Andreas Nowotny's Ausführungen zum
Thema "Tauchertypen" in der letzten Redaktionsausgabe hat so manch
einen unserer Leser zu Höhenflügen angespornt. Was in den
letzten Tagen und Wochen an Reaktionen darauf kam, war
überwältigend.
Da nicht jeder Leser die Forenbeiträge regelmäßig
verfolgt, haben wir hier die interessantesten Beiträge
zusammengefasst, um diese wirklich genialen Meisterleistungen der
menschlichen Ironie nicht in den Tiefen des Archivs verschwinden zu
lassen.
Wir danken allen, die uns Beiträge geliefert haben.
Für die noch weiter anstehenden Beiträge könnten wir
noch einen Karikaturisten gebrauchen, der uns die passenden Bilder zu
den Beiträgen zeichnet. Es winkt die große Ehre, namentlich
genannt im Online-Magazin zu erscheinen :)
Er oder Sie fährt meist ein gutes Auto, hat eine schöne
Wohnung mit sämtlicher Unterhaltungselektronik, einige teuere
Hobbys, gönnt sich gutes Essen und modische Kleidung. Aber: Sein
Tauchurlaub darf nicht teurer sein als ein Wanderausflug. Deshalb
verbringt er Stunden mit Preisvergleichen und Umfragen im Internet, um
dann wirklich die allerbilligste Tauchbasis zu buchen.
Zusatzausbildung, Checkdives und Guides sind für ihn Teufelswerk,
denn sie kosten Geld - sein Geld. Er taucht allerdings gerne einer
Gruppe hinterher, wenn der Guide von anderen bezahlt wird. Er
ärgert sich maßlos, wenn er dann nicht viel sieht. Wenn er
schon einen Guide bezahlt, dann soll der ihm bitte nicht nur die
Ausrüstung montieren und warten sonder auch bei jedem Tauchgang
das Know-How aller Zusatzausbildungen gratis präsentieren.
Seine Erotik beschränkt sich auf: "Geiz ist geil" und er wundert
sich, dass seine vermeintlichen Schnäppchen häufig Schrott,
die Boote der Billigbasis häufig überfüllt und die
Sicherheitseinrichtungen keinen Pfifferling wert sind. Er wundert sich
noch mehr über die nachlassende Qualität der Basen, wenn er
und seine Artgenossen in Massen auftreten.
Er glaubt, dass ausgiebiges Nörgeln eher als ein freundliches Wort
und reichliches Trinkgeld dazu geeignet ist, den Service zu verbessern.
100 Kuna (= 14 Euro) Tauchgebühren pro Jahr in Kroatien sind
für ihn Anlass zu wiederholten flammenden Protestaufrufen. Seine
Urlaubszeit verbringt er damit, akribisch alle Mängel zu notieren,
um nachträglich eine Preisreduktion herausschlagen zu können.
Dem entsprechend ist seine Urlaubslaune, die er gern allgemein
weiterverbreitet.
Seine Ausrüstung erwirbt er bevorzugt in Online-Versteigerungen -
und zwar nicht nur die Flossen sondern auch Atemgerät, Maske und
Computer. Er erwartet aber kostenlose Gebrauchsanweisungen und, dass
jede Basis ihm gratis seine Ausrüstung in einen brauchbaren
(tauchbaren) Zustand versetzt.
Er benutzt gerne seine laienhaften (und lückenhaften)
Rechtskenntnisse aus Verbrauchersendungen, um vermeintlichen
Ansprüchen Nachdruck zu verleihen, vergisst aber, dass deutsches
Recht im Ausland eher selten etwas gilt. Auch droht er gerne mit einem
(seinem) Rechtsanwalt. Er schaltet diesen aber nur ein, wenn seine
Rechtschutzversicherung zahlt. Denn er weiß, dass
Rechtsanwälte meist gegen Vorkasse arbeiten.
Entgegen weit verbreiteter Vorurteile ist dieser Typ im Osten und im
Westen gleich häufig.
Lieblingssatz:Das ist Wucher, Abzocke, maßlos
überteuert.
(aquanautus militaris)
von @ndreas mit Links von Poseidondiver
Er steht in Treue fest zu seinem Verband und verachtet alle, die
auf kommerziellem Wege das Tauchen erlernt haben (oder vielmehr- "den
Tauchschein gekauft" haben). Tauchen lernt man nur in Deutschland
(natürlich einschließlich Österreich und Schweiz, da
ist er nicht kleinlich. Hans Hass war ja auch ein Deutscher...). Tauchen
im Ausland kommt für ihn nur da in Frage, wo man anständiges
Deutsch spricht.
Der ernste Gesichtsausdruck unterstreicht die
Wichtigkeit seiner Gegenwart. Dank zackiger Grundstellung erkennt
man/frau ihn schon aus weiter Ferne. Tauchen ist für ihn vor allem
sportliche Leistung gepaart mit paramilitärischer
Disziplin und gewürzt mit (Waffen-)Kameradschaft. Entsprechend
ist sein Umgangston mit anderen Tauchern. Wer Leistung bringt, wird
akzeptiert. Alle anderen werden vor der versammelten Truppe
niedergemacht. Vor allem natürlich Taucher mit "Biopren". Denn
tauchen darf nur, wer fit und nicht fett ist. Maßlosen Respekt
hat er vor Kameraden mit dem Sägefisch (Kampftauchern der
Bundeswehr), versteht aber nicht, dass die so locker und nachsichtig
drauf sind. Er ist sicher, dass das nur an der demokratischen
Verweichlichung der Armee liegen kann. Früher hätte es das
nicht gegeben.
Korallen interessieren ihn nicht - Fische nur, wenn sie sehr groß
und sehr gefährlich sind. Alles andere ist was für
Warmduscher - die dann auch noch so kindisch sind, mit strahlenden
Augen über Besenschwanzprachtlippfische, Nacktschnecken, und
Geisterfetzenfische zu schwafeln. Fisch gehört für ihn in die
Pfanne - für einen richtigen Mann natürlich vor allem Hai. Das Abendessen wird natürlich selbst harpuniert.
Von "Nackt-Schnecken" hat er so seine eigenen Vorstellungen, die von
Herrenabenden im (Unter-)Offizierskasino geprägt sind.
Militärische Wracks sind da schon mehr sein Kaliber. Er kann
stundenlang über deren Ausrüstung, Bemannung, Bewaffnung und
Leistung reden. Den Korallenbewuchs empfindet er aber als störend.
