outdoor channel

Du bist hier: Onlinemagazin 42. Ausgabe Tauchertypen Teil 2





 Geschrieben von Redaktion

Tauchertypen Teil 2


Andreas Nowotny's Ausführungen zum Thema "Tauchertypen" in der letzten Redaktionsausgabe hat so manch einen unserer Leser zu Höhenflügen angespornt. Was in den letzten Tagen und Wochen an Reaktionen darauf kam, war überwältigend.

Da nicht jeder Leser die Forenbeiträge regelmäßig verfolgt, haben wir hier die interessantesten Beiträge zusammengefasst, um diese wirklich genialen Meisterleistungen der menschlichen Ironie nicht in den Tiefen des Archivs verschwinden zu lassen.

Wir danken allen, die uns Beiträge geliefert haben.

Für die noch weiter anstehenden Beiträge könnten wir noch einen Karikaturisten gebrauchen, der uns die passenden Bilder zu den Beiträgen zeichnet. Es winkt die große Ehre, namentlich genannt im Online-Magazin zu erscheinen :)

Wer sich hierzu berufen fühlt, möge mir bitte mailen. Danke!

Der Billigheimer (aquanautus oeconomicus)
Der Tauchfeldwebel (aquanautus militaris)
Tauchvater Marx (pater aquanautorum revolutionarius)
Der Tauchmacho (aquanautus maximus)
Der Unterwasser- Fotonarr- Allgemein ( aquatus photo vulgaris)
Das Tauchmimöschen (aquanautis mimosa heulii)
Der Tauchjurist (assessor juris aquatis)
Der Tauchpedant
Der Pseudo – Crack
Der Herdentaucher (aquanautus numerosus)
Das Tauchtörtchen (aquanautis konditoris)


Der Billigheimer

(aquanautus oeconomicus)

von @ndreas


Er oder Sie fährt meist ein gutes Auto, hat eine schöne Wohnung mit sämtlicher Unterhaltungselektronik, einige teuere Hobbys, gönnt sich gutes Essen und modische Kleidung. Aber: Sein Tauchurlaub darf nicht teurer sein als ein Wanderausflug. Deshalb verbringt er Stunden mit Preisvergleichen und Umfragen im Internet, um dann wirklich die allerbilligste Tauchbasis zu buchen.

Zusatzausbildung, Checkdives und Guides sind für ihn Teufelswerk, denn sie kosten Geld - sein Geld. Er taucht allerdings gerne einer Gruppe hinterher, wenn der Guide von anderen bezahlt wird. Er ärgert sich maßlos, wenn er dann nicht viel sieht. Wenn er schon einen Guide bezahlt, dann soll der ihm bitte nicht nur die Ausrüstung montieren und warten sonder auch bei jedem Tauchgang das Know-How aller Zusatzausbildungen gratis präsentieren.

Seine Erotik beschränkt sich auf: "Geiz ist geil" und er wundert sich, dass seine vermeintlichen Schnäppchen häufig Schrott, die Boote der Billigbasis häufig überfüllt und die Sicherheitseinrichtungen keinen Pfifferling wert sind. Er wundert sich noch mehr über die nachlassende Qualität der Basen, wenn er und seine Artgenossen in Massen auftreten.

Er glaubt, dass ausgiebiges Nörgeln eher als ein freundliches Wort und reichliches Trinkgeld dazu geeignet ist, den Service zu verbessern. 100 Kuna (= 14 Euro) Tauchgebühren pro Jahr in Kroatien sind für ihn Anlass zu wiederholten flammenden Protestaufrufen. Seine Urlaubszeit verbringt er damit, akribisch alle Mängel zu notieren, um nachträglich eine Preisreduktion herausschlagen zu können. Dem entsprechend ist seine Urlaubslaune, die er gern allgemein weiterverbreitet.
Seine Ausrüstung erwirbt er bevorzugt in Online-Versteigerungen - und zwar nicht nur die Flossen sondern auch Atemgerät, Maske und Computer. Er erwartet aber kostenlose Gebrauchsanweisungen und, dass jede Basis ihm gratis seine Ausrüstung in einen brauchbaren (tauchbaren) Zustand versetzt.

Er benutzt gerne seine laienhaften (und lückenhaften) Rechtskenntnisse aus Verbrauchersendungen, um vermeintlichen Ansprüchen Nachdruck zu verleihen, vergisst aber, dass deutsches Recht im Ausland eher selten etwas gilt. Auch droht er gerne mit einem (seinem) Rechtsanwalt. Er schaltet diesen aber nur ein, wenn seine Rechtschutzversicherung zahlt. Denn er weiß, dass Rechtsanwälte meist gegen Vorkasse arbeiten.

Entgegen weit verbreiteter Vorurteile ist dieser Typ im Osten und im Westen gleich häufig.

Lieblingssatz: Das ist Wucher, Abzocke, maßlos überteuert.

zurück zur Übersicht

Der Tauchfeldwebel

(aquanautus militaris)

von @ndreas mit Links von Poseidondiver

Er steht in Treue fest zu seinem Verband und verachtet alle, die auf kommerziellem Wege das Tauchen erlernt haben (oder vielmehr- "den Tauchschein gekauft" haben). Tauchen lernt man nur in Deutschland (natürlich einschließlich Österreich und Schweiz, da ist er nicht kleinlich. Hans Hass war ja auch ein Deutscher...). Tauchen im Ausland kommt für ihn nur da in Frage, wo man anständiges Deutsch spricht.

Der ernste Gesichtsausdruck unterstreicht die Wichtigkeit seiner Gegenwart. Dank zackiger Grundstellung erkennt man/frau ihn schon aus weiter Ferne. Tauchen ist für ihn vor allem sportliche Leistung gepaart mit paramilitärischer Disziplin und gewürzt mit (Waffen-)Kameradschaft. Entsprechend ist sein Umgangston mit anderen Tauchern. Wer Leistung bringt, wird akzeptiert. Alle anderen werden vor der versammelten Truppe niedergemacht. Vor allem natürlich Taucher mit "Biopren". Denn tauchen darf nur, wer fit und nicht fett ist. Maßlosen Respekt hat er vor Kameraden mit dem Sägefisch (Kampftauchern der Bundeswehr), versteht aber nicht, dass die so locker und nachsichtig drauf sind. Er ist sicher, dass das nur an der demokratischen Verweichlichung der Armee liegen kann. Früher hätte es das nicht gegeben.

Korallen interessieren ihn nicht - Fische nur, wenn sie sehr groß und sehr gefährlich sind. Alles andere ist was für Warmduscher - die dann auch noch so kindisch sind, mit strahlenden Augen über Besenschwanzprachtlippfische, Nacktschnecken, und Geisterfetzenfische zu schwafeln. Fisch gehört für ihn in die Pfanne - für einen richtigen Mann natürlich vor allem Hai. Das Abendessen wird natürlich selbst harpuniert. Von "Nackt-Schnecken" hat er so seine eigenen Vorstellungen, die von Herrenabenden im (Unter-)Offizierskasino geprägt sind.

