DRF Luftrettung

 Geschrieben von DRF

Luftrettung und Ambulanzflüge

Mit freundlicher Unterstützung der DRF Luftrettung (Filderstadt)
Text-Update vom 23.10.2008

Jahr für Jahr verunglücken mehrere hunderttausend Menschen auf deutschen Straßen. Lebensgefahr droht auch bei Herzinfarkt oder Schlaganfall. Und jedes Jahr müssen hunderte von Patienten auf schnellstem Weg aus dem Ausland in eine deutsche Klinik gebracht werden. Diesen Menschen schnell und effektiv zu helfen ist die Aufgabe der DRF Luftrettung. Ihr Anspruch: Die bestmögliche Versorgung von Notfall- und Intensivpatienten. Um dies zu erreichen, arbeitet die DRF Luftrettung mit hohen Qualitätsstandards, sowohl in der Medizin als auch in den Bereichen Flugbetrieb und Technik.

An 42 Stationen in Deutschland, Österreich und Italien setzt die DRF Luftrettung über 50 Hubschrauber für Notfalleinsätze und den Transport von Intensivpatienten zwischen Kliniken ein, an acht Standorten sogar rund um die Uhr. Alle Hubschrauber sind optimal für die Versorgung von Notfall- und Intensivpatienten ausgerüstet.
Rund 700 Notärzte, 400 Rettungsassistenten, 180 Piloten und 90 Techniker sind für die DRF Luftrettung im Einsatz. Im Jahr 2007 leisteten sie insgesamt 39.111 Einsätze. Durchschnittlich waren die Lebensretter aus der Luft 107-mal pro Tag im Einsatz. Zu den häufigsten Alarmierungsgründen zählten dabei lebensgefährliche Erkrankungen, wie Herzinfarkte und Schlaganfälle, sowie Unfälle.

Kosten der Luftrettung

In Deutschland hat jeder Betroffene Anspruch auf den Einsatz eines Rettungshubschraubers, wenn dies medizinisch erforderlich ist. Die Kosten der Luftrettung können im bundesweiten Durchschnitt allerdings nicht vollständig durch die gesetzlichen Krankenkassen getragen werden. Zur Finanzierung ihrer Arbeit ist die DRF Luftrettung daher auf die Unterstützung von Förderern und Spendern angewiesen. In vielen Orten gehen deshalb Beauftragte von Tür zu Tür, um über die Arbeit der DRF Luftrettung zu informieren und Förderer zu werben. Sie sammeln an den Haustüren kein Geld, tragen Dienstkleidung und können sich ausweisen.

Auslandsreisenden bietet eine Fördermitgliedschaft die Sicherheit, im Falle eines Unfalls oder einer Erkrankung im Ausland und bei entsprechender medizinischer Indikation kostenlos durch die DRF Luftrettung in eine deutsche Klinik transportiert zu werden. Die Kosten für solche Ambulanzflüge aus dem Ausland nach Deutschland dürfen von den gesetzlichen Krankenkassen nicht übernommen werden. Ohne private Vorsorge müssen die Patienten die oft sehr hohen Kosten selbst tragen.
Der Mindestförderbeitrag für Einzelpersonen liegt bei 30,- Euro, für Familien bei 60,- Euro pro Jahr. Für Schüler, Studenten und Auszubildende bis zum 26. Lebensjahr ist der Betrag auf 15,- Euro pro Jahr herabgesetzt. Fragen zur Fördermitgliedschaft beantwortet das Service-Team der DRF Luftrettung montags bis freitags von 8.00 bis 20.00 Uhr unter Telefon: 0711-70072211.

Internationale Ambulanzflüge

Zusammen mit der LAR (Luxembourg Air Rescue) setzt die DRF Luftrettung unter dem Namen European Air Ambulance (EAA) sechs Ambulanzflugzeuge, erfahrene Piloten und medizinische Teams für die weltweite Rückholung von Patienten ein. Koordiniert werden diese weltweiten Einsätze durch eine gemeinsame Alarmzentrale (Mission Control Center MCC) am Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden. Sie ist im Notfall rund um die Uhr erreichbar, Alarm-Telefon: 0711-701070.

