Österreich – Fernsteinsee – Wassertemperatur 6 Grad – die Frisur
war längst beim Teufel, denn sie wurde von einer Neoprenkopfhaube plattgedrückt.
Doch lasst uns die Geschichte von vorne beginnen... Vor vielen Monden
ließ sich ein findiger Redakteur einer namhaften Internet-Plattform
für Taucher von dem glasklaren Wasser des Samarangersees im schönen
Tirol dazu inspirieren, dort ein Treffen zu veranstalten.
Das Treffen
Freitag
Von einem "goldenen Oktober" konnte meist nicht die Rede sein. Teilweise
wolkenverhangen, teils regnerisch, teils sonnig verlief die Anreise für
die Teilnehmer des 10. Taucher@Net-Treffens sehr unterschiedlich: Die österreichische
Delegation war bereits am frühen Nachmittag anwesend und hatte ihren ersten Tauchgang
hinter sich, bevor andere zuhause ihre Ausrüstung im Auto hatten. Das
Gros traf im Laufe des späten Nachmittags am Hotel Fernsteinsee ein.
Selbst unsere Nordlichter (darunter auch Redakteur Dirk Hüll) waren
noch vor Einbruch der Dunkelheit in Österreich angekommen – und das trotz
der beachtlichen Anreisestrecke von gut 800 km!
Zwei ganz verwegene Gesellen ließen es sich nicht nehmen, an der
"Stauer-Party" auf der Autobahn A 8 bei Stuttgart teilzunehmen. Und während
alle anderen bei einem vorzüglichen 5-Gänge-Menü dinierten,
quälten sich "Schorre" und Peter durch den freitäglichen Feierabendverkehr,
bis sie schließlich kurz vor Mitternacht ankamen. Und selbst für
diese Eventualitäten hielt das Hotel noch Speis (& Trank) in Form
von einer kalten Platte bereit.
Samstag
Das Wochenende sollte ja auch ein bisserl Urlaub sein – folglich wurde
erst ab 9.00 Uhr gefrühstückt. Die ersten Tauchgänge wurden
geplant, denn am Samarangersee gilt die (sicher sinnvolle) Regelung, wonach
nur maximal sechs Taucher gleichzeitig im See sein dürfen. Hierzu wird
sich an der Rezeption in eine Liste eingetragen. Und so stand um 11.00 Uhr
"Taucher@Net" drin. Dies wiederum brachte seinen kleinen, unscheinbaren,
zynismusfreien Chefredakteur in einen kleinen Zeitkonflikt. Ausreden wie
"...der Hund musste noch Zähneputzen..." oder "... das Differential
am Kinderwagen war blockiert..." überzeugten die Wenigsten, als er mit
einem weiteren Trödler (einem bajuwarischen Blondschopf) um 10.55 Uhr am
See erschien (wie gesagt, Termin war 11.00 Uhr!).
Aber es wird nicht alles so eng gesehen und so waren auch diese beiden
um 11.30 Uhr stressfrei im Wasser.
Eine erfrischende Temperatur von rund 6 Grad Celsius in glasklarem Wasser
mit atemberaubender Sicht waren die Belohnungen für das lästige
Aufrödeln vor dem Tauchgang. Klar, es fiel schon so manche Bemerkung
wie "... in Ägypten brauch ich so einen Sch... nicht anzuziehen...".
Aber dafür wird in Ägypten auch das Auto nicht so "saudreckat"
(hochdeutsch: schweineschmutzig?! ), denn die Zufahrten zu den Seen waren
alles andere als trocken und rein.
Nach einer erholsamen und langen Mittagspause bei strahlendem Sonnenschein
und dem entspannenden Gleichklang der beiden Kompressoren nahmen wir uns
nachmittags den Fernsteinsee vor. Am Einstieg 3 traf man sich letztlich wieder.
Ach ja, die gemütliche Kaffee-Eis-Kuchen-Pause auf der Terrasse des
Hotels nicht zu vergessen... Mittlerweile war auch ein Nachzügler eingetrudelt:
Andreas "Nowotaucher" Nowotny, ein weiterer aus dem Redaktionsteam konnte
leider nur am Samstag anwesend sein und ließ es sich trotzdem nicht
nehmen, den See zu "erklimmen".
