Mitten in den waldreichen Ausläufern des Hochschwabmassivs in der - 'Terra Styriae Incognita' liegt ein smaragdgrüner Juwel: Der Grüner See in
der Gemeinde Tragöß. Ein Quelltopf, der ausschließlich
von unterirdischen Quellen gespeist wird und der mit sensationellen
Sichtweiten aufwarten kann.
Anreise
Hat man es auf der Autobahn bzw. Schnellstrasse nach Bruck an
der Mur in der Obersteiermark geschafft, dann fährt man -
überraschend gut beschildert - nördlich in Richtung Mariazell,
biegt dann links ab und erreicht nach 22 km Richtung Nordwesten
Tragöß.
Etwa einen Kilometer nach Tragöß-Oberort befindet sich dann
der See am Ende des Tals, das an dieser Stelle durch den 1579m hohen Pribitz geschlossen wird.
Von Oberösterreich aus bietet sich auch die Anreise durch das
wildromantische Ennstal und über den Präbichl an. Von
Trofaiach aus führt eine alternative, aber recht
abenteuerliche Abkürzung durch den Rötzgraben und
weiter nach Tragöß.
Erstaunlich ist übrigens, welche Überraschungen manche
Routenplaner beim Zielort Tragöß ausgeben!
Tauchgebühr
Beim Kiosk am Parkplatz vor dem See ist die Park- bzw. Park- und
Tauchgebühr zu entrichten. Diese beträgt 7 € pro Person und
Tag. Besucher mit einer Gästekarte (=Übernachtung) zahlen einen Euro weniger.
Ist der Kiosk nicht besetzt, dann erhält man die Tauchgenehmigung
im Gasthaus "Seehof“.
Der See befindet sich in Privatbesitz- ein Tauchverbot drohte vor
einigen Jahren. Nach zähen Verhandlungen konnte man den Besitzer
aber zu einem Kompromiss bewegen. Gegen eine jährliche Zahlung
bleibt der See für Taucher geöffnet - die eingehobene
Tauchgebühr dient zur Finanzierung eben dieser.
Die Dive-Card oder eine TSVÖ Mitgliedschaft sind nicht
erforderlich - und bringen auch keine Ermäßigung oder
Befreiung von der Gebühr!
Der See
Der 776 Meter hoch liegende, etwa Kleeblattförmige
(Berg-) See wird direkt durch Quellen gespeist. Dadurch erklärt sich
auch die unglaubliche Transparenz von bis zu 30 Metern oder gar mehr!
Dieses Quellwasser stammt vom Schmelzwasser von Schnee und Eis aus dem
Hochschwabmassiv und umliegenden Bergen.
Das Schmelzwasser sickert im porösen Karst durch feine Spalten oder
Dolinen durch den Fels und tritt dann, im Tal, als teils recht
ergiebige Quellen wieder an den Tag.
Den höchste Wasserstand von bis zu etwa 12 Metern erreicht der See meist im Mai/Juni. Bis zum Winter versickert das Wasser dann wieder bis auf
einen Reststand von ein bis zwei Metern. In manchen Jahren soll der See
sogar ganz verschwinden!
2003 stieg der Wasserspiegel im Grüner See nur um wenige Meter-
2004 dürften es 8 bis 10 Meter werden.
Wie weit der Wasserspiegel tatsächlich ansteigt, das hängt
von vielen Faktoren, wie den Niederschlagsmengen im Winter und dem
Ablauf der Schneeschmelze oben auf den Bergen ab. Genaue Prognosen
traut sich darüber aber niemand abzugeben.
Gibt es vielleicht gar einen Zusammenhang zwischen dem Wasserstand im
See und dem Wasserverbrauch in der Bundeshauptstadt Wien?
Excurs:
Die Wiener und ihr Wasser
Wien, Mitte des vorletzten Jahrhunderts:
Die Bevölkerung wuchs in dieser Zeit der Industrialisierung rasant
und der Bedarf an sauberem, hygienisch einwandfreiem Trinkwasser stieg
ebenso.
