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 Geschrieben von Michael Böhm

TNT X am Fernsteinsee (Österreich)


von Michi Böhm

Taucher.Net Treffen am Samarangersee Deutschland – 16 Grad – windig – die Frisur hält!

Österreich – Fernsteinsee – Wassertemperatur 6 Grad – die Frisur war längst beim Teufel, denn sie wurde von einer Neoprenkopfhaube plattgedrückt.

Doch lasst uns die Geschichte von vorne beginnen... Vor vielen Monden ließ sich ein findiger Redakteur einer namhaften Internet-Plattform für Taucher von dem glasklaren Wasser des Samarangersees im schönen Tirol dazu inspirieren, dort ein Treffen zu veranstalten.





Das Treffen

Freitag

Von einem "goldenen Oktober" konnte meist nicht die Rede sein. Teilweise wolkenverhangen, teils regnerisch, teils sonnig verlief die Anreise für die Teilnehmer des 10. Taucher@Net-Treffens sehr unterschiedlich: Die österreichische Delegation war bereits am frühen Nachmittag anwesend und hatte ihren ersten Tauchgang hinter sich, bevor andere zuhause ihre Ausrüstung im Auto hatten. Das Gros traf im Laufe des späten Nachmittags am Hotel Fernsteinsee ein. Selbst unsere Nordlichter (darunter auch Redakteur Dirk Hüll) waren noch vor Einbruch der Dunkelheit in Österreich angekommen – und das trotz der beachtlichen Anreisestrecke von gut 800 km!
Zwei ganz verwegene Gesellen ließen es sich nicht nehmen, an der "Stauer-Party" auf der Autobahn A 8 bei Stuttgart teilzunehmen. Und während alle anderen bei einem vorzüglichen 5-Gänge-Menü dinierten, quälten sich "Schorre" und Peter durch den freitäglichen Feierabendverkehr, bis sie schließlich kurz vor Mitternacht ankamen. Und selbst für diese Eventualitäten hielt das Hotel noch Speis (& Trank) in Form von einer kalten Platte bereit.


Samstag

Das Wochenende sollte ja auch ein bisserl Urlaub sein – folglich wurde erst ab 9.00 Uhr gefrühstückt. Die ersten Tauchgänge wurden geplant, denn am Samarangersee gilt die (sicher sinnvolle) Regelung, wonach nur maximal sechs Taucher gleichzeitig im See sein dürfen. Hierzu wird sich an der Rezeption in eine Liste eingetragen. Und so stand um 11.00 Uhr "Taucher@Net" drin. Dies wiederum brachte seinen kleinen, unscheinbaren, zynismusfreien Chefredakteur in einen kleinen Zeitkonflikt. Ausreden wie "...der Hund musste noch Zähneputzen..." oder "... das Differential am Kinderwagen war blockiert..." überzeugten die Wenigsten, als er mit einem weiteren Trödler (einem bajuwarischen Blondschopf) um 10.55 Uhr am See erschien (wie gesagt, Termin war 11.00 Uhr!).
Aber es wird nicht alles so eng gesehen und so waren auch diese beiden um 11.30 Uhr stressfrei im Wasser.

Samarangersee - Versunkene Bäume Eine erfrischende Temperatur von rund 6 Grad Celsius in glasklarem Wasser mit atemberaubender Sicht waren die Belohnungen für das lästige Aufrödeln vor dem Tauchgang. Klar, es fiel schon so manche Bemerkung wie "... in Ägypten brauch ich so einen Sch... nicht anzuziehen...". Aber dafür wird in Ägypten auch das Auto nicht so "saudreckat" (hochdeutsch: schweineschmutzig?! ), denn die Zufahrten zu den Seen waren alles andere als trocken und rein.

Tauchen am Samrangersee Nach einer erholsamen und langen Mittagspause bei strahlendem Sonnenschein und dem entspannenden Gleichklang der beiden Kompressoren nahmen wir uns nachmittags den Fernsteinsee vor. Am Einstieg 3 traf man sich letztlich wieder.
Ach ja, die gemütliche Kaffee-Eis-Kuchen-Pause auf der Terrasse des Hotels nicht zu vergessen... Mittlerweile war auch ein Nachzügler eingetrudelt: Andreas "Nowotaucher" Nowotny, ein weiterer aus dem Redaktionsteam konnte leider nur am Samstag anwesend sein und ließ es sich trotzdem nicht nehmen, den See zu "erklimmen".

