Oceana - eine Meeresschutzorganisation stellt sich vor

 Geschrieben von Astrid

Oceana - eine Meeresschutzorganisation stellt sich vor

von Astrid Haas

Oberstes Ziel von Oceana ist es, die Meere vor weiterer Zerstörung zu schützen und bereits geschädigte Lebensräume zu regenerieren. Das Oceana-Team besteht aus Meereswissenschaftlern, Rechtsanwälten, Ökonomen und Aktivisten. Es ist weltweit aktiv, mit Niederlassungen in Nord- und Südamerika, sowie in Madrid, Brüssel und Berlin. Mehr als 200.000 Mitglieder und e-Aktivisten sind der 2001 gegründeten Organisation schon beigetreten.

Oceana - Dr. Xavier Pastor Wer sind die Menschen hinter Oceana?
2003 wurde die Europa-Zentrale in Madrid gegründet; sie wird von dem spanischen Meeresbiologen Dr. Xavier Pastor geleitet (Bild links).
Dr. Ricardo Aguilar ist Leiter der Forschungsabteilung von Oceana. Pastor und Aguilar haben ihr bisheriges Leben ganz dem Schutz mariner Lebensräume gewidmet. Sie gründeten Greenpeace Spanien und waren bis 2001 dort Direktor und Kampagnen-Direktor. Darüber hinaus arbeitet Oceana mit einem eigenen Komitee aus wissenschaftlichen Beratern, geleitet von dem Franzosen Dr. Daniel Pauly, Direktor des Institutes für Fischereiforschung der Universität von Britisch Kolumbien. Pauly ist international renommiert durch seine Arbeiten über marine Ökosysteme und den Zusammenbruch der industriellen Fischerei. Neben der wissenschaftlichen Gemeinde unterstützen Oceana auch Persönlichkeiten aus der Welt der Kultur wie die Schauspieler Ted Danson und Pierce Brosnan.

Wofür setzt sich Oceana ein?

2004: Start einer internationale Kampagne zum Stop des unbeabsichtigten Beifangs von Meeresschildkröten. Hintergrund: Auf beiden Seiten des Atlantiks als auch im Mittelmeer landen Abertausende von Meeresschildkröten an den Haken der Langleinenfischer.

Meeresschildkröte - Oceana Aktion zum Schutz der Meeresschildkröte

Die Köder werden eigentlich für den Thun- und Schwertfischfang ausgelegt. Oceana schätzt, daß jährlich weltweit rund 400.000 Meeresschildkröten unbeabsichtigt gefangen werden, davon 60 Prozent im Atlantik und 10 Prozent im Mittelmeer. Dort verschlucken allein 20.000 Tiere Köder der spanischen Flotte. Biologen und Taucher von Oceana haben deshalb die Arbeit an Bord eines spanischen Langleinenfischers im Südosten Spaniens per Video und Foto dokumentiert, und dabei besonderen Augenmerk auf den Beifang von Meeresschildkröten gelegt. Sie testeten außerdem ein Gerät, mit dem die Tiere von den Haken befreit werden können, ohne dabei schwere innere Verletzungen zu erleiden.

Markierung von Meeresschildkröten Markierung von Meeresschildkröten

Gleichzeitig markierten sie die Tiere, die ins Meer zurückgeworfen wurden, um damit Daten zum Wanderverhalten zu erhalten.

Markierung von Meeresschildkröten Markierung von Meeresschildkröten


EU-Petition zur Quecksilberbelastung in Speisefischen

Oceana hat die EU aufgerufen, den Termin für 2007 zur Abschaffung der veralteten Technologie der Quecksilberzellen in den Chlor-Alkali-Werken beizubehalten. Die hohen Quecksilbermengen, die in die Meere gelangen (in der EU und USA allein 22 Tonnen), reichern sich in zahlreichen Meeresorganismen an. Verschiedene Behörden haben bereits vor der Gefahr des Verzehrs großer Mengen bestimmter Fischsorten gewarnt.
Während in Ländern wie in den Vereinigten Staaten und Großbritannien diese Information den Bürgern zugänglich ist, hat in Spanien die Agentur für Lebensmittelsicherheit (AESA) entschieden, die Öffentlichkeit nicht direkt, sondern nur über die Berufsmediziner zu informieren.
"Alle Länder müssen sich darüber einigen, ihre Bürger rechtzeitig zu informieren und sich ernsthaft dazu verpflichten, die völlig ungerechtfertigten Verseuchungsquellen wie die Quecksilberabgaben der Chlor-Alkali-Werke dringend abzuschaffen", fordert Xavier Pastor.