Militärische Wracks sind da schon mehr sein Kaliber. Er kann stundenlang über deren Ausrüstung, Bemannung, Bewaffnung und Leistung reden. Den Korallenbewuchs empfindet er aber als störend.

Ein Tauchgang lohnt sich für ihn vor allem in eiskaltem Wasser, bei Sicht nahe Null und deutlich jenseits der vierzig Meter. Außerdem darf der Tauchspot nur durch langes Flossenschwimmen gegen harte Strömung erreichbar sein. Tauchen als Spaß verachtet er, denn seinen Spaß hat er erst, wenn es ihm und anderen wehtut.
Als Purist taucht er natürlich nur mit Luft - denn Trimix oder Ähnliches ist etwas für reiche, verwöhnte Muttersöhnchen. Das gilt auch für alles Andere, was das Tauchen leichter machen könnte. Die intellektuellen Schnösel, die etwas von wissenschaftlich erwiesener Steigerung der Sicherheit tiefer Tauchgänge durch Mischgase faseln, hat er gefressen. Seine Oberflächenpausen verbringt er deshalb gern in der Dekokammer.

Seine Ausrüstung ist spartanisch aber zweckmäßig. Er bedauert nur, dass er sie nicht gleich von der Bundeswehr mitnehmen konnte. (Er hat es trotz zackigstem Auftreten in langen Jahren nur zum Hauptgefreiten gebracht. Schuld waren diese dämlichen Intelligenztests.) An Waffenreinigung gewöhnt hält er regelmäßig und pünktlich seine Flick- und Putzstunde ein. Buntes Neopren ist für ihn nur lächerlich. Denn: Taucherausrüstung kann man in jeder Farbe tragen, vorausgesetzt sie ist schwarz. Ausgenommen von dieser strengen Regel sind nur Tarnmittel und die Leistungsabzeichen, die er gerne an seiner Ausrüstung trägt. Als Anzugfarbe wäre vielleicht noch camouflage akzeptabel. In Kompassnavigation ist er unschlagbar - dank jahrelanger Ausbildung beim Bund weiß er ganz genau, was die Zahlen auf seinem Kompass bedeuten. Er kann bis 360 zählen - und das lässt er auch jeden wissen.

Als Ausbilder ist er hart aber brutal, halt wie ein Feldwebel. Zur Ausbildung gehört natürlich, dass er gelegentlich seinen Schülern oder Buddys ohne Vorwarnung die Maske vom Gesicht oder die 2. Stufe aus dem Mund schlägt: Das muss ein Taucher abkönnen. Schon im Sandkasten hat er zackig das Kommando geführt und wundert sich heute noch, dass keiner mit ihm spielen mag. Deshalb hält er auch sehr viel vom Solo-Tauchen.

Lieblingssatz: Im Laufschritt maaaaarsch. Nur die Harten kommen in den Garten.

zurück zur Übersicht

Tauchvater Marx

(pater aquanautorum revolutionarius)
und sein mißratener Schwiegersohn

von @ndreas (Anregungen von Peter G. wurden eingearbeitet, vielen Dank)

Hier sein Credo:
Ein Gespenst geht um an den Tauchplätzen – das Gespenst des Subaquarismus. Alle Kräfte der alten Tauchwelt haben sich zu einer heiligen Hetzjagd gegen dies Gespenst verbündet: CMAS und PADI, VDST und NAUI, „tauchen“ und „unterwasser“. Zweierlei geht aus dieser Tatsache hervor. Der Subaquarismus wird bereits von allen taucherischen Mächten als eine Macht erkannt. Es ist hohe Zeit, dass die Subaquaristen ihre Anschauungsweise, ihre Zwecke, ihre Tendenzen vor der ganzen Welt offenlegen und dem Märchen von Gespenst des Subaquarismus ein Manifest der Partei selbst entgegenstellen.

Die Geschichte aller bisherige Tauchgesellschaft ist die Geschichte von Klassenkämpfen: Angler und Taucher, Ölmulti und Taucharbeiter, Vereinsboss und Vereinsmeier, Kursdirektor und OWD, Tauchmonopolist und freier Taucher, kurz, Unterdrücker und Unterdrückte standen in stetem Gegensatz zueinander, führten einen ununterbrochenen, bald versteckten, bald offenen Kampf, einen Kampf der jedesmal mit einer revolutionären Umgestaltung endete oder mit dem gemeinsamen Abtauchen der kämpfenden Klassen.

Unsere Epoche, die Epoche der Tauchbourgeoisie zeichnet sich dadurch aus, dass sie die Klassengegensätze vereinfacht und internationalisiert hat. Die bisherige vereinsmeierliche Tauchweise reichte nicht mehr aus für den mit neuen Märkten anwachsenden Bedarf. Das internationale Tauchmonopol (oder –oligopol) trat an die Stelle der Vereinsbosse. Die Pervertierung des Tauchens durch ein auf Profitmaximierung angelegtes Strukturvertriebssystem bewirkte schließlich - durch die Trennung des Tauchers vom Tauchen – eine Entfremdung im Marxschen Sinne. Der freie Taucher, der nicht über komplette Ausrüstung samt Kompressor und eigenem Tauchsee verfügt, wird durch die Monopolbasen von seinen Tauchmitteln getrennt. Er wird zum Pauper, der ohne Unterwerfung unter die Monopol-Logik und vor allem ohne Geld keine Flaschenfüllung und häufig auch keinen Zugang zum Tauchplatz erhält. Die Tauchmonopole deformieren (z.B. durch Reduzierung der vermittelten Theorie, Tiefenlimits, Verbot von Deko-Tauchgängen, Ersetzung kostenfreier natürlicher Luft durch teures Nitrox) den freien Tauchsport, indem sie ihn zur möglichst gängigen Ware transformieren, die an taugliche wie untaugliche Konsumenten gleichermaßen zu hohen Preisen vermarktet wird. Der Staat als ideeller Gesamtkapitalist wirkt unter dem Vorwand der Gefahrenabwehr an dieser Entfremdung mit: Indem er den Erwerb der strukturiert vermarkteten Ware (z.B. des AOWD-Brevets, der Tauchbegleitung durch einen Guide) zur (gesetzlichen) Voraussetzung bestimmter Formen des Tauchens macht, freie Taucher kriminalisiert (bei Verstoß gegen Tiefenbegrenzungen und Tauchverbote) oder Tauchern, die sich der Warenlogik entziehen wollen, den Versicherungsschutz vorenthält, steigert er nicht etwa die Tauchsicherheit sonder ermöglicht nur die Monopolbildung bei gleichzeitiger Marginalisierung des freien Tauchens und eröffnet damit den Weg zu monopolbedingten Extraprofiten.

