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 Geschrieben von Sven Gust
S.S. Holmen VI

Holmen VI wurde als kohlebefeuerter Schleppdampfer 1914 in Holland gebaut. Das Schiff war nur 23,80 Meter lang, 4,83 Meter breit und brachte es auf 90 BRT. Die Dampfmaschine leistete 250 PS. Der erste Name des Schiffs war "Atlas" und es lief unter im für viele Jahre. Während dieser Zeit wurde viele Dinge an Bord umgebaut, z.B. wurde im Winter 1955/56 der Kessel auf Ölbefeuerung umgestellt.
Holmen wurde lange Zeit eingesetzt, um Baumstämme an der schwedischen Ostküste für Holmens Bruks Papierwerke in Norrköping und Hallstavik zu schleppen.

Holmen


Am 21. März 1967 war Holmen VI auf dem Weg von Göteborg südwärts, als er etwas nordwestlich von Kullen in ein Unwetter geriet. Die großen Wellen überrollten das kleine Schiff und das Deck stand konstant unter Wasser.
Viel Wasser drang auch unter Deck und die Pumpen liefen die ganze Zeit, um das Schiff schwimmend zu halten. Es sah hoffnungslos aus und die 3-köpfige Besatzung verließ das hilflose Schiff im Rettungsboot, um ihm nicht auf den Meeresgrund zu folgen.

Holmen VI ist ein kleines Wrack und aus historischer Sicht nicht besonders interessant. Allerdings ist dieses Wrack ein echtes Riff und wirklich schöne und entspannte Tauchgänge sind hier möglich. Viele Tiere halten sich hier ständig auf (Dorsche, Wittlinge, Hummer, Seewölfe, Taschenkrebse, Wellhornschnecken) und der Bewuchs aus wirbellosen Tieren (Korallen und Anemonen) ist einfach prächtig!

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S.S.Pernau

Aus Pernau/Estland. Ex-Name OCEAN PRINCE (unter englischer Flagge).
Gesunken unter Ballast 1911. Das Wrack wurde 1912 verkauft und bis 1959 wurden Teile zur Schrottverwertung geborgen.

1911 fuhr das russische Schiff frontal gegen die Klippen des Kullabergs an der schwedischen Westküste. Auf historischen Fotos ist zu sehen das sich der Dampfer dabei auf die Felsen schob, aber trotzdem nahezu unversehrt blieb. Als Rettungskräfte nach der Kollision vor Ort eintrafen fanden sie auf den Klippen überall die total betrunkenen russischen Seeleute sitzend (darüber warum das Schiff bei guter Sicht und mäßigem Wind in einem Winkel von 45° auf die Felsen stieß, musste somit nicht viel länger nachgedacht werden).
Anschließend lag das Schiff gut sichtbar vor der Küste. Der Bug ragte aufrecht aus dem Wasser, ebenso das Vordeck und die Lademasten. Das Heck ruhte mit einer Schräglage von 35-45° aufrecht auf dem sandigen Boden. Das Schiff machte einen absolut intakten Eindruck.
Das sollte sich jedoch nach ausgiebigen Bergungsarbeiten, die aufgrund der geringen Tiefe und Uferlage schnell und unproblematisch verliefen, ändern.

Trotzdem ragen noch einige Teile mehrere Meter vom Meeresboden auf und an den Resten des Hecks hängt auch ein großes Schleppnetz. Die Sicht ist meistens verhältnismäßig schlecht und die Orientierung am Wrack nicht einfach.
Auch hier gibt es viel Fauna zu sehen: Schlangennadeln, Taschenkrebse, Hummer, Seehasen, im Sommer Hunderte von Lippfischen und Klippbarschen, Dorsche, Rotzungen, Wittlinge, Flügelbutt, verschiedene Nacktschnecken, Weichkorallen (Tote Mannshand), Seedahlien, gelbe Fingerschwämme, uvm.