In den Bergen wird es schnell dunkel – und so trafen wir uns nach einer heißen Dusche abends an der Hotelbar. In unserem "Taucher@Net-Stüberl" wurde uns schließlich erneut ein grandioses Mahl in mehreren Gängen bereitet. Ein gutes Essen, begleitet von ein paar Tassen Bier und einer Vielzahl an dummen Sprüchen rundete den gelungenen Tauchtag ab.

Dass der ein oder andere Chefredakteur (Taucher@Net hat nur einen!) bereits um 22.00 Uhr in den Federn versank, lag sicher an der sauerstoffreichen Bergluft...


Sonntag

Frühstück wie am Samstag – es ist einfach herrlich, wenn man sich an einen gedeckten Tisch setzen kann, ohne selbst einen Handstreich zu tun.

Wie ging´s weiter? Ein paar betauchten nochmals den Samarangersee, andere setzten noch den Fernsteinsee drauf, wieder andere begnügten sich nur mit dem Fernsteinsee und ganz österreichische Taucher fuhren bereits am Vormittag heim. Zunächst meinte doch jeder, unsere "Ösi´s" hätten ein Heimspiel. Wie sich aber herausstellte, hatten diese auch gut 400 km zu fahren. Ein Fazit des X. Taucher@Net-Treffens: So klein ist Österreich gar nicht...!

Ja, und da waren noch die Nordlichter: Da diese den Kanal nicht voll bekamen, wurde am Sonntag Nachmittag auch der Samarangersee von ihnen nochmals heimgesucht. Ist ja irgendwie verständlich: Wer Sichtweiten von drei Metern als "gute Sicht" bezeichnet, der ist von der Klarheit eines Bergsees ganz ordentlich begeistert!
Und da ein Nordlicht am Samstag das Pech hatte, das Bett hüten zu müssen, war der Samarangersee "Pflicht" – das ist vergleichbar mit einem Aufenthalt in Ägypten: Es soll doch tatsächlich Leute geben, die waren schon zigfach in Ägypten beim Tauchen und haben noch nie die Pyramiden gesehen (Stichwort: Bajuwarischer Blondschopf).

Und so landeten schließlich alle am Sonntag wieder in ihrem trauten Heim – mit mehr oder weniger Stau-Erlebnissen im Rucksack.


Die beiden Seen

Tauchen am Samarangersee und Fernsteinsee Beide Seen - Samarangersee und Fernsteinsee - liegen auf einer Höhe von 970 m über NN, das heißt, es sind Bergseen. Die Tiefenangaben variieren je nach Wasserstand und "Schwindelgehalt" der Schilderungen der Taucher so um die 15 Meter.
Sowohl für den Samaranger- als auch für den Fernsteinsee gilt ein Tauchverbot. Ausgenommen sind Gäste des Hotels "Schloss Fernstein".


Karte Samarangersee Der Hauptaspekt, der für den Samarangersee spricht, ist die fantastische Sichtweite von 30-50 Metern und die skurrilen Baumformationen unter Wasser.

In der Nähe liegt der Fernsteinsee, der mit der Transparenz des kleinen Nachbarn nicht ganz mithalten kann. Versunkene Bäume, kleinere Hügel und Täler prägen hier die Unterwasser-landschaft.

Das Blaugrün der Seen lädt richtiggehend zu einem Tauchgang ein. Die relativ niedrigen Wassertemperaturen – noch dazu bei herbstlichen Außentemperaturen – sprechen wohl für einen Trockentauchanzug. Hat man diesen nicht dabei, so
Samarangersee
empfiehlt sich trotzdem ein Sprung ins kühle Nass. Denn auch ein Kurz-Tauchgang verschafft schnell einen Eindruck von der Schönheit der beiden Seen.

Die Weg zu den Seen erfolgt zunächst über die Zufahrt zum Hotel "Fernsteinsee" Dieses liegt am südwestlichen Ufer des Fernsteinsees (siehe Grafik).

Um an den Samarangersee zu gelangen, muss man zunächst den Fernsteinsee an seinem Westufer passieren. Nochmals zur Verdeutlichung. Im Gegensatz zum Fernsteinsee ist die Zahl der "Gleichzeitig-Taucher" auf sechs begrenzt.
Der Samarangersee bietet eine, der Fernsteinsee drei geeignete und empfohlene Einstiegstellen. Zu den südwestlichen Einstiegen des Fernsteinsees wählt man am besten den Weg zu Fuß, denn die schmale Zufahrt ist gleichzeitig ein Fußweg um den See und demzufolge schnell zugeparkt. Der nördliche Einstieg zum Fernsteinsee und der Zugang zum Samarangersee sind idealerweise aber mit dem Pkw anzufahren. Tauchern ist das Befahren des Privatwegs/Fußweges gestattet.


