Im Dezember 2003 habe ich einen zweiwöchigen Tauchurlaub auf den
Philippinen bei den Cocktail-Divers auf Mindoro verbracht und
möchte nun meine Erfahrungen und Eindrücke dieser Zeit
schildern.
Die Brüder Jürgen und Gerhard Reiter haben auf der
philippinischen Insel Mindoro ein eigenes Resort "Garden of Eden"
geschaffen. Im Örtchen Sabang gelegen, bieten sie komplette Reise-
und Tauchpakete mit der angeschlossenen Tauchbasis "Cocktail Divers" an.
Buchung/Organisation der Reise:
Die Buchung ist denkbar einfach, denn die Homepage (www.wetexpedition.de) stellt die
angebotenen Leistungen sehr übersichtlich dar. Ich habe mich
für das "pauschale" Zwei-Wochen-Paket (Flug ab/bis Frankfurt, alle
Transfers, Unterkunft mit Frühstück, No-Limit-Tauchpaket)
entschieden und dann per Mail und Telefon mit Jürgen Reiter noch
meine Restfragen geklärt. Als kleinen Verbesserungsvorschlag
wünschte ich mir, dass die komplette Preisliste der Tauchbasis
(z.B. für Leihausrüstungen, Nachttauchgänge und
zusätzliche TG über das No-Limit-Paket hinaus etc.) auch ins
Internet gestellt wird, das wäre sehr praktisch. Der
organisatorische Engpass ist meistens der Flug auf die Philippinen,
denn das Resort selbst ist anscheinend nie ausgebucht. Jedenfalls hat
Jürgen noch einen super Flug mit der Cathay Pacific mit für
mich günstigen Flugzeiten organisiert. Die Flugunterlagen samt
Reisesicherungsschein waren postwendend in meinem Briefkasten; ich
brauchte nur noch mein Tauchgepäck bei Cathay Pacific
anzumelden, das gibt dann 30kg statt der normalen 20kg Freigepäck.
Dabei habe ich auch gleich telefonisch meine Sitzplätze
vorreservieren können.
Der Flug ging von Frankfurt nach Hong Kong (ca. 10,5 Stunden) und nach
kurzem Aufenthalt (1,5 h) dann weiter nach Manila (noch mal 2,5
Stunden). Für den Rückflug ist am Airport Manila eine
Ausreisesteuer von 550 Pesos fällig - dran denken! Am Airport
Manila wurden zwei weitere Pärchen aus derselben Maschine und ich
von Vertretern der Basis eingesammelt und in einem klimatisierten Van
zum Hafenstädtchen Batangas kutschiert. Diese Fahrt dauert je nach
Verkehrslage 2-3 Stunden. In Batangas mussten wir leider noch über
1,5 Stunden auf die nächste Fähre warten, weil eine
planmäßige Fähre kurzerhand gestrichen worden war. Bei
den Fähren zur Insel Mindoro handelt es sich um die für die
Philippinen so typischen Auslegerboote aus Bambusholz ("Bancas") mit
"schlichtem" Komfort. Die Überfahrt nach Mindoro dauert dann auch
noch so ungefähr 1,5 Stunden, und mit Einbruch der Dunkelheit
legten wir schließlich am schmalen Sandstrand von Sabang an.
