Im Ausseerland, in der geographischen Mitte Österreichs, liegt
einer der grünen Juwelen der Steiermark verborgen: Der Grundlsee,
der sich in einer wirklich traumhaft schönen Kulisse im Toten Gebirge
befindet und der auch mit einigen taucherischen Schmankerln aufwarten
kann.
Anreise:
Von Bad Ischl über Bad Goisern, weiter über den Pötschenpass
(982 m) nach und durch Bad Aussee gequetscht, von wo man nach 4 km den
Grundlsee erreicht.
Eine alternative Anreise ist entlang des Hallstättersee über
den Koppenpass (Achtung! 23 % Steigung!) und ebenfalls nach Bad Aussee möglich.
Von steirischer Seite führt der Weg zum See über Bad Mitterndorf nach Bad Aussee und weiter
wie oben beschrieben!
Blick aufs Ostufer
Der Grundlsee:
Der Grundlsee ist 5,5 km lang, einen knappen km breit, 68 Meter tief,
liegt auf 709 m.ü.N.N. und ist somit ein Bergsee. Die Wassertemperaturen
bleiben auch im Sommer kühl und sinken mit zunehmender Tiefe und im
Bereich der Zuflüsse rasch ab.
Der Grundlsee wird von drei nennenswerten Zuflüssen (Zimnitzbach,
Stimnitzbach und Toplitztraun) gespeist und durch die Grundlseertraun entwässert.
Die besten Sichtweiten bietet der See im Winterhalbjahr. Im Frühjahr
(Schneeschmelze!) und Sommer kann die Sicht auch mal auf wenige Meter sinken.
Der See friert im Winter regelmäßig zu. Eistauchen ist dann
ausschließlich mit Rutis Tauchschule möglich!
Getaucht werden darf fast im gesamte See, aktuelle Tauchzonen und Zeiten
erfährt man auf den Seiten der ARGE-Tauchen Österreich!
Flussbarsch
Zum Nachttauchen ist eine kostenlose Anmeldung bei Rutis Tauchschule
unbedingt erforderlich!!
Für das Tauchen im Grundlsee ist die Dive Card der ARGE-Tauchen
oder TSVÖ-Mitgliedschaft notwendig. Ohne diese wird bei der Tauchbasis
nicht gefüllt!
Von 15. September bis 31. Dezember ist unter anderem in Gössl Tauchverbot
wegen Laichschutz! Dies ist ausgeschildert!
Parkplätze (Gebührenpflichtig! ->Parkautomaten) gibt es ausreichend
entlang der Uferstraße. In Gössl befinden sich große Parkflächen.
Ausgesuchte Tauchplätze:
Die empfohlenen Einstiegsbereiche sind gut ausgeschildert!
Rostiger Anker, Gössl
Empfehlenswerter Platz für Nachttauchgänge und für Ausbildungszwecke-
für letzteres befinden sich in 5, 10 und 20 m Tiefe Plattformen. Sonst ist dieser
Platz mit seinem Schlammboden nicht so prickelnd…
Badeplatz/Ruti, Gössl:
In diesem Bereich hab ich einen meiner schönsten Süßwassertauchgänge
gemacht!
Badeplatz bei Tauchbasis
Im Seichtbereich zwischen den hohen Wasserpflanzen tummeln sich Saiblinge,
Forellen, Barsche und deren Nachwuchs. Bei Sonnenschein und guter Sicht
ein traumhaft schöner Tauchplatz!
Im Bereich der Mündung von Toplitz- und Stimitzbach kann man mit
fast 100%iger Sicherheit Aalrutten (Paarungszeit im Spätherbst!) beobachten!
Süßwasserammenhai ;-) Aalrutte
Vor der Tauchschule wurden auch einige Attraktionen, wzB. ein Wagen vom
Narzissenfest, für Taucher versenkt.
Hechtfelsen, Gössl:
Am letzten Parkplatz vor der Gössler Bucht taucht man nach links ab und erreicht wenige Minuten später in etwa 10 bis 15 Metern Tiefe
einen beeindruckenen Felsmonolithen, der mit einer großen luftgefüllten
Kuppel versehen ist. In diese passen mehrere Taucher! Rund um den Felsen
wurden allerlei Kuriositäten und Krimskrams als Attraktion für
die Taucher aufgestellt.
Blick in Richtung Gössler Bucht/Hechtfelsen
Im Uferbereich hat man speziell unter überhängenden Ästen
beste Chancen den Namenspatron dieses Platzes zu beobachten!
Ruderclub Gössl:
Ebenfalls auf der Halbinsel mit dem Schloss Grundlsee gelegen bietet
dieser Tauchplatz zwei Autowracks in 23 und 27 Metern Tiefe, sowie einen guten
Bewuchs und Fischreichtum.