Das autonome proletarische Subjekt des Tauchens, der eigenverantwortliche Taucher, wird zum Objekt der Profitmaximierung, zum Tauchkonsumenten degradiert. Seine Basen werden im Zuge der Monopolisierung zu Franchisenehmern des weltumfassenden Konsortiums, die geknebelt durch ungleiche Verträge gegen Lizenzzahlungen und unter der Drohung von Lizenzentzug und Vertragsstrafen nur dessen Produkte verkaufen dürfen. Allein die internationale Association der autonomen Tauchsubjekte kann diese Logik durchbrechen, denn Sie allein ist im dialektischen Sinne die Antithese zum internationalen Monopol des Tauchkapitals.
Die abgehalfterten Vereinsbosse, die dem Zwang zur Vereinsmitgliedschaft nachtrauerten, waren ihrer geschichtlichen Stellung nach dazu berufen, Pamphlete gegen die modernen Tauchmonopole zu schreiben. Von einem ernsten politischen Kampf konnte indes nicht mehr die Rede sein. Nur der literarische Kampf durch beständige CMAS-contra-PADI-Fehden vorzugsweise im Internet blieb ihnen übrig.

Aber selbst im Internet waren die alten Redensarten unmöglich geworden. Um Sympathie zu erregen, mussten die Vereinsmeier scheinbar ihre Interessen aus dem Auge verlieren und nur im Interesse der exploitierten autonomen Taucher ihren Anklageakt gegen die Monopolbourgeoisie formulieren. Den freitaucherischen Equipmentsack mit dem Aufkleber „Dive-Guide, nein danke!“ schwenkten sie als Fahne in der Hand um die Taucher hinter sich zu versammeln. Sooft diese ihnen aber folgten, erblickten sie auf ihren Hintern die alten Vereinsmeierwappen und verliefen sich mit lautem und unehrerbietigem Gelächter.

Das Tauchkapital wird sein Monopol nicht aufgrund einiger flamings im Internet freiwillig aufgeben. Deshalb kann die seine Logik nur durch die revolutionäre Aktion des Tauchproletariats durchbrochen werden. Das Tauchproletariat erfühlt damit seine historische Mission: Die endgültige Beendigung der Ausbeutung des Tauchers durch den Taucher.

Die Notwendigkeit der revolutionären Aktion zu negieren hieße, den sozialromantischen Träumereien der Tauchreformer zu verfallen. Aber nicht die Zerstörung, nur die Eroberung der Tauchtechnik und die Aneignung der Tauchtheorie können zur Befreiung des autonomen proletarischen Tauchsubjekts von der Exploitation seiner Bedürfnisse durch die taucherische Monopolbourgeoisie führen. Dieses Ziel kann nicht auf dem individualistischen Weg der Tauchanarchisten erreicht werden. Wer in der atavistischen Manier der Maschinenstürmer - die ihre Holzschuhe (= frz. Sabots) in das mechanische Räderwerk warfen, um es zur zerstören (daher: Sabotage) – durch eine individuelle gewaltsame Aktion das Monopol angreifen zu können glaubt, kämpft wie Don Quichotte gegen Windmühlenflügel. Er liefert zugleich der taucherischen Monopolbourgeoisie nur den Vorwand zum Angriff auf die am weitesten fortgeschrittenen Kräfte des Tauchproletariats.

Möge die taucherische Monopolbourgeoisie vor der subaquaristischen Revolution zittern. Die Taucher haben nichts zu verlieren als ihre Ketten (ähm... Kärtchen).
Autonome Taucher aller Länder vereinigt Euch!

S A L V E ! (Subaquaristen aller Länder vereinigt euch!)

Tauchvater Lenin bringt es auf den Punkt:

„In der Epoche des Tauchimperialismus steigert sich die Unterdrückung des Tauchproletariats um so mehr, je stärker der jeweilige Staat dem imperialistischen Einfluss unterliegt, so dass Tauchlimitierungen zum Maßstab für die Stärke des Imperialismus und damit auch zum Gradmesser für die Verschärfung des Klassenkampfes werden, der zugleich notwendig ein antiimperialistischer Kampf ist. Das Tauchproletariat bedarf daher der Führung durch eine revolutionäre Avantgarde entschlossener Berufstaucher. Der apnoetaucherische Radikalismus hingegen ist eine Kinderkrankheit des Subaquarismus. Deshalb: Alle Macht den Taucher- und Schnorchlerräten!“

Tauchväterchen Stalin meint dazu: “Von der Sowjetunion lernen heißt tauchen lernen!“

Ergänzend einige erhellende Worte, die der Große Vortauchende Mao Tsetung nach seinem legendären Tauchgang im Gelben Fluss formuliert hat: „Jeder Subaquarist muss diese Wahrheit begreifen: „Die Macht kommt aus dem Schnorchel.“ Wenn man will, dass es keine Schnorchel mehr geben soll, muss man den Schnorchel in die Hand nehmen. Alle Angler sind Papiertiger. Mit ihrer Bekämpfung ist es wie mit dem Tauchen: Wo der Taucher nicht hinkommt, wird der Schlamm nicht von selbst aufgewirbelt.“

Darum: Reih Dich ein in die KPD/ML (Kroatienreisende Presslufttaucher Deutschlands / Mischgas- und Lachgasschnupperer) --- oder auch nicht, denn das Beste kommt wie immer zum Schluss:

Paul Lafargue, der Vater aller Tauchurlauber, war der missratene Schwiegersohn von Karl Marx. (Missraten stimmt nicht ganz. Er war eine der großen Gestalten der 1. Internationale) Er heiratete im April 1868 dessen Tochter Laura. Ihm verdanken wir eine epochale Entdeckung, die bis heute (noch) Bestand hat. Zwar wurden seine gesammelten Werke 1925 –1931 in der UdSSR veröffentlicht, aber Tauchvater Lenin, Tauchväterchen Stalin und auch der Große Vortauchenden wollten von dem, was er entdeckte nie so recht etwas wissen:

>> Le Droit à la paresse – Das Recht auf Faulheit<<

Klarsichtig erkannte er, dass Arbeit ein tödliche Droge ist. Die nach dem Genuss dieser Droge gierende Arbeiterklasse ist der wahre Ausbeuter, denn sie zwingt die bemitleidenswerte Bourgeoisie zu schmerzhaftem und ungesundem Überkonsum. (Wer immer wirklich gute Satire lesen will, mein heißester Buchtip: Das Recht auf Faulheit). Aber Satire für diesmal bei Seite: Er war einer der ersten Theoretiker der 35-Stunden-Woche und des bezahlten Jahresurlaubs. Arbeitertourismus gab es dann wohl in größerem Ausmaß erst in Frankreich unter der Front Populaire – kurz vor dem 2. Weltkrieg.

Darum Ihr Mittaucher – ehrt ihn als wahren Vater des Tauchurlaubs. Er kam in Santiago de Cuba zur Welt und, statt im kalten, nebligen London zu sitzen und an seinem Buch über das Recht auf Faulheit zu schreiben, hätte er auch zum Tauchen in Kuba bleiben können. Was wäre dann aus unserem Tauchurlaub geworden – nicht auszudenken!

zurück zur Übersicht

Der Tauchmacho

(Aquanautus Maximus)

von scuba_steffi

Ihm begegnet man wirklich immer. Weit verbreitet. Gut zu erkennen am Tauchmesser, welches der genauen Länge seines Schienbeines entspricht.

