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Onlinemagazin - 49. Ausgabe - Kreiselmania - Das Submatix ST100




 Geschrieben von Achim

Kreiselmania – Das Submatix ST100

von Achim R. Schlöffel

SUbmatix Rebreather - Gehäuse So, da ist sie nun angekommen, die Kiste mit dem Submatix Kreisel, den ich testen soll. Diese Kiste ist dann auch schon der erste von vielen positiven Eindrücken, den ich über dieses Wochenende bekommen sollte. Nicht nur, dass das Gerät super schnell geliefert wurde, sondern auch die Verpackung. Professionell wurde alles verstaut, alles ist dabei und übersichtlich geordnet – der Spruch von der deutschen Gründlichkeit kommt mir unweigerlich in den Sinn.

Beim Auspacken setzt sich der erste Eindruck fort. Was dem Betrachter zuerst auffällt ist dass das Gerät ein sehr gelungenes Design hat. In dezentem Silber präsentiert sich das Gehäuse, das von den Dimensionen etwas kleiner ausgefallen ist wie ähnlich aufgebaute Rebreather. Die vom Hersteller beworbene Reisefreundlichkeit wurde hier konsequent umgesetzt.
Das Innere wirkt aufgeräumt und durchdacht. In der Mitte sticht der Kalkbehälter ins Auge, der bedingt durch seine Transparenz einfach zu kontrollieren ist. Alle Schläuche sind sauber verlegt, die Bauteile sind mittels Klett einfach, aber sicher befestigt.

Submatix Rebreather mit Auftriebskörper von oben Steht das Gerät dann fertig vor einem, muss man sich mit dem „Jacket“ beschäftigen, dass werkseitig montiert ist und jederzeit gegen ein beliebiges anderes Jacket oder Wing ausgetauscht werden kann. Das klingt sarkastisch? Ist es nicht. Das Teil ist lediglich etwas anders und somit gewöhnungsbedürftig. An Land wirkt es etwas unaufgeräumt und „flattrig“, was sich aber unter Wasser gibt. Die großen Auftriebskörper vor dem Taucher sind bewusst so aufgebaut und sollen an der Oberfläche Ohnmachtsicherheit garantieren. Wem es nicht zusagt, für den hat Submatix aber, wie bereits erwähnt, die Möglichkeit geschaffen ein Jacket nach Wahl zu montieren. An dieser Stelle sei erwähnt dass es auch möglich ist das Gerät ohne das Jacket zu bestellen.

Submatix Rebreather - die verschiedenen Injektoren Kommen wir zur Technik. Das Submatix ST100 ist ein halboffener Rebreather für den Gebrauch mit verschiedenen Nitroxgemischen von 32% bis 80%. Submatix liefert standardmäßig fünf verschiedene Düsen für 32, 40, 50, 60 und 80%. Auf Anfrage ist auch noch eine Option für den Gebrauch mit reinem Sauerstoff lieferbar. Der Gasvorrat ist auf zwei Zweiliter-Flaschen verteilt, die rechts und links im Gehäuse sitzen. Die Ventile schauen unten aus dem Gehäuse heraus und ermöglichen so den einfachen Zugriff. Das Gehäuse ist an der Unterseite zu einem Standfuß ausgebildet, der zum einen die Ventile beim Abstellen des Rebreathers vor Beschädigung schützt, zum anderen den sicheren Stand des Gerätes ermöglicht. Das ist im übrigen ein Feature, das man bei den meisten Konkurrenzprodukten vergeblich sucht und dass dem User doch das Handling deutlich erleichtert.
Submatix Rebreater - Injektor und Bypass Die Düsen können von Benutzer auf einfache Art und Weise selbst gewechselt werden. Dies ermöglicht eine breite Auswahl an verschiedenen Gasen zu verschiedenen Zwecken. Alleine diese Möglichkeit unterscheidet den ST100 positiv von anderen Kreisläufern mit Konstantdosierung, bei welcher der Taucher oft mit anderen als den vorgegebenen Gasen versucht zu justieren, was beim Submatix einfach mittels anderer Düse möglich ist.