An den Klippen liegen noch einige Trümmer, der größte Teil liegt aber ein ganzes Stück entfernt. Es sind einige Minuten nur nach Kompass zu schwimmen und bei schlechter Sicht ist es etwas unheimlich, wenn plötzlich die schwarzen Schatten vor einem auftauchen.
Hier halten sich oft kleine Schwärme von Dorschen und Wittlingen auf und ein großes Schleppnetz liegt abgerissen am Boden.
Grosse Seenelken und Stöcke von Weichkorallen wachsen in einzelnen Kolonien, ansonsten ist der Bewuchs dürftig. Einige Streben ragen etwa 2,5 bis 3 Meter vom Boden auf. Die Bodentiefe beträgt 26 Meter, erste Trümmer an den Klippen finden sich jedoch schon in 9 Metern Tiefe.

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Schoner Mathilde

Vor fast 140 Jahren, im Dezember 1867, strandetet der deutsche Segelschoner Mathilde an den nördlichen Klippen des Kullenbergs und sank. Die Ladung bestand aus gebrannten Ziegeln, Porzellan und Stückgut. Heute ist das Schiff zwar ziemlich zerstört, aber es gibt noch immer viele Details zu sehen und das Alter, die Ladung und geschützte Lage machen das Wrack zu einem durchaus lohnenden Objekt!
Man trifft zuerst auf einen Haufen loser Ziegelsteine (Prägung ISHARP) und ein großes Ankerspill, bewachsen mit Weichkorallen. Von hier ist es selbst bei schlechter Sicht kein Problem den Trümmern von der Küste weg zu folgen. Zentraler Punkt des Wracks ist die, noch immer Größenteils ordentlich gestapelte, Ladung von Ziegelsteinen mit der bereits genannten Prägung. Quer und hochkant bilden sie mehrere Schichten und Reihen, erstaunlich nach so langer Zeit (und bei einem vergleichbaren Wrack vor der deutschen Küste kaum möglich!). Im Umfeld liegen lose Steine, Ballaststeine, Eisenteile, Porzellanscherben und man kann anhand der Spantenreste gut die ursprüngliche Schiffsform erkennen. Die Bodentiefe liegt bei maximal 23 Metern.

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S.S. Franz

Der deutsche Frachtdampfer Franz strandete 1906 an den südlichen Klippen des Kullenbergs bei schlechtem Wetter. Die Ladung bestand aus Kohle und das Schiff war etwa 80 Meter lang. Von dem gestrandeten Schiff gibt es Aufnahmen, die sehr an das Schicksal der Pernau (s.o.) erinnern. Ähnlich verlief auch die anschließende Bergung der verwertbaren Eisenteile.

Franz ist ein ideales Wrack, um einen Wrack- und einen Naturtauchgang zu verbinden, zudem besticht die erstklassige Erreichbarkeit. Das Wrack liegt fast exakt eine Meile vor dem Hafen von Mölle an den Klippen.
Die Reste des Dampfschiffs liegen etwas quer zum Abhang und das Heck zeigen nach Südwesten. Hier finden sich die Schraube (nur ein Blatt ragt aus dem Sand auf), das zerstörte Ruderblatt, Reste der Rudermaschine und andere große Eisenteile des Hecks. Stämme von Weichkorallen siedeln an den Strukturen und ein kleiner Schwarm Zwergdorsche scheint standorttreu zu sein. Die Bodentiefe beträgt hier etwa 20 Meter.
Weiter zum Bug schwimmend, fangen die Klippen an anzusteigen und die Eisenteile sind hier mit Seenelken und Tang/Kelp bewachsen. Zu sehen gibt es Teile des Rumpfes und im Umfeld einige Seilblöcke, Klüsen, usw. Auch Scherben von Steingut konnten wir finden! Seehasen bewachen im Frühjahr ihren Laich, Seenadeln und Klippbarsche verstecken sich im Tang, Seeskorpione tarnen sich und Flundern schwimmen (völlig untypisch) tagsüber, weitab des Bodens an einem vorbei. Sieht man genau hin kann man vielleicht die erstklassig getarnten Seespinnen sehen, oder in einer Höhle einen Hummer finden.
Der Bug verläuft sich dann irgendwann auf einer Tiefe von etwa 10 Metern in den Klippen und oberhalb der 10m Sprungschicht hatten wir Sichtweiten von knapp 20 Metern, als wir an den schroffen Unterwasserfelsen, bewachsen mit großen Mengen Miesmuscheln, zum Bootsankerplatz zurück schwammen.