Nach dem Auftauchen schreit er begeistert: "65 m!!!!"
Weiß nie, welche Fische und Pflanzen er gesehen hat, außer es handelt sich um große Weiße Haie.

Er verwendet nur 2 kg Blei, da alles andere mädchenhaft aussieht. Außerdem hat er grundsätzlich sämtliche Ausrüstungsteile in der Farbe Schwarz. Er hasst tauchende Frauen, da sie ihn nicht verstehen, wenn er Abends beim Deko-Bier, lässig zurückgelehnt über technische Details seiner Ausrüstung palavert.

Sein Lieblingsthema sind Tauchtiefen, die er natürlich (!) mit Luft erreicht hat. Seine Flasche ist getunt und trägt die Aufschrift: "007 - im Auftrag ihrer Majestät". Er achtet sehr auf sein Äußeres, hat ein gut frisiertes Oberlippenbärtchen und ist traurig, wenn er zum Tauchen seine Sonnenbrille abnehmen muss, zeigt dies aber nicht. Er zieht sich langsam an , damit jeder seinen gestählten Körper bewundern kann. Gerüchteweise hat er aber bei näherem Hinsehen nicht allzu viel zu bieten.
Sein Anzug ist tiefergelegt und aerodynamisch, damit er die Strömungen besser ausnutzen kann.

Er verfügt über eine laute Stimme, damit auch der letzte Taucher auf dem Boot seinen mutigen Abenteuern zu lauschen in der Lage ist.

Seine Gestik ist platzergreifend und beim Andeuten der Länge von gesehenen Großfischen besteht Verletzungsgefahr der unmittelbar in seiner Nähe befindlichen Menschen. Meist irrt er aber nach kurzer Zeit alleine herum und hat so schnell gelernt, seine Mittaucher, die nicht ausweichen können, völlig unter Kontrolle zu halten und jedes Gespräch alleine zu führen.

Briefing hält er allenfalls notwendig für Weicheier, die nicht in der Lage sind, auch in fremden Gewässern mit ihrem Kompass zurückzufinden. Buddies kann er gar nicht leiden, es sei denn, sie sind vom selben Schlag und lieben es, mit Machete am Bein und 10l-Flasche 80 m tief zu tauchen.

Er wäre gerne Berufstaucher beim Bund, aber die haben ihn nicht genommen. Er weiß angeblich nicht warum und behauptet gerne, er wäre überqualifiziert.

Beim Nachttauchen hat er einen Scheinwerfer dabei und merkt nicht, wenn er seine Mittaucher so blendet, dass sie noch tagelang an Sehschwäche leiden. Er liebt sich selber sehr und merkt dadurch nicht, dass er der Einzige ist, der das tut.

zurück zur Übersicht

Der Unterwasser-Fotonarr-Allgemein

(aquatus photo vulgaris)

von Mantalady


Der Unterwasser-Fotonarr-Allgemein kommt größtenteils gehäuft in Urlaubsgebieten vor. Er ist bereits am Flughafen identifizierbar - und sollte man dasselbe Ziel feststellen, es gibt ja Last-Minute-Schalter...

Außerdem gilt dieser Taucher als Grund für eine Minderung des Preises des Tauchpakets, da er das Vergnügen im wahrsten Sinne des Wortes trübt.

Zur Identifikation am Flughafen genügt ein Blick auf das Gepäck und die Beobachtung des Verhaltens:

a) Ist das Gepäck doppelt soviel wie das eines gewöhnlichen Tauchers
b) wird es gehütet, wie rohe Eier
c) Die Frage "Werden Sie auch vorsichtig damit umgehen?"
d) Tränen in den Augen bei der Gepäckabfertigung
e) Diskussion bei der Gepäckkontrolle: "Nein, dass ist kein Nachtsichtgerät, dass ist eine Kamera; nein, dass ist keine Laserpistole, das ist eine Lampe..."

Werden mehr als 3 Punkte mit "Ja" beantwortet, hat man einen Unterwasser-Fotonarr-Allgemein erwischt, Mittel dagegen siehe oben.

Im Urlaub gibt er sich die größte Mühe, der beliebteste Taucher zu werden.
Bei Ausfahrten mit dem Boot bucht er zwei Plätze, einen für sich und einen für die Kamera, die muss schließlich bequem sitzen. Meist hält er alles auf, wenn es an das In-das-Wasser-springen geht. Er passt dank der Kamera nicht mit dieser durch den Einstieg (insbesondere nicht auf Dhonis), so dass die Crew erst ihn und dann sein Spielzeug vorsichtig zu Wasser lassen muss.

Im Wasser muss er überall der erste sein. Wehe, ein Taucher verscheucht den Fisch. Sollte er jemanden dabei beiseite schieben, egal, der kann ja dann die Fotos / den Film betrachten. Einen Tauchgang genießt man schließlich nicht beim Tauchen, sondern zu Hause auf der Couch beim Anschauen der Filme / Fotos mit möglichst zahlreichen Nichttauchern oder vor Fachpublikum. Der gemeine Taucher weiß schließlich die Mühen oder Gefahren nicht zu schätzen, unter denen das Kunstwerk entstanden ist.
Sollte der Unterwasser-Fotonarr-Allgemein einen Nachttauchgang antreten, berichten andere Taucher meist von Lichtgestalten, die UFO-gleich von der Wasseroberfläche zu ihnen herabschwebten und erst als wirklich jeder Fisch wach war, das Wasser genauso wieder verließen.

Taucht man mit ihm als Buddy, kann man in das Logbuch getrost einen Solotauchgang eintragen, man wird ihn nicht neben sich sehen, außer man muss für ihn Modell stehen "Bitte links neben die Koralle und jetzt nicht atmen".
Ansonsten ist er ein friedlicher Mensch, der einem Taucher vielleicht sogar ein paar Tipps gibt, wie man schöne Bilder selbst machen kann.

zurück zur Übersicht

Das Tauchmimöschen

(aquanautis mimosa heulii)

von scuba_steffi

Das Tauchmimöschen ist eine vorwiegend weibliche Spezies, anzutreffen auf allen 7 Weltmeeren.

Es leidet sehr unter diversen Krankheitszeichen wenn Worte wie: "Tauchtiefe über 12m" , "Großfische", "Nesseln", "Kalt", "8°C", "Dekounfall", "TU", "Flasche leer", "dehydriert", "Hai" oder sonstige, gängige Ausdrücke fallen.