Um diesen Bedarf langfristig zu decken und um die Ausbreitung von
Seuchen endgültig zu verhindern, entwickelte man eine Projekt von gewaltigem
Weitblick:
1864 beschloss der Wiener Gemeindrat den Bau der I. Wiener Hochquellenwasserleitung. Sie wurde vom Geologen und Gemeinderat Eduard
Suess geplant und nach dreijähriger Bauzeit eröffnet.
Aus dem Gebiet von Rax, Schneeberg, und Schneealpe wird auch heute noch
in ihr das Wasser 90 km nach Wien befördert.
Sie sichert auch heute noch etwa 40 % des Wasserbedarfs von Wien
und wurde 1988 um die Einbindung der Pfannbauernquelle wesentlich
erweitert.
Genau hundert Jahre zuvor, anno 1888, waren schon bereits 90 % der Wiener
Häuser mit einer Bassena am Gang im Stiegenhaus - und mit somit erstklassigem
Wasser versorgt.
Damals dürfte der Grüner See noch weit höher angestiegen
sein als heute, denn nach dem Bau der II. Wiener
Hochquellenwasserleitung 1910, die notwendig wurde, als nach
Eingemeindung der Vororte 1890/92 den Wienern das Wasser wieder knapp
zu werden drohte, war es wieder an der Zeit, kostbares Nass in der
Fremde abzuzapfen. Diesmal im steirischem Salzatal im Hochschwabmassiv,
in dessen Südausläufern sich der Grüner See befindet.
Täglich werden von hier etwa 200.000 m³ (das sind 200
Millionen Liter!!!) Wasser fast 200 km weit nach Wien gefördert-
und so förmlich aus dem Gebirgsstock des Hochschwab gesaugt.
Dieses, entnommene Wasser, fließt die knapp 200 Kilometer nach
Wien in etwa 36 Stunden.
Beiden Hochquellenleitungen liefern also pro Tag ca. 400.000 m³
frisches und bestes Trinkwasser aus den Alpen nach Wien und
decken den Wasserverbrauch praktisch komplett ab. ( Wiener Hochquellenwasserleitungen
)
Die Wiener können sich so über Wasser allerbester
Qualität direkt aus der Wasserleitung erfreuen. Die Bewohner
welcher Hauptstadt können noch solch ein Privileg ihr Eigen nennen?
Anmerkung des Autors, der an
dieser Stelle auch klarstellen möchte, dass er KEIN Wiener und
auch kein Hydrogeologe ist:
Ich behaupte in diesem Excurs in keinster Weise, dass die Wiener daran
schuld sind, wenn der Grüner See in manchen Jahren nicht zum
Tauchen geeignet ist!
Ferner betone ich, hier nicht versuchen zu suggerieren, die Wiener
säufen dem Grüner See das Wasser weg!
Excurs Ende
Durch die Speisung des Sees mit dem kristallklaren und eiskalten
Quellwässern aus dem Karst des Hochschwabmassivs, das, wie wir jetzt
wissen, auch in Form des beliebten ‚G´sprizten - Übers. d.
Red.: Weißweinschorle vom Gumpoldskirchner ;-) durch die durstigen
Kehlen der Wiener rinnt, bleiben die Temperaturen daher auch
ziemlich frisch- ein Trocki oder zumindest Halbtrocki sollte getragen
werden, um sich dem ganzen Genuss eines Tauchganges ohne unnötigem
Frieren hingeben zu können.
Eine Attraktion im See sind neben den sensationellen Sichtweiten die
vielen Forellen - der See ist aber nicht ihr natürlicher
Lebensraum - jedes Jahr werden etwa 100 kg als Attraktion für die
Angler eingesetzt.
Über Wasser erscheint der See in unterschiedlichsten grün-
und Türkistönen; unter Wasser dominiert hingegen ein Spektrum
von Blau.
Wegen der starken Quellaktivitäten und Zirkulation friert der
Grüner See auch im Winter nie richtig zu.
