Das Tauchmuseum in Hallstatt

 Geschrieben von Harry

Das Tauchmuseum in Hallstatt

von Harald Mathä

Die Salzkammergutseen waren von Zivilisationsbeginn an bis in die jüngste Vergangenheit Mülleimer der Anlieger und hatten alles zu schlucken, was nicht mehr benötigt wurde oder verschwinden MUSSTE. Salzkammergut Oberschatztaucher Gerhard Zauner präsentiert einige der Funde in seinem Tauchmuseum.

"DER Zauner"

Gerhard Zauner, geboren 1945, erlernte 1960 das Tauchen und eröffnete 1973 seine Tauchschule am Hallstättersee.


Der Froschmann in der „Krachledernen“: Gerhard Zauner

Seit fast 45 Jahren taucht er in allen Salzkammergut-Seen und entwickelte sich rasch zum weit über die Grenzen des Salzkammerguts hinaus bekannten Ober-Schatztaucher und zur ersten Anlaufstelle für interessierte Taucher, Schatzsucher und Historiker aus vielen Ländern.

"Das Tauchermuseum"

Das kleine, aber feine Tauchmuseum befindet sich in der Pension Hallberg mitten in Hallstatt, Seestraße 113.


Das Tauchmuseum

Hier können exemplarische Fundstücke aus den Salzkammergutseen betrachtet werden. Ausstellungsstücke wie unzählige deutsche Orden, Waffen, Munition aller Kaliber, Wehrmacht-Stahlhelme etc., die am Ende des 2. Weltkrieges verschwinden mussten oder wunderschöne alte Flaschen und Glas- bzw. Keramikgebinde aus den letzten Jahrhunderten, die achtlos im See entsorgt wurden, können hier besichtigt werden.

"Götterdämmerung" fürs Dritte Reich

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs versammelte sich - in der illusorischen Sicherheit der "Alpenfestung" - eine bunte, dennoch braune Auswahl von Nazi-Größen, geflüchteten Sympathisanten aus den okkupierten Ländern im Osten, Funktionären, aber auch vielen einfachen Soldaten der deutschen Wehrmacht. So manche vereinte, dass sie enorme Geldbeträge, Staatsschätze, Edelmetalle oder Kunstgegenstände in ihrem Gepäck mitführten, um die Flucht, oder ein Leben "danach" finanzieren zu können.


„Feind hört mit!“ Mikrofon

Diese Flucht nahm durch die rasch vorrückenden amerikanischen und russischen Truppen meist ein rasches, für manche auch tödliches Ende.
Vor der Gefangennahme entledigten sich einfache Soldaten ebenso wie Nazi-Bonzen noch ihrer Waffen, Munition, allem möglicherweise verhänglichem, oder versteckten ihre Schätze, um sie später irgendwann vielleicht zu bergen.
Aber auch Zivilisten schafften sich ihre „braunen Andenken“ an den „Führer“ Adolf Hitler und das dritte Reich und unzählige Hitlerbilder, NSDAP-Ausweise, Uniformen, Orden, Mutterkreuze und dergleichen vom Hals. So verschwand alles, was man nicht bequem verbrennen konnte mit einem Wurf im nächsten See.


Massenhaft gefundene Orden aus dem dritten Reich

Aus den Augen, aus dem Sinn - so ein altes Sprichwort. Gültig zumindest, bis in die 60er- bzw. 70er-Jahre des 20. Jahrhunderts, als die ersten Froschmänner den Grund der Seen in Augenschein nahmen und bei fast jedem Tauchgang fündig wurden...

"Nazischätze" im Salzkammergut

In den Salzkammergutseen wird noch Vieles an wertvollen Dingen vermutet. Einiges wurde auch schon tatsächlich gefunden:
  • Kaltenbrunners Dienstsiegel im Altausseer See
  • Gefälschte Pfundnoten des "Unternehmen Bernhard" im Toplitzsee
  • Der Ring von SS-Sturmbandführer Milus im Ödensee


Slowakische 500 Kronen-Banknoten aus dem Hallstätter See

  • Vielleicht der Weinschatz im Fuschlsee?
  • Gauleiter Eigrubers Brilliantringe im Altausseer See
  • Das deutsche Reichsbankgold im Hallstätter See, uswusf.
Andere verschollene Schätze warten immer noch auf ihre Entdeckung. Oder: Verschwanden sie gar in dunklen Kanälen? Mehr dazu im Buch „Verschollene Schätze im Salzkammergut“ von Gerhard Zauner!
Link zum Buch unten!