Das äußert sich in Schweißausbrüchen, wechselnder Gesichtsfarbe und stetigen, nicht zu bremsenden Monologen über die Gefährlichkeit des Tauchens, obwohl man es ja selber gerne macht. Zumindest seinem Tauchpartner zuliebe, obwohl ein Besuch im Aquarium doch viel sicherer ist. Diese Monologe sind sehr schwer verständlich, da meist mit Lungenautomat im Mund und unter stetigem Schluchzen hervorgebracht: „Ich kann jetzt nicht tauchen, ich habe Angst, das ist erst mein 56 Tauchgang, ich bin mental gerade nicht so weit und erst letzte Woche ist wieder jemand beim Tauchen gestorben!“ Da muss dann wieder der sturmerprobte Tauchpsychologe her, der zum wiederholten Male erklärt, dass das Wasser 27°C warm ist, die Haie gerade Urlaub machen in der Schweiz, 3 Tauchlehrer alleine für Mimöschen zuständig sind, die Strömung davongeströmt und garantiert woanders ist und die Leihausrüstung natürlich neu ist. Das schreckt Mimöschen sehr, da es ja sein kann, dass die Ausrüstung vielleicht gar nicht funktioniert, wenn sie doch noch nicht benutzt wurde. Also auf ein Neues: Erklären, dass sie zwar neu, aber schon mal ausprobiert wurde. Gut. Hoffentlich hat der Vorbenutzer keine ansteckende Krankheit gehabt, man liest ja soviel von ansteckenden Krankheiten und Pilzkulturen in Leihautomaten.
Und die Flasche, was ist mit der Flasche? Bestimmt auch nur Luft und das in der richtigen Konzentration? Was DA beim Füllen alles passieren kann! Steht der Kompressor auch richtig und zieht nicht etwa Abgase in die Flaschen? Man liest ja soviel davon, dass ganze Tauchgruppen nie mehr auftauchen!

Wie viele Tauchgänge hat eigentlich der Tauchlehrer? Was, 4000? Scheiße, das ist viel zu viel! Man liest ja soviel davon, dass sich hier die Gewohnheit einschleicht und durch bodenlose Fahrlässigkeit der Lehrer gar nicht mehr kontrolliert, dass die Flasche auch tatsächlich geöffnet ist, vor dem finalen Sprung ins tiefe Blau! Dann sinkt man ab bis auf 500 m! Das stand letztens noch irgendwo... Gibt es vielleicht einen Tauchlehrer, der erst 567 TG hat? Das soll das sicherste arithmetische Mittel sein, in der statistischen Auswertung von Tauchunfällen, die letztens noch irgendwo stand!
Und die Tauchlampe! Nicht dass sie explodiert? Sicher, dass sie nicht explodiert?
Das stand letztens noch in der Unterwasser!

Unterwasserzeichen beherrscht das Tauchmimöschen sehr gut, besonders die für „Abbrechen“, „Ich bekomme keine Luft mehr“ und „Etwas stimmt nicht“. Es übt diese leider auch während des Tauchgangs, was hier und da für Verwirrung sorgt. Nicht besonders gut dagegen beherrscht es die für sie nicht so wichtigen Zeichen wie „OK“ und „“auftauchen“. Bei dem „OK“ schlägt es um sich, weil es dass für „Arschloch“ hält, „auftauchen“ wird von ihm gerne verwendet, um zu demonstrieren, wie toll es gerade den kleinen Fisch findet, der vorüberschwimmt.

Das Finimeter muss unbedingt einen Durchmesser von 40 cm incl. Halogenbeleuchtung aufweisen, damit im Notfall auch aus 30 m Entfernung jeder lesen kann, wie tief Mimöschen gerade taucht und wie viel Luft es noch hat. So ist es auf der sicheren Seite, noch gerettet zu werden. Falls es jemand rettet, der nicht gelesen hat, wie viele Taucher umkommen, nur weil sie versuchen, jemanden zu retten, der vor lauter Angst nicht mehr wusste, was er tut.

zurück zur Übersicht

Der Tauchjurist

(assessor juris aquatis)

von Mantalady


Der Tauchjurist ist meistens ein sogenannter Assessor juris aquatis. Das heißt, er hat Jura studiert und fühlt sich nunmehr berufen, alles Gelernte in die Praxis umzusetzen, was meist schmerzliche Folgen für die tauchende Umwelt hat.

Jeder juristische Artikel in einer Zeitschrift, der nur entfernt mit dem Element Wasser und der Ausübung des Tauchsports zu tun hat, wird gierig aufgesaugt, um dann die anderen Taucher, meist am Stammtisch, mit halbverdauten juristischen Erkenntnissen zu erfreuen. Grundsätzlich ist alles haftungsträchtig, was die anderen tun oder lassen. Ausführliche Belehrungen vor jedem Tauchgang sind Pflicht, und nach Möglichkeit muss jeder Taucher vorher eine Erklärung unterschreiben, in welcher er den Tauchjuristen von jeder Haftung befreit. Nur dann geht der Tauchjurist ins Wasser, man weiß ja schließlich nie......

In Seminaren, die meist ein anderer bedauernswerter Jurist zu Haftungsfragen des Tauchens hält, sitzt er in der ersten Reihe und hindert durch dauernde Zwischenfragen und Kommentare den Dozenten und die Zuhörer, den Stoff so darzubieten und zu verstehen, wie es die Logik und die Praxis gebieten würden. Erst wenn man sich in der fünfzigsten Theorie „ Ja aber, was wäre wenn...“ verliert, hat das Seminar schließlich einen Nutzen, zumindest für den Tauchjuristen.

Auch in Tauchshops ist er gern gesehen. Welcher Shopbesitzer möchte auch nicht stundenlange Diskussionen über Gewährleistungsregelungen beim Kauf einer Automatentasche über sich ergehen lassen.

Taucht er in einer Tauchschule auf, ist der TL gut beraten, das Kleingedruckte auf Schriftgröße mindestens 24 zu vergrößern, ansonsten wird er sich in dieser Diskussion, die sehr lange dauern kann, durch das dauernde auferzwungene Daraufstarren die Augen verderben.

Insgesamt ist der Tauchjurist eher Theoretiker als Praktiker und Lehrbücher in Paragraphenform fände er sehr schön. Die könnte man doch so gut zitieren.
Meist wundert sich der Tauchjurist, warum das Anrödeln und Abtauchen schneller geht, wenn er dabei ist. Die beruhigende Wirkung eines Reglers im Munde des Tauchjuristen wurde schließlich noch nicht juristisch kommentiert.....

zurück zur Übersicht

Der Tauchpedant

(subaquatus pedantus)

von Mantalady

Er kommt für gewöhnlich wild vor und verharrt in diesem Zustand.

Das Vorkommen dieser Spezies ist nicht räumlich beschränkt. Meist ist der Tauchpedant daran zu erkennen, dass er bei der Tauchgangsbeschreibung an den Lippen des TL hängt, damit er alles wortgetreu befolgen kann, insbesondere gilt dies für die Navigation.