Wie die meisten anderen Sporttauchrebreather auch, ist der Submatix ST100 mit einem automatischen Bypass ausgerüstet, so dass bei schnellem Abtauchen oder nach dem Spülen kein manuelles Nachdosieren nötig ist. Das Dosierventil sitzt am Gehäuseoberteil, wo es vom Taucher für den Fall der Fälle auch leicht erreichbar ist.
Nicht ganz so leicht erreichbar ist das Überdruckventil, das nach dem Vorbild des russischen IDA71 in Höhe der linken Schulter am Rücken des Tauchers sitzt. Es ist somit nicht möglich das Ventil beim Tauchen nach Gefühl einzustellen. Man kann das als Manko empfinden. Allerdings gibt es, ist die richtige Einstellung einmal gefunden, eigentlich keinen Anlass unter Wasser an das Ventil zu müssen.
Submatix Rebreather - kombinierter Aus-/Einatembeutel Ein weiterer interessanter Punkt ist die Gegenlunge, die eine Besonderheit aus dem Hause Submatix darstellt. Um einen besseren Atemkomfort zu erreichen wurde der Ausatembeutel in den Einatembeutel integriert. Die Beutel selbst sind aus einem durchsichtigen und recht stabilen Material. Die Kontrolle der Beutel auf Feuchtigkeit und Verunreinigung ist also kein Problem. Wohl aber das Trocknen der Beutel nach dem Spülen. Laut Submatix ist das Problem bekannt und es gibt auf Wunsch eine Entwässerungsschraube. Diese ist serienmäßig nicht eingebaut um eine zusätzliche Fehlerquelle zu vermeiden.

Eine weitere Besonderheit ist die Art wie Submatix die Konstruktion der Schlauchverbindungen gelöst hat. Hier wird nicht mehr geschraubt wie man es gewohnt ist, sondern „geklickst“. Das als "Pro-Con Kupplung" von Submatix patentierte System ist am Anfang etwas gewöhnungsbedürftig, hält aber bombenfest wenn es verbunden ist.

Submatix Rebreather - Schnappsystem Submatix Rebreather - Schnappsystem am Schlauchende
Die Submatix Besonderheit - das "Click"- System bei den Schlauchverbindungen

Nachfolgend einige Impressionen des Gerätes um weitere Eindrücke zu vermitteln.


Atemkalkbehälter mit Beutel, Detail der Schnappverschlüsse
und das Auslassventil beim Einbau


Anschlüsse des Geräts, linke Flasche montiert, fertig montiertes Gerät
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Submatix Rebreather - die Flaschen Fangen wir am Anfang an und sehen uns die Vorbereitung des Gerätes für den Gebrauch an. Die Flaschen sind mit einem Sauerstoffventil (R3/4“) nach deutscher Vorschrift ausgerüstet. Angeschlossen werden sie über einen Adapter an eine DIN Erste Stufe. Mir als bekennendem Minimalisten sagt das nicht zu. Argumente über unnötige Fehlerquellen kommen mir in den Sinn. Und warum man das nicht eleganter mit ersten Stufen lösen konnte die einen R3/4-Anschluss haben. Aber ich sehe das sicher wieder zu sehr im „Tec-Licht“ und das ganze ist bei einem Sportgerät wohl nicht so von Bedeutung. Die Flaschen lassen sich, nachdem sie analysiert wurden, schnell und leicht ohne Werkzeug montieren. Sie sitzen dann bombenfest in ihrem Klettbett.
Submatix Rebreather - Kalkbehälter offen Das Füllen des Kalkbehälters ist ein Kinderspiel. Durch seine Transparenz sieht man auch wie es innen aussieht und die optimale Füllhöhe ist deutlich gekennzeichnet. Kräftig klopfen und füllen, wieder klopfen und füllen, dann Sieb drauf, Deckel drauf und die Schraube mit der Hand anziehen – fertig. Der Kalkbehälter dichtet über einen in einer Nut im Deckel sitzenden O-Ring, der sich sehr bedienerfreundlich entnehmen und reinigen lässt.
Nun wird die Gegenlunge in Position gebracht und mittels der ProCon Verbinder befestigt. Das System ist kinderleicht zu bedienen und dichtet über einen O-Ring ab. Das Ausatemventil wird wieder mittels Klett in Position gehalten, was angesichts einer fehlenden mechanischen Belastung an dieser Stelle auch ausreichend ist.






Montage der Gegenlunge und des Atemkalkbehälters
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Als nächstes kommt die Atemschlauchgarnitur. Zunächst werden die Richtungsventile in den Schläuchen überprüft. Dazu wird einmal gegen die Ventilrichtung in den Schlauch geblasen, wobei keine Luft entweichen darf – gut ist es, das fragliche Ende dabei ans Ohr zu halten. Dann wird in Ventilrichtung geblasen, was ohne Widerstand möglich sein muss.