Tauchen im Grüner See
Vom Haupteinstieg beim Gasthaus "Seehof" aus kann man in jede
Richtung abtauchen.
Hält man sich links, so folgt man je nach Wasserstand dem
überfluteten Wanderweg und kommt dabei bei sehr hohem Wasserstand
(ab 10 Meter?) an dem berühmten, dann (und nur dann)
überfluteten Brücklein vorbei.
Taucht man rechts, so kommt man an einigen, recht kurzweiligen
Felsformationen vorbei zu zwei alten, hölzernen
Wasserleitungsrohren.
Etwas weiter taucht man über eine Untiefe weiter in einen Nebenarm
(nennt man das auch bei Seen so?), der etwas seichter ist. Hier kann
man die mehr oder weniger hoch überfluteten, fotogenen
Bäume betrachten. (Tauchen in Wald und Wiese)
In diesem Bereich ist die Sicht auch manchmal etwas geringer
(vermehrtes Algenwachstum).
Die tieferen Bereiche des Sees sind von einer sehr feinen
Sedimentschicht bedeckt, die extrem leicht aufgewirbelt wird und dann
die Sicht eintrübt. Auf exakte Tarierung ist hier zu achten (dies
gilt auch für Fotografen und Filmer!!!)
Tauchausbildung und Übungstauchgänge sind nicht gestattet,
ebenso wenig Nachttauchen.
Eine Füllstation befindet sich beim Tourismusbüro!
Füllpreise:
10 l: 6 €
12 l: 7,20 €
15 l: 9 €
Offizielle Tauchzeiten: 9 bis 12 sowie 14 bis 16 Uhr
Flora und Fauna
Durch das kalte, extrem nährstoffarme Wasser und die stark
schwankende Wasserstände existieren im See keine höheren
Pflanzen. Die Flora beschränkt sich auf Algenartige und
Überschwemmte.
An natürlicher Fauna ist der See ebenfalls arm. Die zutraulichen
Forellen werden jedes Jahr eingesetzt. Die von mir noch beobachteten
Kaulquappen wurden von ihnen wahrscheinlich drastisch reduziert.
Apres Dive
Dafür eignet sich natürlich das direkt am See gelegene Gasthaus 'Seehof' (Homepage down?!!) ideal!
Sonstiges/ für Nichttaucher
Neben ausgedehnten Spaziergängen und Wanderungen in der
herrlichen, waldreichen Berg- und Gebirgslandschaft ist diese Gegend
für Sommerfrische und Relaxen pur ideal geeignet. Baden kann man
im warmen, nahe gelegene Freizeitsee Zenz. Mehr Infos dazu und
Übernachtungsmöglichkeiten etc. auf der HP der Gemeinde
Tragöß.
Du möchtest Dich einfach mal zurücklehnen und Tauchbilder aus der ganzen Welt geniessen? Dann ab in unser Tauchfoto-Archiv. hier findest Du viele Impressionen die Lust auf den nächsten Tauchgang machen. Und - lade Deine Bilder ebenfalls hoch!
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Taucher.Net News:
DiveInside Märzausgabe (25.02.2012) Zur Information: Das Erscheinungsdatum der DiveInside, Ausgabe März 2012, ist der 13.März. In der Vorschau der letzten Ausgabe hatten wir den 27.Februar angekündigt. (mehr) Frohe Weihnachten und ein gu.. (23.12.2011)
Wir wünschen euch allen ein ruhiges und besinnliches
Weihnachtsfest und natürlich einen guten Rutsch in ein
fantastisches und vor allem gesundes Jahr 2012!
Wir bedanken uns ganz herzlich (mehr) Zahlenjubiläum auf Taucher.N.. (06.02.2011)
Heute, am 6.Februar 2011, feiern wir ein kleines Zahlenjubiläum.
Um exakt 18:13 konnten wir den 50.000.000 User auf Taucher. Net
begrüßen und unser junger Facebook-Auftritt hatte (mehr)