
und Fisch. Einer der beliebtesten Angelplätze. Hier werden z.B. Heilbutts
bis zu 4 (!) Metern Länge gefangen.
Mir ist nicht bekannt ob es eine Tauchbasis auf der Insel gibt, Boote
kann man an jeder Ecke (auf fast jedem Bauernhof) leihen. Eine Badeleiter,
einen vernünftigen Außenborder und die Taucherflagge sollte man
mitbringen. Wer ohne Seekarte und Fischfinder fährt läuft schnell
Gefahr auf einem Unterwasserfelsen zu landen, zumindest bei hoher Geschwindigkeit.
Die Fjorde weiter im Landesinneren sind auch nicht so schlecht, da sie
nicht sehr tief einschneiden. Konkret kenne ich den Hemnefjorden, er bietet
typischerweise eher Steilwände. Kelp und Sandbänke fehlen. Hier
gibt es aber große Fische und die Sicht ist allgemein nicht schlecht.
Region Trondheimfjord (westl./Mündung)
Man ist hier recht ungeschützt und die Landschaft ist nicht
gerade schön (wie ich finde). Aufgrund der Größe des Fjordes
hat man allerdings hier eher mal eine Sandbank und ein Feld mit niederwüchsigem
Kelp. Fisch gibt es reichlich und in allen Größen. Angler fangen
in großen Tiefen riesige Eishaie. Leider wird der Taucher diesen friedlichen
Riesen wohl kaum begegnen.
Wer seinen Urlaub im hinteren Teil des Fjordes (Richtung Steinkjer) verbringen
will sollte sich darauf einstellen das die Wasserqualität hier sehr
schlecht ist. Sollte man fjordeinwärts hinter der Stadt Trondheim Sichtweiten
wie in der Ostsee haben, so kann man glücklich sein. Ich habe es erlebt
das es eher mit einem Moortümpel zu vergleichen war! Fisch gibt es
wenig hier. Der Boden ist meisten sandig oder schlammig.
Region Namsenfjord
Darüber habe ich mich in den Tauchplatzbeschreibungen ja bereits
ausgelassen! Weiter hinten im Fjord ist es absolut nicht zu empfehlen seinen
Urlaub zu verbringen (siehe Trondheimfjord).
Der Namsen ist einer der bekanntesten norwegischen Lachsflüsse.
Region Vikna/Rörvik
Die Region ist so verwinkelt das man hier ohne Seekarte wirklich
verzweifeln kann.
Hier findet man gute Bedingungen. Leider waren die Menschen hier nicht
so freundlich und wir blieben nicht lange um Ärger zu vermeiden. Ob es
stimmt das hier fast überall Nationalpark ist und wir nicht mit dem
Motorboot fahren durften bezweifele ich: dafür waren mir die Yachthäfen
zu reich gefüllt mit Motorbooten.
Grundsätzlich scheiterte der Aufenthalt hier aber auch weil wir keine
Seekarten hatten und uns kaum weiter vom Hafen weg getraut hätten.
Wirklich unvorstellbar: um die offene Küste zu sehen ist sicherlich
eine lange Bootstour notwendig. Die Landschaft ist sehr mager bewachsen
und man fühlt sich wie in der Tundra. Ich habe Zweifel das hier viel
getaucht wird.
Bei Rörvik liegt ein größeres Wrack. Man kann es von der
Küste aus betauchen (100 Meter vom Ufer). Maximal 70 Meter liegt es
tief.
Region Brönnöysund
Die Region schien ganz okay zu sein. Die Fjorde im Inland sollte
man unbedingt meiden, hier gibt es sicherlich fast nur Steilwände zu
betauchen.
Z.B. der Tosenfjord ist eine einzige Rinne. Wenn es Unterwasser so weitergeht
wie oberhalb der Oberfläche (und das ist meistens so) dürfte es
hier wirklich monoton sein. Es gibt außerdem fast nirgends eine Möglichkeit
mit dem Boot anzulegen.
