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Zakynthos: Gute Kapitäne haben die Nase am Wind
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Das Hohelied der Tauchgründe von Zakynthos
zu singen, möchte man sich fast ersparen, es gibt dutzende Darstellungen.
Für diejenigen, die trotzdem keine davon gelesen haben: Getaucht wird
hier unterhalb eines Fünf-Kilometer-Areals von brachial-wuchtig ins
Meer brechendem Küstenfels, in dessen Unterwasserbereich sich fast
lückenlos unverwechselbare Tauchspots reihen. Man spricht von insgesamt
dreißig solchen Plätzen. In der Mehrzahl handelt es sich um
Höhlengebilde von jeweils eigenem, oft überraschendem Charakter.
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Etliche davon sind, wenngleich taucherisch schon recht anspruchsvoll,
noch allen Interessierten zugänglich und für sie auch regelmäßig
im Angebot. Als Highlight der Region gilt zum Beispiel eine 70 m lange Durchbruchshöhle
durch eine Bergwand, deren hinterer Ausgang einen schmetterlingsförmigen
Umriss zeigt.
"Schmetterlingshöhle" (li) und Torbogen (re) - Click zum vergrössern.
Unter den Gesteinsformungen im Tauchgebiet besticht wohl vor allem der
Torbogen des „Arc de Triomphe“, der sich zwischen zwei hohen Felswänden
spannt.
Heringskönig - Zeus Faber
© Hans Fischer
Die Unterwasser-Tierwelt auf Zakynthos ist
durchaus für Überraschungen gut: Erstaunlich häufig mittelgroße
Zackenbarsche, sehr oft Bärenkrebse, und während der Nachttauchgänge
wies man uns gar einen standorttreuen Heringskönig vor.
Eine Besonderheit ist so unwichtig für den Taucher nicht, als
dass man sie unter den Tisch fallen lassen sollte: Die Tauchplätze
der Insel liegen alle an der Südseite, und das garantiert wegen des
in der Ionischen See vorherrschenden Nordwestwinds fast immer Wetterbedingungen,
die Tauchen gestatten – kaum Ausfalltage hier also. Bleibt ergänzend
zu erwähnen, dass die Insel auch tauchfreie Stunden kaum langweilig
werden lässt. Die Inselhauptstadt ist einen ausgedehnten Bummel
wert und auch das Inselinnere bietet etliche Orte, die eine oder mehrere
Rundreisen nahelegen.
Weitere Impressionen von Zakynthos haben wir hier zusammengestellt.
Chefausbilder Hans Fischer von Nero Sport
erläutert die Übersicht der Tauchplätze.
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Tauchbasen gibt es auf Zakynthos wohl insgesamt sieben.
Dass die beiden deutschen Altmeister unter ihnen, Nero Sport und Zante
Diving, bei Griechenland-Freaks als erste Adressen gelten, sollte schon
mal etwas mit der Grundqualität ihres Angebots zu tun haben. Und
sicher, die Rahmenbedingungen für gutes Urlaubstauchen stimmen hier
zuverlässig. Zweckmäßig-bequeme Baseneinrichtungen, leicht
überblickbare, für die Taucher logische Abläufe der Tauchvorbereitung,
geräumige Kutter als Transportmittel zum Tauchplatz. Beide Basen
punkten dann jeweils noch individuell in Details, die für den einen
Kunden mehr, für den anderen weniger wichtig sind. Bei Nero Sport
dürfte zum Beispiel die seit Jahren stabile und damit sehr erfahrene
Mannschaft zuverlässiger Ausbilder gefallen.
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Familien mit Kindern reflektieren auf die hier angebotene Kinderbetreuung,
damit Mama und Papa gemeinsam „Gluck-gluck“ machen können. Und wir
verstanden spätestens, als die Zimmervermieterin Eier, Tomaten und
Hauswein brachte, was Mohrs Werbung mit „griechischer Gastfreundschaft“
meint.
Ja, aber bietet man auch den „Kick-Suchern“ ein klares Markenzeichen,
das es ihnen im Winter leicht macht, eine der beiden Basen für
den kommenden Sommer als Urlaubsziel festzulegen?
Die Antwort heißt bei beiden „Höhlenbrevet“
und hat im ersten Moment Logik. Denn so etwas ist eben an tropischen Meeren
eher selten ins Angebot zu bringen. Im nächsten Moment kommt dann
doch der Allergie-Reflex:
Wird es, wie so oft erlebt, nur anspruchsloses Grottendümpeln sein?
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Fast alle Allround-Tauchorganisationen verallgemeinern
die Anforderungen an ihr „Höhlen-Brevet“ bis ins Nebulöse. Schnell
zu durchschauender Hintergrund: Viele der bei ihnen angeschlossenen Basen
wollen das attraktiv klingende Brevet anbieten, haben aber eigentlich
nur ungenügende Höhlen-Voraussetzungen dafür. Denen erlauben
dann schwammige Anforderungen wie „Tauchgänge nach Möglichkeit
in verschiedenen Höhlen“, mit ein bisschen Improvisationsgeschick
in nahezu jedem Gröttchen „Höhlenausbildung“ zu zelebrieren.
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Aber in diesem Problem vieler anderer liegt
wohl auch die große Chance für Zakynthos. Die hiesigen zahlreichen
Grotten und Höhlen weisen so extrem günstige Bedingungen für
anspruchsvolle Brevet-Ausbildung auf, als habe man sie speziell zum
Zwecke in den Berg geschlagen.
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Was die Basen daraus in der Praxis machen, führte uns Hans Fischer,
der Chefausbilder von Nero Sport, gleich einmal am praktischen Beispiel
vor:
Der Engbereich der Grotte wird nicht mal drei Meter hoch sein.