Ein Tauchgang lohnt sich für ihn vor allem in eiskaltem Wasser,
bei Sicht nahe Null und deutlich jenseits der vierzig Meter.
Außerdem darf der Tauchspot nur durch langes Flossenschwimmen
gegen harte Strömung erreichbar sein. Tauchen als Spaß
verachtet er, denn seinen Spaß hat er erst, wenn es ihm und
anderen wehtut.
Als Purist taucht er natürlich nur mit Luft - denn Trimix oder
Ähnliches ist etwas für reiche, verwöhnte
Muttersöhnchen. Das gilt auch für alles Andere, was das
Tauchen leichter machen könnte. Die intellektuellen Schnösel,
die etwas von wissenschaftlich erwiesener Steigerung der Sicherheit
tiefer Tauchgänge durch Mischgase faseln, hat er gefressen. Seine
Oberflächenpausen verbringt er deshalb gern in der Dekokammer.
Seine Ausrüstung ist spartanisch aber zweckmäßig. Er
bedauert nur, dass er sie nicht gleich von der Bundeswehr mitnehmen
konnte. (Er hat es trotz zackigstem Auftreten in langen Jahren nur zum
Hauptgefreiten gebracht. Schuld waren diese dämlichen
Intelligenztests.) An Waffenreinigung gewöhnt hält er
regelmäßig und pünktlich seine Flick- und Putzstunde
ein. Buntes Neopren ist für ihn nur lächerlich. Denn:
Taucherausrüstung kann man in jeder Farbe tragen, vorausgesetzt
sie ist schwarz. Ausgenommen von dieser strengen Regel sind nur
Tarnmittel und die Leistungsabzeichen, die er gerne an seiner
Ausrüstung trägt. Als Anzugfarbe wäre vielleicht noch camouflage akzeptabel. In Kompassnavigation ist er
unschlagbar - dank jahrelanger Ausbildung beim Bund weiß er ganz
genau, was die Zahlen auf seinem Kompass bedeuten. Er kann bis 360
zählen - und das lässt er auch jeden wissen.
Als Ausbilder ist er hart aber brutal, halt wie ein Feldwebel. Zur
Ausbildung gehört natürlich, dass er gelegentlich seinen
Schülern oder Buddys ohne Vorwarnung die Maske vom Gesicht oder
die 2. Stufe aus dem Mund schlägt: Das muss ein Taucher
abkönnen. Schon im Sandkasten hat er zackig das Kommando
geführt und wundert sich heute noch, dass keiner mit ihm spielen
mag. Deshalb hält er auch sehr viel vom Solo-Tauchen.
Lieblingssatz:Im Laufschritt maaaaarsch. Nur die Harten
kommen in den Garten.
(pater aquanautorum revolutionarius)
und sein mißratener Schwiegersohn
von @ndreas (Anregungen von Peter G.
wurden eingearbeitet, vielen Dank)
Hier sein Credo:
Ein Gespenst geht um an den Tauchplätzen – das Gespenst des
Subaquarismus. Alle Kräfte der alten Tauchwelt haben sich zu einer
heiligen Hetzjagd gegen dies Gespenst verbündet: CMAS und PADI,
VDST und NAUI, „tauchen“ und „unterwasser“. Zweierlei geht aus dieser
Tatsache hervor. Der Subaquarismus wird bereits von allen taucherischen
Mächten als eine Macht erkannt. Es ist hohe Zeit, dass die
Subaquaristen ihre Anschauungsweise, ihre Zwecke, ihre Tendenzen vor
der ganzen Welt offenlegen und dem Märchen von Gespenst des
Subaquarismus ein Manifest der Partei selbst entgegenstellen.
Die Geschichte aller bisherige Tauchgesellschaft ist die Geschichte von
Klassenkämpfen: Angler und Taucher, Ölmulti und
Taucharbeiter, Vereinsboss und Vereinsmeier, Kursdirektor und OWD,
Tauchmonopolist und freier Taucher, kurz, Unterdrücker und
Unterdrückte standen in stetem Gegensatz zueinander, führten
einen ununterbrochenen, bald versteckten, bald offenen Kampf, einen
Kampf der jedesmal mit einer revolutionären Umgestaltung endete
oder mit dem gemeinsamen Abtauchen der kämpfenden Klassen.
Unsere Epoche, die Epoche der Tauchbourgeoisie zeichnet sich dadurch
aus, dass sie die Klassengegensätze vereinfacht und
internationalisiert hat. Die bisherige vereinsmeierliche Tauchweise
reichte nicht mehr aus für den mit neuen Märkten anwachsenden
Bedarf. Das internationale Tauchmonopol (oder –oligopol) trat an die
Stelle der Vereinsbosse. Die Pervertierung des Tauchens durch ein auf
Profitmaximierung angelegtes Strukturvertriebssystem bewirkte
schließlich - durch die Trennung des Tauchers vom Tauchen – eine
Entfremdung im Marxschen Sinne. Der freie Taucher, der nicht über
komplette Ausrüstung samt Kompressor und eigenem Tauchsee
verfügt, wird durch die Monopolbasen von seinen Tauchmitteln
getrennt. Er wird zum Pauper, der ohne Unterwerfung unter die
Monopol-Logik und vor allem ohne Geld keine Flaschenfüllung und
häufig auch keinen Zugang zum Tauchplatz erhält. Die
Tauchmonopole deformieren (z.B. durch Reduzierung der vermittelten
Theorie, Tiefenlimits, Verbot von Deko-Tauchgängen, Ersetzung
kostenfreier natürlicher Luft durch teures Nitrox) den freien
Tauchsport, indem sie ihn zur möglichst gängigen Ware
transformieren, die an taugliche wie untaugliche Konsumenten
gleichermaßen zu hohen Preisen vermarktet wird. Der Staat als
ideeller Gesamtkapitalist wirkt unter dem Vorwand der Gefahrenabwehr an
dieser Entfremdung mit: Indem er den Erwerb der strukturiert
vermarkteten Ware (z.B. des AOWD-Brevets, der Tauchbegleitung durch
einen Guide) zur (gesetzlichen) Voraussetzung bestimmter Formen des
Tauchens macht, freie Taucher kriminalisiert (bei Verstoß gegen
Tiefenbegrenzungen und Tauchverbote) oder Tauchern, die sich der
Warenlogik entziehen wollen, den Versicherungsschutz vorenthält,
steigert er nicht etwa die Tauchsicherheit sonder ermöglicht nur
die Monopolbildung bei gleichzeitiger Marginalisierung des freien
Tauchens und eröffnet damit den Weg zu monopolbedingten
Extraprofiten.