Montage der Atemschläuche und des Mundstücks mit offenem Schieber
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Submatix Rebreather - Walzenschieber Nachdem die Funktion des Walzenschiebers überprüft wurde, können die drei Teile zusammengeklickt werden. Die gesamte Garnitur wird dann am Rebreather befestigt, wobei wiederum der ProCon Verwendung findet.
Das Gerät ist jetzt fertig montiert und es müssen noch Flow und Über- bzw. Unterdruck, sowie die Funktion des Bypass getestet werden.
Letzterer wird wie bei den meisten Rebreathern einfach dadurch erzeugt, dass man die Beutel erst voll atmet (Walze zu, einatmen, Walze auf, ausatmen, Walze zu, usw.) bis die Gegenlunge prall voll ist. Das Überdruckventil muss dazu vollständig geschlossen sein. Bei austarieren des Geräts mit einem 2kg schweren Bleistück darf aus der Lunge über eine Minute kein Gas entweichen.
Beim Vakuumtest wird das Gerät leer geatmet und der vakuumisierte Beutel darf über eine Zeit von einer Minute nicht entspannen.
Bei geöffneter Flasche wird der Atembeutel nun leergeatmet. Danach muss der Bypass ansprechen und Gas der veratmeten Menge nachliefern. Ist dies der Fall, hat der Bypass die Überprüfung bestanden. Weiter geht es mit der Überprüfung des Flows. Hierzu wird am Ausgang der Flowdüse ein Flowmeter angeschlossen und bei geöffneter Flasche der Flow gemessen. Hier kommt mein erster echter Kritikpunkt. Ich denke bei einem Gerät dieser Preisklasse sollte ein Flowmeter mitgeliefert werden – selbst wenn dies den Gerätepreis um ein paar Euro nach oben steigen lässt. Meiner Meinung nach ist das eine Frage des Dienstes am Kunden. Leider ein Punkt den viele Hersteller etwas vernachlässigen. Sehr positiv fällt mir dabei mein Test des Azimuth Rebreathers ein (siehe Redaktionsausgabe 30), der mit einem kompletten Zubehörset, zu dem auch ein Einfülltrichter für den Kalk sowie besagtes Flowmeter gehörten, ausgestattet war.

Hat man nun die Checkliste vollständig abgearbeitet sollte man sich noch Gedanken über seine Bailoutplanung machen bevor man ins kühle Nass springt.

Submatix Rebreather - links im Bild der Oktopus für den Bailout
Oktopus-Bailout links (gelber Schlauch)

Das Gerät hat einen integrierten Bailout in Form eines Oktopus, der an den beiden Zweiliterflaschen hängt. Für größere Tiefen muss also in jedem Fall externes Bailoutgas mitgeführt werden.

Gehen wir nun Tauchen:

Submatix Rebreather und FGT Nimmt man das Gerät auf den Rücken, fällt sofort die angenehme Baugröße auf. Auch für kleinere Menschen oder zierlicher gebaute Taucherinnen ist das Gerät gut handzuhaben.
Auf den Bildern ist der Größenunterschied zu dem Dräger FGT beim zweiten Taucher gut zu erkennen. Das zweite Auffällige ist die gute Einhandbedienung des Walzenschiebermundstücks. Ein Stück Komfort, das leider nicht alle Geräte bieten und das man nicht mehr missen möchte. Während des gemütlichen Abtauchens verhält sich das Gerät „unauffällig“. Sobald alle Luft aus dem Gehäuse entwichen ist, hört man nur noch die leise einströmende Luft und man kann einen wahrhaft stillen Tauchgang genießen. Der Atemwiderstand ist subjektiv sehr gut. Das Gerät atmet sich leicht und man muss nicht „ziehen“. Offenbar ist das „Lunge in Lunge-Prinzip“ von Submatix aufgegangen. Trotz des etwas sperrig wirkenden Jackets (oder gerade deswegen(?)) ermöglicht der Kreisläufer eine gute horizontale Wasserlage, in der sich der Atemwiderstand auch nicht wesentlich verschlechtert. Bei Beendigung des Tauchgangs tut das Überdruckventil klaglos seinen Dienst. Auch das Jacket lässt sich problemlos bedienen.


Sowohl Submatix (li) als auch FGT (mitte) lassen eine gute horizontale Wasserlage zu
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Zusammenfassend ist das Gerät eine gelungene Bereicherung des Marktes für Sporttauch-Rebreather und bringt ein bisschen frischen Wind in die zum Teil etwas angestaubten Reihen der alteingesessenen Konkurrenz.

Das Submatix 100 ST kostet derzeit 3.187,10 EUR. Für 109,27 Euro kann man die Gehäusefarbe dann frei wählen.

Kurse auf dem Gerät bieten zur Zeit RAB, SSI, IART und ITDA an.

Weiter Infos findet man unter www.submatix.com.

© 2004 - Achim R. Schlöffel


TIPP:Diskutieren über dies und das? Hauptsache es hat mit Tauchen zu tun - in der Diskussionsseite Diverses.


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