Das Resort:
Das Tolle ist, dass das Boot quasi direkt vor dem Eingang zum
Resort "Garden of Eden" anlegt, so dass wir mit unserem schweren
Gepäck nur noch drei Schritte tun mussten, und schon von Chris,
dem Tauchbasisleiter, in Empfang genommen wurden. Nach der langen Reise
war es eine Wohltat, dass er uns erst einmal im offenen Restaurant
einen Begrüßungsdrink spendierte und wir unsere Beine
unter dem Tisch ausstrecken konnten. Im weiteren Gespräch
erläuterte uns Chris in aller Ruhe den Ablauf und die Einzelheiten zu Resort und Restaurant. Er stellte auch den großen "Tierpark" (das Äffchen Charly, der Kakadu Wilma, und den Rest der
Vogelvoliere; außerdem gibt es einen Teich mit Fischen und
Schildkröten, ein weiteres Aquarium, und zu guter Letzt zwei ganz liebe Hunde) und die entsprechenden Verhaltensmaßregeln vor (die Hunde nicht füttern, auch wenn sie noch so betteln, genauso dem Kakadu nichts geben) Vorsicht! Affe Charly hat es auf Brillen abgesehen
und schmettert sie mit Vorliebe auf die Steine..., ja, er kann ganz schön frech sein!. Außerdem hatte Chris noch viele
praktische Hinweise und Tipps bezüglich Geld wechseln, Essen gehen, wie auch zu Ausflügen in der Umgebung etc. parat. Nachdem wir uns
für den nächsten Tag zu Taucheinweisung und
Check-Tauchgang verabredet hatten, wurden wir zum Bezug unserer Zimmer
/ Bungalows "entlassen".
Die Anlage "Garden of Eden" ist am Rand von Sabang gelegen und erschien
mir wie eine grüne Oase im Vergleich zum engen und schmuddeligen
Sabang. Am Eingang vom Strand aus kommend liegt rechts der
überdachte Restaurantbereich mit der Küche, Bar und einzelnen
Tischgruppen. Links ist die Tauchbasis mit dem Ausrüstungsraum und
dem Kompressorraum gelegen. Dahinter schließen sich der
schöne, erholsame Süßwasserpool mit integrierten
Massagedüsen an, umrahmt von einem überraschend gepflegten,
kurz geschorenen Rasen, samt kostenlosen Liegen und Sonnenschirmen.
Hier haben wir uns zwischen den einzelnen Tauchgängen entspannt
und Sonne getankt.
Ein kurzes Stück weiter kommt man entlang des gepflasterten Weges an den einzelnen "Doppelbungalow-Bambushäuschen" vorbei. Die gesamte Anlage ist sehr schön grün und voll blühender Pflanzen. Vor jedem
Bungalow wachsen Bananenstauden. Das gesamte Resort erschien mir sehr gut gepflegt und immer gut in Schuss gehalten. Ich habe mehrfach "Trupps"
von Angestellten gesehen, die den Pflasterweg ausbesserten oder die
Bambushäuser mit Schutzlack bestrichen. Mario, der Resort-Manager,
hat "sein Reich" bestens im Griff.
Die Unterkunft:
Die Unterkünfte kann man in verschiedenen Kategorien
wählen, im wesentlichen "Ventilator-Zimmer" ohne Warmwasser und
"Aircon-Zimmer" mit Warmwasser. Teils gibt es auch Häuschen, die
mit TV ausgestattet sind. Ich hatte die einfachere Variante gebucht,
die mir persönlich auch absolut ausreichte. Das Klima war zwar
immer tropisch warm und leicht schwül, die Luftfeuchtigkeit
empfand ich aber nie so drückend, dass eine Klimaanlage
unverzichtbar gewesen wäre. Mein Zimmer war einfach, aber sauber
eingerichtet, mit getrennter Dusche und WC, und mit einem gut
bestückten Kühlschrank versehen. Die Dusche wie auch das
Waschbecken haben aber eben, wie von mir gebucht, nur Kaltwasser von
sich gegeben. Sowohl der Duschraum als auch das WC waren mit Kacheln
gefliest, der Zimmerboden mit einer Art Linoleum belegt. Das
große Bett, war - wie soll es anders sein - ebenfalls aus
Bambusholz gefertigt und mit einer Schaumstoffmatratze belegt.
Während meines Aufenthaltes wurden auch alle Unterkünfte mit
elektronischen Stahlsafes ausgestattet. Alle Fenster waren von
außen mit einem Fliegengitter versehen; trotzdem haben es wohl
immer wieder ein paar vereinzelte Stechmücken geschafft, sich
irgendwie reinzuschmuggeln. Ich hatte mir zwar extra ein Moskitonetz
mitgebracht, es aber gar nicht erst ausgepackt, weil mich die "Viecher"
weit weniger gepiesackt haben, als ich erwartet habe (im Örtchen Sabang gibt es für alle Fälle für nur 120 Pesos ein
gutes Mückenmittel "Off" zu kaufen. Während meines Aufenthaltes entsprach 1 Euro etwa 66 Pesos).