Das autonome proletarische Subjekt des Tauchens, der
eigenverantwortliche Taucher, wird zum Objekt der Profitmaximierung,
zum Tauchkonsumenten degradiert. Seine Basen werden im Zuge der
Monopolisierung zu Franchisenehmern des weltumfassenden Konsortiums,
die geknebelt durch ungleiche Verträge gegen Lizenzzahlungen und
unter der Drohung von Lizenzentzug und Vertragsstrafen nur dessen
Produkte verkaufen dürfen. Allein die internationale Association
der autonomen Tauchsubjekte kann diese Logik durchbrechen, denn Sie
allein ist im dialektischen Sinne die Antithese zum internationalen
Monopol des Tauchkapitals.
Die abgehalfterten Vereinsbosse, die dem Zwang zur
Vereinsmitgliedschaft nachtrauerten, waren ihrer geschichtlichen
Stellung nach dazu berufen, Pamphlete gegen die modernen Tauchmonopole
zu schreiben. Von einem ernsten politischen Kampf konnte indes nicht
mehr die Rede sein. Nur der literarische Kampf durch beständige
CMAS-contra-PADI-Fehden vorzugsweise im Internet blieb ihnen
übrig.
Aber selbst im Internet waren die alten Redensarten unmöglich
geworden. Um Sympathie zu erregen, mussten die Vereinsmeier scheinbar
ihre Interessen aus dem Auge verlieren und nur im Interesse der
exploitierten autonomen Taucher ihren Anklageakt gegen die
Monopolbourgeoisie formulieren. Den freitaucherischen Equipmentsack mit
dem Aufkleber „Dive-Guide, nein danke!“ schwenkten sie als Fahne in der
Hand um die Taucher hinter sich zu versammeln. Sooft diese ihnen aber
folgten, erblickten sie auf ihren Hintern die alten Vereinsmeierwappen
und verliefen sich mit lautem und unehrerbietigem Gelächter.
Das Tauchkapital wird sein Monopol nicht aufgrund einiger flamings im
Internet freiwillig aufgeben. Deshalb kann die seine Logik nur durch
die revolutionäre Aktion des Tauchproletariats durchbrochen
werden. Das Tauchproletariat erfühlt damit seine historische
Mission: Die endgültige Beendigung der Ausbeutung des Tauchers
durch den Taucher.
Die Notwendigkeit der revolutionären Aktion zu negieren
hieße, den sozialromantischen Träumereien der Tauchreformer
zu verfallen. Aber nicht die Zerstörung, nur die Eroberung der
Tauchtechnik und die Aneignung der Tauchtheorie können zur
Befreiung des autonomen proletarischen Tauchsubjekts von der
Exploitation seiner Bedürfnisse durch die taucherische
Monopolbourgeoisie führen. Dieses Ziel kann nicht auf dem
individualistischen Weg der Tauchanarchisten erreicht werden. Wer in
der atavistischen Manier der Maschinenstürmer - die ihre
Holzschuhe (= frz. Sabots) in das mechanische Räderwerk warfen, um
es zur zerstören (daher: Sabotage) – durch eine individuelle
gewaltsame Aktion das Monopol angreifen zu können glaubt,
kämpft wie Don Quichotte gegen Windmühlenflügel. Er
liefert zugleich der taucherischen Monopolbourgeoisie nur den Vorwand
zum Angriff auf die am weitesten fortgeschrittenen Kräfte des
Tauchproletariats.
Möge die taucherische Monopolbourgeoisie vor der subaquaristischen
Revolution zittern. Die Taucher haben nichts zu verlieren als ihre
Ketten (ähm... Kärtchen).
Autonome Taucher aller Länder vereinigt Euch!
S A L V E ! (Subaquaristen aller
Länder vereinigt euch!)
Tauchvater Lenin bringt es auf
den Punkt:
„In der Epoche des Tauchimperialismus steigert sich die
Unterdrückung des Tauchproletariats um so mehr, je stärker
der jeweilige Staat dem imperialistischen Einfluss unterliegt, so dass
Tauchlimitierungen zum Maßstab für die Stärke des
Imperialismus und damit auch zum Gradmesser für die
Verschärfung des Klassenkampfes werden, der zugleich notwendig ein
antiimperialistischer Kampf ist. Das Tauchproletariat bedarf daher der
Führung durch eine revolutionäre Avantgarde entschlossener
Berufstaucher. Der apnoetaucherische Radikalismus hingegen ist eine
Kinderkrankheit des Subaquarismus. Deshalb: Alle Macht den Taucher- und
Schnorchlerräten!“
Tauchväterchen Stalin
meint dazu: “Von der Sowjetunion lernen heißt tauchen lernen!“
Ergänzend einige erhellende Worte, die der Große Vortauchende Mao Tsetung
nach seinem legendären Tauchgang im Gelben Fluss formuliert hat:
„Jeder Subaquarist muss diese Wahrheit begreifen: „Die Macht kommt aus
dem Schnorchel.“ Wenn man will, dass es keine Schnorchel mehr geben
soll, muss man den Schnorchel in die Hand nehmen. Alle Angler sind
Papiertiger. Mit ihrer Bekämpfung ist es wie mit dem Tauchen: Wo
der Taucher nicht hinkommt, wird der Schlamm nicht von selbst
aufgewirbelt.“
Darum: Reih Dich ein in die KPD/ML
(Kroatienreisende Presslufttaucher Deutschlands / Mischgas- und
Lachgasschnupperer) --- oder auch nicht, denn das Beste kommt wie immer
zum Schluss:
Paul Lafargue, der Vater aller
Tauchurlauber, war der missratene Schwiegersohn von Karl Marx.
(Missraten stimmt nicht ganz. Er war eine der großen Gestalten
der 1. Internationale) Er heiratete im April 1868 dessen Tochter Laura.
Ihm verdanken wir eine epochale Entdeckung, die bis heute (noch)
Bestand hat. Zwar wurden seine gesammelten Werke 1925 –1931 in der
UdSSR veröffentlicht, aber Tauchvater Lenin, Tauchväterchen
Stalin und auch der Große Vortauchenden wollten von dem, was er
entdeckte nie so recht etwas wissen:
>> Le Droit à la paresse
– Das Recht auf Faulheit<<
Klarsichtig erkannte er, dass Arbeit ein tödliche Droge ist. Die
nach dem Genuss dieser Droge gierende Arbeiterklasse ist der wahre
Ausbeuter, denn sie zwingt die bemitleidenswerte Bourgeoisie zu
schmerzhaftem und ungesundem Überkonsum. (Wer immer wirklich gute
Satire lesen will, mein heißester Buchtip: Das Recht auf
Faulheit). Aber Satire für diesmal bei Seite: Er war einer der
ersten Theoretiker der 35-Stunden-Woche und des bezahlten
Jahresurlaubs. Arbeitertourismus gab es dann wohl in
größerem Ausmaß erst in Frankreich unter der Front
Populaire – kurz vor dem 2. Weltkrieg.
