Spielkarten
Umbra: UW-Spielkartenset
von Andreas Nowotny
Fröhlich taucht man innerhalb der Nullzeit, legt noch einen kurzen Sicherheitsstopp
ein, bei dem man sich ein paar Kieselsetine ansieht und steigt dann nach
einem kurzweiligen Tauchgang aus dem Wasser. Während des Sicherheitsstopps
hat man auch eine Gruppe Taucher gesehen, die aus seitlich umgehängten
Flaschen atmeten und Däumchen drehten. Tja, das bittere Los der Deko-Jünger,
denn nach spätestens 20 Minuten Deko ist dann der Flachbereich in den
meisten tieferen deutschen Seen auch nicht mehr so spannend.
Aber aus Langeweile die Deko abzukürzen ist nunmal keine Option.
Wie kann man sich also die Zeit vertreiben? Man könnte z.B.:
- Capri Sonne trinken
- meditieren, um sein inneres Gleichgewicht zu finden
- um Steine knobeln
- ...
und jetzt auch Karten spielen! Frisch entdeckt im Land der unbegrenzten Möglichkeiten,
bieten die Umbro Playing Cards die langersehnte Abwechslung bei ausgedehnten
Dekostopps!
1. Eindruck
Die recht dünnen Plastikkarten kommen in einer semi-durchsichtigen
Plastikschale, die leider keine Löcher besitzt. Es ist daher dringend
angeraten, vor dem Tauchgang die Doese entweder manuell zu fluten oder aber
zu Hause zu diesem Zweck ein paar Löcher hineinzubohren.
Die Karten selbst sind aus recht dünnem, aber dennoch steifen Plastik.
Die Firma Umbro ist in den USA bekannt dafür, daß sie Karten herstellen,
die in Material und Form von den normalen Spielkarten abweichen. So ist auch
in diesem Fall die lange schlanke Form aus halbdurchsichtigem Plastik sehr
auffällig. Geschickt wird aber der Wert der Karten auf der Rückseite
verdeckt, so dass man spielen kann, ohne dass sofort alle wissen, was man
für ein Blatt hat.
Praxistest
Erster Test: Solitaire in der Badewanne
Kein Problem, die Karten liegen gut in der Hand, man muß sich keine Sorgen
um Spritzwasser machen und zusammen mit einem guten Glas Wein und etwas Musik
erhebt man so den Badegenuß in neue Sphären :-)
Zweiter Test: Mau Mau im Schwimmbad
Erfordert schon ein wenig mehr Übung! Gut ist, dass man die Karten
durch ihre längliche Form leicht unter ein Stück Blei einklemmen
kann - dann muss man sich keine Sorgen machen, dass die Karten davonschwimmen.
Natürlich verliert das Spiel unter Wasser einiges seiner Geschwindigkeit,
aber Spaß macht es auf jeden Fall!
Dritter Test: Schwarzer Peter im See
Nur für Profis ;-) Wegen mangelnder Unterlage schieden alle Spiele
aus, bei denen man Karten ablegen muss, also war Schwarzer Peter ein naheliegendes
Spiel. Im Freiwasser mit Handschuhen zeigte sich, daß eine der größten Herausforderungen im Mischen der Karten liegt. Auch sonst war die Handhabung nicht so leicht, was zum Teil auch daran lag, dass die Karten relativ dünn (somit sehr flexibel) und schlank sind. Selbst leichte
Strömung erschwert das Spiel noch einmal. Trotzdem ein toller Spaß,
der die (Deko-)Zeit unter Wasser schnell verfliegen lässt.
Resumee
Ein echter Spaß! Das ideale Kartenspiel für die Deko habe ich
zwar noch nicht gefunden (Schwarzer Peter nur mit einem Buddy ist noch nicht
das Wahre), aber als eine von vielen dummen Dingen, mit denen man sich die
Dekozeit verkürzen kann, würde ich die Unterwasserkarten ziemlich
weit oben ansiedeln.
Nur schade, dass ich in Deutschland noch keinen Vertrieb gefunden habe -
ich denke, daß gerade bei unseren Gewässern, wo man doch mal ganz gerne
etwas Deko auflaufen lässt, ein Kundenkreis durchaus vorhanden wäre!
Wer also demnächst mal im Land der unbegrenzten Spielmöglichkeiten
ist und sich oder anderen Tauchern ein lustiges Souvenir mitbringen will,
sollte die Augen nach diesen Spielkarten offen halten.
© Andreas Nowotny
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