Seit fast 35 Jahren fahren die Linzer "Seepferdchen" zum Tauchen nach Pula
an der Spitze der Halbinsel Istrien. Durch die neuen kroatischen Tauchbestimmungen,
die selbstständiges Tauchen praktisch unmöglich machen, schien
diese lieb gewonnene und traditionelle Tauchfahrt fast zu Ende zu sein. Aber
eben nur fast!
Seit Anfang der 70er Jahre reist der 1. Linzer Tauchclub "Seepferdchen" ein-
bis zweimal im Jahr für eine Woche nach Pula auf der kroatischen Halbinsel
Istrien. Unzählige "frischgebackene" Taucher- so auch ich - absolvierten
dabei nach ihrer Tauchausbildung hier auch ihre ersten Tauchgänge im
Meer.
Über mehr als 30 Jahre wurde ein großes Schlauchboot (die legendäre
"Gurke") und ein eigener Kompressor, der früher in einer Garage seinen
Dienst verrichtete, aus Linz mitgenommen. An dieser Stelle sei dem langjährigen Obmann Hermann Kadasch gedankt, der über
Jahrzehnte die Mühe auf sich nahm, mit Kompressor und Schlauchboot am
Anhänger zu fahren und dies so zu ermöglichen!
Die in den letzten Jahren erlassene kroatische Tauchbestimmung macht selbstständiges
Tauchen ohne Tauchbasis praktisch unmöglich; es schien dass diese beliebten
Tauchwochen vor dem Ende stehen.
Die Rettung kam in Gestalt der Meeresschule Valsaline, über die ich
bereits 2003 berichtete.
Unterkunft
Untergebracht waren wir im Hotel Pula (***), das sich nur wenige Minuten zu Fuß
von der Meeresschule entfernt befindet.
Das gesamte Hotel wurde erst vor kurzem generalrenoviert. Die meisten Zimmer
haben Meerblick und sind mit Klimaanlage, Telefon und TV sowie einem schönen
Bad/WC ausgestattet. Einen Balkon besitzen aber leider nur die Zimmer
im neuen Hotelflügel.
Frühstück und Abendessen gibt es in Buffetform. Das Essen ist für
ortsübliche Verhältnisse abwechslungsreich und gut. Die richtige
Temperierung am Buffet muss aber noch geübt werden.
Bei Verzicht auf das Abendessen besteht die Möglichkeit auf ein Lunchpaket,
das wohl leider überall gleich bescheiden ausfällt...
Kleiner Drachenkopf (Scorpaena porcus)
Das Dekobierchen kann man in der Hotelbar zu sich nehmen, die aber noch den
recht unpersönlichen Flair der kommunistischen 70er Jahre ausstrahlt. Besser
ist da die kleine Kneipe "Shark" gleich unterhalb des Hotels (mit einer blonden
Kellnerin, die jedem Blondinenwitz gerecht werden würde :-) oder -besser- die
einheimischen Lokale im Erdgeschoss der (niedrigeren) Hochhäuser etwa
300 Meter entfernt, wo man auch hervorragend und günstig essen kann.
Der kulinarische Geheimtipp der Seepferdchen ist und bleibt aber seit mehr
als 10 Jahren das "Adriatic" in Medulin.
Dr. Rudolf Diesel bei einem Vortrag in der Meeresschule
Tauchen
Wie bereits erwähnt, hat sich die "Meeresschule" des Grazer Biologen
Gerwin Gretschel als absoluter Glücksgriff herausgestellt.
Eine Tauchausfahrt am Vormittag und eine Tauchausfahrt am Nachmittag, sowie
beliebige Tauchgänge in der Hausbucht, sowie Nachttauchgänge erfüllen
wohl jeden Taucherwunsch.
Zum Transport stehen ein kleineres Hartbodenboot sowie ein großes,
komfortables und schnelles Tauchschiff zur Verfügung.
Die Tauchausrüstung wird in einem großzügigen und bestens
abschließbarem Raum aufbewahrt. Ausreichende Hänge- und Trocknungsmöglichkeiten
stehen zur Verfügung. Flaschenfüllungen und deren Abrechnung erfolgen
durch ein innovatives System mit Nummernkärtchen.
Die Duschen und WC-Anlagen im Basisgebäude gegenüber der Meeresschule
sind sauber aber noch recht "rustikal"...
Aber auch relaxen und erholen ist im Schatten der Bäume (es sind südliche
Zürgelbäume (Celtis australis) wie ich jetzt erfahren habe) an
der Basis wundervoll möglich. Ein großer, offener Grill rundet
das ganze dann ab und lädt förmlich zur gemütlichen Abendgestaltung
ein.
