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 Geschrieben von Michi

Delfine – Taucher`s Liebling

aber: Sind Delfine noch zu retten?

von Michi Böhm

Ob zufällig während eines Tauchganges oder beim Schnorcheln in einer Bucht - Begegnungen mit Delfinen zählen sicherlich zu den Highlights eines Tauchurlaubs.

DelfinschwarmUm dem Leser des Onlinemagazins von Taucher.Net in wissenschaftlich-verständlicher Form das Lieblingstier des Tauchers etwas näher zu bringen, werden wir in den kommenden Ausgaben von der Entwicklung, dem Leben und auch dem Sterben der Delfine berichten.



Teil 1:

Jahrmillionen der Evolution - in einem Jahrhundert vernichtet

Von der Entstehung des Delfins

Der Delfin kann nicht losgelöst vom Wal betrachtet werden, denn er gehört zur Gattung der sogenannten "Walartigen" (lat. Cetacei).
Machen wir deshalb eine Zeitreise und gehen etwa 55 – 60 Millionen Jahre zurück: Aus den Urhunden (Mesonychiden) entwickelten sich die Urwale (Archaeoceti). Die Urhunde waren zwar zunächst landlebende Huftiere, aus denen sich jedoch im Laufe der darauf folgenden Jahrmillionen Tiere entwickelten, die wieder zu ihren Wurzeln zurückkehrten: dem Meer. Vor etwa 40 Millionen Jahren starben auch die Urwale aus; die Barten- (Mysticeti) und Zahnwale (Odontoceti) hatten sich bereits daraus entwickelt.

Urwal - Dorudon
Der Urwal "Dorudon" – wurde bis zu 6 m lang


Alle Körperpartien, die der schwimmenden Fortbewegung hinderlich waren, bildeten sich zurück: Aus den vorderen Gliedmaßen entstanden die sog. Flipper, die hinteren Gliedmaße sind nur noch ansatzweise am Knochenskelett erkennbar. Die Rippen verloren ihre stützende Bedeutung. So ist zum Beispiel erklärbar, warum Wale bei Strandungen häufigen ersticken – an ihrem eigenen Gewicht.
Es bildeten sich Finne und Fluke, die "Nase" platzierte sich allmählich von der Kopfspitze nach oben und bildet das Blasloch. Ein Haarkleid war unpraktisch und bildete sich auch zurück hin zu einer absolut strömungsgünstigen, sehr sensiblen Haut.

Alle Walartigen, also auch der Delfin sind in ihrer heutigen Form seit rund 5 Millionen Jahren auf der Erde vertreten. Untersuchungen belegen, dass der moderne Mensch (Homo sapiens sapiens) jedoch erstmals vor gut 140.000 bis 200.000 Jahren in Äthiopien auftrat. Vor gut 100.000 Jahren breitete er sich dann weiter aus. Soweit zum Vergleich "Mensch vs. Delfin" in der Evolution. Diese Zahlen machen aber vor allem eines deutlich:

Lange bevor der Mensch sich halbwegs zur heutigen Daseins-Form entwickelte, existierten Wale und Delfine so, wie wir sie heute kennen.

"Delfine sind auch nur Menschen"

Schema WalartigeWalartige (Cetacea) sind Säugetiere und benötigen wie der Mensch eine konstante Körpertemperatur von 37°C. Hierzu bedarf es einer guten Isolierung – die Fettschicht, der sog. Blubber, sorgt dafür. Das Säugetier Mensch reguliert seine Körpertemperatur u. a. durch Schwitzen. Diese Körperfunktion fehlt aber dem Delfin. Um hohe und niedrige Temperaturen auszugleichen, sind die Extremitäten wie Fluke, Finne und Flipper nicht durch Blubber isoliert. An diesen Stellen wird Wärme abgegeben. Ferner sind Arterien und Venen ineinander verschlungen.