Ab und zu habe ich an der Wand einen landestypischen, putzigen Gecko
entdeckt. Wir haben uns gut vertragen, denn er ist absolut harmlos und
angeblich fängt er sich die eine oder andere Mücke, wogegen
ich natürlich gar nichts einzuwenden hatte.
Jedes Häuschen hat auch eine sehr nette Veranda mit einer Sitzgruppe vor der Tür - selbstverständlich ist die Sitzgruppe auch aus Bambus.
Außerdem ist dort auch bereits eine Wäscheleine (mit
Klammern!) gespannt - sehr praktisch! Im Zimmer sind mehrere ganz
normale "deutsche" Stromsteckdosen mit wohl 220 Volt, an denen ich
meine Tauchlampe problemlos ohne Adapter geladen habe. Das Einzige, was
ich noch an meine Bedürfnisse angepasst habe, war die
Raumbeleuchtung. Denn eine einzige, nackte 25 Watt-Glühbirne
für mein Zimmer ist mir abends deutlich zu dunkel/schummrig, um
noch ohne Augenprobleme ein Buch zu lesen oder mein Logbuch zu
schreiben. Nach einem Einkaufsbummel in Sabang war das Problem dann
aber auch erledigt.
Restaurant/Essen im Resort:
Die Sitzgruppen im Restaurantbereich/an der Bar wurden dann
für die nächsten zwei Wochen der zentrale Treffpunkt und
"Aufenthaltsbereich". Das "soziale Leben" spielt sich hier ab. Wir
haben morgens gemütlich gefrühstückt, zwischen den
Tauchgängen einen heißen Kaffee oder Tee geordert,
Logbücher geschrieben, die unter Wasser digital geschossenen
Bilder entweder stolz oder manchmal auch ernüchtert
präsentiert, einen leckeren Snack eingeworfen, oder abends fein
diniert und die Nacht mit Bierchen oder Cocktails verkürzt. Alle
konsumierten Leckereien werden auf die Zimmernummer angeschrieben, man
musste lediglich auf kleinen Zetteln quittieren. Die einheimischen
Bedienungen waren ein quirliges, junges Team, immer sehr lustig drauf,
aufmerksam und sehr, sehr freundlich. Nachdem ich mich an meinem ersten
Tag namentlich vorgestellt hatte, wurde ich morgens mit einem
fröhlichen "Good morning, Acksel" begrüßt, und abends,
aus Sabang zurückkehrend, mit einem "Good evening, Acksel"
empfangen. Dort bleibt eben kein Gast lange allein oder anonym.....
Die Küche ist nicht nur für die Verköstigung der
Resortgäste zuständig, sondern das "Garden of Eden" ist auch
ein "öffentliches" Restaurant, das von "fremden" Gästen vor
allem abends häufig besucht wird. Man sitzt dort halt sehr
schön ganz nah am Strand und romantisch unter freiem Himmel.
Romantische Stimmung an der Bar
Das Frühstück ist im gebuchten Paket schon inklusive. Zur
Auswahl stehen vier Frühstücks-Menüs, man kann aber auch
eigene Sonderwünsche ordern, wenn man variieren möchte. Mir
waren die servierten Butter- und Marmeladeportionen öfters zu
knapp, weshalb ich nachbestellte, manchmal auch extra Brot. Manche Gäste haben es wiederum sehr bedauert, warum man das Reisepaket nicht auch ganz ohne Frühstück buchen kann, da sie ganz gerne auch mal die vielen Frühstücksangebote in Sabang ausprobieren wollten. Halbpension wird ja z. B. auch nicht angeboten. Einen handfesten Grund für die "Frühstückspflicht" scheint es aber nicht zu geben.
