Ostertauchurlaub bei Kron Diving auf der Insel Rab in Kroatien 24.
bis 29. März 2005
Die, für die kroatische Inselwelt ungewöhnlich grüne,
Insel Rab in der Kvarner Bucht war Ziel des diesjährigen Wasserscheu.com
International Treffens, das auch von honorigen Mitgliedern aus DEM Weltverband
besucht wurde und unter dem Ehrenschutz von Taucher.Net stand ;-)
Anreise:
In meinem Fall Linz-Graz-Maribor (dann *gähn* und Balkanromantik;
am Ausbau dieses Abschnitts wird aber gearbeitet!) -Zagreb (zuvor
bereits tolle, neue (gleichbedeutend mit kostenpflichtige) Autobahnen)-Karlovac-Senj-Jablanac
(Fähre 19 Euro 2-way) -Insel Rab...
Autobahnabzweigung nach Karlovac in Richtung Split-Senj nehmen! -
der Vratnik Pass ist noch etwas mühsam - über Rijeka fährt
man sonst eine knappe Stunde Umweg!
Die sonstige, individuelle Anreise aus ganz Europa findet man mit
dem Routenplaner seiner Wahl. Jedenfalls gilt es, auf die Küstenstrasse
Rijeka-Split zu gelangen.
Auf der Küstenstraße
Die früher so berüchtigte Küstenstrasse ist heutzutage
schon fast komfortabel geworden! Speziell zu dieser frühen
Zeit in der Saison: Keine Touristenströme, keine lähmenden Wohnanhängergespanne,
keine Wohnmobile und Urlaubsseebären mit ihren überdimensionierten
Booten. In der Hochsaison sieht das aber wieder anders aus- und... Geduld
ist dann gefragt!
In der eindrucksvollen, kahlen und schroffen Karstlandschaft an der Küste erwartet
man nach jeder Kurve oder hinter dem nächsten Hügel Winnetou oder
Old Shatterhand zu erblicken!
Erklärung für die jüngeren Semester: Die legendären
Winnetoufilme wurden in den 60ern im ehemaligen Jugoslawien gedreht.
Bei (genauer gesagt ein paar Kilometer vor der Ortschaft) Jablanac befindet sich dann (Abfahrt gut beschildert) der Hafen
der Fähre
nach Rab. Die Fähren verkehren regelmäßig- Jeweils
etwa 30-35 PKW können pro Überfahrt, die etwa 20 Minuten dauert,
die 1.6 Seemeilen nach Rab bzw. umgekehrt befördert werden.
Fähren Jablanac-Insel Rab
Vom kahlen Fähranleger in Misnjak auf der Insel fährt man
via Barbat und Rab „Downtown“ (am Kreisverkehr geradeaus!) nordwestlich
nach Kampor, wo man, gut beschildert, Kron Diving direkt am Wasser leicht
findet.
Ostertauchen bei Kron Diving:
Ostern 2005 war früh- von den Höhen des Kapela Gebirges
am Festland grüßte noch der Schnee in die Kvarner Bucht.
Das Osterwetter war hier erst schön am Gründonnerstag, am
Karfreitag dann wieder Regen (sogar der Himmel weint), Karsamstag zeigte
sich dann sogar schon wieder Mal die Sonne…
Ostersonntag fand das Oster(h)aisuchen dann wieder ziemlich im Regen
statt. Und auch der Osterseehase bekam wohl ein nasses Fell...
Tauchmedium von oben!
Im Trocki und im warmen Unterzieher waren aber die Anfahrten
bei Nieseln oder im Regen und Wassertemperaturen von 10°C für
alte Ganzjahres Salzkammergutsee - Taucher kein wirkliches Problem.
Kron Diving, Rab:
Andi Kron's bekannte und beliebte Tauchbasis machte auf mich (mein
erster Aufenthalt hier) einen höchst professionell geführten
Eindruck. Ralf hat den Betrieb hier absolut im Griff! Die Räumlichkeiten
sind großzügig und praktisch neu. Die beheizten Trockenräume
waren natürlich bei den kühlen und regnerischen Ostern 2005 ein
absoluter Genuss! Zwei L&W Supersilent Kompressoren sorgen für ausreichend
Füllkapazität. Die Luft wird zusätzlich doppelt gefiltert
und gekühlt. Bei Nitroxfüllungen sorgt ein weiterer Filter für
Sicherheit und trockenes, sauberes Gas.
Kleiner roter Drachenkopf auf Goldschwamm
Trimix ist möglich- Tek Tauchern aus ganz Europa ist Andi Kron
wohl ohnehin ein Begriff...
Ein schnittiges Schnellboot mit 300 PS, ein Schlauchboot mit 150 PS
(die blauen Flecken am Allerwertesten erinnern mich noch heute an die
kabbelige Überfahrt vor wenigen Tagen…), und ein gemütlicher
Kutter für größere Gruppen und Tagestouren stehen für
die Tauchausfahrten zur Verfügung.
Bei den beiden kleinen, schnellen Booten sollte man wissen, dass man
die Ausrüstung im Wasser ablegen muss, um aufs Boot zu kommen.
Die, der Basis angeschlossene Taverne Gostionica "Dupin" lädt
mit einer schönen, großen Terrasse mit Meerblick zum gemütlichen
Taucherplausch ein. Die Preise sind den Portionen angemessen und speziell
die riesengroße Meeresfrüchteplatte, die sich unsere Gruppe
gönnte, hat sogar mich, als alten Kroatienreisenden, in Qualität
und Quantität äußerst positiv überrascht!