„Echter Augsburger Lebens-Essenz“


Der Toplitzsee

Im Zentrum der Aufmerksamkeit befindet sich seit Jahrzehnten der Toplitzsee im steirischen Ausseerland. Einige seiner Geheimnisse hat der See bereits preisgegeben, aber in diesem See werden nach wie vor bedeutende Schätze aus der Kriegszeit vermutet.
Während des Krieges testete die deutsche Marineversuchsstation hier (mehr oder weniger geheime) Geheimwaffen. Gegen Kriegsende verschwand alles im See. Die wahren Schätze waren aber ebenso massenhaft, wie perfekt gefälschte Pfundnoten und deren Druckplatten, welche die SS im See verschwinden ließ.


Erkennungsmarken

Spekulationen darüber, was denn noch alles im See - der einen doppelten Boden aus einer dicker Schicht von verrotteten Baumstämmen haben soll - liegen soll, gibt es viele! Ungeheure Mengen an Gold, der Inhalt ganzer Kriegskassen, aber auch Codes zu Schweizer Nummernkonten der Nazis und deren Opfer, sollen sich immer noch im See befinden.
Nach Letzteren suchen derzeit wieder amerikanische Bergungsspezialisten. Nach den Vorarbeiten, die derzeit laufen, soll 2005 eine große High-Tech-Such- und vielleicht auch Bergungsaktion gestartet werden. Aber auch das Monster von Loch Ness ließ sich bekanntlich durch High-Tech nicht aufspüren!
Wir werden es 2005 erfahren - oder auch (wieder mal) nicht...


Salbentiegel aus den Salzkammergut Seen

Hallstatt

Der idyllisch am See gelegene Ort namens Hallstatt (seit 1997 UNESCO-Weltkulturerbe) ist seit Jahrtausenden Siedlungsgebiet. Die frühen Bewohner konnten durch Salzabbau ("Hall" ist der keltische Name für Salz) schon historisch einen gewissen Reichtum und Wohlstand erreichen.


Blick auf Hallstatt


Die Bezeichnung "Hallstattzeit" wurde hier geprägt, als ein wissensdurstiger Bergmeister, Johann Georg Ramsauer hier die neuzeitliche Archäologie mitbegründete, als er am Salzberg über Hallstatt 1846 ein 2500 bis 3000 Jahre altes Gräberfeld aus der älteren Eisenzeit entdeckte, vorbildlich kartographierte und dokumentierte.
Aber auch die engen Gässchen und die beinahe übereinander gebauten Häuser oder das weltberühmte "Beinhaus" bei der katholischen Kirche sind immer einen Besuch wert.
Hallstatt steht mit Salzburg und Wien auf der "to-do list" aller amerikanischen oder fernöstlichen Europareisenden in Österreich! (Europe in two weeks: "Been there, done that, seen it all, photographed everything!")


Historische „4711“-Flacons


Der "Tauchpark Dachstein-Salzkammergut"

Die neue Tauchbasis von Gerhard Zauner befindet sich nicht mehr im "Hallberghof", sondern verkehrstechnisch viel günstiger, im südlichen Ortsteil Steeg direkt am öffentlichen Badeplatz. Den Plänen von Gerhard zufolge soll das Tauchen im Hallstättersee hier eine neue Renaissance erleben und an die Höhenflüge in den 80ern anschließen!


60 Tonnen Gold!? Gelungener Aprilscherz 1987

Wer jetzt neugierig geworden ist und "den Zauner" und das Tauchmuseum besuchen möchte, um Gerhards interessanten Geschichten zu lauschen - hier ein paar Kontaktdaten:

Tauchermuseum in der Pension Hallberg
Seestrasse 113
A-4830 Hallstatt
Tel: ++43 (0) 6134 - 8709
Fax: ++43 (0) 6134 - 82865
Email: scuba@ping.at
Öffnungszeiten und Führungen auf Anfrage!
Tel.: +43 (0) 6134 / 8286
Fax: +43 (0) 6134 / 82865
Mobil: +43 (0) 676 644 99 89

Links:
Pension Hallberg
Tauchpark Dachstein-Salzkammergut
Hallstatt
Toplitzsee
Buchrezension Verschollene Schätze im Salzkammergut

© 2004 - Harald Mathä


Infos

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