Bei Tauchgängen, für welche der Tauchpedant verantwortlich ist, erfolgt die Planung bis in das kleinste Detail, auch die zu besichtigenden Fische werden über ihr Vorkommen bereits vorab informiert, damit diese die Anwesenheitspflicht laut Lehrbuch/Tauchführer auch erfüllen. Die zu führenden Taucher werden auf hunderstel Gradzahl genau über den zu tauchenden Kurs und die zu besichtigenden Fische/Gegenstände informiert. Dem Abweichler droht die Todesstrafe!
Unter Wasser führt er vorzugsweise laminierte Karten mit sich, um die Karte jede Minute mit dem Kompass zu vergleichen. Meist schwimmen Fische dann unbeobachtet vorbei bzw. die Sehenswürdigkeiten werden links liegen gelassen, weil die Karte mal wieder nicht mit dem Kompass übereinstimmt, und sich dort definitiv nichts befinden kann und darf!!!

Spontane Abweichungen vom Kurs bzw. die Planung „Gerade aus und dann mal gucken...“ sind ihm ein Gräuel. Das tut man nicht! Das hat so keiner gesagt. Schließlich hat man ja das Navigations-Brevet mit Auszeichnung gemacht, und das soll auch buchstabengetreu genutzt werden.

Sollte während dem Tauchgang nicht alles genau der Planung nach erfolgt sein, z. Bsp. Kursabweichung; Nichtvorhandensein der Fische/Gegenstände oder Vorhandensein ungeplanter Fische/Gegenstände, wird dieser Tauchgang mit den anderen bedauernswerten Tauchern für Stunden zu Tode diskutiert und jeder Fehler einzeln erläutert und dem betroffenen Taucher der Schwur abgenommen, so etwas nie wieder zu tun.

Fische bekommen einen Beschwerdebrief.

Sollte jemand etwas gesehen haben, was hätte gar nicht da sein dürfen, wird er vom Tauchpedanten in das Krankenhaus gebracht, um die Spätfolgen des Tiefenrausches zu heilen. Liegt der Fehler beim Tauchpedanten selbst, geißelt er sich meist mit dem Automaten: „Mea culpa, ich bin unwürdig!!“ und überlegt, sofort alle Brevets zurückzugeben und von vorn anzufangen. Das damit verbundene Trauma hält bis zum nächsten Tauchgang an, der dann zur Problembewältigung mit den Worten beginnt: „Heute machen wir das ganz anders!“ Dann beginnt der Kreis von neuem, siehe oben... ad infinitum...

zurück zur Übersicht

Der Pseudo - Crack

von Eroy64

Taucht seit etwa einem halben Jahr und hat seitdem bereits mindestens 3 Brevets eines Nicht-CMAS Verbandes erworben.

Er verfügt dabei über die neueste High–End Ausrüstung, wobei keinerlei Kosten gescheut wurden und kann sämtliche Testberichte aus „Tauchen“ und „Unterwasser“ der letzten 2 Jahre Auswendig herunterbeten, was auch gegenüber anderen Tauchern seine Lieblingsbeschäftigung ist.

Seine aus der Presse erworbenen Kenntnisse verbunden mit mittlerweile satten 28 Tauchgängen (2 Tauchurlaube und 2 Tauchgänge im Heimattümpel) benutzt er vorzugsweise dazu, in diesem Forum Poster niederzumachen, die es gewagt haben, einen anderen Atemregler oder Tauchcomputer zu erwerben und diesen auch noch lobend zu erwähnen.

Er kann sich nicht vorstellen, dass man nur mit reiner Luft tiefer als 40 m tauchen kann ,da seine „Nullzeittabelle“ bereits bei 42 m endet. Und er hält Deko–Tauchgänge für reinen Selbstmord.

Um längere Schwimmstrecken nach dem Tauchgang an der Oberfläche zu vermeiden, sollte man sich ihm trotz seines Testsiegerkompasses lieber nicht bezüglich Navigation anvertrauen.

Beim Deko-Bier werden dann von ihm schon mal neue Theorien bezüglich Dekompression und Barotrauma aufgestellt, die er auch gegenüber den „Alten Säcken“ mit der veralteten Billigausrüstung standhaft verteidigt.
Beendet aufgrund seiner Beratungsresistenz den Tauchurlaub bisher noch vorzeitig mit einer Ohrenentzündung und lässt sich dann von seiner nicht tauchenden Freundin pflegen.

Lieblingssatz: Ihr habt keine Ahnung

zurück zur Übersicht

Der Herdentaucher

(aquanautus numerosus)

von @ndreas

Der Herdentaucher – auch die Großschulen-Dumpfbacke oder der Massenblindfisch genannt - ist ein opportunistischer Kulturfolger. Er ist überall da anzutreffen, wo es Urlaubszentren und große Tauchbasen hat, fällt aber gelegentlich auch an bis dahin noch verschonten Tauchplätzen ein. Seine Einwirkungen auf intakte Korallenriffe ist in aller Regel verheerend. Männliche und weibliche Herdentaucher unterscheiden sich in dieser Hinsicht kaum von einander, jedoch sind in größeren Tiefen die ausgewachsene männlichen Herdentaucher häufiger als die weiblichen bei ihrem riffzerstörenden Werk zu beobachten.

Als Jungtier - Kälbchen genannt - erlernt der Herdentaucher zunächst die elementaren Fertigkeiten zum Überleben in der Herde. Insbesondere das eifrige Heranschleppen von Zahlungsmitteln. Nach einigen Stunden Theorie, mindestens vier Tauchgängen - und Zahlungen von viel, viel Zaster – kann er oder sie dann jederzeit brav dem Anführer der Herde, einem Leitbullen oder einer Leitkuh, hinterher tauchen. Mit Absolvierung der Grundausbildung erhält das Jungtier eine Urkunde, und stolz trägt es sein teuer erworbene Abzeichen: das bronzene Greenhorn. Dies ist erhältlich nur für ganz viel $$$ - 200 bar ist das Minimum, so lernt es jedes Kälbchen in der Ausbildung. Das ist halt der Preis für den Einstieg in die Herden-Karriere, in der es das Kälbchen in mitunter nur 6 Monaten bis zur Leitkuh bringen kann.

Ausgewachsene Herdenkühe und –bullen unterscheiden sich vom Kälbchen durch ihre laute – bei Kühen mitunter schmerzlich schrille – Stimme sowie dadurch, dass sie alle notwendigen Fertigkeiten zur Durchsetzung in der Herde erlernt haben: Drängeln, Schubsen, Außenseiter ärgern, Nerven, Mobben, Flossen anderen ins Gesicht schlagen, auf Korallen herumtrampeln, alles anfassen und Fische verjagen. Zu den Fertigkeiten an Land gehören auch das Klatschen, Tratschen, Herumnörgeln, Schlechtmachen, Motzen, Blei auf Maske werfen und das vor allem bei den Exemplaren deutscher Herkunft beliebte frühmorgendliche Belegen tagelang ungenutzter Sonnenliegen mit einem „Reservierungshandtuch“. Die Beobachtung dieser putzigen Verhaltensweisen ist eine Freude für jeden Taucher. Besondere Betriebsamkeit erreicht man durch das Verstecken von „Reservierungshandtüchern“ oder durch den Ruf „Freibier“. Im Vergleich hierzu geht es bei einer Haifütterung, die gelegentlich zur Unterhaltung und Belustigung der Herdentiere durchgeführt und von den meisten anderen Tauchern verachtet wird, gesittet und manierlich zu – aber nur, soweit es die Haie angeht. Für den Herdentaucher hat das Erlernen all dieser Künste natürlich seinen Preis. Aber nach einigen Extrem-Tauchgängen ist er schon bald der Schrecken aller Kälbchen, versehen mit einer noch viel schöneren Urkunde und weithin erkennbar an seinem Abzeichen: dem roten Bullen (erhältlich für noch viel mehr $$$).