Umfangreiche Organisation im Hintergrund

Für die fliegerische und medizinische Logistik der weltweiten Rettungseinsätze der DRF Luftrettung sind die erfahrenen Einsatzleiter im Mission Control Center (MCC) am Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden zuständig. Sie organisieren Transporte von Förderern der DRF Luftrettung aus dem Ausland in deutsche Kliniken und nehmen Alarmierungen der Auftraggeber für Ambulanzflüge von Einsatzorten im In- und Ausland in Kliniken ins In- und Ausland entgegen. Beauftragt wird die DRF Luftrettung zum Beispiel von Assistancen, Versicherungsgesellschaften, Krankenhäusern, Botschaften, Behörden, Firmen und Privatpersonen. Die Alarmzentrale ist täglich rund um die Uhr besetzt, Notruf-Telefon: 0049-(0)711-701070.

Vor jedem Ambulanzflug klären die Einsatzleiter der DRF Luftrettung alle medizinischen Details. Sie nehmen unter anderem die Patienten- und Krankenhausdaten auf und kontaktieren einen beratenden Arzt der DRF Luftrettung. Dieser setzt sich im so genannten Arzt-zu-Arzt-Gespräch mit dem behandelnden Kollegen vor Ort in Verbindung, um die genaue Diagnose und die Transportfähigkeit des Patienten zu klären. Danach informieren die Einsatzleiter die fliegerische und medizinische Crew, die den Flug begleiten soll und organisieren den vollständigen Transport des Patienten von Krankenhausbett zu Krankenhausbett. Innerhalb von nur zwei Stunden nach der   Alarmierung können die Ambulanzflugzeuge der DRF Luftrettung vom Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden zu ihren weltweiten Einsätzen starten.

Professionelle Einsatzkoordinatoren

Die Einsatzkoordinatoren bringen umfangreiche Kenntnisse und Fähigkeiten mit. Für die Flugplanung sowie die Einholung von Landeerlaubnissen und Überflugrechten verfügen sie neben sehr guten Fremdsprachenkenntnissen auch über flugbetriebliches Know-how. Aufgrund ihres geopolitischen Wissens können Sie die Lage in den anzufliegenden Ländern sehr gut einschätzen.

DRF Luftrettung im Einsatz für Förderer

Auch während zum Jahreswechsel 2007-2008 die Raketen krachten und die Menschen feierten herrschte bei der DRF Luftrettung Betriebsamkeit. Gleich zum Jahresbeginn galt es, zwei Förderer nach Unfällen im Ausland nach Deutschland zurückzubringen. Im ersten Fall wickelte die Alarmzentrale die gesamte Organisation sowie den Einsatz an nur einem Tag ab.

Am 1. Januar 2008 ging am frühen Morgen in der Alarmzentrale der DRF Luftrettung ein Anruf aus Belgrad ein. Ein Förderer hatte sich bei einem Sturz einen Oberschenkelhalsbruch zugezogen. Im dortigen Krankenhaus hätte die dringend erforderliche Operation zwar durchgeführt werden können, allerdings mit einer Wartezeit von einer Woche. Dr. Jörg Braun, Ärztlicher Leiter der DRF Luftrettung, unterstreicht, warum ein zeitnaher operativer Eingriff jedoch nötig war: „Schwere Frakturen sollten so schnell wie möglich operiert werden. Nur so lassen sich langfristige Einschränkungen minimieren“. Daher wurde entschieden, den Patienten nach Deutschland zu fliegen, um die Operation dort durchzuführen. Nur wenige Stunden nach der Alarmierung, um 9.30 Uhr deutscher Zeit, war alles organisiert und ein Ambulanzflugzeug startete in Richtung Belgrad. Um 13.15 Uhr machte sich der Lear-Jet mit dem Patienten an Bord auf den Rückweg und landete um 15.00 Uhr in Frankfurt/Main. Dort wartete schon der von der Alarmzentrale organisierte Krankenwagen, der den Patienten in ein Krankenhaus in Koblenz brachte.

Der zweite Einsatz des Jahres fand am 2. Januar 2008 statt. Ein Förderer der DRF Luftrettung hatte sich in Norditalien bei einem schweren Skiunfall Knochenbrüche zugezogen. Der Anruf erreichte die Alarmzentrale am 30. Dezember, nach weiteren Untersuchungen im Krankenhaus fand der Transport dann am 2. Januar statt. In mehreren Gesprächen zwischen den behandelnden Ärzten und dem beratenden Arzt der DRF Luftrettung hatte sich herausgestellt, dass der Transport im Krankenwagen für den Patienten die beste Lösung sein würde. Die Alarmzentrale der DRF Luftrettung stellte daraufhin sicher, dass der Mann in Bruneck in Südtirol abgeholt und in eine Klinik in Lohr am Main gebracht wurde.


Infos

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