(Da oft gejammert wird: Geschenkt bekommt man auch in Kroatien längst
nichts mehr. Die Preise in den Tourismuszentren (und nur dort!) haben sich
schon lange heimischem Niveau angepasst.)
In der Vorsaison war natürlich in der kleinen Ortschaft noch
"tote Hose", aber als Taucher braucht man eh keinen Halligalli, sondern
einen gemütlichen Platz, wo man Energie tanken und- vor allem plauschen
kann.
Tauchplätze von Krondiving
Einige Tauchplätze um Rab:
Ralf meinte, dass wir die wahren Highlights, wie die Gorgonienwand,
durch das eher bescheidene Wetter nicht anfahren konnten, aber mich persönlich
begeisterte schon das, was ich sah!
Auf dem Schnellboot
Kalifront:
Nur wenige Minuten mit dem Boot entfernt, lockt hier am abfallenden
Grund das Wrack eines, etwa 10 Meter langen, Kutters zwischen etwa 25
und 30 Metern Tiefe.
Wrack am Tauchplatz Kalifront
Das Wrack soll öfters das Zuhause eines Conger-Aals und von Hummern
sein. Durch seine Tiefe ist es auch für fortgeschrittene Anfänger
relativ einfach zu betauchen. Um das Wrack fanden sich ungewöhnlich
viele Kraken.
Canyon:
Ein über, sowie unter Wasser extrem beeindruckender Tauchplatz.
Über Wasser fallen die kahlen Klippen fast senkrecht ins Wasser ab.
Unter Wasser setzt sich dieses Szenario dann fort. Von einer kleinen flachen
Bucht gelangt man durch einen Canyon zur Wand. Die Steilwand setzt sich
hier bis 40 Meter senkrecht fort und läuft danach sanft aus. Die Wand
ist mit vielen, farbenprächtigen Gorgonien und Schwämmen
bewachsen und ein Blick in die vielen Löcher und Spalten im Karst lohnt
allemal- hier gibt es viel zu entdecken.
Unglaublich bunte Federseesterne
In den aufziehenden Nebelfetzen und im Nieselregen an diesem Tag erinnerte
mich dieser Platz sehr an die Steilwände der Insel Hoy auf Orkney/ Scapa Flow.
Prst:
Prst, der Finger auf Kroatisch, ist ein Felsturm, der sich aus über
40 Metern Tiefe bis auf etwa 7 Meter erhebt. Auch hier gibt es in den vielen
Spalten viel zu entdecken: Krabben und Krebse, sowie Kraken finden hier
ihr Heim. Ungewöhnlich viele bunte, kleine Nacktschnecke sowie Federhaarsterne
waren hier zu beobachten.
Schraubensabelle frontal
Maman:
Wenige Minuten von der Basis entfernt befindet sich dieser einfach
zu betauchende Platz. Zwei parallele Felsgruppierungen in nur drei bis fünf
Metern tiefe machen die Navigation recht einfach. Der Grund fällt von
diesen recht unspektakulär auf etwa 25 Meter ab. Liebhaber von Seegurken
kommen hier voll auf ihre Kosten! Interessanter sind da schon die vereinzelten
Felsblöcke in der Umgebung, in denen Langusten und Conger ihr zuhause
gefunden haben.
Sabelle mit Sepiagelege
Auch waren zahlreiche Sepia-Gelege und schöne Sabellen zu beobachten.
Insel Goli, Leuchtturm:
Die kahle Insel Goli war zur Zeit Titos ein berüchtigtes Gefängnis.
Auch heute kann man noch den Steinbruch sowie die Ruinen von Gebäuden
und Bunkern erkennen. Ganz in der Nähe, beim Leuchtturm, erhebt sich
eine Felsnase aus 50 oder mehr Metern Tiefe, auf dessen Plateau zwischen
6 und 12 Metern man ankert. Auch hier kann man wieder einen erstklassigen
Tauchgang absolvieren! Viele Gorgonien und Geweihschwämme wachsen aus
der Wand und auch in den Spalten und Nischen lässt sich im Schein der
Lampe viel Interessantes entdecken.
Langarmiger Springkrebs
Hausriff Krondiving (Kamporska Draga):
Direkt beim Anleger von Kron Diving befinden sich am flach abfallenden
Grund Algen und Seegras. In diesen lassen sich, in nur wenigen Metern Tiefe,
mit etwas Geduld und scharfen Auge Seepferdchen finden, Sabineee gab der
Gruppe Seepferdchengarantie und: Mindestens zwei wurden dann auch
gefunden!
Seepferdchen
Ansonsten ist dieser Platz für Checktauchgänge (Bleimenge),
Ausbildung, aber auch zum Nachttauchen, sicher gut geeignet.
Weitere Informationen:
7,35 Kuna= 1 Euro (Stand Ende März 2005)
In der Ortschaft Rab befinden sich Geldautomaten und Banken.
Kroatische Tauchgenehmigung für ein Jahr: 15 Euro (110 Kuna)
und obligat.
Post Scriptum: "Etwas (sic!) hat mich unsittlich berührt..."
DAS lassen wir wohl offen, mysteriös und unbeantwortet! :-))
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