Über den Weg zum Leitbullen ist in den einschlägigen Publikationen des Herdentauchens das Folgende zu lesen: „ Alle Kälbchen sind schon da und schauen Dich mit großen Augen an. Denn Du bist die Leitkuh oder der Leitbulle. Sicher führst Du die Herde in immer engere Tauchgebiete und schlägst Dich mit ihr durchs Korallendickicht, über das Deine Herde dann wie eine Stampede hereinbricht. Eine Schutt-Schneise kennzeichnet Eure Bahn. Gekonnt steuerst Du die unendlichen Sandfelder an, verscheuchst vorausschauend jeden Fisch, navigierst weiträumig am Wrack vorbei und erreichst gezielt alle Stellen, wo es absolut nichts zu sehen gibt. Du kennst alle Geheimnis der (Fehl)Planung und tauchst daher mit Deiner Herde an einer Stelle auf, wo sie beim endlosen Schwimmen an der Oberfläche die Strömung und den Seegang so richtig genießen kann, bevor es wieder ins Boot oder nach einem schönen langen Marsch über das Riffdach wieder an Land geht. Dort zählst Du die Häupter Deiner Lieben und stellst fest: Wieder einmal bewahrheitet sich die alte Leitbullenweisheit: „Ein bisschen Schwund ist immer“. Nach dem Tauchgang, beim wohlverdienten Dekobier kannst Du der Bewunderung aller Herdentiere sicher sein – und als Leitbulle oder Leitkuh hast Du natürlich das „ius prima noctis“ (das Recht der ersten Nacht – lechz) - d.h. wenn nicht gerade der Bauer Lust auf Dich oder Dein Fell bekommt (autsch). Näheres über Deinen Weg zum Leittier erfährst Du gegen einen üppigen Obolus bei Deinem Bauernverband, dessen Logo – der Taucher mit der Mistgabel – Dir längst aufs Fell gebrannt wurde. Dort kannst Du auch gleich für viele, viele, viele $$$ eine Versicherung abschließen, die Dich gegen das Durchfallen in der anspruchsvollen Leittierprüfung schützt.

Und dann gibt es da noch die schlauen Bauern (aquanauti rustici pecuniae causa - ...Lateinlehrer hilf ...agricola!) die zur Klasse der blutsaugenden Filz- ...ähem... Fischläuse gehören und bevorzugt an Herdentieren schmarotzen. Angeführt werden sie von dem gefürchteten Bauernverbandspräsidenten. Dieser ist meist ein reiner Bürotaucher und an den Tauchplätzen selten anzutreffen. Er weiß, wie man den Kälbchen das Fell über die Ohren zieht. Ihr lautes Blöken auf dem Weg zur Schlachtbank ist Musik in seinen Ohren. Sein Metier ist die hohe Kunst der Massentierzucht.

Die Brüsseler Agrarsubventionen für die Herdentierproduktion sind sein Werk. Das Herdentauchen hat er zum international verbindlichen Standard gemacht. Seine rustikale Umgehensweise mit Kälbern – man erkennt sie an seinem nur im monetären Sinne einnehmenden Umgangston - hat er auch nach Jahren am Schreibtisch nicht ablegen können. Er verbirgt sie heute nur gelegentlich geschickt hinter bunten Werbeblättchen – in seinem Tarnungsvermögen ebenso wie in seiner Schönheit entfernt dem Steinfisch ähnelnd aber erheblich tatendurstiger und damit auch weitaus gefährlicher.

Der Lieblingsspruch des Herdentauchers: „Was soll’s, machen doch alle so!
Der Lieblingsspruch des Bauern (beim Einschiffen der Herde auf einem Tauchboot): „Einer geht noch rein!
Der Bauernverbandspräsident hat keinen Lieblingsspruch sondern nur ein Lieblingsgeräusch: Das Rascheln und Klimpern baren Geldes.

Nur die dümmsten Kälber wählen sich den Bauern selber“ meint hierzu -
- @ndreas

zurück zur Übersicht

Das Tauchtörtchen

(aquanautis konditoris colognia)

von scuba_steffi

Diese eindeutig als weiblich identifizierte Spezies ist überwiegend im Kölner Raum anzutreffen, von dort verteilt sie sich sporadisch auf alle Gewässer in der näheren und weiteren Umgebung. Sie beherrscht sämtliche karnevalistischen Gesänge und gibt sie gerne zum Besten, auch wenn es keiner hören will. Beim Deko-Bier kommt sie schnell aus sich heraus und wenn es ganz schlimm kommt, tanzt sie auf dem Tisch. Ist ein humoriges Tierchen, allerdings oft unterhalb der Gürtellinie und nur für harte Tauchgenossen die schmutzige Witze lieben, zu ertragen.

Tauchen kann sie mittelmäßig und ist etwas vorsichtig. Sie liebt private Tauchgänge mit einem eigens für sie abgeordnetem Tauchlehrer. Manchmal ist sie ungeschickt und es kommt vor, dass sie dem Diveguide den Bleigürtel auf die nackten Füße fallen lässt. Das nimmt sie mit Humor, denn es tut ja ihr nicht weh und schließlich wird der Guide ja von ihr bezahlt.

Sie leidet ab 36m an Tiefenrausch, bemerkt es aber selber nicht und muss jedes Mal gerettet werden.

Das nimmt sie ebenfalls mit einem kleinen Scherz auf den Lippen zur Kenntnis, schließlich ist auch die Rettung im Preis inbegriffen und gehört zum Service.
Sie himmelt ihren Tauchlehrer an und glaubt ihm alles, was er ihr erzählt. Da springt sie sogar voll aufgerödelt aus 3m Höhe von der Hafenmauer, weil er scherzeshalber behauptet, dass das notwendig ist, für die CMAS* Prüfung. Wenn sie ihn anschließend als „blödes Arschloch“ tituliert, macht sie dies dann mit einer Tüte Haribo wieder gut.

Auch hat sie ein Talent dafür, Flossenbänder zu zerreißen, obwohl sie nie ein Ersatzband dabei hat. Sie liebt es sehr, dann alle männlichen Tauchkollegen auf dem Boot mit der anspruchsvollen Reparatur ihrer Flosse zu beschäftigen. Glaubt sie doch ernsthaft, dass diese ganz wild darauf sind zu zeigen, dass sie mit einer Büroklammer alles was defekt ist, wieder flicken können.