Die Speisekarte war überraschend reichhaltig und
abwechslungsreich, mit soviel Auswahl an Snacks und Hauptgerichten
hätte ich nicht gerechnet. Es werden europäische Gerichte sowie thailändische, philippinische und italienische Speisen
angeboten. Auch die Übersicht der Getränke und Cocktails
umfasst mehrere Seiten auf der Speisekarte. Viele Gäste haben
daher während ihres Aufenthaltes kein einziges Essen
außerhalb des Resorts eingenommen, denn die Gerichte sind auch alle sehr lecker.
Trotzdem kann man bedenkenlos in allen Restaurants in Sabang zu Abend essen; Chris sagte uns, dass alle gut sind und er uns daher keine spezielle Empfehlung ans Herz legen könne. Sabang hält eine ganze Anzahl verschiedener Lokale und Kneipen bereit, so dass ich dann fast an jedem Abend in einem anderen Restaurant war und mich
überall durchgefuttert habe. Die Preise sind für
Europäer sehr moderat: Ein einfaches Essen kostet 160-200 Pesos,
wenn mal ein Gericht 240-300 Pesos kostet, ist das schon viel. Eine
Cola liegt meist bei 30 oder 40 Pesos.
Tauchbasis:
Die Tauchbasis unter deutscher Leitung (Chris und Petra) ist
sehr schön in das Resort integriert. Sie verfügt über
einen Kompressorraum, einen Raum mit Spinden zur Aufbewahrung des Equipments der Tauchgäste, den Lagerraum des Leihequipments, eigene separate WCs, vier Süßwasserduschen
und vier Süßwasserspülbecken für die
unterschiedlichen Teile der Tauchausrüstung. Der ganze Bereich ist
sehr schön gestaltet, da hat sich jemand bereits bei der Planung
viele Gedanken gemacht. Beispielsweise sind die Wände sehr schön in Baumform verputzt und gestrichen und die vier Duschen quasi in die Äste des Baumes an der Wand integriert. An einer anderen Wand
hängen eine große Tauchkarte des Hausriffs und eine Karte
mit allen durchnummerierten Tauchplätzen, die von den Cocktails
Divers angefahren werden. Hier werden auch die Briefings abgehalten.
Getaucht wird mit 12l-Aluflaschen überwiegend mit DIN Anschluss,
es stehen aber auch eine ordentliche Anzahl von 12l-Aluflaschen mit INT
Anschluss bereit.
Am ersten Tag hat Mario, ein deutscher Tauchguide, mein Logbuch und
mein Brevet gründlich unter die Lupe genommen, während ich
meinen Anmeldeschein ausfüllte. Er half mir auch bei der Auswahl
eines mir passenden 3mm-Tauchanzugs (den ich von der Basis geliehen hatte) und bei der Bestimmung meiner Bleimenge (ich hatte noch nie zuvor mit einem 3mm-Anzug getaucht). Mario erklärte dann beim Briefing unseren
Tauchgang anhand der Hausriff-Karte an der Wand und benannte auch die Übungen, die wir beim Checkdive zu absolvieren hatten. Bei
"Ersttätern" wird generell ein Checktauchgang durchgeführt,
bei Wiederholungs- und Stammgästen dann nicht mehr. Dann ging es
mit ihm und den übrigen Neuankömmlingen an den Strand zum
Check- und Hausriff-Kennenlern-Tauchgang. Der dient nicht nur zum
"checken", sondern auch zur Anpassung der richtigen Bleimenge etc.
Nachdem wir also anfangs unsere Übungen (Maske ausblasen, Automat wiedererlangen, Oktopusatmung mit dem Buddy) erledigt hatten, setzten wir
den Tauchgang mit der Erkundung des Hausriffs und seiner drei Wracks
fort. Nach diesem ersten Tauchgang stand uns dann die Welt des
gebuchten "No-Limit-Tauchpaketes" für den Rest des Urlaubs offen.
Tauchablauf:
Das "No-Limit-Tauchpaket" beinhaltet drei geführte
Bootstauchgänge täglich sowie unbegrenzt selbständige
Tauchgänge am Hausriff (bis 17 Uhr). Die Bootstauchgänge
finden täglich um 9 Uhr, 12 Uhr und um 15 Uhr statt, wobei jeweils
zwei Boote zu zwei unterschiedliche Tauchplätze angeboten werden.