Region Nesna
Hier finde ich die Landschaft sehr schön. Die Berge ragen
spitz aus dem Wasser auf und es gibt gute Möglichkeiten zum Tauchen,
da viele Buchten mit hellem Sand gefüllt sind. Dort wo wir waren hatten
wir Probleme mit dem Wind, es war zu ungeschützt. Das ist aber natürlich
sehr unterschiedlich von Ecke zu Ecke. Bestimmt kann man bessere Stellen
finden.
Finger weg vom Ranafjord! Grund: siehe z.B. Trondheimfjord.
Region Bodö
Leider kenne ich die Küste zwischen Stokkvaagen und Bodö
nicht.
Ein Blick in die Karte lässt aber vermuten das es hier bestimmt tolle
Ecken geben mag. Die ganze Kommune Rödöy sieht erst mal so aus
als wenn es hier alles gibt was ein Taucher sich wünscht.
Bei Bodö selbst ist der bekannteste Tauchplatz sicherlich der Saltstraumen.
Ein schmaler Durchlauf, der den Stjerdalfjord mit dem Meer verbindet. Bei
Gezeiten pressen das Wasser hier mit aller Macht durch. Tauchen ist absolut
nur bei Slack-Water (Gezeitenumschwung) möglich.
Ein schnelles Boot, nicht zu klein, ist unbedingt notwendig! Ein Blick
von der Brücke zeigt warum: hier bilden sich gewaltige Strudel, man könnte
denken die Wasseroberfläche ist eine Berglandschaft.
Überall wird geangelt. Die Wände Unterwasser sind mit Anemonen
und Weichkorallen bewachsen. Kaum vorstellbar wenn man die großen
Anemonen und Zylinderrosen sonst eher vereinzelt kennt. Auch Seewölfe
gibt es hier so viele wie sonst nirgendwo in Norwegen. Man trifft auf Fische
die sonst eher untypisch sind, z.B. Streifenbarben und Meerbrassen.
Mehrere Tauchbasen bieten ihre Dienste für gutes Geld an, hier darf
keinesfalls ohne vernünftige fachmännische Planung getaucht werden
- ABSOLUTE LEBENSGEFAHR! Ist man im Juni hier kann man im Straumen 2 Tauchgänge
täglich/nächtlich machen. Das Zeitfenster beträgt max. 30-40
Minuten.
Es gibt aber noch mehr als den Straumen: vorgelagerte Inseln, sehen vielversprechend
aus. Wegen schlechten Wetters konnten wir das Gebiet aber nicht näher
erkunden.
Region Steigen
Hier, auf Höhe der südlichen Lofoten, ist das Wetter
auch im Sommer oft recht unberechenbar. Obwohl einigermaßen geschützt
konnten wir nicht oft mit dem Boot fahren, zu übel peitschte der Westwind
das Wasser auf.
Neben den vielen Papageitauchern haben wir auch Delfine gesehen die blitzschnell
durch die Schaumkronen schossen. Leider war aufgrund des Wetters keine Möglichkeit
vorhanden auf Tuchfühlung zu gehen.
Der Boden besteht größtenteils aus Sandflächen, aber auch
alles andere findet man hier. Es gibt viel und großen Fisch und die
Landschaft ist einfach umwerfend. Spitze Berge, sandige Buchten und dazu
Unmengen von Seeadlern.
Wir haben etwa eine Woche auf einer unbewohnten Insel verbracht und haben
in dieser Zeit praktisch keinen Regen gehabt. Anders auf dem östlichen
Festland (ca. 1 Km entfernt). Fast immer blieben die Wolken an den Bergen
hängen und regneten sich ab. Praktisch ständig stand ein Regenbogen
zwischen Festland und Insel.
Ich muss zugeben das ich mit Tauchbasen keine großen Erfahrungen
sammeln konnte. Norwegen ist eines des teuersten Länder der Welt und
hat den höchsten Lebensstandard in Europa. Die Preise sind für deutsche
Verhältnisse sehr hoch, auch wenn man wirklich erkennen muss das wir
uns angenähert haben!