Unten läuft eine Sandschwelle quer, auf der drei Sabellen wachsen.
Als Aufgabe ist gestellt, so zu tarieren, dass oben keine der nach unten
ragenden Felsnasen berührt wird, der Durchgang aber auch so langsam
und vorsichtig erfolgt, dass sich die Sabellen unten nicht in die Röhren
zurückziehen...
Der Prüfling schaffte es. Den Autor dieses Beitrags, den
wollten die blöden Sabellen dann wohl unbedingt blamieren...
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Kurz und gut: Zakynthos‘ Höhlen erlauben
wirkliche Qualität in der Höhlenausbildung, kaum zu überbietende
Variation des zu Lehrenden. Die Programmempfehlung der Organisationen,
die Teilnehmer sollen „Entscheidungskritierien zur Auswahl geeigneter
Höhlen kennen zu lernen“, hier ist sie täglich praktische Notwendigkeit.
Die Kurse finden übrigens auch statt, falls nur ein Taucher daran
interessiert ist.
Am Ende können sich die beiden Zakynthianer noch einen besonderen
Ritterschlag erlauben. Beide haben sich ein paar „Geheimhöhlen“
aufgespart, die nun wirklich schon deutlich über das hinaus gehen,
wofür die Höhlenbrevets der „Allrounder“ gedacht sind.
Dazu muss man dann allerdings auch einen Zusatzkurs mit einigen notwendigen Elementen
belegen, die eigentlich schon „richtiges“ Höhlentauchen sind. Die Teilnehmer
dürfen dann zumindest mal schnuppern, wie ernüchternd groß
dann doch noch der Unterschied von der Kaverne zur Höhle ist. Und damit
das zu Hause auch jeder nachvollziehen kann, bekommt man ein spezielles
Zertifikat über „Erweiterte Ausbildung im Höhlentauchen“.
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Klar also, wer sich auf Zakynthos zum Höhlenbrevet anmeldet, der
weiß hinterher, dass er es zu Recht bekommen hat. Und auch, warum
Zakynthos eine der wenigen Gegenden in europäischen Gewässern
ist, wohin man sich begeben sollte, wenn man ein Höhlenbrevet unter
genau so packenden wie anspruchsvollen Bedingungen ablegen will.
Pioniere des Tauchens auf Zakynthos und Impressionen
der Basen.
Hinweise zur Basenwahl:
Nero Sport, Limni Keriou
Tel./ Fax: (003026950) 49125
www.nero-sport.de
Zante Diving, Laganas
Tel./Fax (003026950) 52096, 52264
www.zantediving.de
Aus Sicht ihres qualitativen Angebots, sowohl im „Standardsegment“
als auch hinsichtlich des Spezialangebots Höhlenbrevet, unterschieden
sich die beiden deutschen Basen 2004 nur unwesentlich. Ein gewisser Unterschied
besteht in den aktuellen Personalkonstellationen vor Ort. Während
Peter Mohr trotz eines langjährig bewährten Ausbilderteams noch
unbeirrt auf das Prinzip persönlicher Chefpräsenz vor Ort beharrt,
überträgt Frank Pelizäus Kompetenzen der Basisleitung zunehmend
auf seinen deutsch-griechischen Stellvertreter Perry Andreadakis. Bei Zante
ist hervorzuheben: Die Basis berechnet Rabatte auch rückwirkend, d.h.,
hier muss man nicht, wie leider auf all zu vielen griechischen Basen, die
Katze im Sack kaufen.
Der Interessent orientiere sich vor allem an dem von ihm gewünschten
Urlaubsrahmen: Zante sitzt in Zakynthos‘ Haupt-Touristenort Laganas,
dem Epizentrum des touristischen Trubels auf Zakynthos. Hier ist also
Auswahl für jeden Geschmack vorhanden, von hochklassigen Hotels und
Gastronomie bis zu Angeboten für (manchmal sehr) bescheidene Ansprüche.
Der breite Sandstrand des Ortes wird Familien mit Kindern imponieren,
bedingt aber, dass man zum Tauchkutter nur per Transit-Schlauchboot gelangt.
Nero Sport sitzt ein paar Kilometer westlich im ländlich-naturnahen
Ambiente von Limni Keriou. Dies hat bisher verhindert, dass der Bierdunst
von Southhampton-Vorstadt und „English breakfast“ über Tsatsiki
und Souvlaki triumphierte – dafür „mangelt“ es dem Ort aber nicht
nur an einer „zünftigen“ Disko, sondern auch an einem Geldautomaten.
Das Besteigen des Tauchkutters erfolgt hier allerdings in Bequemlichkeit
und trockenen Fußes – weil von der Mole im kleinen Häfchen. Und:
Die Anfahrtszeiten zu den Tauchplätzen sind von hier natürlich
kürzer, Papa und Mama sind also eher wieder bei den Kindern.
Letzter Tip: Wer ohne ehrgeiziges Tauchprogramm auf Zakynthos
anreist und nur ab und an im Urlaub einmal tauchen möchte, kann schlicht
auch die hotelnächste der vielen Basen wählen, im Standardangebot
ist bei allen wohl wenig Unterschied – wenn man einmal davon absieht,
dass es bei Billiganbietern wohl überall auf der Welt auf dem Boot,
gelinde gesagt, meist etwas gedrängt zugeht...
© 2004 - Text und Bilder: Volker Grundmann
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01.12.2008 18:08 Taucher Online : 154 Heute 13351, ges. 30282511 Besucher
 
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