Fabrikat: Greenforce / by
TillyTec Typ: Backup W20 Leuchtmittel: 1 LED, 3 W, 4,5 V Spannungsversorgung: 3
AA-Standardbatterien oder -Akkus (Mignonzellen)
Abmessungen
Länge über alles ca. 24 cm
Grössenvergleich mit Scubapro
Pocketlight Lampenkopf Durchmesser ca. 4 cm
Aufbau
Die Lampe besteht im Prinzip aus drei Bauteilen: Lampenkopf (a) aus
Metall mit Dichtringen (b) und Außengewinde (c),
Lampengehäuse aus Kunststoff mit Innengewinde (d) und Tragöse
(e) und einem Aluminiumrohr (f) als Einschub in das Lampengehäuse
zur Aufnahme der Stromversorgungszellen.
Greenforce Backup W20 demontiert
Inbetriebnahme
Die Batterien/Akkus werden mit dem Minuspol voran in das Aluminiumrohr
eingeschoben. Dann wird das Aluminiumrohr in das Lampengehäuse mit
dem geschlossenen Ende voran eingesetzt, sodass der Pluspol der oberen
Batterie sichtbar ist.
Danach wird der Lampenkopf in das Lampengehäuse soweit
eingeschraubt, dass zwei Dichtringe im Lampengehäuse sitzen und
der dritte Dichtring gerade noch sichtbar ist. Das Einschalten erfolgt
durch tieferes Einschrauben des Lampenkopfes, das Ausschalten durch
Drehen in entgegengesetzter Richtung, bis der dritte Dichtring wieder
sichtbar wird.
Die Lampe kann über und unter Wasser betrieben werden. Ein- und
Ausschalten in kurzen Intervallen ist möglich, ohne die
Lebensdauer der LED zu beeinträchtigen.
Material + Verarbeitung
Im Metall-Lampenkopf befinden sich LED, Reflektor und ein gefederter
elektrischer Mittelkontakt in einem Kunstoffeinsatz, mit dem die
Spannungsversorgung zwischen LED und dem Pluspol der oberen Batterie
beim Einschalten hergestellt wird. Die Lichtaustrittsöffnung ist
mit einer Glasscheibe abgedeckt, die mittels O-Ring von innen druckfest
abgedichtet ist. Die Abdichtung des Lampenkopfes zum Lampengehäuse
hin erfolgt axial über drei (!) O-Ringe, die durch separate Nuten
an ihrem Platz gehalten werden. Das Außengewinde zum Einschrauben
in das Lampengehäuse ist als Feingewinde ausgeführt. Der
Lampenkopf macht einen soliden und stabilen Eindruck.
Das Aluminiumrohr zur Aufnahme der Stromversorgungszellen ist an einem
Ende mit einem doppelt angepunkteten Aluminiumplättchen
verschlossen, das einen nach innen gerichteten Dorn für sicheren
elektrischen Kontakt besitzt. Dieses Aluminiumrohr dient direkt als
elektrischer Leiter, sodass die Lampe ohne mechanisch empfindliche
Kontaktfahnen auskommt.
Das Lampengehäuse ist aus Kunstoff, besitzt außen im
Griffbereich eine geriffelte Oberfläche und eine angegossene
Öse zur Aufnahme eines Tragbandes o. ä.
Die Öffnung zur Aufnahme des Lampenkopfes hat einen gegenüber
dem übrigen Lampengehäuse erweiterten Innen- und
Außendurchmesser. In diesem Bereich befindet sich der Dichtsitz
für die O-Ringe am Lampenkopf. Das dahinter liegende Gewinde ist
integraler Bestandteil des Lampengehäuses und somit ebenfalls aus
Kunststoff.
Die ganze Konstruktion enthält im Prinzip nur ein einziges
bewegliches Teil (gefederter elektrischer Kontakt im Lampenkopf) und
ist somit mechanisch recht robust und unanfällig.
Einzig das Kunststofflampengehäuse birgt eine Schwachstelle: Das
Kunstoffinnengewinde zur Aufnahme des metallischen
Lampenkopfaußengewindes. Da das Gewinde auch noch als Feingewinde
gearbeitet ist, sollte man beim Einschrauben des Lampenkopfes etwas
Fingerspitzengefühl walten lassen. Dabei ist es wichtig zu wissen,
dass sich der Lampenkopf ohne Anpressdruck durch einfaches Drehen
einschrauben lässt. Wird der Lampenkopf während des
Einschraubens zu fest in das Lampengehäuse gedrückt oder gar
verkantet eingesetzt, dann besteht die Gefahr, dass das empfindliche
Gewinde beschädigt wird.
Lichtausbeute/Leuchtkraft
Anmerkungen zur Bewertung: LED-Lampen erzeugen im Vergleich zu
Glühfaden- oder Gasentladungslampen i. d. R. ein weißes,
teilweise sogar bläulich schimmerndes Licht mit einer
Farbtemperatur von ca. 6000 K und darüber. Dies entspricht etwa
der Tageslichtfarbe, erscheint aber im direkten Vergleich mit dem Licht
einer Wolframglühwendel (ca. 3000 K) sehr "kalt". Aufgrund der
Lichtwellenlänge wirkt das LED-Licht auch weniger auffällig,
wenn man bei Tageslicht einen Körper oder eine Fläche
abwechselnd mit LED-Licht und Glühfadenlicht beleuchtet, obwohl
beide eine vergleichbare Helligkeit erzeugen.