Gleich neben der Meeresschule befindet sich eine - noch geschlossene - Gaststätte,
die aber im Laufe des nächsten Jahres wieder geöffnet werden soll.
Schulklasse in der Meeresschule
In der Meeresschule selbst wird der Tauchbetrieb koordiniert, Schulklassen
in die Geheimnisse des Meeres eingeführt und es wird hier auch noch
geforscht. Bei unserem Aufenthalt war der deutsche Biologe Dr. Rudolf Diesel
zu Gast, der u.a. auf Hochgeschwindigkeits- bzw. Zeitrafferaufnahmen sowie
mikroskopische Filme über- und unter Wasser spezialisiert ist.
Die Oberfläche eines Seesterns aus mikroskopischer Sicht
Bei einem abendlichen Vortrag über Stachelhäuter konnten wir so
live miterleben, wie es mit zigfacher Vergrößerung durch ein UW-
Stethoskop zwischen den Stacheln eines lebenden Seeigels oder auf der Haut
eines Seesterns aussieht.
Auch wie, und vor allem durch WAS eine Seegurke atmet konnten wir - fasziniert
und amüsiert gleichzeitig - live auf die Leinwand projiziert sehen.
Alles sensationelle, bislang ungesehene Bilder, die mehr als nur einmal an
einen Science-Fiction Film erinnerten und nicht an ein so "primitives,
niederes Tier"!
Details eines Seeigels und Beatrice
"Wunder Schöpfung" ist hier wohl der richtige Ausdruck! Wir verließen
den Vortrag zwar schon hungrig, aber auch zutiefst beeindruckt.
Eine Auswahl von Tauchplätzen
Hausbucht Valsaline
Zuerst recht unspektakulär und flach, Richtung offenes Meer senkt sich
der Meeresgrund dann in Stufen auf etwa 20m. Unspektakulär solange,
bis man einen Vortrag von Gerwin gehört hat und dann die "olle Seegurke"
oder den "faden Seestern" mit anderen Augen sieht!
Einstieg Hausbucht
Laut Beatrice, einer netten Biologin, die an der Meeresschule an ihrer Diplomarbeit schreibt, gibt
es hier in der Bucht 55 erwachsene Seepferdchen. Davon 33 Weibchen, 22 Männchen
und zusätzlich 3 Jungtiere., die sie alle kartografiert sowie mit Vornamen
versehen hat.
Seepferdchen „Klausi“ vor seiner Freisetzung
Valovine
Am Rande eines Millitärgeländes gelegene, wunderschöne Karsthöhlenlandschaft,
wenige Bootsminuten nördlich von der Meeresschule entfernt.
Nach dem durchtauchen einer langen Höhle, kommt man zum Eingang einer
großen Grotte. Diese führt tief in den Karst. Nachdem wir mit
unseren Lampen weit ins Innere der Felsküste getaucht sind, kommen wir
zu einem ebenso weiten wie hohen kathedralenähnlichen Raum. Die Ausmaße
sind selbst im Schein unserer Lampen nur zu erahnen.
Hier entdeckten wir an der Wasserlinie auch Pferdeaktinien, die hier im ewigen
Dunkel leben.
Fraskeric
Gleich vier schöne Höhlen gibt es hier zu betauchen!
Bei der kleinen Bucht auf der Westseite der Insel ist gleich die erste kleine
Höhle zwischen zwei und drei Metern Tiefe. In der etwa 6 Meter langen und
zwei Meter breiten Höhle befindet sich ein Luftloch. Taucht man vom
Höhlenausgang nach links kommt man im Flachwasser zur nächsten
Höhle, die sich etwa 20 m lang durch den Karst zieht. Auch hier befindet
sich etwa in der Mitte eine Öffnung, durch die am frühen Nachmittag
ein traumhaft schöner Lichtstrahl ins Wasser der Höhle dringt.
Nelkenkorallen an Überhang
Zurück zur ersten Höhle taucht man an interessant bewachsenen Überhängen
auf etwa 17 m ab. Dort findet man den Eingang zur nächsten, etwa 15
Meter langen Höhle. Diese verfügt über eine "Engstelle" vor
der man aber ins Freiwasser auftauchen kann. Kurz nach dieser findet
man dann die nächste Höhle. Bei der Tour Höhle 1-2-2 zurück-3-4-4
zurück-3-1 durchtaucht man also insgesamt acht mal in einem Tauchgang
eine Höhle. Vor/unterhalb der Höhle drei befindet sich ein mächtiger,
gespaltener Felsen den ich "Broken Rock" getauft habe, und durch dessen
Spalte man nach unten auf etwas über 20 Meter tauchen kann.