Darum Ihr Mittaucher – ehrt ihn als wahren Vater des Tauchurlaubs. Er
kam in Santiago de Cuba zur Welt und, statt im kalten, nebligen London
zu sitzen und an seinem Buch über das Recht auf Faulheit zu
schreiben, hätte er auch zum Tauchen in Kuba bleiben können.
Was wäre dann aus unserem Tauchurlaub geworden – nicht auszudenken!
Ihm begegnet man wirklich immer. Weit verbreitet.
Gut zu erkennen am Tauchmesser, welches der genauen Länge seines Schienbeines entspricht.
Nach dem Auftauchen schreit er begeistert: "65 m!!!!"
Weiß nie, welche Fische und Pflanzen er gesehen hat, außer
es handelt sich um große Weiße Haie.
Er verwendet nur 2 kg Blei, da alles andere mädchenhaft aussieht.
Außerdem hat er grundsätzlich sämtliche
Ausrüstungsteile in der Farbe Schwarz. Er hasst tauchende Frauen,
da sie ihn nicht verstehen, wenn er Abends beim Deko-Bier, lässig
zurückgelehnt über technische Details seiner Ausrüstung
palavert.
Sein Lieblingsthema sind Tauchtiefen, die er natürlich (!) mit
Luft erreicht hat. Seine Flasche ist getunt und trägt die
Aufschrift: "007 - im Auftrag ihrer Majestät". Er achtet sehr auf
sein Äußeres, hat ein gut frisiertes Oberlippenbärtchen
und ist traurig, wenn er zum Tauchen seine Sonnenbrille abnehmen muss,
zeigt dies aber nicht. Er zieht sich langsam an , damit jeder seinen
gestählten Körper bewundern kann. Gerüchteweise hat er
aber bei näherem Hinsehen nicht allzu viel zu bieten.
Sein Anzug ist tiefergelegt und aerodynamisch, damit er die
Strömungen besser ausnutzen kann.
Er verfügt über eine laute Stimme, damit auch der letzte
Taucher auf dem Boot seinen mutigen Abenteuern zu lauschen in der Lage ist.
Seine Gestik ist platzergreifend und beim Andeuten der Länge von
gesehenen Großfischen besteht Verletzungsgefahr der unmittelbar
in seiner Nähe befindlichen Menschen. Meist irrt er aber nach
kurzer Zeit alleine herum und hat so schnell gelernt, seine Mittaucher, die nicht ausweichen können, völlig unter Kontrolle zu halten
und jedes Gespräch alleine zu führen.
Briefing hält er allenfalls notwendig für Weicheier,
die nicht in der Lage sind, auch in fremden Gewässern mit ihrem
Kompass zurückzufinden. Buddies kann er gar nicht leiden, es sei
denn, sie sind vom selben Schlag und lieben es, mit Machete am Bein und
10l-Flasche 80 m tief zu tauchen.
Er wäre gerne Berufstaucher beim Bund, aber die haben ihn nicht
genommen. Er weiß angeblich nicht warum und behauptet gerne, er
wäre überqualifiziert.
Beim Nachttauchen hat er einen Scheinwerfer dabei und merkt nicht, wenn
er seine Mittaucher so blendet, dass sie noch tagelang an
Sehschwäche leiden. Er liebt sich selber sehr und merkt dadurch
nicht, dass er der Einzige ist, der das tut.
Der Unterwasser-Fotonarr-Allgemein kommt größtenteils gehäuft in Urlaubsgebieten vor. Er ist bereits am Flughafen
identifizierbar - und sollte man dasselbe Ziel feststellen, es gibt ja Last-Minute-Schalter...
Außerdem gilt dieser Taucher als Grund für eine Minderung des Preises des Tauchpakets, da er das Vergnügen im wahrsten Sinne des Wortes trübt.
Zur Identifikation am Flughafen genügt ein Blick auf das
Gepäck und die Beobachtung des Verhaltens:
a) Ist das Gepäck doppelt soviel wie das eines gewöhnlichen
Tauchers
b) wird es gehütet, wie rohe Eier
c) Die Frage "Werden Sie auch vorsichtig damit umgehen?"
d) Tränen in den Augen bei der Gepäckabfertigung
e) Diskussion bei der Gepäckkontrolle: "Nein, dass ist kein
Nachtsichtgerät, dass ist eine Kamera; nein, dass ist keine
Laserpistole, das ist eine Lampe..."
Werden mehr als 3 Punkte mit "Ja" beantwortet, hat man einen Unterwasser-Fotonarr-Allgemein erwischt, Mittel dagegen siehe oben.
Im Urlaub gibt er sich die größte Mühe, der beliebteste
Taucher zu werden.
Bei Ausfahrten mit dem Boot bucht er zwei Plätze, einen für
sich und einen für die Kamera, die muss schließlich bequem
sitzen. Meist hält er alles auf, wenn es an das In-das-Wasser-springen geht. Er passt dank der Kamera nicht mit dieser durch den
Einstieg (insbesondere nicht auf Dhonis), so dass die Crew erst ihn
und dann sein Spielzeug vorsichtig zu Wasser lassen muss.
Im Wasser muss er überall der erste sein. Wehe, ein Taucher
verscheucht den Fisch. Sollte er jemanden dabei beiseite schieben, egal, der kann ja dann die Fotos / den Film betrachten. Einen Tauchgang
genießt man schließlich nicht beim Tauchen, sondern zu
Hause auf der Couch beim Anschauen der Filme / Fotos mit möglichst
zahlreichen Nichttauchern oder vor Fachpublikum. Der gemeine Taucher
weiß schließlich die Mühen oder Gefahren nicht zu
schätzen, unter denen das Kunstwerk entstanden ist.
Sollte der Unterwasser-Fotonarr-Allgemein einen Nachttauchgang
antreten, berichten andere Taucher meist von Lichtgestalten, die UFO-gleich von der Wasseroberfläche zu ihnen herabschwebten und erst
als wirklich jeder Fisch wach war, das Wasser genauso wieder
verließen.