Und zwar jeweils 10 Minuten zeitversetzt, damit es kein zu großes
Gedränge beim Anrödeln gibt. Man kann also täglich unter
sechs verschiedenen Tauchspots auswählen, wobei die morgendlichen
Tauchspots stets auch die tiefsten sind. Die Tafel mit den
Tauchplätzen wird entweder noch abends oder morgens früh
rausgehängt. Dabei wird jeweils die Uhrzeit, der Tauchplatz, die maximale
Tiefe des Tauchgangs und der begleitende Diveguide angegeben. Dazu
werden Listen ausgehängt, in die man sich dann je nach Lust und
Laune einträgt (max. 10 Taucher pro Tauchplatz/Boot). Für die
Buddy-Teams, die selbständig ans Hausriff wollen, ist eine
separate Hausriff-Liste vorgesehen, in die sowohl Startzeit und - ganz
wichtig! - dann auch die Rückkehr wieder eingetragen werden
müssen. Für die Bootstauchgänge gelten die Limits max.
30m Tiefe, max. 60 min, keine Deko-TG, Sicherheits-Stop 5m/3min und IMMER mit der Signalboje auftauchen. Für individuelle Hausriff-TG
gilt eine maximale Tauchzeit von 2 Stunden, auch hier ist das Setzen
der Signalboje unerlässlich (wegen Bootsverkehr). Geführte
Nachttauchgänge werden bei genügender Nachfrage angeboten und dann gegen 18 Uhr angesetzt, individuelle Nacht-TG sind auch
möglich, späteste Rückkehr auf der Basis ist dann 20:30
Uhr. Nachttauchgänge sind aber nicht im No-Limit Paket
eingeschlossen und kosten um die 20 Euro extra.
Keulenascidie
Nach der Montage des Tauchgerätes erfolgt noch an der Basis
das Briefing durch den jeweiligen Guide, meist anhand der
ausgehängten Tauchplatzkarte. Der Tauchplatz wird kurz
erläutert, auch ein paar Sätze zur erwarteten Strömung,
dann die Sicherheitsregeln (Tauchtiefe max. 30m, Tauchzeit max. 60 min,
Boje etc), und die Buddy-Teams werden abgesprochen. Nach ein paar
Tagen, wenn keine neuen Tauchgäste dabei sind und man die
Tauchplätze kennt, kann das Briefing auch mal sehr kurz ausfallen.
Dann wird vollständig aufgerödelt und ab geht es in voller
Montur runter zum Strand und auf das Boot. Die Boote waren dabei oft nicht voll belegt, meist waren wir 6-8 Taucher, gelegentlich aber
auch nur zu dritt oder zu viert unterwegs.
Die Tauchspots liegen alle in kurzer Entfernung zum Sabang-Strand, die
Bootsfahrten dauern zwischen 3 und maximal 20 Minuten. Bei
den Booten handelt es sich um einfache, offene Boote mit
Außenbordmotor, bei denen man vollständig aufgerödelt
links und rechts sitzend rausfährt. Für die Fahrt zum
Tauchplatz und zurück empfiehlt sich ein Sonnenschutz
(Schirmmütze o.ä.), da es gelegentlich ordentlich
runterbrennen kann. Des Weiteren kann es bei Wellengang auch mal sehr
feucht werden und ziemlich ins Boot reinspritzen. Zusammen mit einer windigen Brise ist dann auch ein Ohrenschutz
(Neopren-Ohrenschützer o.ä.) angebracht. Rein ins Wasser geht
es auf ein Kommando per Rolle rückwärts; zum Entern des
Bootes nach dem TG wird eine Stahlleiter ins Wasser gehängt. Bei
den Tauchgängen kann man sich wahlweise an den Guide hängen,
der einem die schönsten Dinge unter Wasser zeigt (und die ich
sonst alleine nie gesehen hätte), oder man setzt sich mit
seinem Buddy von der Gruppe ab, sofern man dies vorher beim Briefing so abgesprochen hat. So kommen also auch die UW-Fotografen zu
ungestörten Tauchgängen und auf ihre Kosten.
