Die Zeitschrift "tauchen" berichtete in ihrer Augustausgabe über den
geplanten Unterwasserpark in Ibbenbüren unter der Überschrift „Tempeltauchen
in Ibbenbüren“. Ich wollte mir selbst ein Bild machen und habe
mir das Gelände bei einer der sonntäglichen Führungen, die
seit einiger Zeit für interessierte Besucher angeboten werden, angesehen.
Verfolgt habe ich die Baustelle schon länger, gehe ich doch regelmäßig
im nahe gelegenen Torfmoorsee tauchen und lasse ab und zu den Tauchtag bei
einer Tasse Kaffee im Cafe Seerose ausklingen. Von dort kann im Rahmen der
Öffnungszeiten des Cafes das Gelände vom „Aussichtshügel“
betrachtet werden.
Über die Visionen des Norbert Jorek hat die Zeitschrift „tauchen“ ausführlich
berichtet, ich will nicht wiederholen, was dort nachzulesen ist, sondern nur
meine eigenen Eindrücke wiedergeben. Und beeindruckend ist das alles
sehr, was dort aus einer riesigen Baugrube wächst. Im letzten Jahr waren
hauptsächlich Steinhaufen und Eisenkonstruktionen zu erkennen, jetzt
wird schon beim Überblick deutlich, dass die Anlage der Fertigstellung
entgegen geht. Nur noch wenig Baustahl ist zu sehen und eher das Flair einer
Ausgrabungsstätte zu fühlen.
Die Baugrube im September 2004
Die Führung geht an der Baugrube hoch und am Rand entlang. Stäbe
mit Markierungen zeigen die künftige Wasseroberfläche an. Am Ende
steht der „Tempel“, dessen Dach wir betreten und alles auf uns wirken lassen.
Der „versunkene“ Tempel
Liebevoll ist der Tempel gestaltet, mit umlaufenden ägyptisierenden
Reliefs. Dabei ist die Gestaltung durchaus witzig, denn das Fahrrad
ist sicher ein Zugeständnis an die radfahrenden „Münsterländer“
und weniger stilecht ägyptisch.
Details des umlaufenden Reliefs
Anschließend geht’s in das Höhlensystem. Mehrere Höhlen schließen
aneinander an, mit Ausgängen seitlich und durchs Dach. Ich schwebe ständig
in Gedanken durch die Räume, durch die Löcher fällt diffuses
Licht in die Gänge und um die Ecke kommt einer der Störe, die hier
angesiedelt werden sollen. Ganz schön mystisch wirkt das alles.
Manchmal kommen mir die Durchlässe auch ziemlich eng vor, denke ich
an das ganze Gerödel, das Taucher so mit sich führen. Für
blutige Anfänger ist dies sicher nichts. Zumindest nicht in den Höhlen.
Eine der Höhlen
Eingang des einen Höhlensystems
Die meisten Besucher, die an der Führung teilnehmen, sind offensichtlich
keine Taucher und so wird alles aus der Sicht des „Laien“ kommentiert.
Ab und zu outet sich ein Pärchen als Urlaubstaucher und fragt sich,
wie denn die Wassertemperaturen dort sein werden. Die werden natürlich
genauso, wie in den einheimischen Seen sein. Vor allem im Winter bitter kalt.
Nur die Sicht soll sich wesentlich unterscheiden. Durch das ausgeklügelte
Filtersystem sollen Sichtweiten bis zu 10 m erreicht werden, normalerweise
im Tümpel ein Traum.
Die bis zu zwei Meter langen Störe, die dort leben sollen, können
jetzt schon besichtigt werden. In einem kleineren Teich, der seitlich mit
Glasscheiben versehen ist und in einer Grotte Einsicht zulässt, drehen
sie ihre Runden und bestaunen die Besucher, die dort wie vor einem
Aquarium stehen. Hier ist die Sicht leider zur Zeit nicht so gut, denn der
Teich ist klein und die Exkremente der Wasservögel überdüngen
das Wasser. An anderen Tagen herrscht auch hier klare Sicht.
Noch nichts zu sehen ist bisher von den Gebäuden, die eine Seite des
Unterwasserparks abschließen sollen, natürlich auch mit Glasscheiben,
durch die dann das Unterwasserleben auch von Nichttauchern betrachtet werden
kann. Die notwendige Infrastruktur für Taucher soll hier untergebracht
werden.
Die augenblicklichen Planungen gehen davon aus, daß im nächsten Sommer
die ersten Taucher ihre Runden ziehen werden, je nach Ausbildungsstand auch
mit Führung. Dazu ist noch einiges zu tun und ich werde gelegentlich
vom Fortgang der Arbeiten berichten.
Der Unterwasserpark befindet sich in Ibbenbüren, nördlich von Münster
bzw. westlich von Osnabrück an der A30.
Wer sich dafür interessiert, kann sich auf der Webseite der Firma Naturagart informieren.
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