Dieser Unterschied wird aber bei abnehmendem Umgebungslicht immer
geringer.
Ein weiteres Problem im direkten Vergleich zwischen "weißem"
LED-Licht und Glühfadenlicht stellen die Farben der mit LED-Licht
angeleuchteten Objekte dar. Diese erscheinen je nach Farbe blasser, als
die mit dem warmen, rötlich dominierten Glühfadenlicht
beleuchteten Objekte. Das tiefdunkle Rot eines beim Nachttauchgang
mittels Glühfadenlicht angeleuchteten Rotfeuerfisches oder einer
Spanischen Tänzerin erscheint subjektiv viel kräftiger und
leuchtender als bei dem eingeschränkten Spektrum des LED-Lichts.
Dies ist z. B. ein Grund, warum sich LED-Lampen bei UW-Fotografen
sicherlich nicht kurzfristig durchsetzen werden.
Zudem muss man beim Vergleichstest beachten, dass das Licht von
vergleichbaren Glühfadenlampen meistens stärker
gebündelt ist (Abstrahlwinkel etwa 10 - 20 °), die
Lichtbündelung von LEDs aber bauartbedingt zur Zeit etwa 30 °
beträgt. Das erschwert den direkten Vergleich nochmals zu
ungunsten der LED, da mit der Entfernung die Leuchtstärke im
Quadrat abnimmt und die Glühfadenlampe gerade bei weiter
entfernten Objekten aufgrund der besseren Bündelung des
Lichtstrahls somit immer etwas stärker erscheint, obwohl technisch
gesehen beide einen vergleichbaren Lichtstrom erzeugen.
Ein zugegebenermaßen etwas unfairer Vergleich zwischen der
Greenforce
Backup W20 (links) und einem 2 W Scubapro Pocketlight
(rechts), die auf einen
weißen Papierhintergrund strahlen.
Abgesehen vom Unterschied in der Leuchtkraft
sind auch die Unterschiede
in der Farbtemperatur und in der Bündelung
des Lichtstrahls
deutlich zu sehen.
Positiv ist die Unverwüstlichkeit und super lange Lebensdauer von
LEDs gegenüber Halogen- oder Gasentladungslampen. Die
Vorratshaltung von Ersatzleuchtmitteln auf Reisen gehört hier der
Vergangenheit an.
Ein Leuchttest mit mehreren Entfernungsstufen in einem (fast) dunklen
Flur zeigte eine gleichmässige Ausleuchtung innerhalb eines sehr
symmetrischen Lichtkegels. Selbst bei Tageslichtverhältnissen ist
der Lichtkegel trotz der Farbtemperaturproblematik noch gut erkennbar.
(Anmerkung: Alle Fotos wurden mit einer vollautomatischen
Kameraeinstellung gemacht. Dadurch wird der Eindruck auf den Betrachter
teilweise verfälscht. Auf den folgenden Fotos erscheint der Flur
außerhalb des Lichtkegels völlig dunkel. Tatsache ist, dass
beim realen Test auch weitere Teile des Flurs durch Streulicht
zumindest diffus beleuchtet wurden.)
Vergleich mit UW-Halogenlampe (20 W, Bündelung 10 °)
Ein direkter Vergleich der Greenforce Backup W20 mit einem 20 W starken
UW-Halogenbrenner (10 °-Bündelung!) beim Nachttauchgang hatte
folgendes Ergebnis:
Das LED-Licht erschien nicht ganz so hell wie das der Halogenlampe,
leuchtete aber aufgrund des breiteren Abstrahlwinkels einen
grösseren Betrachtungsbereich aus.
Der Lichtkegel bot eine sehr gleichmässige Ausleuchtung ohne
"schattige Stellen".
Die Farben der angestrahlten Objekte erschienen etwas blasser als bei
Verwendung des Halogenstrahlers. Insgesamt erschienen die UW-Farben
beim Halogenstrahler "spektakulärer". Beide Unterschiede waren
allerdings recht gering, so dass wirklich im direkten Vergleich
getestet werden musste. Den oft zu beobachtenden LED-typischen
Blauschimmer zeigt die Lampe nicht, sie erzeugt in diesem Sinne ein
schon recht "angenehmes" LED-Licht.
