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Rocking the Brothers

 Geschrieben von Linus

„Rock the Brothers“ mit der M/Y Seawolf 2


von Linus
Reise vom 12.08. – 19.08.2004

Nein, das wird jetzt kein Bericht der Marke “alles toll hier” und auch Freunde genauer Menüauflistungen an Bord werden nicht auf Ihre Kosten kommen – geschmeckt hat´s immer, das muss genügen...;-)

Nach drei Safaris bin ich nunmehr sicher, dass das A und O einer gelungenen in der passenden Gruppe besteht, die in unserem Fall aus 1,0 Teilen München und drei Teilen der Kölschconnection bestand, flankiert jeweils von einem Teil Berlin, Nürnberg und Schwaben, das Verhältnis Jungs/Mädels in etwa ausgeglichen.
Nachdem Cici von der Basis Seawolf Diving uns ein klasse Angebot gemacht hat, haben mein Weltverbandskollege Stefan und ich das Boot komplett gechartert, die Leute zusammengetrommelt und diese Entscheidung im Urlaub keine Sekunde lang bereut!

Brothers: die Seawolf 2
M/Y Seawolf 2

Ich mag jetzt gar nicht jeden einzelnen an Bord aufzählen, auch fehlen mir einfach die schriftstellerischen Fähigkeiten, um gebührend wiedergeben zu können, wie klasse alle miteinander harmoniert haben, deshalb hier nur soviel: Perfekter geht’s nicht!
Kein einziger Klugscheißer, Besserwisser, Theoretiker etc. dabei, Erfahrung zwischen 50 und 2000 Tauchgängen und alle zusammen wild entschlossen, auch außerhalb des Wassers viel Spaß zu haben....

Brothers: der berühmte viktorianische Leuchtturm
Der viktorianische Leuchtturm auf Big Brother

Schon der erste Abend war genial, 2 Stunden an Bord und alle hatten das Gefühl, sich Ewigkeiten zu kennen. Das Boot und die Crew haben ihren Teil zu dem perfekten Tauchurlaub beigetragen: Keine Luxusyacht, aber schöne Kabinen mit Dusche/WC, ein riesiges Sonnendeck (mit Sonnensegel) und zwei kleinere, die als schwimmendes Solarium dienten. Dazu leistungsstarke und leise Kompressoren, generell viel Platz auf dem Boot und ausreichend Matten, damit alle an Deck schlafen konnten; da konnte auch stellenweise Dieselgeruch in den Kabinen und vereinzelte Probleme mit den Toiletten die Stimmung nicht mindern. Die komplette Crew war auch vorbildlich: Immer zur Stelle und nie aufdringlich, dazu leckeres, abwechslungsreiches Essen und Sauberkeit, absolut keine Beanstandungen!

Erster Tag:

Zum eingewöhnen geht’s erst einmal direkt bei Hurghada zum Rudeltauchen an Small Giftun, danach steht bei Abu Ramada der erste TG mit dem Zodiak an. Beide ganz nett, aber letztendlich doch nur zur Steigerung der Vorfreude geeignet: Brothers, wir kommen!

Brothers: Schildkröte


Am Abend dann die Überfahrt, kaum Wind und Welle, eine ideale Gelegenheit, 80er Hits in den CD-Player zu schmeißen und die Partytauglichkeit anzutesten, während andere den genialen Sonnenuntergang während der Fahrt genießen...;-)

Zweiter Tag:

BIG BROTHER!!!! Schon beim aufwachen um sechs Uhr morgens sorgt die bekannte Silhouette der Insel dafür, dass die Müdigkeit augenblicklich verschwindet. Briefing, anrödeln, Zodiak entern und ab ans Riff, wo dann der erste Schock wartet: Mit der Strömung hat wirklich keiner gerechnet, einmal den Kopf zur Seite gedreht, weg ist die Maske...