Ponton (Villa Dalkhe):
Etwa bei Hälfte der Strecke nach Gössl –vor der Tischlerei
Köberl- befindet sich Seeseitig ein Rastplatz mit einem Tisch und
Bänken. Taucht man dort ab, findet man in wenigen Metern Tiefe
das Wrack eines Pontons sowie einige Reste eines Schützenpanzerwagens
der deutschen Wehrmacht.
Canyons:
Vom Ort Grundlsee kommend ist etwa 1 km nach dem Post-Erholungsheim ein
Schotterparkplatz. Im abfallenden Schlammboden haben sich einige recht sehenswerte
und geologisch interessante Einschnitte von mehreren Metern Mächtigkeit
gebildet.
Steilwand/Südufer (Ressen):
Mystische Stimmung
Dieser Tauchplatz kann nur mit dem (Elektro-) Boot erreicht werden. Rutis Tauchschule in Gössl
fährt, nach Voranmeldung, diesen Tauchplatz an. Hier befindet sich ein mächtiger versunkener
Wald. Voraussetzung für die Ausfahrt ist eine gute Süßwassertaucherfahrung und eine Gruppenstärke von mindestens vier Tauchern.
Fauna und Flora:
Nirgendwo habe ich bisher so viele, so große und so freche Aalrutten (Quappe, Trüsche) gesehen, wie im Grundlsee! Versuchte doch tatsächlich mal eine, mich in den Finger zu beißen!
Apres Dive:
Meine Wahl: Der Gasthof "Rostiger Anker" in Gössl, im gemütlichen
Gastgarten direkt am See schmeckt der gebratene Seesaibling - und dazu ein
Glas reschem, steirischem Welschriesling - besonders lecker!
Im Herbst beim „Rostigen Anker“
Ausflugstipps - Nichttaucher:
"Braune" Erinnerungen:
Die schöne Lage zog schon immer Gäste aus nah und fern an -
auch im Dritten Reich. Nazibonzen, die es sich leisten konnten, bezogen
am See Quartier. In der Villa Roth (heute Villa Grundlsee) kurz vor
Gössl, residierte Joseph Goebbels. In der Villa Castiglione wurde angeblich
Hitlers 30.000 Bände umfassende Privatbibliothek vor den alliierten
Bomben in Berlin in die Sicherheit der imaginären "Alpenfestung" gebracht..
Als sich die "Götterdämmerung" für das 1000-jährige Reich
abzeichnete, flohen die hohe Funktionäre in alle Himmelsrichtungen.
Nach ihren angeblichen und tatsächlich versteckten Schätzen wurde
- und wird - mehr oder weniger erfolgreich gesucht...
Auch im Grundlsee sollen sich noch "Erinnerungen" an die braune Vergangenheit
befinden.
Waffenfunde sind zu belassen und der Gendarmerie/Polizei zu melden!
Blick von Gössl in Richtung Westen
Einige der Funde aus den Seen des Salzkammerguts können in Gerhard Zauners Tauchmuseum in Hallstatt
besichtigt werden.
Der Mülleimer der Nazis: Der Toplitzsee
Nur 10 Gehminuten von Gössl entfernt liegt der See, um den sich
unzählige Mythen und Legenden ranken: Im Toplitzsee (Tauchverbot!)
befand sich im 2. Weltkrieg eine Expositur der deutschen Marineversuchsanstalt,
die "Geheimwaffen" testete. Im See fanden sich auch gefälschte britische Pfundnoten
der Nazis und allerlei Kurioses. Sein größtes Geheimnis bewahrt
der See aber noch immer: Versenkte Goldschätze der Nazis und Dokumente
mit brisantem Inhalt, nach denen auch derzeit wieder von amerikanischen
Bergungsspezialisten gesucht wird: Der Toplitzsee
Der Toplitzsee
Besonders schön ist eine Plättenfahrt ans hintere Ende des
Toplitzsees, von wo man in wenigen Minuten den Kammersee, den Ursprung der
Traun, erwandern kann.
Grundlseeschifffahrt/ 3-Seen-Tour:
Die wohl eindrucksvollste Möglichkeit, die wunderschöne Landschaft
zu er-fahren ist eine Schifffahrt vom Ort Grundlsee nach Gössl. Die
Strecke wird täglich mehrere Male befahren.
Bad Aussee
Nur wenige Kilometer vom Grundlsee entfernt befindet sich ein klassischer
Ort der "Sommerfrische", Bad Aussee, in dem schon zu kuk-Zeiten Prominenz
und Adel im Sommer aus der heißen, stickigen Hauptstadt Wien
zur Erholung und Kur unter "Ihresgleichen" reiste.
Auch ist Bad Aussee ein guter Ort, um sich mit Kleidung im Trachtenlook
einzudecken.
Bergwandern:
Die alpine Umgebung des Grundlsee eignet sich hervorragend für alpine
Aktivitäten aller Schwierigkeitsstufen und jeglicher Dauer. Auf geeignete Ausrüstung,
speziell Schuhwerk, ist aber unbedingt zu achten!
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