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M.T. Martina

Das Motortankschiff "Martina" wurde 1968 in Mandal in Norwegen gebaut, damals jedoch als Frachter von 395 BRT, einer Länge von 55 Metern und einer Breite von 9,30 Metern. Der erste Name lautete "Jytte Dania", anschließend "Julie A". Nach dem Umbau zu Chemietanker in Kiel, wo das Schiff 3 glasfaserbelegte Stahltanks erhielt, wurde es aus dem dänischen Schifffahrtsregister 1990 gelöscht und fuhr von nun an unter Liberiaflagge (Euro Shipping Ltd, Monrovia). Der Name lautete nun Martina.

"Martina" war am 28. März 2000 auf der Fahrt von Sarpsborg in Norwegen nach København mit 600 Tonnen Salzsäure. Um etwa 10.00 Uhr vormittags herrschte kräftiges Schneegestöber und die Sicht sank auf unter 200 Meter. Deshalb verfolgte man auf dem 6378 BRT großen Containerschiff "Werder Bremen" das sich nähernde Schiff auf dem Radarschirm und fragte sich bei einem Abstand von 1,5 Seemeilen, ob es an STB passieren wolle. Kurz nachdem sich "Martina" bis auf ½ Seemeile genähert hatte, konnte man das Schiff bereits auf STB im Schneegestöber erkennen - nur noch 200 - 300 Meter entfernt. Sofort wurde gestoppt, allerdings war es bereits zu spät.

"Werder Bremen" rammte Martina an der BB-Seite - mit ca. 14 Knoten Fahrt. Das große Schiff zerschnitt "Martina" direkt vor der Brücke regelrecht in zwei Teile. Martinas Schiffsführer wurde dabei eingeklemmt und starb entweder bereits bei der Kollision, oder er ertrank anschließend- die Leiche wurde kurz darauf geborgen. Der Koch und ein Matrose wurden ins Wasser geschleudert und nach eiskalten 20 Minuten lebend geborgen. Weitere vier Personen an Bord ertranken als das Achterschiff, in dem sie sich befanden, umgehend sank. Das Vorderteil vom Schiff kippte seitlich, schwamm jedoch noch auf. Erst nach knapp vier Stunden sank es, von der Strömung 1,9 Meilen nach Norden getragen.

Das Heck ist, ganz im Gegensatz zum Bug, erstklassig bewachsen und die riesigen Seenelken lassen nicht erahnen, das dieses Wrack erst wenige Jahre auf dem Meeresgrund ruht!
Das Heck ist schnell umrundet. Die Schraube ist im Boden eingesunken und das Schiff steht dort, so als wenn es durch den Sandboden fahren wolle. Exakt vor, oder noch fast durch die Brücke verläuft der Bruch. Ein stationäres Funkgerät befindet sich hier und es ist einfach, von hier in die Innenräume zu tauchen. Ein komisches Gefühl: Gardinen hängen noch in den Fenstern, überall finden sich Gegenstände aus den täglichen Gebrauch und nur ganz oben auf den Aufbauten wurden Sprengungen vorgenommen, um die Sicherheit für die Berufsschifffahrt zu wahren.

Der Bug liegt kieloben und ist weniger sehenswert, jedoch sollte man ihn auch betauchen, um sich ein Bild vom gesamten Schiff und dem Unglück machen zu können!
Am Bug ist noch deutlich der Name des Unglücksschiffs in weißen Lettern zu lesen und hier ist die Strömungsrinne, die sich gebildet hat, wirklich beeindruckend! Unser Anker war hier gelandet und als ich mich gegen die recht kräftige Oberflächenströmung abwärts gekämpft hatte, wusste ich zuerst nicht, worauf ich da eigentlich zuschwimme - ein schwarzer Abgrund?! Normalerweise findet man eine Kolk dieser Tiefe eher an Wracks in der Nordsee! Ich denke, das die glatte, unbewachsene Rumpfform den Abtrag des Sediments noch begünstigt.

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Johanne

Über den Untergang ist wenig bekannt. Vermutlich handelt es sich bei dem Wrack um das etwa 100 BRT/30 Meter große Eisenfrachtschiff (Typ Ewer/Frachtensegler) "Johanne", welches in der Gegend einst sank. Genau ist dies aber nicht geklärt und wird es auch wohl nie werden.