Einige haben das Riff dann auch gar nicht erst erreicht, andere hatten nach dem Tauchgang Hände wie nach 2 Wochen Gartenarbeit, ein weiterer die erste Panikattacke unter Wasser. Okay, der notwendige Respekt vor den „Brüdern“ ist jetzt da.....

Brothers: Tauchgang zur Aida
Am Wrack der „Aida“

Tauchgänge 2 und 3 waren dann schon besser, wir fliegen durch die Strömung, neben uns Thunfische, große Barrakudas, Schildkröten, Makrelen, dazu auch noch das Wrack der Aida – nur die Haie haben leider noch Urlaub. Aber egal, was für ein Unterschied zu den küstennahen Riffen! Die Party am Abend fällt wegen kollektiver Müdigkeit aus, dafür genießen alle den Sternenhimmel an Deck und den Blick auf die Milchstrasse....

Dritter Tag:

Mit Stefan den ersten Tauchgang gestartet und dabei den Beweis erbracht, dass man auch deutlich unter der 30-Meter-Grenze wunderbar überleben kann *g*

Die Numidia, das zweite Wrack vor Ort, ist wunderschön: Korallen überall, Fische in Massen, dazu die charakteristischen Eisenbahnräder, ein richtiges Paradies!
Bei Tauchgang Nummer 2 hatten Anke, Andrea und einige andere einen Hammerhai, ich leider nicht, versuche aber heldenhaft, mir meinen Neid nicht anmerken zu lassen....;-)
Da die Haie am großen Bruder aber generell etwas spärlich sind, beschließen wir, vor Tauchgang 3 des Tages nach Small Brother umzusetzen und sollen das später auch nicht bereuen: Ein grauer Riffhai, eine Silberspitze und ein Seidenhai heißen uns dort direkt willkommen!

Brothers: Numidia Wracktauchgang
Das Wahrzeichen der „Numidia“

Abends dann Stimmung an Bord: Ich bringe Susanna bei, dass „Grölen“ durchaus Spaß machen kann, Dieter sieht ein, dass ein Zwischenschritt beim Sirtaki-Tanzen auf einen schwankenden Schiff keine prickelnde Idee darstellt. Auch die ägyptische Besatzung findet Gefallen an der „Neuen Deutschen Welle“, stilgerecht gepaart mit „Guns and Roses“, „Aerosmith“ und Dieter Thomas Kuhn....

Auch Andrea und Anke liefern eine grandiose Vorstellung ab und überzeugen die Münchner Gruppe bei „Superjeile Zick“ davon, doch mal zum Karneval nach Kölle zu kommen. 2-3 Stella genügen bei der Hitze schon, was den angenehmen Nebeneffekt hat, dass am nächsten Tag auch sicher alle wieder vollkommen nüchtern sind.

Vierter Tag:

Der erste Tauchgang war schon klasse, ein Hammerhai mittlerer Größe unter, Makrelen, Thunfische, Barrakudas und Barsche neben uns. Leichte Strömung zieht uns langsam am Riff entlang, die Flossen haben Pause, ich komme mir vor wie im Kino, grandios. Doch das absolute HAI-LIGHT soll erst noch beim 2. TG kommen....

Brothers: Fische ohne Ende
Große Fischschwärme sind typisch für die „Brüder“

Anke, Michael, Andrea und ich haben nachmittags den Tauchgang unseres Lebens: Am Nordplateau abgetaucht und dann in ca. 35 Meter: HAIE! Direkt vor uns, keine 10 Meter entfernt, stehen zwei graue Riffhaie und zwei Silvertips in der Strömung und lassen sich ungestört beobachten. Manchmal tauchen sie etwas ab, dann wieder auf, drehen Kreise zu uns hin und stellen sich dann wieder in die Strömung! Leider fangen irgendwann die Computer an zu piepsen, blöde Dinger....

Brothers: grauer Riffhai Brothers: Silberspitzenhai

Noch ein letzter sehnsuchtsvoller Blick, der Mund schmerzt mittlerweile auch vor lauter Dauergrinsen, wir machen uns auf den Weg zurück zur Oberfläche, die Welt hat uns wieder.