In den Bergen wird es schnell dunkel – und so trafen wir uns nach einer
heißen Dusche abends an der Hotelbar. In unserem "Taucher@Net-Stüberl"
wurde uns schließlich erneut ein grandioses Mahl in mehreren Gängen
bereitet. Ein gutes Essen, begleitet von ein paar Tassen Bier und einer Vielzahl
an dummen Sprüchen rundete den gelungenen Tauchtag ab.
Dass der ein oder andere Chefredakteur (Taucher@Net hat nur einen!) bereits
um 22.00 Uhr in den Federn versank, lag sicher an der sauerstoffreichen Bergluft...
Sonntag
Frühstück wie am Samstag – es ist einfach herrlich, wenn man
sich an einen gedeckten Tisch setzen kann, ohne selbst einen Handstreich
zu tun.
Wie ging´s weiter? Ein paar betauchten nochmals den Samarangersee,
andere setzten noch den Fernsteinsee drauf, wieder andere begnügten
sich nur mit dem Fernsteinsee und ganz österreichische Taucher fuhren
bereits am Vormittag heim. Zunächst meinte doch jeder, unsere "Ösi´s"
hätten ein Heimspiel. Wie sich aber herausstellte, hatten diese auch
gut 400 km zu fahren. Ein Fazit des X. Taucher@Net-Treffens: So klein ist
Österreich gar nicht...!
Ja, und da waren noch die Nordlichter: Da diese den Kanal nicht voll bekamen,
wurde am Sonntag Nachmittag auch der Samarangersee von ihnen nochmals heimgesucht.
Ist ja irgendwie verständlich: Wer Sichtweiten von drei Metern als "gute
Sicht" bezeichnet, der ist von der Klarheit eines Bergsees ganz ordentlich
begeistert!
Und da ein Nordlicht am Samstag das Pech hatte, das Bett hüten zu
müssen, war der Samarangersee "Pflicht" – das ist vergleichbar mit einem
Aufenthalt in Ägypten: Es soll doch tatsächlich Leute geben, die
waren schon zigfach in Ägypten beim Tauchen und haben noch nie die
Pyramiden gesehen (Stichwort: Bajuwarischer Blondschopf).
Und so landeten schließlich alle am Sonntag wieder in ihrem trauten
Heim – mit mehr oder weniger Stau-Erlebnissen im Rucksack.
Die beiden Seen
Beide Seen - Samarangersee und Fernsteinsee - liegen auf einer Höhe
von 970 m über NN, das heißt, es sind Bergseen. Die Tiefenangaben
variieren je nach Wasserstand und "Schwindelgehalt" der Schilderungen
der Taucher so um die 15 Meter.
Sowohl für den Samaranger- als auch für den Fernsteinsee gilt
ein Tauchverbot. Ausgenommen sind Gäste des Hotels "Schloss Fernstein".
Der Hauptaspekt, der für den Samarangersee spricht, ist die fantastische
Sichtweite von 30-50 Metern und die skurrilen Baumformationen unter Wasser.
In der Nähe liegt der Fernsteinsee, der mit der Transparenz des kleinen
Nachbarn nicht ganz mithalten kann. Versunkene Bäume, kleinere Hügel
und Täler prägen hier die Unterwasser-landschaft.
Das Blaugrün der Seen lädt richtiggehend zu einem Tauchgang
ein. Die relativ niedrigen Wassertemperaturen – noch dazu bei herbstlichen
Außentemperaturen – sprechen wohl für einen Trockentauchanzug.
Hat man diesen nicht dabei, so
empfiehlt sich trotzdem ein Sprung ins kühle Nass. Denn auch ein
Kurz-Tauchgang verschafft schnell einen Eindruck von der Schönheit
der beiden Seen.
Die Weg zu den Seen erfolgt zunächst über die Zufahrt zum Hotel
"Fernsteinsee" Dieses liegt am südwestlichen Ufer des Fernsteinsees
(siehe Grafik).
Um an den Samarangersee zu gelangen, muss man zunächst den Fernsteinsee
an seinem Westufer passieren. Nochmals zur Verdeutlichung. Im Gegensatz zum
Fernsteinsee ist die Zahl der "Gleichzeitig-Taucher" auf sechs begrenzt.