Fazit
Die Greenforce Backup W20 trägt zwar die Bezeichnung "Backup", das
ist aber wohl mehr auf die baulichen Abmessungen und die Handlichkeit
bezogen. Die Lichtleistung selbst braucht den Vergleich mit den
grösseren und vor allem wesentlich schwereren Halogenlampen nicht
zu scheuen. Meiner Meinung nach kann sie als Hauptlampe beim
Nachtauchgang sehr wohl eingesetzt werden, wenn man zugunsten des
Gewichts und der Handlichkeit zu Kompromissen bereit ist. Sie stellt
eine (wenn auch nicht ganz preisgünstige) Alternative zu den 2 -
10 W-Halogenbatterielampen dar, die tatsächlich nur als
Backuplampen genutzt werden können. Die Greenforce Backup W20 ist
bezüglich Lichtausbeute dieser Lampenkategorie weit
überlegen. Zudem beträgt die Betriebsdauer der W20 mit den
"kleinen" AA-Batterien oder -Akkus je nach Kapazität bis zu 3,5 h
bei voller und weitere 2 h mit eingeschränkter Leistung.
Wer z. B. darauf Wert legt, verschiedene elektrische Geräte mit
einem Standard-Batterie- oder Akkutyp betreiben zu können (z. B.
Digitalkamera, Diskman, Transistorradio und UW-Lampe), der
benötigt auf Reisen eben nur ein Ladegerät, kann sich zur
Reserve noch mehrere Sätze AA-Akkus mitnehmen oder bei Bedarf
Batterien an "jeder Ecke" nachkaufen. Das macht sich z. T. besonders
auf Tauchbooten positiv bemerkbar, wenn die Oberflächenpausen
nicht ausreichen, um die Akkus eines Satzes komplett aufzuladen... Hier
empfiehlt sich ein Microchip-gesteuertes Schnellladegerät, dass
die Akkus schonend in kurzer Zeit wieder komplett lädt (z. B.
Ansmann Traveller Powerline 4, Ladezeit 4 h / Satz bei 2200 mAh
NiMH-Hochleistungsakkus).
Der Lampenkopf kann gegen einen 3-fach-LED-Lampenkopf ausgetauscht
werden, der sicherlich auch mit 30 W oder 40 W Halogenbrennern
mithalten kann, die Betriebsdauer mit den drei AA-Zellen ist dann aber
auf ca. 1,5 h bei voller Leistung reduziert.
Anmerkung
Die Greenforce Backup W20 wurde von mir unter den o. g. Parametern und
Kompromissansätzen ausgewählt, um den Kauf und Transport
einer entsprechend unhandlichen und z. T. wesentlich teureren UW-Lampe
zu umgehen. Mir reichte bis zum Zeitpunkt des Kaufs eine kleine 2 W
UW-Halogenlampe um bei Bedarf in Höhlen oder Spalten
hineinzuleuchten. Eine Hauptlampe für Nachttauchgänge sollte
die W20 nicht ersetzen, diese wollte ich mir weiterhin bei Gelegenheit
leihen.
Die Tests über mehrere Nachttauchgänge im Roten Meer
verliefen allerdings so positiv, dass ich bei den letzten
Ausflügen ans nächtliche Riff auf das Ausleihen einer
großen Lampe verzichtete. Mir reichte die subjektiv hervorragende
Lichtausbeute der LED-Lampe vollends, ohne mich gegenüber den
Kameraden mit den "großen" Halogenbrennern "benachteiligt" zu
fühlen. Es ist möglich, die Lampe einfach mit zwei Fingern
"wie eine Zigarre zu halten" und mit leichten Bewegungen aus dem
Handgelenk zu führen.
Die Lampe ist so leicht, dass sie am Retractor eingehängt
jederzeit beliebig geführt werden kann, ohne das Retractorseil
durch ihr Eigengewicht von selbst herauszuziehen. Wer keinen Retractor
verwenden möchte, der kann sie sich mit einer Schlaufe ums
Handgelenk hängen ohne behindert zu werden oder sie bei
Nichtgebrauch einfach in die Jackettasche stecken.
Unter den o. g. Kauf-Parametern und Kompromissvorstellungen bin ich mit
dieser Lampe vollauf zufrieden. Eine generelle Kaufempfehlung
möchte ich an dieser Stelle nicht abgeben, da die Vorstellungen
über eine UW-Lampe individuell sehr weit auseinander liegen.
Ich kann aber jedem, der ähnliche Vorstellungen hat wie ich, nur
empfehlen, diese Lampe einmal ausgiebig zu testen. Es ist
beeindruckend, welche Lichtausbeute diese kleine Lampe eine sehr lange
Zeit über mit den kleinen AA-Zellen bringt.
Dir fehlt noch der letzte Kniff zum optimalen UW-Bild? Dann schau doch mal in unser Foto-Forum! Hier gibt es Tipps zur Ausrüstung, Motivauswahl und mehr. Und natürlich kannst Du hier auch Deine Fragen stellen - Antworten garantiert!
Sherwood Magnum erste Stufe für Tek vom 19.05.2012 : Hi allerseits,
bin nicht sicher, ob die Frage eher in "Ausrüstung" passt, aber ich versuche es mal hier. :-D
Hat jemand von ... [mehr] Stage Flasche vom 06.05.2012 : Hallo,
möchte mir eine Stagefalsche zulegen und bin auf dieses Set gestoßen.
... [mehr] Milford vom 05.05.2012 : Hi,
keine Antwort in Tauchgebiete, daher habe ich die Frage hier noch einmal gepostet:
War einer von Euch aktuell an der ... [mehr]
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