Sie hält grundsätzlich den Kompass verkehrt herum, da sie das beim Kartenlesen ja auch so macht. Davon abgesehen, weiß sie sowieso nie wo es langgeht und hat den Kompaß nur aus Dekorationszwecken dabei, weil es sich so gehört. Tauchtörtchen haben keinerlei Orientierungssinn und benutzen Werkzeug dafür lediglich als schmückendes Beiwerk. Sie wissen meist nur, wo oben und unten ist, das sollte reichen beim Tauchen.

Am Drop-off allerdings weiß sie noch nicht mal das, verliert sofort die Orientierung und wundert sich sehr, wenn ihr Kopf auf einmal aus dem Wasser schaut, obwohl sie sich in 20m Tiefe wähnt.

Egal, dann geht es wieder abwärts, mal sehen, ob es diesmal besser klappt. Das Tauchtörtchen ist eigentlich eine tauchende Katastrophe, verliert gerne ihre Gruppe und leidet an eingebildetem Essoufflement. Das stärkt aber ihre Konzentration und wenn bei 20TG was passiert ist, baut sie die Zuversicht auf, dass es nur besser werden kann. Sie ist ein wenig tolpatschig und fällt schon mal zur Begrüßung, weil sie über ihre eigenen Füße stolpert, in die Tauchbasis hinein. Das tut ihrer guten Laune aber keinen Abbruch. Da sie über eine gute Ausrüstung verfügt, werden Mittaucher in der trügerischen Sicherheit gewiegt, sie wüsste was sie tut. Wenn sie 100 TG hinter sich gebracht hat und immer noch lebt, besteht eine Chance, das sie dann wirklich weiß, worum es eigentlich geht. Aber im Allgemeinen ist sie recht beliebt, weil auch wenn sie nicht weiß, wie man richtig taucht, ist sie auf Partys nach dem tauchen gut zu gebrauchen, um Stimmung in die abendlichen Aprés-dives zu bringen.

zurück zur Übersicht

To be continued...


Infos

Du suchst Tauchausrüstung? Oder Du möchstest Teile Deiner Ausrüstung loswerden? Dann schau mal in unsere Kleinanzeigen-Seite! Das ganze ist für den privaten Gebrauch natürlich kostenlos. Schau rein - es wird viel angeboten!


01.12.2008 16:50 Taucher Online : 179
Heute 11631, ges. 30280791 Besucher
Login:  Autologin: 
Passwort:  
Gast : Registrieren - zur Login-Seite


Deine Bookmarks:
Taucher-News - Kalender - Sichtweiten - Postkarten

Unsere Produkt-Datenbank!
Über 2000 Tauchartikel mit detaillierten Daten!
Vergleichen lohnt sich!


Zu unserer Kooperationsseite...

Sommerspecial

Preishammer Oman
ab 559,-

7 Nächte in der Extra Divers Villa incl.Flug mit Gulf Air ab/bis Frankfurt.

nur beim Reisecenter Federsee


Unser Tauchkalender:

Tauchen im TV - aktuell

3sat: hitec: Archäologie am Meeresgrund
Heute - 21:30 Uhr
Dokumentation
Expedition zur ""SMS Undine""

Das Kriegsschiff ""SMS Undine"" wurde 1915 vor Rügen in der Ostsee versenkt. Technisch und historisch einmalig, ist es von großem wissenschaftlich [mehr]

3sat: hitec: Archäologie am Meeresgrund
Morgen - 03:20 Uhr
Dokumentation
Expedition zur ""SMS Undine""

Das Kriegsschiff ""SMS Undine"" wurde 1915 vor Rügen in der Ostsee versenkt. Technisch und historisch einmalig, ist es von großem wissenschaftlich [mehr]

SAT1: 24 Stunden
Morgen - 23:20 Uhr
Jobs am seidenen Faden

Für das, was sie tun, wird Gefahrenzuschlag gezahlt: Spezialtaucher, Hochhaus-Fassadenreiniger, Hochseilartisten - Nervenkitzeljobs. [mehr]

Akt. Restaurantberichte:

Langbathsee - Gasthof in der..
(26.10.2008) Nach dem Tauchen im Langhbathsee hat man nicht sehr viele Möglichkeiten etwas zu Essen oder Trinken. Nur ca 1km vom See entfernt, neben der Straße gibt es das Gasthaus in der Kreh. Eine schöne (mehr)

Safety Stop, Tulamben, Bali
(10.10.2008) Waren Ende August für 10 Tage in Tulamben und haben dort am Abend auch öfter bei Ralf in seinem Restaurant ´Safety Stop´. Können uns den Vorgängern anschließen, dass es dort leckeres Essen, nette (mehr)

El Joker, Hurghada
(10.10.2008) Wer mal echt gut Ägyptisch und billig Fisch essen will, ohne Angst zu haben sich zu vergiften :) Sollte mal das Joker in Sikalla besuchen. Das Restaurant liegt am Ende der Einkaufsstrasse. Nähe dem (mehr)

Aktuelle Länderberichte:


 Thailand
(20.06.2007) Das Königreich Thailand liegt in Südostasien und grenzt im Nordwesten mit seiner längsten Landgrenze von 1.800km an Burma, im Nordosten mit 1.754km an Laos, im Südwesten mit 803km an Kambodscha,im (mehr)

 Österreich
(19.02.2007) Österreich befindet sich mitten in Europa und grenzt auf insgesamt 2.562 Kilometern im Nordosten an die Tschechische Republik, im Osten an die Slowakei und Ungarn, im Süden an Slowenien und Italien (mehr)

 Oman
(02.09.2006) Im Norden und Nordwesten des Landes liegt die erst Ende des 20.Jhd. festgelegte Grenze zu den Vereinigten Arabischen Emiraten. Im Nordosten liegt der Golf von Oman, das arabische Meer begrenzt das (mehr)


Taucher.Net News:


Taucher.Net startet Umfrage ..
(29.10.2008) Einträge in Datenbänken, unzählige Beiträge in den Foren, Berichte auf SPIEGEL ONLINE: Das Thema Sicherheit auf Tauchsafaris ist zurzeit in aller Munde. Und auch uns als größter deutschsprachiger (mehr)

Kurzbewertungen in der Produ..
(22.05.2008) Ab sofort ist es möglich in unserer Produkt-Datenbank Kurzbewertungen zu Ausrüstungsgegenständen abzugeben. Es würde uns freuen wenn möglichst viele unserer User ihre eigene Ausrüstung hier kurz (mehr)

DiveInside mit Rekordauflage!
(10.04.2008) DiveInside mit Rekordstart! Der Frühling beflügelt nicht nur Taucher und deren Hormone, er sorgt auch dafür, dass DiveInside – das authentische Onlinemagazin von Taucher.Net – mit einer (mehr)




© 1997-2008 Taucher.Net GmbH - powered by TNetHosting