Dieser Tauchgang ist auch für fortgeschrittene Anfänger in Begleitung
geeignet. Lampe sehr empfehlenswert!
Frasker
Hier lockt eine Steilwand, die von 7 Metern bzw. +15 Metern senkrecht in
die Tiefe auf knapp 30 Meter fällt. In der Steilwand findet der kundige
auf 12 Metern die wunderschöne Kapellenhöhle. Am Ostende der Steilwand
ragt der Mast eines unbekannten Segelbootwracks waagrecht aus der Wand. Auch
vereinzelte Wrackreste sind hier noch zu erkennen. Die Wand selbst ist biologisch
hochinteressant! Man muss nur innehalten und ein paar Minuten schauen!
Sogar ein großer Seeteufel wurde hier diesmal entdeckt!
Hummer
Bumbiste (Kathedrale)
Auch hier lockt eine kupierte Steilwand, die bis etwa 27 Meter abfällt.
DIE Sensation hier ist aber ein gigantischer Überhang zwischen 5 und
etwa 15 Metern. Dieser beeindruckende "Dom" führt einige Meter in den
Karst und ist etwa 20-30 Meter breit. Der Bewuchs mit gelben Nelkenkorallen,
orangefarbenen Gorgonien und Schwämmen in allen Farben ist im Schein der
Lampe einfach Atemberaubend! Durch die geringe Tiefe könnte man hier
schier endlos verweilen und dies alles auf sich einwirken lassen!
Pula Überwasser
Von den Römern über die Venezianer bis zur KuK Monarchie:
Dies alles findet man auf engstem Raum in der Altstadt von Pula!
Die Arena in Pula
Was man gesehen haben sollte
Das Amphitheater (Arena)
Die engen, kopfsteingepflasterten Gassen
Das Forum und den Augustustempel
Den Triumphbogen der Sergier
Den Markt mit Fischmarkt
...und das am Hügel liegende Kastell mit seinem einmaligen Ausblick über
die Altstadt, den Hafen und die Oliveninsel (Werft). Auch die hier befindlichen
Ausstellungen und Dauerexponate sind sehr interessant! Wo sonst sieht man
noch z.B. Originalpläne von KuK Torpedobooten?
Fazit
Pula ist immer wieder einen Tauchurlaub wert! (Mein bislang zwölfter!)
Meeresbiologische Fortbildung
Ich möchte an dieser Stelle Ludwig und Grete Schwitzer, beide taucherisches
„Urgestein“, die es sich nicht nehmen ließen, auch diesmal wieder dabei
zu sein, ganz besonders grüßen!
Umrechnungskurs: ca. 7,5 Kuna = 1 Euro (Mai 2005)
Kroatische Tauchgenehmigung: 110 Kuna, ein Jahr gültig und obligat
Wie wird der Tauchgang am nächsten Wochenende? Aktuelle Sichtweiten aus hiesigen Gewässern und der ganzen Welt gibts in unseren Sichtweiten-Seiten! Natürlich kannst Du auch Deine Erfahrungen nach einem Tauchgang einpflegen und somit anderen Tauchern helfen!
Revolution, Sicherheit, nachhaltiger Tourismus, politische Lage, medizinische Faktoren - viele Punkte beeinflussen die aktuelle Wahl von Ägypten als diesjähriges Tauchziel. Wie sieht das bei dir aus?
Forum TEK-Diving
Auszug aus diesem Forum:
O2 Messgerät vom 09.06.2013 : Hallo Forum
Ich möchte mir ein O2 Messgerät zulegen, weis aber nicht welches.
Ich habe schon einige Beschreibungen gelesen, ... [mehr] 80 cfu MES Aluminium = 80 cfu Luxfer? vom 06.06.2013 : Hi,
mein dealer hat von 80 cfu Luxfer auf 80 cfu MES Aluminium umgestellt. Sind die vom Trim vergleichbar, habt Ihr damit schon ... [mehr] Akzeptanz IANTD vom 04.06.2013 : Hallo Tauchgemeinde,
Ich suche seit längerem den Einstieg ins Höhlentauchen. Ich habe mich mal umgesehen und festgestellt, ... [mehr]
Zwischen Korfu und Kreta gibt es zahlreiche Inseln und endlos lange Küstenlinien vor denen das Tauchen stets mit einer Überraschung enden kann. Unzählige historische Wracks und Fundstätten wurden von Sporttauchern entdeckt und sind geschützte Zeugen der [mehr]