Im Test: Trockentauchanzug Explorer von dive2gether.net
von Achim R. Schlöffel
Die Fakten
Der Anzug ist aus Ferguson Cordura Trilaminat hergestellt und macht auf den
ersten Blick einen sehr robusten Eindruck. Der Reißverschluss läuft
quer über die Brust und ist mittels eines zweiten Reißverschlusses
verdeckt und geschützt.
Die Ventile sind von Sitech und sitzen in den klassischen Positionen, Einlass
mittig auf der Brust, Auslass am linken Oberarm. Die Manschetten sind aus
Latex und sauber verklebt, die Füße stecken in robusten Stiefeln
aus Neopren. Es sind rechts und links große Beintaschen angebracht,
die mittels Klett verschlossen werden. An der Innenseite der Taschen sind
D-Ringe eingenäht, um den Inhalt sichern zu können.
Das ganze nun im Detail: Das Material aus dem der
Anzug geschneidert ist, macht einen wesentlich stabileren Eindruck als gängiges
Trilaminat, wie man es von diversen Anzügen kennt. Allerdings macht
sich diese Stabilität auch im höheren Gewicht des Anzugs bemerkbar.
Die einzelnen Teile sind sauber verklebt und die Klebnähte ordentlich
mit Nahtband abgedeckt. Einzige lieferbare Farbe ist derzeit schwarz.
Der gasdichte Reißverschluss verläuft klassisch
von der linken Schulter zur rechten Hüfte und ermöglicht so ein
komfortables An- und Ausziehen, auch ohne fremde Hilfe.
Um den empfindlichen Teil des Anzuges zu schützen, gibt es einen zweiten,
grobzahnigen Reißverschluss der über dem ersten läuft. Auch
das ist nichts neues, sondern alt bewährt.
Die Ein- und Auslassventile sitzen an den gewohnten
Stellen, das drehbare Einlassventil befindet sich oberhalb des Reißverschlusses
mittig auf der Brust. Der Auslass sitzt am linken Oberarm, wobei die Betonung
bei „auf“ liegt, und nicht wie bei manchen Mitbewerbern auf der Arminnenseite,
was das Ablassen von Luft unnötig erschwert.
Sollte der spätere Anzugbesitzer die Ventile an einer anderen Stelle
wünschen, so kann er die Position natürlich frei wählen.
Die Manschetten des Testmodells sind aus Latex, Bei
den Armmanschetten handelt es sich um sog. „Cuffs“, wobei auf Wunsch alle
gängigen Manschettentypen montiert werden können. Die Verarbeitung
aller Manschetten ist sehr ordentlich. Vor allem bei der Halsmanschette fällt
positiv auf, dass hier kein Nahtband verwendet wurde, was einen späteren
Manschettenwechsel vereinfacht.
Die verwendeten Stiefel sind aus einem Guss Neopren,
wobei es sich um ein sehr widerstandsfähiges Material handelt, das gleichzeitig
genug Flexibilität hat, um die Bewegungsfreiheit des Fußes nicht
einzuschränken.
Bei unserem Testmodell sind bereits zwei Beintaschen
montiert. Sie sitzen an den richtigen Stellen, seitlich am Oberschenkel,
so dass bei locker herabhängenden Armen die Hände in die Taschen
reichen. Beim Testmodell sind in den Taschen kleine D-Ringe eingenäht.
Diese erweisen sich in der Praxis als etwas „fummelig“ um etwas einzuklippen.
Besser wäre eine Edelstahlöse in der Tasche, in die der Taucher
ein Stück Bungeecord einknoten kann. Durch dessen Flexibilität,
wird das Heraussuchen eines bestimmten Gegenstandes auch mit dicken Handschuhen
vereinfacht, da man den gesamten Inhalt herausziehen kann und so auch sehen
kann. Die Taschen lassen sich mit einem Klettverschluss verschließen,
was gegenüber dem Reißverschluss die bessere Variante darstellt,
da sich nichts verhaken kann und man auch mit Trockenhandschuhen nicht hängen
bleiben kann.
Nun der Praxistest: Das Anziehen fällt leicht. Der Frontreißverschluss
in Kombination mit dem Teleskoptorso sind eine perfekte Kombination. Die
integrierten Hosenträger lassen sich einfach Einstellen und sorgen nicht
nur im Wasser für guten Sitz sondern auch an Land, wenn man während
einer Oberflächenpause den Anzug nicht ganz auszieht, leisten sie gute
Dienste.
Der Teleskopkorse mit den integrierten Hosenträgern - eine perfekte
Kombination
Der Anzug ist mit einem Bungee, der am Rücken eingenäht ist tailliert,
was den Sitz am Oberkörper nochmals verbessert. Die Halsmanschette wird
von einem eng anliegenden Neoprenkragen umschlossen, der Wasseraustausch
über die Kopfhaube gut verhindert und zusätzlich wärmt. Im
Wasser fällt mir auf, dass die Erreichbarkeit der Ventile etwas eingeschränkt
ist. Das liegt daran, dass unter der Achsel eine Naht verläuft, die
sich nicht dehnen lässt. Besser ist es, hier ein rautenförmiges
Stück Anzugmaterial einzusetzen, was die Bewegungsfreiheit deutlich
erhöht. Ansonsten taucht sich der Anzug bequemt und angenehm. Das Einlassventil
spricht, wie von Sitech gewohnt, gut und schnell an, es tut seinen Dienst
ohne dass der Taucher dazu Verrenkungen in Kauf nehmen muss. Das liegt in
erster Linie an der guten Positionierung. Wie bei allen Membrananzügen
regelt sich die Wärme ausschließlich über die Wahl der Unterziehkleidung,
so dass in diesem Punkt keine Kriterien zu bewerten sind. Nach dem Tauchgang
bleibt mir nur erfreut festzustellen, dass der Anzug vollkommen dicht war.
Sollte er doch einmal nass werden, sei des durch ein Problem mit der Dichtigkeit
oder bei der Reinigung, trocknet das Material erfreulich schnell wieder ab.
Resumee
Ein gelungener Anzug nicht nur für den „Tecki“,
auf den er in erster Linie abzielt, bei dem das Preis/Leistungsverhältnis
ganz sicher stimmt.
Einzige Kritikpunkte, die sich aber sicher ändern lassen sind die D-Ringe
in den Taschen sowie, und dass ist der einzige gravierende Punkt, die Nahtführung
unter den Armen, welche die Bewegungsfreiheit unnötig einschränkt.
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