von Oliver Mühlenbein, Erika und Günter Engelhardt
Uli Schreiber aus Duisburg mag so manchem ein Begriff
sein: Als erfahrener Berufstaucher, als Forumsteilnehmer im Taucher.Net, als lustiger Exot in der Szene,
als Schöpfer des GNT und natürlich auch als jemand, der polarisiert
– nicht nur im Taucher.Net.
Nun lud er für den 13. März 2005 zum Schlauchtauchen mit dem
GNT. Nannte es lebensfroh "Werbeveranstaltung" und bot damit aber auch gleichzeitig
allen, die es wahrnehmen wollten, Gelegenheit zum Selbstversuch.
Ich gehörte auch zu jenen Skeptikern, die meinen, dass ein zu langer
Mitteldruckschlauch nicht förderlich ist, schließlich liegt bei
Last nicht mehr genug Druck am Ende an...
Zum Vergleich: Ein Cyklon 5000, auf 10,8 Bar eingestellt, fällt mit
einem 70cm-Schlauch bei Volllast (also Luftdusche) auf 10 Bar ab. Nehme
ich statt dessen einen 4,5m langen Schlauch, liegen gerade mal noch 7 Bar
an der zweiten Stufe an!
Herauszufinden, warum dieses theoretische "Geht denn das?" von einem Praktiker
so lapidar abgewunken wird, war ein Grund, dorthin zu fahren. Den GNT auszuprobieren
ein anderer. Und den Spaß, den das ganze Unternehmen zu versprechen
schien, war schließlich ausschlaggebend.
Kurz vor 10 Uhr morgens ging es los, nach und nach trudelten auch die anderen
Interessierten ein, wir waren am Ende ca. 10 Leute.
Vielleicht wurde die Werbetrommel nicht ausreichend gerührt, vielleicht
hat sich aber auch der eine oder andere nicht getraut; egal, es war eine
sympathische Truppe.
Oberflächenkontrolle durch Uli
Erika war wild darauf, ins Wasser zu kommen, dazu war auch noch zu klären,
ob Uli einen Anzug in ihrer Größe hat. Also gab es schon eine Anprobe,
bevor das Schlauchtauchgerödel überhaupt an Ort und Stelle war.
Die Arme lief wohl bestimmt eine halbe Stunde im Trocki herum, bis alles
endlich soweit war...
Uli benutzt einen Schlauch, der an einen Gartenschlauch erinnert (größerer
Innendurchmesser, als ein MD-Schlauch üblicherweise hat). Dieser wird
an einen Druckminderer angeschlossen, der aus der Schweißtechnik bekannt
sein dürfte. Der Mitteldruck wird also rein manuell eingestellt und
richtet sich nach Einsatzzweck und -tiefe.
Als besonderes Schmankerl wärmt er die Luft vor, indem nach der ersten
Stufe eine Kupferspirale durch beheiztes Wasser führt.
Der "Tauchsieder"
"Wie kann man nur?" mag der Tauchtheoretiker entsetzt fragen - "Warum nicht?!"
wird der Praktiker entgegnen. Bei längeren Einsätzen ist es halt
komfortabler, wenn die Luft nicht gar so kalt ist.
Briefing ;-) - Erika in voller Montur mit Uli Schreiber
Nach kurzer Einweisung - nicht nur das Tauchen mit Schlauch, sondern auch
eine Vollgesichtsmaske war für die meisten neu - kam also Erika ins
Wasser und wieder heraus, dann trauten wir anderen uns auch. Zeitweise waren
vier Taucher gleichzeitig unter Wasser, versorgt durch zwei große Flaschen
mit 50 und 27 Liter. Und zu meiner Skepsis: Natürlich war der Druckabfall
bei diesen Schlauchlängen (bis 50 m!) sichtbar. In solch einem Fall
würde einfach nachgeregelt und gut ist...
Wer wollte, hatte die Möglichkeit, besagte Vollgesichtsmaske zu testen,
die zudem noch mit einer Kommunikationseinrichtung bestückt war. Dies
ist natürlich für uns Sporttaucher unnötig und eher lästig,
weil gerade die Ruhe unter Wasser einen Reiz ausmacht, aber im gewerblichen
Bereich elementar, wenn unter Wasser gearbeitet werden soll.
Anprobe und Fachsimpelei (Foto: Silvia Schreiber)
Ein letzter Check
Beachtlich war die Menge Blei, die einige von uns brauchten: bis zu 20
Kilo durften wir schleppen, bedingt durch die neuen Trockis, die geringe
Tiefe und natürlich auch die fehlende Pressluftflasche. Mit einiger
Übung dürfte diese Menge sich jedoch deutlich reduzieren.
Nachdem die ersten beiden Taucher gleichzeitig im Wasser waren, bereitete
Uli die zweite Flasche vor, die zwei weitere Taucher mit Luft versorgen
soll:
Uli mit Druckminderer (Foto: Silvia Schreiber)
Jeder wollte mal, also zogen wir uns alle um. Da die meisten im Vorwege
ihre Maße an Uli gemailt hatten, war er bestens vorbereitet und hatte
für alle passende Anzüge dabei.
Wer will sich da beschweren?
Eigentlich verlief alles recht reibungslos, bis auf kleinere Anpassungen
der Bleimenge. Und dass wir uns mit den Schläuchen verheddern, blieb
auch fast aus. Da hat man sich halt im Wasser wieder geeinigt...
Schlauchtaucher unter sich
Es gab viele Spaziergänger am Steg, und einige fragten neugierig nach,
was denn hier passiere. Uli war immer zu einem Schwätzchen bereit und
gab gern Auskunft über "sein" Schlauchtauchen.
Sonntag Nachmittag im Duisburger Innenhafen (Foto: Silvia Schreiber)
Tauchen macht bekanntlich hungrig, egal ob mit Flasche oder Schlauch. Wie
praktisch, dann den Tauchsieder für die Suppe benutzen zu können.
Dazu gab es ein leckeres Bier und alle waren zufrieden.
Auch ohne Teller eine willkommene Stärkung...
Wir hatten wirklich Spaß, es war eine lustige, gemischte Truppe.
Obwohl ich schon einen Trocki habe, war es mal ganz interessant, den GNT
zum Vergleich auszuprobieren: Schließlich lernt man ja immer gern
hinzu. Er ist kuschelig, er ist weich. Und sogar mit den Dreifinger-Handschuhen
konnte ich mich anfreunden.
Vielleicht ist nun der eine oder andere neugierig geworden? Aufgrund der
Resonanz plant Uli eine Wiederholung. Bei Interesse schaut doch mal auf
seiner informativen Homepage vorbei...
!! UPDATE !!
2. GNT Schlauchtauchen
Am Sonntag, 24. April 2005
In Duisburg Innenhafen
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