Taucht man mit ihm als Buddy, kann man in das Logbuch getrost einen
Solotauchgang eintragen, man wird ihn nicht neben sich sehen,
außer man muss für ihn Modell stehen "Bitte links neben die
Koralle und jetzt nicht atmen".
Ansonsten ist er ein friedlicher Mensch, der einem Taucher vielleicht
sogar ein paar Tipps gibt, wie man schöne Bilder selbst machen
kann.
Das Tauchmimöschen ist eine vorwiegend weibliche Spezies,
anzutreffen auf allen 7 Weltmeeren.
Es leidet sehr unter diversen Krankheitszeichen wenn Worte wie:
"Tauchtiefe über 12m" , "Großfische", "Nesseln", "Kalt",
"8°C", "Dekounfall", "TU", "Flasche leer", "dehydriert", "Hai" oder sonstige, gängige Ausdrücke fallen.
Das äußert sich in Schweißausbrüchen, wechselnder
Gesichtsfarbe und stetigen, nicht zu bremsenden Monologen über
die Gefährlichkeit des Tauchens, obwohl man es ja selber gerne
macht. Zumindest seinem Tauchpartner zuliebe, obwohl ein Besuch im
Aquarium doch viel sicherer ist. Diese Monologe sind sehr schwer verständlich, da meist mit Lungenautomat im Mund und unter stetigem Schluchzen hervorgebracht: „Ich kann jetzt nicht tauchen,
ich habe Angst, das ist erst mein 56 Tauchgang, ich bin mental gerade
nicht so weit und erst letzte Woche ist wieder jemand beim Tauchen
gestorben!“ Da muss dann wieder der sturmerprobte Tauchpsychologe her,
der zum wiederholten Male erklärt, dass das Wasser 27°C warm
ist, die Haie gerade Urlaub machen in der Schweiz, 3 Tauchlehrer
alleine für Mimöschen zuständig sind, die Strömung
davongeströmt und garantiert woanders ist und die
Leihausrüstung natürlich neu ist. Das schreckt Mimöschen
sehr, da es ja sein kann, dass die Ausrüstung vielleicht gar nicht
funktioniert, wenn sie doch noch nicht benutzt wurde. Also auf ein
Neues: Erklären, dass sie zwar neu, aber schon mal ausprobiert
wurde. Gut. Hoffentlich hat der Vorbenutzer keine ansteckende Krankheit
gehabt, man liest ja soviel von ansteckenden Krankheiten und
Pilzkulturen in Leihautomaten.
Und die Flasche, was ist mit der Flasche? Bestimmt auch nur Luft und
das in der richtigen Konzentration? Was DA beim Füllen alles
passieren kann! Steht der Kompressor auch richtig und zieht nicht etwa
Abgase in die Flaschen? Man liest ja soviel davon, dass ganze
Tauchgruppen nie mehr auftauchen!
Wie viele Tauchgänge hat eigentlich der Tauchlehrer? Was, 4000?
Scheiße, das ist viel zu viel! Man liest ja soviel davon, dass
sich hier die Gewohnheit einschleicht und durch bodenlose
Fahrlässigkeit der Lehrer gar nicht mehr kontrolliert, dass die
Flasche auch tatsächlich geöffnet ist, vor dem finalen Sprung
ins tiefe Blau! Dann sinkt man ab bis auf 500 m! Das stand letztens noch
irgendwo... Gibt es vielleicht einen Tauchlehrer, der erst 567 TG hat? Das soll das sicherste arithmetische Mittel sein, in der statistischen
Auswertung von Tauchunfällen, die letztens noch irgendwo stand!
Und die Tauchlampe! Nicht dass sie explodiert? Sicher, dass sie nicht
explodiert?
Das stand letztens noch in der Unterwasser!
Unterwasserzeichen beherrscht das Tauchmimöschen sehr gut,
besonders die für „Abbrechen“, „Ich bekomme keine Luft mehr“ und
„Etwas stimmt nicht“. Es übt diese leider auch während des
Tauchgangs, was hier und da für Verwirrung sorgt. Nicht besonders
gut dagegen beherrscht es die für sie nicht so wichtigen Zeichen
wie „OK“ und „“auftauchen“. Bei dem „OK“ schlägt es um sich, weil
es dass für „Arschloch“ hält, „auftauchen“ wird von ihm gerne
verwendet, um zu demonstrieren, wie toll es gerade den kleinen Fisch
findet, der vorüberschwimmt.
Das Finimeter muss unbedingt einen Durchmesser von 40 cm incl.
Halogenbeleuchtung aufweisen, damit im Notfall auch aus 30 m Entfernung
jeder lesen kann, wie tief Mimöschen gerade taucht und wie viel
Luft es noch hat. So ist es auf der sicheren Seite, noch gerettet zu
werden. Falls es jemand rettet, der nicht gelesen hat, wie viele
Taucher umkommen, nur weil sie versuchen, jemanden zu retten, der vor
lauter Angst nicht mehr wusste, was er tut.
Der Tauchjurist ist meistens ein sogenannter Assessor juris aquatis. Das heißt, er hat Jura studiert und fühlt sich nunmehr berufen,
alles Gelernte in die Praxis umzusetzen, was meist schmerzliche Folgen
für die tauchende Umwelt hat.
Jeder juristische Artikel in einer Zeitschrift, der nur entfernt mit
dem Element Wasser und der Ausübung des Tauchsports zu tun hat,
wird gierig aufgesaugt, um dann die anderen Taucher, meist am
Stammtisch, mit halbverdauten juristischen Erkenntnissen zu erfreuen.
Grundsätzlich ist alles haftungsträchtig, was die anderen tun
oder lassen. Ausführliche Belehrungen vor jedem Tauchgang sind
Pflicht, und nach Möglichkeit muss jeder Taucher vorher eine
Erklärung unterschreiben, in welcher er den Tauchjuristen von
jeder Haftung befreit. Nur dann geht der Tauchjurist ins Wasser, man
weiß ja schließlich nie......
In Seminaren, die meist ein anderer bedauernswerter Jurist zu
Haftungsfragen des Tauchens hält, sitzt er in der ersten Reihe und
hindert durch dauernde Zwischenfragen und Kommentare den Dozenten und
die Zuhörer, den Stoff so darzubieten und zu verstehen, wie es die
Logik und die Praxis gebieten würden. Erst wenn man sich in der
fünfzigsten Theorie „ Ja aber, was wäre wenn...“ verliert,
hat das Seminar schließlich einen Nutzen, zumindest für den
Tauchjuristen.