Blaue Keulenseescheide
Die Wassertemperaturen waren zu meiner Reisezeit Anfang Dezember quasi
konstant bei 26-27 Grad (laut Anzeige auf meinem Tauchcomputer)
unabhängig von der Tauchtiefe. Andere Taucher meinten, das
könne nicht sein, es wären wohl eher um die 24 Grad gewesen.
Jedenfalls habe ich die ersten 4 Tauchtage den geliehenen 3mm-Anzug der
Basis benutzt, und bin dann für den Rest des Urlaubs auf meinen
7mm-Halbtrocken umgestiegen. Es war dann trotzdem nicht
ungewöhnlich, dass mir gelegentlich zum Ende des Tauchgangs etwas
frisch geworden ist, was ich auch von anderen Tauchgästen
gehört habe. Drei TG/Tag kühlen auf die Dauer wohl schon den
Körper aus. Gegen Ende meines Aufenthaltes habe ich noch meine
Kopfhaube benutzt, die nicht nur wärmt, sondern gleichzeitig als
prima Sonnen- und Ohrenschutz bei der Bootsfahrt gedient hat.
Tauchplätze:
Insgesamt werden wohl über 30 verschiedene Tauchplätze
von den Cocktail-Divers angefahren. Einer der Highlights waren
die "Canyons". Das ist der einzige Tauchplatz, der nur von erfahrenen
Tauchern betaucht werden darf, da dort meistens eine kräftige
Strömung besteht, der TG auf auf 30m führt und bei starker
Strömung u. U. ein Freiwasseraufstieg aus dieser Tiefe erforderlich ist. Wegen der Strömung geht Fotografieren ziemlich schlecht. In den Senken mit Strömungsschatten befinden sich
dafür sehr große Gorgonien, riesige Süßlippfische
und Fledermausfische. Wegen der Vielfalt der Unterwasserwelt
gehörten auch die Plätze "Pink Wall", "Coral Cove" und "West
Escarceo" zu meinen Favoriten. Ein Eldorado für
Nacktschnecken-Fotografen ist "Sinandigan Wall", wo wir auch eine
große Karettschildkröte aus nächster Nähe beim
Korallenabweiden beobachten konnten, die sich von uns nicht im
Geringsten stören ließ.
Pyjama Schnecke
Das Tauchrevier glänzt zwar nicht besonders durch auffallende Sichtweiten (im Gegenteil, die Sicht war oftmals eher trüb) und auch nicht durch spektakuläre Großfische. Der Reiz liegt vielmehr
an der intakten Unterwasserwelt und der Vielzahl an bunten Farben,
Korallen und Millionen von Haarsternen. Schöne
Unterwasserlandschaften (Canyons, Hole in the Wall, The Atoll) und vor
allem die kleineren Meeresbewohner machen die Tauchspots vor Mindoro
lohnenswert. Im Speziellen fand ich sehr viele Makro-Motive wie in erster Linie Nacktschnecken. Aber auch Seepferdchen,
Schaukelfische und Geisterfetzenfische können entdeckt werden.
Öfters zu sehen waren auch Muränen, Drachenköpfe, Steinfische,
Rotfeuerfische, Trompetenfische, und eine Vielzahl verschiedener Arten von Anemonenfischen, sowie ab und zu Sepien und mit Glück Schildkröten und Flötenfische. Es liegen auch einige Wracks
in betauchbaren Tiefen, die mir aber weniger wegen deren
"Schönheit", sondern eher wegen deren reichhaltigen Besiedlung in
Erinnerung geblieben sind.
Rotfeuerfisch
Alleine am Hausriff direkt am Sabang-Strand vor dem Resort liegen drei
Wracks auf Grund, von "stark zerfallen" bis "Stahl hält ewig".
