„Alles schlingert, schaukelt, rollt. Was nicht gesichert ist, gerät
in Bewegung: Wasserflaschen, Kameraobjektive, Zahnpastatuben.“ Thilo Maack,
36, Meereskampagner von Greenpeace Deutschland, hat Probleme beim Tippen seines
Online-Tagebuchs. Er befindet sich in der Zentralen Nordsee, genauer auf
der „Esperanza“. Sie ist zwar das größte Schiff der Greenpeace-Flotte,
aber bei Windstärke sieben wird selbst ein Ozeandampfer zum Spielball
der Wellen.
Die Nordsee: Das weckt in den meisten Menschen Assoziationen an endlose
Sandstrände, schreiende Möwen, Strandkörbe, die dem Wind trotzen,
und rot-weiß gestreifte Leuchttürme. Doch da gibt es noch ein
anderes Bild, weniger romantisch, aber nicht mehr zu übersehen: Das
zeigt die Nordsee als Industriegebiet, als Region mit drängenden ökologischen
Problemen.
Die außer Kontrolle geratene Fischereiindustrie droht das Meer im
Norden Europas völlig auszuräumen. Der rasch zunehmende Schiffsverkehr
und die wachsende Zahl an Ölbohrinseln überfordern die selbstreinigende
Kraft des Meeres. Seismische Messungen zerfetzen Schweinswalen und Seehunden
das Trommelfell. Der kleinen Schwester im Osten, der Ostsee, geht es nicht
besser. Im Gegenteil: Als Binnenmeer mit geringem Wasseraustausch ist sie
den zivilisatorischen Attacken noch hilfloser ausgeliefert. In das idyllische
Bild ist Sand geraten – Sand mit kleinen Ölklümpchen.
Fisch an der Angel
Die Lösung liegt auf der Hand. Die ökologisch wichtigsten Gebiete
müssen zu Schutzzonen umgewidmet werden – und zwar rasch. Siebzehn solche
Gebiete hat Greenpeace gemeinsam mit Meeresexperten ausgemacht, sie umfassen
40 Prozent der Meeresoberfläche. Derzeit stehen gerade einmal zwei Prozent
der Nordsee und nur ein Prozent der Ostsee unter Schutz.
Von Juli bis Oktober kreuzten nun die beiden Greenpeace-Schiffe „Esperanza“
und „Beluga“ durch die beiden Meere, um für diese Schutzgebiete zu werben.
Politiker, Fischer, Touristen – so zahlreich die betroffenen Gruppen sind,
so vielfältig sind auch die Aktionen im Laufe des Sommers.
So legt die „Beluga“ in verschiedenen Hafenstädten an und präsentiert
Interessierten in ihrem Inneren eine Ausstellung über den Zustand der
Nordsee. Viele Tausend Menschen kommen und unterschreiben für die Schutzzonen.
Die „Esperanza“
Währenddessen dokumentieren Taucher der „Esperanza“ den Zustand des
Meeresgrundes und entnehmen Proben. Aktivisten setzen riesige Bojen aus, um
eines der geforderten Schutzgebiete, die Doggerbank, zu markieren. Andere
Bojen verhindern das Absenken von Grundschleppnetzen. Die Fischer finden das
natürlich nicht komisch: Immer wieder werden Greenpeacer mit Steinen,
Kartoffeln und sogar Leuchtraketen beschossen.
Mit Leuchtraketen feuern wütende Fischer in der Nordsee auf
Greenpeace-Aktivisten, die gegen deren Schleppnetze vorgehen.
Freilich, das Verhalten der Fischer ist mehr als kurzsichtig. Gehen die
Fänge in Nord- und Ostsee so weiter, sind sie in wenigen Jahren ihre
Jobs los. Typisch die Reaktion eines Skippers im Gespräch mit Greenpeace:
Er bestätigt, wie schlecht die Fischerei sei und dass sich der Fischfang
kaum noch lohnen würde. Auch Schutzgebiete und andere Fischereimethoden
seien sicher nötig. Allerdings gelte das nicht für hier, nicht
für sein Fanggebiet und nicht für seine Netze. Thilo Maack: „Manche
Menschen sind unbelehrbar.“
Fischtrawler
Immer wieder lassen Fischer die Greenpeace-Leute aber auch an Bord, damit
sie einen Blick in die Netze werfen können: „Es ist eine unglaublich
traurige Geschichte“, erzählt der Aktivist Thomas, „wenn Leben zu Abfall
degradiert wird. Besonders grausam ist der Beifang bei der Grundschleppnetzfischerei.
Rund 80 Prozent des gesamten Fangs gehen wieder über Bord – tot oder
tödlich verletzt. Jeder sollte sich bewusst sein, dass für jeden
Fisch, den er isst, acht weitere maritime Lebewesen getötet wurden.“
Fisch im Netz
Aber dafür ist Greenpeace ja unterwegs. Manche der Aktivisten sind
ohnedies längst auf dem Wasser daheim. Chris Petts, 37, britischer Koch
und Aktivist, auf die Frage, wie sich das Leben auf See von jenem an Land
unterscheidet: „Alles ist permanent in Bewegung. Du lernst, Türen mit
dem Rollen des Schiffes aufzumachen, Stiegen mit dem Fallen des Schiffes
zu steigen und dass du keine Tasse mehr als zu zwei Drittel füllst.“
Im einen Fall wird wenig hineingegossen, im anderen zu viel entnommen: Mit
2,5 Millionen Tonnen Fisch und Meeresfrüchten wird jedes Jahr viel mehr
aus der Nordsee gefischt, als sie verkraften kann. Dabei ist sie eines der
produktivsten Meeresgebiete überhaupt, mit sehr hoher Artenvielfalt und
hohem Fischreichtum. Doch mittlerweile sind Kabeljau, Wittling, Scholle und
Seezunge akut gefährdet. Noch in den späten 50ern waren Thunfische
von drei Metern keine Seltenheit. Das gibt es heute nicht mehr. In der Ostsee
wiederum sind Dorsch und Scholle extrem überfischt.