Auch in Tauchshops ist er gern gesehen. Welcher Shopbesitzer
möchte auch nicht stundenlange Diskussionen über
Gewährleistungsregelungen beim Kauf einer Automatentasche
über sich ergehen lassen.
Taucht er in einer Tauchschule auf, ist der TL gut beraten, das
Kleingedruckte auf Schriftgröße mindestens 24 zu
vergrößern, ansonsten wird er sich in dieser Diskussion, die
sehr lange dauern kann, durch das dauernde auferzwungene Daraufstarren
die Augen verderben.
Insgesamt ist der Tauchjurist eher Theoretiker als Praktiker und
Lehrbücher in Paragraphenform fände er sehr schön. Die
könnte man doch so gut zitieren.
Meist wundert sich der Tauchjurist, warum das Anrödeln und
Abtauchen schneller geht, wenn er dabei ist. Die beruhigende Wirkung
eines Reglers im Munde des Tauchjuristen wurde schließlich noch
nicht juristisch kommentiert.....
Er kommt für gewöhnlich wild vor und verharrt in
diesem Zustand.
Das Vorkommen dieser Spezies ist nicht räumlich beschränkt.
Meist ist der Tauchpedant daran zu erkennen, dass er bei der
Tauchgangsbeschreibung an den Lippen des TL hängt, damit er alles
wortgetreu befolgen kann, insbesondere gilt dies für die
Navigation.
Bei Tauchgängen, für welche der Tauchpedant verantwortlich
ist, erfolgt die Planung bis in das kleinste Detail, auch die zu
besichtigenden Fische werden über ihr Vorkommen bereits vorab
informiert, damit diese die Anwesenheitspflicht laut Lehrbuch/Tauchführer auch erfüllen. Die zu führenden Taucher
werden auf hunderstel Gradzahl genau über den zu tauchenden Kurs
und die zu besichtigenden Fische/Gegenstände informiert. Dem
Abweichler droht die Todesstrafe!
Unter Wasser führt er vorzugsweise laminierte Karten mit sich, um
die Karte jede Minute mit dem Kompass zu vergleichen. Meist schwimmen
Fische dann unbeobachtet vorbei bzw. die Sehenswürdigkeiten werden
links liegen gelassen, weil die Karte mal wieder nicht mit dem Kompass
übereinstimmt, und sich dort definitiv nichts befinden kann und
darf!!!
Spontane Abweichungen vom Kurs bzw. die Planung „Gerade aus und dann
mal gucken...“ sind ihm ein Gräuel. Das tut man nicht! Das hat so
keiner gesagt. Schließlich hat man ja das Navigations-Brevet mit
Auszeichnung gemacht, und das soll auch buchstabengetreu genutzt
werden.
Sollte während dem Tauchgang nicht alles genau der Planung nach
erfolgt sein, z. Bsp. Kursabweichung; Nichtvorhandensein der Fische/Gegenstände oder Vorhandensein ungeplanter Fische/Gegenstände, wird dieser Tauchgang mit den anderen bedauernswerten
Tauchern für Stunden zu Tode diskutiert und jeder Fehler einzeln
erläutert und dem betroffenen Taucher der Schwur abgenommen, so
etwas nie wieder zu tun.
Fische bekommen einen Beschwerdebrief.
Sollte jemand etwas gesehen haben, was hätte gar nicht da sein
dürfen, wird er vom Tauchpedanten in das Krankenhaus gebracht, um
die Spätfolgen des Tiefenrausches zu heilen. Liegt der Fehler beim
Tauchpedanten selbst, geißelt er sich meist mit dem Automaten: „Mea culpa, ich bin unwürdig!!“
und überlegt, sofort alle Brevets zurückzugeben und von vorn
anzufangen. Das damit verbundene Trauma hält bis zum nächsten
Tauchgang an, der dann zur Problembewältigung mit den Worten
beginnt: „Heute machen wir das ganz
anders!“ Dann beginnt der Kreis von neuem, siehe oben... ad infinitum...
Taucht seit etwa einem halben Jahr und hat seitdem bereits mindestens 3 Brevets eines Nicht-CMAS Verbandes erworben.
Er verfügt dabei über die neueste High–End Ausrüstung, wobei keinerlei Kosten gescheut wurden und kann sämtliche
Testberichte aus „Tauchen“ und „Unterwasser“ der letzten 2 Jahre
Auswendig herunterbeten, was auch gegenüber anderen Tauchern seine
Lieblingsbeschäftigung ist.
Seine aus der Presse erworbenen Kenntnisse verbunden mit mittlerweile
satten 28 Tauchgängen (2 Tauchurlaube und 2 Tauchgänge im
Heimattümpel) benutzt er vorzugsweise dazu, in diesem Forum Poster
niederzumachen, die es gewagt haben, einen anderen Atemregler oder
Tauchcomputer zu erwerben und diesen auch noch lobend zu erwähnen.
Er kann sich nicht vorstellen, dass man nur mit reiner Luft tiefer als
40 m tauchen kann ,da seine „Nullzeittabelle“ bereits bei 42 m endet. Und er hält Deko–Tauchgänge für reinen Selbstmord.
Um längere Schwimmstrecken nach dem Tauchgang an der
Oberfläche zu vermeiden, sollte man sich ihm trotz seines
Testsiegerkompasses lieber nicht bezüglich Navigation anvertrauen.
Beim Deko-Bier werden dann von ihm schon mal neue Theorien
bezüglich Dekompression und Barotrauma aufgestellt, die er auch
gegenüber den „Alten Säcken“ mit der veralteten
Billigausrüstung standhaft verteidigt.
Beendet aufgrund seiner Beratungsresistenz den Tauchurlaub bisher noch
vorzeitig mit einer Ohrenentzündung und lässt sich dann von
seiner nicht tauchenden Freundin pflegen.
Der Herdentaucher – auch die Großschulen-Dumpfbacke oder der
Massenblindfisch genannt - ist ein opportunistischer Kulturfolger. Er
ist überall da anzutreffen, wo es Urlaubszentren und große
Tauchbasen hat, fällt aber gelegentlich auch an bis dahin noch
verschonten Tauchplätzen ein. Seine Einwirkungen auf intakte
Korallenriffe ist in aller Regel verheerend. Männliche und
weibliche Herdentaucher unterscheiden sich in dieser Hinsicht kaum von
einander, jedoch sind in größeren Tiefen die ausgewachsene
männlichen Herdentaucher häufiger als die weiblichen bei
ihrem riffzerstörenden Werk zu beobachten.