Eigentlich fand ich das Hausriff eher langweilig zu betauchen, da es
wenig Korallen gibt, dafür aber größere Sandflächen oder
Seegraswiesen. Aber insbesondere die UW-Makro-Fotografen unter den
Tauchern hat es immer wieder zum Hausriff getrieben, weil man dort, wenn man in Ruhe und gründlich schaut, eine erstaunliche Vielfalt
an seltenem Getier finden kann: an den Wracks Steinfische,
Kofferfische, Fledermausfische; auf den Sandflächen und in den
Seegraswiesen Flügelrossfische, Schaukelfische, Schlangenaale und
Seepferdchen; sowie an verstreut liegenden Steinbrocken
verschiedenfarbige winzige Geisterfetzenfische (4-5 cm) versteckt in
den Armen von Haarsternen.
Dunkelbrauner Geisterfetzenfisch
Das Antlitz des Anglerfisches
Sabang:
Das Örtchen Sabang ist ein kleines Nest mit engen Gassen
und besteht zu je einem Drittel aus Restaurants/Kneipen, Tauchbasen und Lebensmittelmärkten. Nun gut, das ist etwas
übertrieben, aber so hat man eine gute Vorstellung. Es gibt eine
einzige befahrbare "Kreuzung", die gleichzeitig als An- und
Abfahrtshaltestelle für die landestypischen "Jeepneys" fungiert.
Diese fahren für lächerliche 10 Pesos "regelmäßig"
in den nächsten Ort, Puerto Galera. Regelmäßig
heißt hier, dass sie so lange warten, bis der Jeepney voll
besetzt ist, und fahren erst dann los. Ein bisschen Geduld darf man
also mitbringen, genauso wie ein wenig Abenteuerlust auf die
langsame holprige Strecke. Alle übrigen Gassen in Sabang sind viel
zu eng für motorisierte Fortbewegungsmittel. Es ist eine reine
"Fußgängerzone", die sich verwinkelt bis zum Strand
entlangschlängelt.
Nicht verschweigen möchte ich den örtlichen Sextourismus: es
gibt in Sabang drei Animierbars, in denen sich der interessierte
Besucher für wenig Geld eine Begleitung für die Nacht
aussuchen kann. Außerdem gehört es wohl schon zum "guten
Ton" und ganz gewöhnlichen Straßenbild, dass
männliche Touristen ganz offen und wie selbstverständlich mit einer blutjungen Philippina im Arm durch die Gassen schlendern und in Restaurants dinieren - die Mädels lassen sich tage- und wochenweise "buchen". Daran nimmt niemand Anstand und es ist dort wohl auch "ganz normal".
Gasse in Sabang
Was mir sehr gut gefallen hat, war das Gefühl von Sicherheit:
selbst bei Dunkelheit und zu nachtschlafender Zeit kann man unbesorgt
durch die Gassen ziehen, ohne sich vor Taschendieben oder sonstigen
Widrigkeiten fürchten zu müssen. Meinen Fotoapparat habe ich
ganz offen herumbaumeln lassen - ohne Furcht vor einen Hinterhalt. Im
Gegenteil, die einheimische Bevölkerung hat auf mich immer einen
sehr höflichen, freundlichen und ehrlichen Eindruck gemacht.
Unternehmungen/Ausflüge:
Ansonsten gibt Sabang für den Zeitvertreib - außer
Tauchen und Essen - nicht wirklich viel her. Ich selber habe bis auf
einen Ausflug an meinem letzten, tauchfreien Tag mit dem Jeepney nach
Puerto Galera den Flecken nie verlassen, denn ich war ja zum Tauchen
gekommen. Jedoch ist es möglich, Ausflüge ins Landesinnere zu
machen, und z. B. Motorräder zu mieten. Chris und Petra oder auch
Diveguide Steve helfen dabei gerne und geben interessante Tipps
für die Route. Überhaupt sind für solche Dinge Chris und
Petra immer die besten Ansprechpartner, die einem in allen Belangen
weiterhelfen. Ob es nun ein fehlendes Tauchausrüstungsteil
ist oder Hinweise zum Briefmarkenkauf und Postversand, oder
eben Ausflüge in die Umgebung: die beiden helfen gerne, wo es nur geht.
