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Kefalonia: No name, aber „no bubbles“
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Wie es scheint, gibt es über das Tauchen auf
Kefalonia nichts zu berichten. Zumindest unser Wühlen in der Datenbank
von Taucher.Net nach Basenberichten oder Tauchplatzdaten über die Insel bleibt gänzlich
ohne Ergebnis. Die Insel, ein taucherischer „no name“.
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Tatsächlich wird man das Suchergebnis dem besonderen Charakter der
Insel und dem daraus folgenden Profil seiner Besucher zu Gute halten müssen,
denn es gibt hier sowohl zwei offizielle Tauchgebiete als auch Basen.
Nur, Kefalonia ist eine hochbergige Insel mit wenigen und mühsam zugänglichen
Stränden, wohl eher geeignet für Wander-, denn für Badeurlaub.
Auch die Tatsache, dass einige der winzigen Orte hier, wie Fiskardo, Assos
oder Agia Efimia, schlicht wunderhübsch sind, vielleicht die hübschesten
auf den Ionischen Inseln überhaupt, appelliert mehr an den Kultur- denn
an den Strandtouristen und damit natürlich insgesamt an den Individualisten.
Und die Taucher unter denen sind bekannt dafür, dass sie gute Tauchtipps
lieber geheim halten, statt sie in Datenbänken auszuposaunen.
Bei diesem Allgemeinanblick schon von See aus...
...sind natürlich solch Strände seltene und schwer zugängliche
Ausnahmen.
Dafür verfügt Kefalonia über einige Kleinode an Hafenörtchen
(li)
...und den berühmten Höhleneinbruchssee Melisani (re)
Allerdings, solch Besucherspezifik ernährt dann auch nur wenige
Basen. Den Durchbruch zum Vollanbieter hat nur die Basis „Aquatic World“
im Orte Agia Efimia geschafft. Die Entwicklung dieser Basis über die
vergangenen Jahre zu verfolgen, war, was man bei griechischen Basen eher
selten sagen kann, eine Freude.
Die Entwicklung dieser Basis über die vergangenen Jahre
zu verfolgen, war, was man bei griechischen Basen eher selten sagen
kann, eine Freude. Eigentümer Sotiropoulos hat es sogar vermocht, die
örtlichen Fischer an Abstand von seinen Hauptrevieren zu gewöhnen.
Man trifft dort folglich auf Fischschwärme von entzückender Größe.
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© G.Sotiropoulos
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© G.Sotiropoulos
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Weit wichtiger allerdings ist sein guter Draht zur
Hafenpolizei. Der erlaubt ihm mittlerweile, zweimal die Woche hinüber
nach Ithaka zu fahren und dort das Wrack eines deutschen Bombers aus dem
II.Weltkrieg zu betauchen, dessen Überreste in guter Tauchtiefe, zwischen
21 m und 33 m, liegen.
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Jetzt arbeitet er an einem weiteren Bonbon: Wichtige touristische
Attraktion auf Kefalonia ist der berühmte Karst-Einbruchssee Melisani
(Bild siehe oben). Normale Touristen werden über den düsteren,
fast unheimlich wirkenden Einbruchstopf von „Gondolieres“ gerudert. Was
sie nicht nachvollziehen können: Der See ist ein Tor zur schier unglaublichen
Unterwasser-Höhlenwelt Kefalonias, denn die Insel wird von West nach
Ost von einem unterirdischen Süßwasser-Flusssystem durchströmt.
Sicher, das System selber ist extreme Höhle und für „Normalos“
unter den Tauchern nicht zugänglich. Einen kleinen Eindruck vom Eingang
her kann man sich aber vom Höhlentopf aus verschaffen. Die höheren
behördlichen Genehmigungen dafür aus Athen hat Sotiropoulos bereits
zusammen. Ab 2005 will er auch alle logistischen Probleme für das Betauchen
des Sees geklärt haben.
Kefalonia Unterwasser - enorme Sichtweiten und
ein Bomberwrack.
Und noch ein drittes Angebot der Basis fanden wir bemerkenswert:
“No bubbles“! Sotiropoulos ist nach unserer Kenntnis der Einzige außerhalb
der Athener Tauchszene, der auf Rebreather gesetzt hat und entsprechende
Geräte und Ausbildung anbietet. Das heißt natürlich auch
für deutsche Rebreather-Fans, hier gibt es die nötige Logistik,
um mit eigenem Gerät anreisen zu können. Höchste Zeit also,
dass mal jemand die Basis in der Datenbank auffindbar macht.
Agia Efimia und die Basis Aquatic Efimia.
Hinweise zur Basenwahl:
Aquatic World, Agia Efimia
Tel./Fax (003026740) 62006
http://www.aquatic.gr
Auf Kefalonia ist zu beachten, dass die hiesige Hafenpolizei strenger
als anderswo gegen nicht von ihr lizensierte Basen vorgeht. Ein Basengründer
im Orte Skala in der Südostecke der Insel wurde bereits empfindlich
bestraft und musste sogar seine Website vom Netz nehmen. Ein Hinweis für
solche Fälle: In der Regel setzt sich die Hafenpolizei mit dem erwischten
Deliquenten in Abwesenheit von Touristen auseinander. Der Kunde merkt das
dann aber daran, dass die Basis ab dem nächsten Tag plötzlich
keine Ausfahrten mehr anbietet und damit die Komponente Tauchen an diesem
Ort für den Rest des Urlaubs ausfällt. Man sollte daher bei Vorabbuchung
auf einer klaren Bestätigung des Basenbetreibers bestehen, dass seine
Basis eine Arbeitsgenehmigung der Hafenpolizei besitzt. Angaben auf dem
Website, etwa, dass er staatlich anerkannter CMAS-Ausbilder ist, reichen
nicht! Diejenigen, die keine offizielle Zulassung haben, schicken darauf
in der Regel stereotyp die Behauptung zurück, solche Genehmigung sei
heute nicht mehr nötig – ihr schöner Wunschtraum, der lediglich
darauf basiert, dass die anderenorts sitzende Hafenpolizei eine Zeit lang
von seinen Aktivitäten nichts mit kriegt.
Auch einer der beiden Basenbetreiber im Segelhafen Fiskardo („Fiskardo's
Nautical & Environmental Club“) besitzt keine ordentliche Lizenz. Der
zweite („Fiskardo Dive Center“) ist zwar ordentlich lizensiert, als Freizeit-Ableger
eines Berufstauchunternehmens aus Argostoli arbeitet er jedoch nur im Juli-August
hier. Wer den Ort in dieser Zeit besucht, etwa als Segler, sollte dieses
Angebot durchaus einmal wahrnehmen, denn die Basis verfügt über
ein Tauchgebiet mit einigen recht hübschen Grottenstrecken.
© 2004 - Text und Bilder: Volker Grundmann
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