Als Jungtier - Kälbchen genannt - erlernt der Herdentaucher
zunächst die elementaren Fertigkeiten zum Überleben in der
Herde. Insbesondere das eifrige Heranschleppen von Zahlungsmitteln.
Nach einigen Stunden Theorie, mindestens vier Tauchgängen - und
Zahlungen von viel, viel Zaster – kann er oder sie dann jederzeit brav
dem Anführer der Herde, einem Leitbullen oder einer Leitkuh,
hinterher tauchen. Mit Absolvierung der Grundausbildung erhält das
Jungtier eine Urkunde, und stolz trägt es sein teuer erworbene
Abzeichen: das bronzene Greenhorn. Dies ist erhältlich nur
für ganz viel $$$ - 200 bar ist das Minimum, so lernt es jedes
Kälbchen in der Ausbildung. Das ist halt der Preis für den
Einstieg in die Herden-Karriere, in der es das Kälbchen in
mitunter nur 6 Monaten bis zur Leitkuh bringen kann.
Ausgewachsene Herdenkühe und –bullen unterscheiden sich vom
Kälbchen durch ihre laute – bei Kühen mitunter schmerzlich
schrille – Stimme sowie dadurch, dass sie alle notwendigen Fertigkeiten
zur Durchsetzung in der Herde erlernt haben: Drängeln, Schubsen,
Außenseiter ärgern, Nerven, Mobben, Flossen anderen ins
Gesicht schlagen, auf Korallen herumtrampeln, alles anfassen und Fische
verjagen. Zu den Fertigkeiten an Land gehören auch das Klatschen,
Tratschen, Herumnörgeln, Schlechtmachen, Motzen, Blei auf Maske
werfen und das vor allem bei den Exemplaren deutscher Herkunft beliebte
frühmorgendliche Belegen tagelang ungenutzter Sonnenliegen mit
einem „Reservierungshandtuch“. Die Beobachtung dieser putzigen
Verhaltensweisen ist eine Freude für jeden Taucher. Besondere
Betriebsamkeit erreicht man durch das Verstecken von
„Reservierungshandtüchern“ oder durch den Ruf „Freibier“. Im
Vergleich hierzu geht es bei einer Haifütterung, die gelegentlich
zur Unterhaltung und Belustigung der Herdentiere durchgeführt und
von den meisten anderen Tauchern verachtet wird, gesittet und
manierlich zu – aber nur, soweit es die Haie angeht. Für den
Herdentaucher hat das Erlernen all dieser Künste natürlich
seinen Preis. Aber nach einigen Extrem-Tauchgängen ist er schon
bald der Schrecken aller Kälbchen, versehen mit einer noch viel
schöneren Urkunde und weithin erkennbar an seinem Abzeichen: dem
roten Bullen (erhältlich für noch viel mehr $$$).
Über den Weg zum Leitbullen ist in den einschlägigen
Publikationen des Herdentauchens das Folgende zu lesen: „ Alle
Kälbchen sind schon da und schauen Dich mit großen Augen an.
Denn Du bist die Leitkuh oder der Leitbulle. Sicher führst Du die
Herde in immer engere Tauchgebiete und schlägst Dich mit ihr
durchs Korallendickicht, über das Deine Herde dann wie eine
Stampede hereinbricht. Eine Schutt-Schneise kennzeichnet Eure Bahn.
Gekonnt steuerst Du die unendlichen Sandfelder an, verscheuchst
vorausschauend jeden Fisch, navigierst weiträumig am Wrack vorbei
und erreichst gezielt alle Stellen, wo es absolut nichts zu sehen gibt.
Du kennst alle Geheimnis der (Fehl)Planung und tauchst daher mit Deiner
Herde an einer Stelle auf, wo sie beim endlosen Schwimmen an der
Oberfläche die Strömung und den Seegang so richtig
genießen kann, bevor es wieder ins Boot oder nach einem
schönen langen Marsch über das Riffdach wieder an Land geht.
Dort zählst Du die Häupter Deiner Lieben und stellst fest:
Wieder einmal bewahrheitet sich die alte Leitbullenweisheit: „Ein
bisschen Schwund ist immer“. Nach dem Tauchgang, beim wohlverdienten
Dekobier kannst Du der Bewunderung aller Herdentiere sicher sein – und
als Leitbulle oder Leitkuh hast Du natürlich das „ius prima noctis“ (das Recht der
ersten Nacht – lechz) - d.h. wenn nicht gerade der Bauer Lust auf Dich
oder Dein Fell bekommt (autsch). Näheres über Deinen Weg zum
Leittier erfährst Du gegen einen üppigen Obolus bei Deinem
Bauernverband, dessen Logo – der Taucher mit der Mistgabel – Dir
längst aufs Fell gebrannt wurde. Dort kannst Du auch gleich
für viele, viele, viele $$$ eine Versicherung abschließen,
die Dich gegen das Durchfallen in der anspruchsvollen
Leittierprüfung schützt.
Und dann gibt es da noch die schlauen Bauern (aquanauti rustici pecuniae causa -
...Lateinlehrer hilf ...agricola!) die zur Klasse der blutsaugenden Filz-
...ähem... Fischläuse gehören und bevorzugt an
Herdentieren schmarotzen. Angeführt werden sie von dem
gefürchteten Bauernverbandspräsidenten. Dieser ist meist ein
reiner Bürotaucher und an den Tauchplätzen selten
anzutreffen. Er weiß, wie man den Kälbchen das Fell
über die Ohren zieht. Ihr lautes Blöken auf dem Weg zur
Schlachtbank ist Musik in seinen Ohren. Sein Metier ist die hohe Kunst
der Massentierzucht.
Die Brüsseler Agrarsubventionen für die Herdentierproduktion
sind sein Werk. Das Herdentauchen hat er zum international
verbindlichen Standard gemacht. Seine rustikale Umgehensweise mit
Kälbern – man erkennt sie an seinem nur im monetären Sinne
einnehmenden Umgangston - hat er auch nach Jahren am Schreibtisch nicht
ablegen können. Er verbirgt sie heute nur gelegentlich geschickt
hinter bunten Werbeblättchen – in seinem Tarnungsvermögen
ebenso wie in seiner Schönheit entfernt dem Steinfisch
ähnelnd aber erheblich tatendurstiger und damit auch weitaus
gefährlicher.