Man sollte immer möglichst die eigene Ausrüstung mitbringen
und, meiner Meinung nach, auch Kompressor und Boot! Vor Ort gibt es reichlich
Häuser mit Booten (12-15 ft) zu mieten. Zum Angeln mögen die Boote
auch reichen, zum Tauchen sind sie meistens nicht gedacht. Allgemein gibt
es keine Badeleiter, die Motoren (falls vorhanden) sind nicht geeignet um
weitere Touren zu fahren, die GFK-Boote haben keine Seitenstabilität
und sind oft im Innenraum recht "spröde", da ist der Trockenanzug schnell
hin.
Mit dem eigenen Schlauchboot ist man unabhängig, besonders wenn man
nicht an einem Ort bleiben möchte. Fischfinder und Seekarten sind notwendig
und wer noch die Flaschen selbst füllen kann erspart sich Ärger
und weite Wege. Tauchbasen gibt es fast nur in der Nähe größerer
Orte, abseits organisieren Tauchclubs zwar gelegentlich Luftversorgung,
man muss aber schon Insider sein um zu wissen wie man in den Genuss kommen
kann.
Es gibt natürlich auch Möglichkeiten ohne Boot zu tauchen, allerdings
sind die Landeinstiege sehr begrenzt und oft rutschig und gefährlich.
Meistens muss man dann in der Nähe eines Hafens tauchen, hier gibt
es sicherlich nicht die besten Tauchplätze und die Gefahr durch Schiffe
ist groß - zudem ist es auch in Norwegen verboten in Hafengebieten
zu tauchen!
Norwegen ist nicht sehr weit entfernt und für Taucher ein Traum (einige
weitgereiste Tauchlehrer sehen hier die besten Tauchregionen die sie kennen!).
Warum aber wird man Berichte wie diesen dann so selten, oder praktisch nie,
finden? Mal abgesehen von den Kosten für die Lebenshaltung ist das
Tauchen auf Basen teuer - sehr teuer!
Nun, organisiert man doch einfach selbst eine Tour, oder?!
In Norwegen gibt es "Die goldenen Regeln für Taucher"!
U.a. ist es strengstens verboten Hummer zu fangen (bezieht sich auf Fangen
und Mitnehmen) und: Es ist Ausländern
untersagt ohne die Begleitung eines Norwegischen Staatsbürgers zu Tauchen
!
Die Einstellung hierzu ist unterschiedlich (bei den Norwegern): viele
können die Einschränkung nicht nachvollziehen, andere finden es
gut.
Auch wenn ich nicht denke das sie NUR schlecht ist, stellt sie doch erst
mal ein riesiges Hindernis dar wenn man selbst planen möchte!
ICH MÖCHTE ALLEN RATEN SICH AN DIE REGELN ZU HALTEN und weise darauf
hin das hier nicht alle Regeln/Beschränkungen aufgezählt sind!
Spätestens bei einem Tauchnotfall, wenn (versehentlich) beabsichtigt
bei Wracks (oder in der Nähe) getaucht wird, oder wenn man einem Norweger
auffällt der Deutschen oder Tauchern nicht wohlgesonnen ist kann es
zu ernsten Problemen kommen wenn man nicht die norwegische Begleitung nachweisen
kann (u.a. hohe Geldstrafe und Ausweisung!).
Regional werden die Regeln unterschiedlich streng ausgelegt. In vielen
Regionen sind die Menschen recht freundlich - Ausnahmen gibt es überall!
Man darf nicht denken allgemein auf südländische Aufgeschlossenheit
zu stoßen und wird zuerst allgemein als Tourist angesehen der ja sowieso
nur auf der Durchreise ist. Kehrt man oft an einen Ort zurück erweisen
sich viele Leute, die erst sehr zurückhaltend waren, als wirklich aufgeschlossen
und hilfsbereit (ein allgemeines skandinavischen Erscheinungsbild, wie ich
finde). Damit wächst dann auch das Angebot an Informationen über
gute Tauchplätze in der Region!
