EPIRB's - Rettungssender auch für Taucher
?
Lebensrettend oder nur technischer schnick-schnack ?
Von Jessica Brühl ©
Folgende Informationen sind aus öffentlich zugänglichen Quellen
wie z.B. Internet, Prospekten, Werbung etc. gewonnen und erheben keinen
Anspruch auf Vollständigkeit, Richtigkeit Fehlerfreiheit und Aktualität
und sollen nur einer ersten Information dienen. Eine Gewährleistung
irgendeiner Art für den Inhalt wird gleichermaßen nicht beabsichtigt.
Ergänzungen, Kritik und Kommentare jederzeit willkommen.
Das Problem
Gelegentlich hört man von Tauchern, die von der Strömung abgetrieben
wurden und besonders in "Massenabfertigungsgebieten" wie dem
Roten Meer schlicht vergessen werden. Eigentlich unglaublich, aber wahr.
Wie kann sich ein solch "verlorener" Taucher bemerkbar machen
?
- Signalbojen, -flaggen,-pfeifen, -horn, Leuchtraketen und Lampe nützen
nur, wenn sich in der Nähe ein potentieller Retter befindet. Zudem
darf Leuchtspurmunition nicht im Flugzeug transportiert werden.
- Blitzer helfen nur Nachts wirklich und ebenfalls nur, wenn jemand in
der Nähe ist.
Das bedeutet schlicht und ergreifend, dass ein Taucher an der Oberfläche
so gut wie verloren ist, wenn er nicht zufällig entdeckt wird oder
sich Land in der Nähe befindet.
Die Lösung
Eine weitere Alternative ist ein Signalsender, der bei Bedarf eingeschaltet
werden kann und ein Notsignal aussendet. Diese sogenannten EPIRB's (Emergency
Position Indicating Radio Beacon = Notfunkbake mit Positionsanzeige) werden
bisher für Überwassersportarten (Segeln, Yachting) und auch in
der Berufsschifffahrt und in der zivilen Luftfahrt verwendet.
Grundsätzlich gibt es dutzende verschiedene Versionen, die auf
unterschiedlichen Funkfrequenzen senden, bzw. von unterschiedlichen Satelliten
empfangen werden. Je nach Ausführung kann zudem eine Identifikation
(z.B. die Art des Notfalls) gefunkt werden.
Weil es jedoch so viele verschiede Varianten von EPIRB's und anderen
Notfunkgeräten gibt, soll hier nur ein kleiner Querschnitt gezeigt
werden:
Die Technik
EPIRB's werden in drei Klassen eingeteilt:
Klasse A: schwimmfähig, lösen Alarm bei Wasserkontakt länger
als 20 Sekunden aus. Klasse B: wie A, Alarm kann jedoch zusätzlich
manuelle ausgelöst werden Klasse C: wie B, wird jedoch nicht mehr
empfohlen, da sie auf dem VHF 16-Kanal senden. Sie werden nicht von Satelliten
empfangen, es sind eigentlich ELT's.
Erwägt man, sich ein EPIRB zuzulegen sollte der erste Blick der
Sendefrequenz gelten. In früheren Jahren wurde auf 121,5 MHz und 243
MHz gesendet. Eigentlich sind dies keine EPIRB's, sondern nur ELT's (Emergency
Locating Transmitter, gehören zu Klasse C). Trotzdem werden diese
Geräte oft fälschlicherweise als EPIRB's bezeichnet. Ihr Signal
wird nicht von einem Satelliten empfangen, sondern das Tauchboot muß
den Empfänger selbst an Bord haben. Falls nicht, bleibt nur die Rettung
durch zufällig passierende Boote oder Flugzeuge in direkter Nähe
! Aufgrund häufiger, technisch bedingter Fehlalarme wird im Regelfalle
(im Bereich der US-Küste garnicht mehr) auf Notrufe dieser Frequenz
eingegangen.
Statt dessen wurde die Frequenz 406 MHz freigegeben. Solche ein Sender
ist via Satellit bis auf 4m² weltweit genau zu orten. Zusätzlich
kann es auch mit GPS (Global Positioning System) ausgerüstet werden,
um die exakte Position zu senden, was aber natürlich bedeutend teurer
ist. Empfänger der 406 MHz-Signale sind polumlaufende Satelliten.
Wer Interesse an schnellstmöglicher Alarmierung und auch das nötige
Kleingeld zur Hand hat, kann sich eine Inmarsat-Notboje mit integriertem
GPS zulegen. Diese sendet auf 1,6 GHz zu geostationären Satelliten.
Vor- und Nachteile
406 MHz:
- Wartezeit bis der Alarm übermittelt wird beträgt durchschnittlich
2 Std., max. 13 Std. · Weltweit einsetzbar · Sendet Kennung
und Standort · Batteriekapazität: 48-72 Std. · Optional:
Übertragung des Notfalltyp · Preis 1800 - 4000 DM
1,6 GHz:
- Wartezeit bis zur Alarmübermittlung nur wenige Minuten ·
Weltweit einsetzbar, Ausnahme: Polkappen · Sendet Kennung, Art des
Notfalls und Standortdetailliert · Batteriekapaziät: 48 - 72
Std. · Preis: 3300 - 10.000 DM
Absetzen des Notrufes
Es gibt je nach System drei Arten der Auslösung:
- Manuell
- Bei Wasserkontakt länger als 20 Sekunden
- Ab einer Wassertiefe von 1,3 m
Die beiden letztgenannten Punkte sind für Taucher nun einmal unvermeidbar.
Aus diesem Grund wurde eine wasserdichte Box entwickelt, mit der es möglich
sein soll zu tauchen.
Es wurde berichtet, dass diese Box nicht immer komplett dicht war. EPIRB's
/ELT's sind bis zu 3m Wassertiefe Wasserdicht, bei einem TG jedoch wurden
die Geräte geflutet und zerstört. Eine neue Generation von Boxen,
versehen mit neuem Logo und neuem Dichtring, soll (lt. Hersteller) das
Problem gelöst haben. Erfahrungen von privaten Nutzern liegen jedoch
noch nicht vor.
Größe und Gewicht
Für das (nicht mehr empfohlene) 121,5 MHz-Gerät (108g ohne
Batterie), das etwa Zigarettenschachtelgröße hat, wurde der
TB 100 dive container entwickelt. Laut Hersteller ist es 100m Wasserdicht
und wiegt knapp 170 g. Eine andere wasserdichte Box für sonstige EPIRB's
scheint zur Zeit noch nicht im Handel zu sein.
Fazit
Bisher hat sich außerhalb der Vereinigten Staaten der Notsender
in Taucherkreisen nicht besonders verbreitet. Zum einen, weil es sehr teuer
ist, zum anderen, weil sich viele Personen sich einfach nicht vorstellen
können, wie man "einfach so" vergessen werden kann. Auch
scheint die wasserdichte Box noch nicht ausgereift zu sein und es fehlt
eine Box für größere und leistungsstärkere EPIRB's.
Es bleibt also abzuwarten, ob sich EPIRB's über die Segler/Yachting-Szene
hinaus durchsetzt !
Links zur weiteren Information:
www.seamarshall.demon.co.uk
www.navtec.de
www.kk2.de |