EIN Überlebender
Auch die Zahl der Schweinswale sinkt rapide. Den nur 1,5 bis zwei Meter
langen Tieren wird ihr Habitat zunehmend zu eng. Nördlich der holländischen
Insel Texel beobachtet Greenpeace seismische Untersuchungen. Dabei zieht ein
Schiff von 100 Metern Länge mehrere rund sieben Kilometer lange Kabel
hinter sich her. Daran sind Luftpistolen befestigt, die explosionsartige Geräusche
von 200dB erzeugen, und Hydrophone, die die Reflexion aufzeichnen. Was dem
Menschen Aufschluss über die geologische Struktur und damit Öl-
und Gasvorkommen gibt, schlägt Seehunde und Wale in die Flucht oder
zerstört ihre Gehörorgane.
Bald ein Bild der Vergangenheit?
Wie so oft ist auch hier Öl der Grund allen Übels. Die Nordsee
ist das weltweit größte Fördergebiet der Offshore-Industrie.
Sie muss fast 500 Ölplattformen verkraften, vergangenes Jahr kamen 32
neue Förderstätten dazu, heuer werden es noch mehr sein. Crewmitglied
Andrea steht abends am Schiff und schüttelt ob des Ausmaßes nur
den Kopf: „Es ist schon absurd, mitten in der Nordsee zu sein, nachts die
Lichter der Plattform zu sehen und das Gefühl zu haben, auf eine Industriestadt
an Land zu gucken.“ Kleine Ölteppiche rund um Ölplattformen sind
nichts Ungewöhnliches. Jährlich gelangen mehr als 9.000 Tonnen Öl
und 100.000 Tonnen Chemikalien in die Nordsee. Dazu kommen Tausende Kilometer
Pipelines und Hunderttausende Schiffe pro Jahr.
Plattfisch
Nord- und Ostsee sollen wieder atmen dürfen. Am sinnvollsten wäre
das mit Schutzgebieten herbeizuführen. Die zerstörerische Grundschleppnetzfischerei,
neue Anlagen zur Öl- und Gasförderung, der Sand- und Kiesabbau,
militärische Übungen, Aquakultur, künstliche Riffe, die Verklappung
giftiger Substanzen – all das wäre dort verboten. Nutzbar könnten
die Gebiete dennoch sein: Tourismus, Windparks, nicht-industrielle Fischerei
und auch eingeschränkte Schifffahrt sind – sofern ökologisch verträglich
durchgeführt – kein Problem.
Noch gibt es sie, die schönen Seiten der Nordsee und der Ostsee. Die
Aktivisten von „Esperanza“ und „Beluga“ lernten sie im Laufe der Tour auch
kennen, etwa die von der aufgehenden Sonne beleuchteten Hügel der Shetlandinseln
oder die raue Lieblichkeit von Helgoland. Damit sie bleiben, darf die Forderung
nach Schutzgebieten nicht verhallen und der Widerstand gegen die Zerstörung
nicht abreißen.
Papageientaucher
Your ACT
SCHICKEN SIE EINE AUFFORDERUNG, die Schutzgebiete zu unterstützen,
an den neuen EU-Kommissionspräsidenten José Manuel Barroso
Dir fehlt noch der letzte Kniff zum optimalen UW-Bild? Dann schau doch mal in unser Foto-Forum! Hier gibt es Tipps zur Ausrüstung, Motivauswahl und mehr. Und natürlich kannst Du hier auch Deine Fragen stellen - Antworten garantiert!
Carib Dancer (24.05.2012) Carib Dancer Bahamas I dove the Turks and Caicos for one week and looked around for more of that, before I head back to Germany. By chance I stumbled across the maiden voyage of the Carib Dancer out (mehr) Turks & Caicos Aggressor (24.05.2012) Turks and Caicos Aggressor April/May 2012 Followed the advice of friends who knew I love drop offs and walls and went to the Turks and Caicos, Provo. Spent 4 days mostly on the beach as besides (mehr) Black Pearl (23.05.2012) War im Januar für eine Woche auf der Black Pearl und hab einen kleinen Abriss der Reise auf meiner Webseite www.World2Visit.net hochgeladen.(Anmerkung Redaktion: In englischer Sprache) Kann mich dem (mehr)
Forum Biologie
Auszug aus diesem Forum:
Westpazifik, Philippinen: unbekannte Schnecke vom 28.03.2012 : Hallo ins Forum, wie heißt diese Schnecke / Strudelwurm? gesehen: Philippinen/Panglao Danke für die Antworten! Link dazu: ... [mehr] Planktonschäden durch Jet-Antriebe? vom 24.03.2012 : Wimre kam das Thema im Zusammenhang mit der Einführung der Schnellfähren Rostock Trelleborg auf. Dass das durch den Jet-Antrieb ... [mehr] Indopazifik, Indonesien: unbekannter Fisch vom 24.03.2012 : http://s7. directupload. net/file/d/2839/mrddmzbw_jpg. htm Bali. Der Kollege stand da die ganze Zeit in der Strömung und sagte ... [mehr]