Der Lieblingsspruch des Herdentauchers: „Was soll’s, machen doch alle so!“
Der Lieblingsspruch des Bauern (beim Einschiffen der Herde auf einem
Tauchboot): „Einer geht noch rein!“
Der Bauernverbandspräsident hat keinen Lieblingsspruch sondern nur
ein Lieblingsgeräusch: Das Rascheln und Klimpern baren Geldes.
„Nur die dümmsten Kälber
wählen sich den Bauern selber“ meint hierzu -
- @ndreas
Diese eindeutig als weiblich identifizierte Spezies ist
überwiegend im Kölner Raum anzutreffen, von dort verteilt sie
sich sporadisch auf alle Gewässer in der näheren und weiteren
Umgebung. Sie beherrscht sämtliche karnevalistischen Gesänge
und gibt sie gerne zum Besten, auch wenn es keiner hören will.
Beim Deko-Bier kommt sie schnell aus sich heraus und wenn es ganz
schlimm kommt, tanzt sie auf dem Tisch. Ist ein humoriges Tierchen,
allerdings oft unterhalb der Gürtellinie und nur für harte
Tauchgenossen die schmutzige Witze lieben, zu ertragen.
Tauchen kann sie mittelmäßig und ist etwas vorsichtig. Sie
liebt private Tauchgänge mit einem eigens für sie
abgeordnetem Tauchlehrer. Manchmal ist sie ungeschickt und es kommt
vor, dass sie dem Diveguide den Bleigürtel auf die nackten
Füße fallen lässt. Das nimmt sie mit Humor, denn es tut
ja ihr nicht weh und schließlich wird der Guide ja von ihr
bezahlt.
Sie leidet ab 36m an Tiefenrausch, bemerkt es aber selber nicht und
muss jedes Mal gerettet werden.
Das nimmt sie ebenfalls mit einem kleinen Scherz auf den Lippen zur
Kenntnis, schließlich ist auch die Rettung im Preis inbegriffen
und gehört zum Service.
Sie himmelt ihren Tauchlehrer an und glaubt ihm alles, was er ihr
erzählt. Da springt sie sogar voll aufgerödelt aus 3m
Höhe von der Hafenmauer, weil er scherzeshalber behauptet, dass
das notwendig ist, für die CMAS* Prüfung. Wenn sie ihn
anschließend als „blödes Arschloch“ tituliert, macht sie
dies dann mit einer Tüte Haribo wieder gut.
Auch hat sie ein Talent dafür, Flossenbänder zu
zerreißen, obwohl sie nie ein Ersatzband dabei hat. Sie liebt es
sehr, dann alle männlichen Tauchkollegen auf dem Boot mit der
anspruchsvollen Reparatur ihrer Flosse zu beschäftigen. Glaubt sie
doch ernsthaft, dass diese ganz wild darauf sind zu zeigen, dass sie
mit einer Büroklammer alles was defekt ist, wieder flicken
können.
Sie hält grundsätzlich den Kompass verkehrt herum, da sie das
beim Kartenlesen ja auch so macht. Davon abgesehen, weiß sie
sowieso nie wo es langgeht und hat den Kompaß nur aus
Dekorationszwecken dabei, weil es sich so gehört.
Tauchtörtchen haben keinerlei Orientierungssinn und benutzen
Werkzeug dafür lediglich als schmückendes Beiwerk. Sie wissen
meist nur, wo oben und unten ist, das sollte reichen beim Tauchen.
Am Drop-off allerdings weiß sie noch nicht mal das, verliert
sofort die Orientierung und wundert sich sehr, wenn ihr Kopf auf einmal
aus dem Wasser schaut, obwohl sie sich in 20m Tiefe wähnt.
Egal, dann geht es wieder abwärts, mal sehen, ob es diesmal besser
klappt. Das Tauchtörtchen ist eigentlich eine tauchende
Katastrophe, verliert gerne ihre Gruppe und leidet an eingebildetem
Essoufflement. Das stärkt aber ihre Konzentration und wenn bei
20TG was passiert ist, baut sie die Zuversicht auf, dass es nur besser
werden kann. Sie ist ein wenig tolpatschig und fällt schon mal
zur Begrüßung, weil sie über ihre eigenen
Füße stolpert, in die Tauchbasis hinein. Das tut ihrer guten
Laune aber keinen Abbruch. Da sie über eine gute Ausrüstung
verfügt, werden Mittaucher in der trügerischen Sicherheit
gewiegt, sie wüsste was sie tut. Wenn sie 100 TG hinter sich
gebracht hat und immer noch lebt, besteht eine Chance, das sie dann
wirklich weiß, worum es eigentlich geht. Aber im Allgemeinen ist
sie recht beliebt, weil auch wenn sie nicht weiß, wie man richtig
taucht, ist sie auf Partys nach dem tauchen gut zu gebrauchen, um
Stimmung in die abendlichen Aprés-dives zu bringen.
Es gibt Tausende von Taucherseiten im Netz. Wir helfen Dir auf unseren Link-Seiten, den Überblick zu bewahren. Mit der größten Linksammlung zum Thema Tauchen weltweit findest auch Du genau die Internet-Seiten, die dich interessieren.
Nur rund vier Stunden Flugzeit, ein subtropisches Meer, viele Wracks und die große Artenvielfalt: Ägypten ist das beliebteste Tauchreiseziel der Deutschen. Ob Hausriff, Tagestouren oder Tauchsafaris, Tauchausbildung oder Tec-Tauchen – die vorhandene Infrastruktur [mehr]
Sindbad - Justdiving, Cap Ma.. (25.05.2012) Vom 28.03 bis 17.04 verbrachte ich mit meiner Familie unseren Urlaub auf Mauritius. Da wir in Pereybere unsere Unterkunft hatten, suchte ich deshalb in der näheren Umgebung eine Tauchbasis für meinen (mehr) Atlantis Diving, Marsalforn/.. (24.05.2012) Hallo, Ich möchte mich kurz fassen. Viel gibt es für mich auch nicht zum schreiben, ausser ein dickes DAUMEN HOCH für diese BASIS. Top Infrastruktur, Top Material, sehr Hilfsbereit, und sie wissen (mehr) Wolfgang`s Tauchshop, Prora,.. (23.05.2012) Hallo, anbei ein kleiner Bericht über meinen Tauchgang am 1705.2012 auf Rügen: Um 9:30 Uhr war das Treffen an der Basis von Wolfgang Frank in Prora. Nach der Anmeldung und dem obligatorischen (mehr)