Petition zu den EU-Fangquoten

„Die Fischereiminister sollten ihre Schuld in Bezug auf das Versagen der Fischereipolitik eingestehen und endlich die Ratschläge der Wissenschaftler annehmen, wenn sie wollen, dass der Fischfang eine Zukunft hat. Es ist nicht hinnehmbar, dass die politischen Vertreter versuchen, die erreichte Erhöhung der Quote vor der Öffentlichkeit als Sieg darstellen und dabei die Ratschläge der Wissenschaftler ignorieren. Dies ist eine naive und unverantwortliche Haltung. Organisationen wie die FAO teilen uns mit, dass 70% der Fischgründe zu stark befischt werden oder an der Grenze zur Überfischung liegen; dass der größte Teil der asiatischen Fischgründe nicht mehr als 10% seiner originalen Bestände enthält und 90 % der großen Fische bereits abgefischt sind. Uns bleiben nur wenige Jahrzehnte, um zu versuchen, die Ozeane zu schützen und zu regenerieren. Das ist die Aufgabe, die sich Oceana gesetzt hat”, sagt Xavier Pastor.
Am schlimmsten stellt sich die Lage für die Fischgründe der iberischen Halbinsel, der westirischen See und der Nordsee dar. Kaisergranat, Seehecht, Seeteufel und Kabeljau sind an ihre Fanggrenzen gestoßen. Jahrzehntelang haben Politiker die Ratschläge von Wissenschaftlern ignoriert, um den Kollaps der Fischgründe im nordöstlichen Atlantik verhindern. Trotz jahrelang wiederholten Alarmmeldungen seitens der Wissenschaftler, wurden die Warnungen bei der Festlegung der Fangquoten stets ignoriert.
Für 2004 wurde die Empfehlung ausgesprochen, die Fangquoten für Sardellen auf 11.000 Tonnen zu reduzieren, doch am Ende wurden 33.000 Tonnen erlaubt. Oceana warnt: diese Spezies hat so abgenommen, dass 2005 eine Fangquote von 5.000 Tonnen nicht überschritten werden darf. Verschiedene politische Vertreter haben jedoch schon angekündigt, dass sie diese Reduzierung "nicht akzeptieren" werden.


Transatlantik-Expedition des Expeditionskatamarans „Oceana Ranger“

Diese mehr als 10.000 Seemeilen lange Überseeexpedition mit ca. fünfmonatiger Dauer wurde soeben gestartet. Die Fahrt des 24 Meter langen und 9 Meter breiten Doppelmast-Katamarans Oceana Ranger führt vom Pazifischen Ozean an der amerikanischen Westküste bis zum Mittelmeer. Das Ziel dieser Expedition besteht darin, die Artenvielfalt, den Reichtum und die Bedeutung der Unterwasserwelt, sowie die drohenden Gefahren zu dokumentieren. Auf seinem Weg entlang der Küsten von mehr als 10 Ländern von drei verschiedenen Kontinenten wird der Katamaran wichtige biologische Hotspots besuchen. Dort sollen verschiedene Zusammenhänge und Mißstände aufgeklärt werden: zu verstehen, wo und wie das Geschäft mit den Haifischflossen begonnen hat; zu sehen, wo sich die Meeresschildkröten aufhalten, die an den Küsten von Florida und Georgia ihre Eigelege vergraben, bevor sie sich ins Mittelmeer begeben; die Schäden am Meeresgrund zu dokumentieren, die aufgrund des Ankerns der großen Kreuzschiffe entstanden sind; korallenreiche Tiefseeberge mit Gorgonien, Schwämmen, Haien und anderen Arten zu filmen. Außerdem sollen auch unbeabsichtigte Delfin- und Meeresschildkrötenfänge in illegalen Treibnetzen, großflächige Langleinenfischerei und die Zerstörung der Meeresgründe aufgrund der Schleppnetzfischerei dokumentiert werden.

Oceana Ranger - einer der größten Katamarane der Welt

Expeditionsroute der Oceana Ranger

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Bilder und Grafiken © Oceana


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