Brothers: Entspannung nach dem Tauchen
Tauchen macht müde

Fünfter Tag:

Die Brothers verwöhnen einen zu stark, wir lassen uns zwei Tauchgänge lang von der Strömung ziehen, tun nichts mehr, liegen in unseren Jackets wie in Schaukelstühlen und genießen das pralle Fischleben. Kann tauchen noch entspannender sein?
Für den dritten und letzten Gang in die Tiefe ist wieder mehr Adrenalin angesagt, Anke und Andrea wollen mal tiefer runter: Also ab an die Steilwand, Jackets entlüften, „Fallschirmspringerhaltung“ und ab geht’s, mitten hinein ins dunkle Blau!
Ich will jetzt keine Diskussion losbrechen, jeder sollte in Grenzen tauchen, in denen er sich wohl fühlt – wir haben uns wohl gefühlt und Anke und Andrea haben mitbekommen, dass man nicht nur vom Kölsch oder anderen alkoholischen Getränken ein wattiges Gefühl im Kopf bekommen kann...;-)

Schade, dass war´s mit den Brothers....alle sind etwas sentimental und traurig gestimmt. Man merkt, dass sich eine wunderschöne Woche dem Ende zuneigt und wir das spätestens morgen schon wieder vermissen werden.

Brothers: Partystimmung
Kölle trifft auf Minga: Andrea und Stefan fahren ab!

Nachts dann, in Safaga angekommen, startet die Party der Partys. Es gibt lecker Kuchen von der Crew, die Musik dröhnt, wir tanzen (oder tun das, was wir dafür halten), unsere glockengleichen Stimmchen *räusper* schallen hinüber zu einem ebenfalls am Riff ankernden Safariboot, vollbesetzt mit Österreichern.
Vier von denen stürzen sich, bewaffnet mit Bacardi, in die Fluten und bitten kurzerhand um Asyl, haben scheinbar eine langweiligere Truppe auf ihrem Schiff erwischt. Kurz und gut, für uns war es eine Frage der Ehre, unseren südlichen Nachbarn Entwicklungshilfe zu leisten und ihnen ist die Integration auch nicht wirklich schwer gefallen....

Brothers: Tanzen - Spass
Tam-Tatam-tam-tatatammm…:-)

Sechster und letzter Tag:


Panorama Riff, das Highlight in Safaga? Mir hätte es dort sicher gefallen, wenn wir den Tauchgang VOR den Brothers gemacht hätten. So kann es nur enttäuschen. Zum Abschluss dann noch Erg Disha bei Hurghada, 14 Boote vor Anker und Diveguides, die Schnuppertaucher mit der Hand am Jacket durch das Riff schleifen. Wir haben aber noch Spaß gehabt unter Wasser, tauchen vor Hurghada und träumen von den Brothers.....

Brothers: Gaudi beim Tauchen
Spaß zum Abschluss…

Abends geht’s dann noch ins Chill, relaxen bei Stella und Musik. Unter unseren Füssen scheint der Boden immer noch zu schwanken – kaum einer sagt was, die Stimmung ist melancholisch und alle sind sich insgeheim einig: Wir kommen wieder, mit der gleichen Gruppe, mit dem gleichen Boot, an die hoffentlich immer noch gleichen Brothers......GANZ SICHER!!!!!!! Und Gedanken über die Menüfolge machen wir uns immer noch nicht.....

„Das ist die perfekte Welle-
das ist der perfekte Tag-
lass Dich einfach von ihr tragen-
denk am besten gar nicht nach!“


Brothers: Sonnenuntergang
„Perfect Day“

Links:
Kölschconnection-Divers
Seawolf-Diving
Der Weltverband IOUA

©2004 by LinusKöln
©2004 Bilder 2004 by LinusKöln, Stefan Maiberger und Seawolf-Diving (mit freundlicher Genehmigung)



Infos

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