Schema Durchblutung WalartigeSo erfolgt bereits beim Bluttransport zum und vom Körperinneren eine gewisse Erwärmung oder Kühlung des Blutes. Blut vom Körperäußeren auf dem Weg zum Körperinneren wird erwärmt und auf dem Weg von innen nach außen abgekühlt. Der Organismus des Delfins ist sogar in der Lage, Blutgefäße im Blubber und an der Außenhaut zu schließen oder zu öffnen.

Delfine gelten aufgrund ihrer Mimik als freundliche Tiere. Das scheinbare Lächeln ist jedoch nicht auf ihre Gemütsstimmung zurückzuführen, sondern auf die Tatsache, dass der Kopf des Delfins ebenfalls von Blubber umgeben ist. Dies formt die Gesichtzüge und erzeugt bei uns Menschen den Eindruck des Lächelns.



Der unnatürliche Feind – der Mensch

FangschiffAls das sozial am schlechtesten ausgeprägte "Tier" hat es der Mensch geschafft, eine erschreckend hohe Vielzahl von Arten in Flora und Fauna auszurotten – und dies in einem Zeitraum von nur gut 100 Jahren.

Besonders der angeblich so hoch entwickelte asiatische Kulturkreis zeichnet sich insbesondere bei der Vernichtung von bedrohten Tierarten aus:
Wal, Hai, Delfin, Schildkröte, aber auch alle landlebenden Tierarten wie Tiger, Elefant, Nashorn usw. – es gibt kaum eine Gattung, die nicht dem sinnlosen Herstellen von "lebensnotwendigen" Aphrodisiaka und exotischen Speisen zum Opfer fiel.

abschlachten von DelfinenÜbrigens: Das besonders "naturverbundene" Norwegen schafft es seit Jahren, sich stets an die Spitze der "Europäischen Ausrotter des Jahres" zu positionieren. Der norwegische Staat erlässt jährlich gesteigerte Fangquoten, die es der norwegischen Fischerei gestattet, jegliches Walfangmoratorium "legal" zu unterwandern.



Eine Minute vor Zwölf...

DelfinOhne eine weitaus kritischere Einstellung von uns Menschen, verbunden mit einem verstärkten aktiven, persönlichen Engagement schafft es manche Delfin- oder Walart dieser Erde sicher nicht, ihr Überleben in das nächste Jahrhundert zu sichern. Die menschlichen Eingriffe in die Natur sind stärker und nachhaltiger als die Reproduktion dieser für den Erhalt der Meeresökosysteme notwendigen Meeressäuger.



Lesen Sie in Teil 2 unserer nächsten Ausgabe mehr über den Delfin. Wir berichten dann u. a. über interessante Fakten zum Leben der Delfine.

Anm. der Redaktion:
Wir danken der Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V. (GRD) für ihre fachliche Beratung bei der Entstehung dieser Serie.

Die Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V. (GRD) wurde 1991 vom dreifachen Weltumsegler und Dokumentarfilmer Rollo Gebhard gegründet. Hauptziel der gemeinnützigen Organisation ist es, wild lebende Delfine und Wale zu schützen und ihre Lebensräume zu erhalten. In Deutschland führt die GRD das internationale Tunfisch-Kontrollprogramm für „delfinsicher gefangenen“ Tunfisch durch und gibt hierzu eine Verbraucher-Liste der bestätigten Tunfischmarken heraus. In Zusammenarbeit mit Partnern in Kroatien, Peru, Mosambik und La Gomera (Kanarische Inseln) deckt die GRD die illegale Jagd auf Delfine auf, rettet verletzte und gestrandete Tiere, führt regelmäßige Beobachtungen durch, um Bedrohungen rechtzeitig erkennen und abwehren zu können, und setzt sich für die Ausweisung von Schutzgebieten ein.

Weitere Infos:
Gesellschaft zur Rettung der Delphine
Kornweger Str. 37
81375 München
Tel.: 089/74 16 04 10
Fax: 089/74 16 04 11
www.delphinschutz.org
info@delphinschutz.org

© 2004 - Michi Böhm, Bilder mit freundlicher Genehmigung der GRD

Infos

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 Straussee
(18.05.2007, 15 Fotos)

   

 Phuket - Ao Sane
(18.05.2007, 10 Fotos)

   




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