Die Entdeckung vieler Tauchplätze basiert auch auf Hinweisen von
Fischern und Ortskundigen, jedoch komme ich in den Genuss erst seit 2 Jahren,
obwohl ich nun schon seit 5 Jahren dort hinfahre - also nicht gleich verzweifeln
wenn der erste selbstorganisierte Tauchurlaub bei den -Wikingern- nicht
die Erwartungen erfüllt!
In der jüngeren Vergangenheit gab es Fälle in denen deutsche
Taucher Wracks geplündert haben und sie mit Gefängnis und wirklich
schmerzhaften Geldstrafen (+Einreiseverbot) belegt wurden. In Norwegen wird
gerechterweise die Geldstrafe fast grundsätzlich nach Tagessätzen
berechnet, die Folge sind oft Geldstrafen die um ein Vielfaches die deutschen
Bußgelder übersteigen.
Du möchtest dir ein neues Ausrüstungsteil zulegen? Dann informiere dich vorab einmal in unserer Produkt-Datenbank, hier sind alle gängigen Produkte der Hersteller übersichtlich angeordnet und können verglichen werden. Schau einfach mal rein!
Drei zufällige Tauchlinks: Virgin Islands and the Caribbean .. A professional photographer located in the Caribbean. A portfolio of travel, sailing, location, underwater and architectural photography. A nice place to come and browse. PADI Professional Association of Diving Instructors (oder von Mitbewerbern boshafterweise Ebay.com The world´s largest marketplace! Auch für Taucher!
Ein "Sponsored Link": Deepstop der Onlineshop für den ambitionierten Taucher
und einer unserer Toplinks: Mike Ball Dive Expeditions Tauchen in Australien, viele Infos über Tauchangebote - alles ist möglich. Deutschsprachiges Personal vorhanden!
Aktuelle Basenberichte:
Sindbad - Justdiving, Cap Ma.. (25.05.2012) Vom 28.03 bis 17.04 verbrachte ich mit meiner Familie unseren Urlaub auf Mauritius. Da wir in Pereybere unsere Unterkunft hatten, suchte ich deshalb in der näheren Umgebung eine Tauchbasis für meinen (mehr) Atlantis Diving, Marsalforn/.. (24.05.2012) Hallo, Ich möchte mich kurz fassen. Viel gibt es für mich auch nicht zum schreiben, ausser ein dickes DAUMEN HOCH für diese BASIS. Top Infrastruktur, Top Material, sehr Hilfsbereit, und sie wissen (mehr) Wolfgang`s Tauchshop, Prora,.. (23.05.2012) Hallo, anbei ein kleiner Bericht über meinen Tauchgang am 1705.2012 auf Rügen: Um 9:30 Uhr war das Treffen an der Basis von Wolfgang Frank in Prora. Nach der Anmeldung und dem obligatorischen (mehr)
Akt. Fluglinienberichte:
Gulf Air (19.05.2012) von 3.5.12 bis 18.5.12 von Frankfurt über Bahrain nach Manila und zurück. Gewählt wegen dem günstigen Preis von 680 € p.P und den kurzen Stop Over Zeiten - auf dem Hinflug 1:45 Stunden - auf dem (mehr) Ukraine International Airlin.. (12.05.2012) Geflogen: Am 5.5.2012 von Wien (VIE) nach Odessa (ODS) und am 11.5. wieder zurück. Die riesige Bucht von Odessa ist ein gigantischer Schiffsfriedhof. Der Zweite Weltkrieg tobte hier zwei Mal in (mehr) Luxair (12.05.2012) War vom 04.05.2012 bis 11.05.2012 in Marsa Alam. Den Flug habe ich über Luxair gebucht. Die Fluglinie transportiert das Tauchgepäck immer noch kostenlos. Das Gepäck musste vorher angemeldet werden (mehr)