Der Samarangersee bietet eine, der Fernsteinsee drei geeignete und empfohlene
Einstiegstellen. Zu den südwestlichen Einstiegen des Fernsteinsees wählt
man am besten den Weg zu Fuß, denn die schmale Zufahrt ist gleichzeitig
ein Fußweg um den See und demzufolge schnell zugeparkt. Der nördliche
Einstieg zum Fernsteinsee und der Zugang zum Samarangersee sind idealerweise
aber mit dem Pkw anzufahren. Tauchern ist das Befahren des Privatwegs/Fußweges
gestattet.
Der Kompressor-Raum
(oder: Wer lesen kann, ist im Vorteil)
Zwischen dem Hotel und der Zufahrt zum See befindet sich rechter Hand
ein kleines "Häuserl", in welchem die beiden Kompressoren stehen. Ebenfalls
befindet sich hier der beheizte Trockenraum. Zugang zu diesen Räumen
ermöglicht eine Chipkarte, die man wiederum an der Rezeption erhält.
Beim Befüllen der Flaschen ist Mitdenken angesagt: Der kleinere der
beiden Kompressoren kann rund um die Uhr betrieben werden. Der Größere
nur zu bestimmten Zeiten. In Betrieb gesetzt wird die Maschinerie mit einem
Jeton. Den erhält man zu einem Kaufpreis von derzeit 5,50 Euro an der
Rezeption. Bevor man diesen Jeton allerdings in den Schlitz einwirft, sollte
man einen Blick auf die Uhr werfen. Die Fülldauer sollte an dem großen
Kompressor mit etwa 10 – 15 Minuten kalkuliert werden. Verbleibt diese Zeit
nicht oder ist man schon im betriebsfreien Zeitfenster, dann macht die Kiste
keinen Mucks mehr – sprich: 5,50 Euro für die Katz und Flasche leer.
Aber mit Hinweis auf den o. g. Satz ("...wer lesen kann...") begibt man sich
als vermeintlich von der Technik betrogener Flaschenfüller in einem
Canossa-artigen Gang zur Rezeption und bittet um einen (kostenfreien) Ersatz
für den Jeton.
Hat man die Füllzeitverordnung allerdings vorher gelesen, so gestaltet
sich das Füllen der Flaschen problemlos. Es können an jedem der
beiden Kompressoren gleichzeitig zwei Flaschen befüllt werden. Die Füllzeiten
reichen aus, um eine "leere" 12er-Flasche von rund 50 auf 200 bar zu füllen.
Fazit des X. Taucher@Net-Treffens (kurz TNT)
Ein gelungenes Treffen bei vortrefflicher Verköstigung in einem angenehmen
Ambiente, umrahmt von schönen Tauchgängen und netten Leuten. Leider
wurde das TNT nur von wenigen User des Taucher@Net besucht. Es hätte
genauso gut ein Redaktionstreffen sein können
Danke für ihr Kommen an "Wasserscheu.com" und die ebenso lieben Gäste aus der Schweiz!
Die Redaktion nimmt sich vor, im kommenden Jahr 2005 Anstrengungen zu
unternehmen, mehr User zu einem Kommen zu bewegen. Mal sehen, wo und wann
das Treffens sein wird – und was geboten ist?!
Infos kompakt
Hotel Schloss Fernstein,
A-6465 Nassereith,
Tel. 0043-5265-5210,
Fax 0043-5265-52174,
eMail: hotel@fernsteinsee.at
Übernachtung möglich
- im Hotel selbst
- in Appartements (Villa Lorea)
- Camping Achtung! Keine Tauchgenehmigung für Campinggäste!
- im Schloss
Zwei Kompressoren und ein beheizter Trockenraum vorhanden
Tauchen
- im Fernsteinsee und im
- Samarangersee direkt vor Ort,
- Blindsee wenige Kilometer nördlich (13,- Euro Tauchgebühr!)
und
- Plansee (etwa 30 km entfernt)
Und als Zugabe zu diesem Artikel ist ein weiterer Bericht ist unter www.nowotaucher.de
zu finden!
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