Der Kompressor-Raum
(oder: Wer lesen kann, ist im Vorteil)

Zwischen dem Hotel und der Zufahrt zum See befindet sich rechter Hand ein kleines "Häuserl", in welchem die beiden Kompressoren stehen. Ebenfalls befindet sich hier der beheizte Trockenraum. Zugang zu diesen Räumen ermöglicht eine Chipkarte, die man wiederum an der Rezeption erhält.
Beim Befüllen der Flaschen ist Mitdenken angesagt: Der kleinere der beiden Kompressoren kann rund um die Uhr betrieben werden. Der Größere nur zu bestimmten Zeiten. In Betrieb gesetzt wird die Maschinerie mit einem Jeton. Den erhält man zu einem Kaufpreis von derzeit 5,50 Euro an der Rezeption. Bevor man diesen Jeton allerdings in den Schlitz einwirft, sollte man einen Blick auf die Uhr werfen. Die Fülldauer sollte an dem großen Kompressor mit etwa 10 – 15 Minuten kalkuliert werden. Verbleibt diese Zeit nicht oder ist man schon im betriebsfreien Zeitfenster, dann macht die Kiste keinen Mucks mehr – sprich: 5,50 Euro für die Katz und Flasche leer. Aber mit Hinweis auf den o. g. Satz ("...wer lesen kann...") begibt man sich als vermeintlich von der Technik betrogener Flaschenfüller in einem Canossa-artigen Gang zur Rezeption und bittet um einen (kostenfreien) Ersatz für den Jeton.

Hat man die Füllzeitverordnung allerdings vorher gelesen, so gestaltet sich das Füllen der Flaschen problemlos. Es können an jedem der beiden Kompressoren gleichzeitig zwei Flaschen befüllt werden. Die Füllzeiten reichen aus, um eine "leere" 12er-Flasche von rund 50 auf 200 bar zu füllen.


Fazit des X. Taucher@Net-Treffens (kurz TNT)

Ein gelungenes Treffen bei vortrefflicher Verköstigung in einem angenehmen Ambiente, umrahmt von schönen Tauchgängen und netten Leuten. Leider wurde das TNT nur von wenigen User des Taucher@Net besucht. Es hätte genauso gut ein Redaktionstreffen sein können
Danke für ihr Kommen an "Wasserscheu.com" und die ebenso lieben Gäste aus der Schweiz!
Die Redaktion nimmt sich vor, im kommenden Jahr 2005 Anstrengungen zu unternehmen, mehr User zu einem Kommen zu bewegen. Mal sehen, wo und wann das Treffens sein wird – und was geboten ist?!


Infos kompakt

Hotel Schloss Fernstein,
A-6465 Nassereith,
Tel. 0043-5265-5210,
Fax 0043-5265-52174,
eMail: hotel@fernsteinsee.at

Übernachtung möglich
- im Hotel selbst
- in Appartements (Villa Lorea)
- Camping Achtung! Keine Tauchgenehmigung für Campinggäste!
- im Schloss

Zwei Kompressoren und ein beheizter Trockenraum vorhanden

Tauchen
- im Fernsteinsee und im
- Samarangersee direkt vor Ort,
- Blindsee wenige Kilometer nördlich (13,- Euro Tauchgebühr!) und
- Plansee (etwa 30 km entfernt)

Und als Zugabe zu diesem Artikel ist ein weiterer Bericht ist unter www.nowotaucher.de zu finden!

Ein früherer Bericht zum Fernsteinsee von Armin Süss ist unter dem folgenden Link nachzulesen !


Der Fernsteinsee von ganz fern...
Der Blindsee...


Idylle am Fernsteinsee
Idylle am Fernsteinsee


Samarangersee Nasstauchen
Diese Foto ist der Beweis: Auch nass tauchen lohnt sich...

Samarangersee - glasklar & herrliche Farben...
Der Samarangersee - glasklar & herrliche Farben...


Der Einstieg am Samarangersee
Der Einstieg am Fernsteinsee

Fotos mit freundlicher Genehmigung der Taucher@Net-Redaktion
(Andreas Nowotny, Jessica Brühl, Dirk Hüll, Michael Böhm)


© 2004 - Michael Böhm

Infos

Kuba - Karabik-Feeling - Tauchen. Infos zum Thema findest Du in unserem Kuba-Guide. Hier sind übersichtlich nach Regionen die Tauchmöglichkeiten auf der Insel beschrieben und mit vielen weiteren interessanten Informationen bestückt.


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