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Kompass
von Andreas Nowotny
Wenn man dorthin tauchen kann, wohin man möchte und anschließend
den Weg zurück finden will, braucht man eine Orientierungshilfe unter
Wasser: den Kompass.
Das Magnetfeld der Erde & magnetische / geografische Pole
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Unser Planet ist von einem bipolaren Magnetfeld
umgeben. Dieses Magnetfeld wird vom Erdkern erzeugt, so, als ob sich im
Mittelpunkt der Erde ein gigantischer Stabmagnet befindet. Der magnetische
Südpol weist dabei nach "oben", in Richtung des geographischen Nordpols.
Eine (magnetische) Kompassnadel richtet ihre Nordspitze nach dem magnetischen
Südpol aus, zeigt also nach Norden.
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Das Magnetfeld der Erde ist, über größere Zeiträume
betrachtet, nicht statisch, sondern wandert. Da sich die Kompassnadel nach
dem magnetischen Südpol ausrichtet, entsteht ein entsprechender Messfehler.
Derzeit liegt die Abweichung zwischen den geografischen und magnetischen
Polen bei ca. 11,5°. Diesen Winkel nennt man Deklinationswinkel oder
Missweisung. Da wir als Taucher nur kurze Strecken zurücklegen und keine
absoluten Richtungen benötigen, ist dies für uns nicht relevant.
Dafür ist es für Taucher wichtig, dass ein Kompass durch Metall
in der Umgebung abgelenkt werden kann (Deviation). Gerade nachts, wenn man
mit seiner Lampe den Kompass anstrahlt, muss man darauf achten, dass das
Metallgehäuse der Lampe nicht das Ergebnis verfälscht.
Anforderungen an einen Tauchkompass
Das Gehäuse (1)
Das Gehäuse sollte aus stabilem Plastik oder Gummi sein und ein kratzfestes
Sichtfenster haben. Das Innere des Gehäuses ist mit Flüssigkeit
gefüllt. Beim Kauf muss man darauf achten, dass sich darin keine Luftblase(n)
befinden.
Kompassrose (2)
Bei einem Tauchkompass ist die Kompassrose schwimmend aufgehängt.
Sie ist immer nach Norden ausgerichtet, das Gehäuse dreht sich um die
Rose. Ein möglichst großer Neigungswinkel (also der Grad den
man den Kompass schräg stellen kann, ohne dass er sich verhakt) ist
vorteilhaft. Bei einem Tauchkompass sollte die Kompassrose immer nachleuchtend
sein.
Die Kompassrose beinhaltet auch die Himmelsrichtungsbezeichnungen und die
Gradeinteilungen. Hier ist eine einfache Ablesbarkeit wichtig.
Lünette (3)
Die Lünette sollte auch mit Handschuhen leicht drehbar sein, aber
dennoch spürbar einrasten und sich nicht selbst verstellen. Auf der
Kompasslünette sollten die Gradmarkierungen (4) deutlich lesbar
sein.
Kimme und Korn (5)
Ein wichtiges Hilfsmittel zur Peilung. Meistens sind sie fest mit der Lünette
verbunden.
Peillinie (6)
Die Peillinie ist meist auf das Sichtfenster aufgedruckt und zeigt die
Fortbewegungsrichtung an.
Seitliches Sichtfenster (7)
Ein Tauchkompass braucht unbedingt ein seitliches Sichtfenster. Es ist
schwieriger, durch Aufsicht auf den Kompass zu navigieren, als wenn man
ihn am ausgestreckten Arm vor sich hält und die Richtung über
dieses Fenster abliest. Auch hier ist eine Peillinie (6a) unverzichtbar.
Wohin mit dem Kompass?
Tauchkompanden werden hauptsächlich am Handgelenk getragen oder sind
in einer Konsole (z.B. mit Finimeter und Tiefenmesser) integriert. Beide
Möglichkeiten finde ich persönlich nicht ganz so optimal. Wenn
er am Handgelenk ist, finde es schwierig ihn sauber auszurichten, bzw. über
längere Strecken den Arm ohne zu Ermüden so zu halten, dass man
ihn gut ablesen kann. Konsolenschläuche sind meiner Erfahrung nach meist
zu kurz, um den Kompass im richtigen Winkel vernünftig abzulesen.
Sehr praktisch ist es, den Kompass an einen Retraktor zu befestigen und
diesen an das Jacket zu klemmen. Wenn man ihn braucht, kann man ihn sofort
finden und vorziehen. Wenn man ihn loslässt, wird er wieder zurückgezogen.
© 2005 - Andreas Nowotny
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01.12.2008 16:49 Taucher Online : 185 Heute 11625, ges. 30280785 Besucher
 
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