Als wir im April 2004 hier tauchten (2. Tauchgang nach HOLMEN VI) war die Oberflächenströmung sehr stark (2,5-3 Knoten), obwohl es windstill war. Man benötigte schon einige spezielle Handgriffe, um die Taucher bequem und sicher zum Abtauchen an die Ankerleine zu bringen.

Unterhalb der Sprungschicht (ab ca. 10 Metern Tiefe) herrschte kaum Strömung und am Wrack war leider die Sicht ziemlich schlecht (ca. 2 Meter). Das Wrack selbst ist wirklich nicht besonders sehenswert: nur wenig Tierleben und wenige Details vom Wrack (Eisenteile und ein Spill), die Ladung aus grobem Granitstein (Durchmesser 40-50cm) war dominierend. Einige Netze haben sich verfangen und ein Teil des Wracks ist im weichen Boden versunken, oder total zerstört.

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Mineleger/-sucher M-575

Deutscher Minensucher mit der Exkennung M-75. Das Schiff wurde 1918 gebaut von Joh. C. Tecklenburg in Bremerhaven unter der Bau-Nr. 294. M-575 war 59 Meter lang und verdrängte 488 Tonnen.
Am 1. März 1945 fuhr das Schiff von København mit Kurs Ålborg, es stürmte. Als Kronborg umfahren worden war, frischte der nordwestliche, stürmische Wind nochmals spürbar auf und es entstanden einige gewaltige Wellen. Als das Schiff etwa um 19.25 Uhr auf Höhe Hornbæk war, drang Wasser an einigen Stellen unter Deck und kurz darauf beschloss der 1. Offizier auf der Brücke kehrt zu machen und im Hafen von Helsingør einzulaufen.

Minenleger M 575
Historisches Foto des Minenlegers, Aufnahmedatum unbekannt
(vermutlich vor 2. WK, da das grosse Geschütz noch fehlt).

Was anschließend passierte, ist etwas unklar, aber unmittelbar nachdem das Wendemanöver gefahren wurde, krängte das Schiff so stark, dass Wasser in den Maschinenraum und zu den Kesseln lief. Daraufhin verstärkte sich die Schlagseite immer mehr und Wasser spülte unaufhörlich unter Deck. Das tot geweihte Schiff begann zu sinken und nur wenige Seeleute erkannten schnell genug, wie ernst die Situation war. Von den 69 Mann an Bord kamen nur 6
mit dem Leben davon, alle anderen starben in der schäumenden See oder fanden nicht schnell genug den Weg aus dem untergehenden Schiff. Dieses fand seine letzte Ruhe in 26 Metern Wassertiefe.

Es ist sehr schön zu betauchen, besonders wenn man etwas Glück mit der Sicht hat. Die Sichtweiten schwanken stark, da das Wrack im strömungsreichen Fahrwasser liegt. Sehr viele Details lassen sich finden: das Minensuchgeschirr, Munition, ein großes Geschütz, Kabel, Antennen, Akkumulatoren und Ausrüstung der Seeleute waren nur einige Dinge, die wir zu sehen bekamen.

Das Wrack liegt auf seiner BB-Seite und die Brücke ist bis zur Hälfte im Schlamm versunken. Der Teil der noch frei liegt, ist gut erhalten und man kann eintauchen, jedoch sind viele Innenräume mit Schlamm gefüllt. Die beiden Schrauben und das Ruder sind toll mit Seenelken und Weichkorallen bewachsen.
Hinten am Wrack steht noch immer ein zweites Geschütz. Es befindet sich auf Bodenniveau und lässt sich schwer erkennen. Hier befindet sich auch die Vorrichtung zum Minensuchen, die sogenannten Rasselkiste. Sie lösten beim überfahren der Mine die Explosion aus. Das Wrack ragt 7 Meter vom Boden auf und man sollte mehrere Tauchgänge einplanen!

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Dies sind Auszüge zu den betreffenden Wracks aus Sven Gust Datenbank (WWW.WRACKPROJEKT.DE)!
Die Bodentiefe an allen Wracks liegt übrigens zwischen 20 und 30 Metern.

© Text 2004 - Sven Gust
© Photos 2004 - Rocco Hannert/Sven Gust
© Photos Holmen / Minenleger - Allan Jensen / www.vrag.dk

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