Jeepneys - die beliebten Verkehrsmittel
Die Tauchbasis selbst bietet drei verschiedene, jeweils einen ganzen Tag umfassende Tauchausflüge an, zur Verde Island, zu den Hot Springs und nach Anilao. Dabei ist immer die Fahrt mit Boot oder Jeep, zwei Tauchgänge und ein Barbecue eingeschlossen. Dafür wird
ein Aufgeld von Euro 20-30 fällig. Für diese Ausflüge
hängen ebenfalls Listen aus, sie werden erst dann organisiert und
durchgeführt, wenn eine erforderliche Mindestzahl an Teilnehmern
erreicht ist. Schade, dass die Liste zur Verde Island während
meiner Zeit nicht ganz voll wurde, denn dort sollen die
Tauchplätze sehr gute Sichtweiten und tolle
Unterwasserlandschaften bieten. So ein Ganztagesausflug wäre
für mich eine willkommene Abwechslung in meinem "Tauchalltag" gewesen.
Fazit:
Von meinem allerersten Tauchurlaub in den asiatischen Raum ziehe
ich eine durchwegs positive Bilanz: Das Resort ist sehr gepflegt,
weiträumig, grün und ruhig gelegen, die Tauchbasis
zuverlässig, sehr gut durchorganisiert, das Restaurant lecker und
gemütlich, und überhaupt waren auch alle Leute und Diveguides sehr nett und freundlich; Steve hatte mich mit anderen Gästen und Diveguides sogar mal abends zu sich nach Hause eingeladen. Die Tauchplätze sind zwar nicht berühmt, was Sichtweiten und Großfische anbelangt (was ich aber schon vorher wusste), dafür habe ich zum ersten Mal Anglerfische, Geistermuränen
und Geisterfetzenfische aus allernächster Nähe beobachten
können, und die vielen kleinen Makro-Motive und die vielen Farben
unter Wasser haben mich auch entschädigt. Zudem habe ich auch noch
nie so viele Tauchgänge in meinen Tauchurlauben absolviert wie
hier, ich habe drei TG/Tag fast immer durchgehalten und kam also in
zwei Wochen auf insgesamt 28 TG. Last but not least, halte ich das
Preis-/Leistungsverhältnis für durchaus fair, wenn man
bedenkt, dass der weite Flug und ein No-Limit-Paket mit drei Boots-TG
pro Tag schon eingeschlossen sind. Insgesamt habe ich für das
beschriebene 2-Wochen-Paket im Standard-Zimmer plus
Einzelzimmerzuschlag Euro 1.519 bezahlt.
Für alle Taucher, die Wert auf eine gut durchorganisierte Basis
und einen geordneten Tauchablauf Wert legen, sich für Korallen und
Kleingetier begeistern könne, im Urlaub mehr tauchen als faulenzen
und Sightseeing betreiben wollen und trotzdem in einem gemütlichen
und ruhigen Resort Unterschlupf finden wollen, kann ich das "Garden of
Eden" und deren Tauchbasis "Cocktail Divers" mit gutem Gewissen
empfehlen.
Farbenprächtiger "Perl-Seestern"
Alle Unterwasserbilder in diesem Bericht habe ich mit einer Sea&Sea
Motormarine II Ex mit Farbnegativfilmen 100 ASA und dem Blitz
Sea&Sea 60 TTL/S geschossen, mit den 1:3 und 1:2
Makro-Vorsätzen.
Disclaimer: Für den Inhalt dieses Berichts
ist ausschließlich der Verfasser Axel Holtz verantwortlich, der hier seine eigenen Erfahrungen und Eindrücke wiedergegeben hat.
Der Bericht spiegelt daher ausschließlich die subjektive Meinung des Verfassers wider und ist vollkommen unabhängig von der Leitung der Basis und des Resorts erstellt worden.
Leider gibt es auch immer wieder Tauchunfälle. Unsere Unfallseiten bieten die Möglichkeit, darüber zu diskutieren und aus Fehler anderer zu lernen. Ein sensibles Thema - deshalb werden Postings in diesem Forum kontrolliert freigegeben.
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