Unterwasserpark Ibbenbüren

 Geschrieben von Erika Engelhardt

Vorschau Unterwasserpark Ibbenbüren


Von Erika Engelhardt

Die Zeitschrift "tauchen" berichtete in ihrer Augustausgabe über den geplanten Unterwasserpark in Ibbenbüren unter der Überschrift „Tempeltauchen in Ibbenbüren“. Ich wollte mir selbst ein Bild machen und habe mir das Gelände bei einer der sonntäglichen Führungen, die seit einiger Zeit für interessierte Besucher angeboten werden, angesehen. Verfolgt habe ich die Baustelle schon länger, gehe ich doch regelmäßig im nahe gelegenen Torfmoorsee tauchen und lasse ab und zu den Tauchtag bei einer Tasse Kaffee im Cafe Seerose ausklingen. Von dort kann im Rahmen der Öffnungszeiten des Cafes das Gelände vom „Aussichtshügel“ betrachtet werden.

Über die Visionen des Norbert Jorek hat die Zeitschrift „tauchen“ ausführlich berichtet, ich will nicht wiederholen, was dort nachzulesen ist, sondern nur meine eigenen Eindrücke wiedergeben. Und beeindruckend ist das alles sehr, was dort aus einer riesigen Baugrube wächst. Im letzten Jahr waren hauptsächlich Steinhaufen und Eisenkonstruktionen zu erkennen, jetzt wird schon beim Überblick deutlich, dass die Anlage der Fertigstellung entgegen geht. Nur noch wenig Baustahl ist zu sehen und eher das Flair einer Ausgrabungsstätte zu fühlen.

Baugrube
Die Baugrube im September 2004

Die Führung geht an der Baugrube hoch und am Rand entlang. Stäbe mit Markierungen zeigen die künftige Wasseroberfläche an. Am Ende steht der „Tempel“, dessen Dach wir betreten und alles auf uns wirken lassen.

der versunkene Tempel
Der „versunkene“ Tempel

Liebevoll ist der Tempel gestaltet, mit umlaufenden ägyptisierenden Reliefs. Dabei ist die Gestaltung durchaus witzig, denn das Fahrrad ist sicher ein Zugeständnis an die radfahrenden „Münsterländer“ und weniger stilecht ägyptisch.

Relief
Details des umlaufenden Reliefs

Anschließend geht’s in das Höhlensystem. Mehrere Höhlen schließen aneinander an, mit Ausgängen seitlich und durchs Dach. Ich schwebe ständig in Gedanken durch die Räume, durch die Löcher fällt diffuses Licht in die Gänge und um die Ecke kommt einer der Störe, die hier angesiedelt werden sollen. Ganz schön mystisch wirkt das alles. Manchmal kommen mir die Durchlässe auch ziemlich eng vor, denke ich an das ganze Gerödel, das Taucher so mit sich führen. Für blutige Anfänger ist dies sicher nichts. Zumindest nicht in den Höhlen.

Höhle im UW Park
Eine der Höhlen

Höhle im UW Park
Eingang des einen Höhlensystems

Die meisten Besucher, die an der Führung teilnehmen, sind offensichtlich keine Taucher und so wird alles aus der Sicht des „Laien“ kommentiert. Ab und zu outet sich ein Pärchen als Urlaubstaucher und fragt sich, wie denn die Wassertemperaturen dort sein werden. Die werden natürlich genauso, wie in den einheimischen Seen sein. Vor allem im Winter bitter kalt. Nur die Sicht soll sich wesentlich unterscheiden. Durch das ausgeklügelte Filtersystem sollen Sichtweiten bis zu 10 m erreicht werden, normalerweise im Tümpel ein Traum.

Die bis zu zwei Meter langen Störe, die dort leben sollen, können jetzt schon besichtigt werden. In einem kleineren Teich, der seitlich mit Glasscheiben versehen ist und in einer Grotte Einsicht zulässt, drehen sie ihre Runden und bestaunen die Besucher, die dort wie vor einem Aquarium stehen. Hier ist die Sicht leider zur Zeit nicht so gut, denn der Teich ist klein und die Exkremente der Wasservögel überdüngen das Wasser. An anderen Tagen herrscht auch hier klare Sicht.

Noch nichts zu sehen ist bisher von den Gebäuden, die eine Seite des Unterwasserparks abschließen sollen, natürlich auch mit Glasscheiben, durch die dann das Unterwasserleben auch von Nichttauchern betrachtet werden kann. Die notwendige Infrastruktur für Taucher soll hier untergebracht werden.

Die augenblicklichen Planungen gehen davon aus, daß im nächsten Sommer die ersten Taucher ihre Runden ziehen werden, je nach Ausbildungsstand auch mit Führung. Dazu ist noch einiges zu tun und ich werde gelegentlich vom Fortgang der Arbeiten berichten.
Der Unterwasserpark befindet sich in Ibbenbüren, nördlich von Münster bzw. westlich von Osnabrück an der A30.

Wer sich dafür interessiert, kann sich auf der Webseite der Firma Naturagart informieren.

© Bilder und Text 2004 by Erika Engelhardt



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